Liebe Sammlerfreunde,
am 27.1.1853 schrieb das Landgericht Wassertrüdingen an die Präfektur im franz. Strasbourg eine Criminal Sache. Frankieren wollte man nicht, einen Dienstbrief konnte man auch nicht hinzaubern, also ließ man ihn ohne klare Kennzeichung abgehen.
Nur eine Kennzeichnung war deutlich: Weil der Brief eilig war, notierte man das bei Dienst - Expressbriefen damals übliche "Citissime", also "Schnellstens", welches zur Verdeutlichung von der Aufgabepost mit Ausrufezeichen unterstrichen wurde.
Über den Paketschluß Nördlingen (28.1.) transitierte er geschlossen durch Württemberg und Baden, ehe er am 29.1. in Strasbourg eintraf.
Der siegelseitige Ankunftsstempel vom 29.1. zeigt die kurze Zeit des Postlaufs.
Ob er tatsächlich per Express in Strasbourg ausgetragen wurde, halte ich für möglich, aber nicht wahrscheinlich.
Der Brief wurde mit 9g (oben links) gewogen und als Brief der 2. Gewichtsstufe erkannt. Daher kostete er den Empfänger 2 mal 5 Decimes = 10 Decimes oder einen Franken. Auch nicht eben wenig ...
Vielleicht kann uns ein Frankreich - Kenner sagen, ob es diesen Postsonderdienst dort gegeben hat und wenn ja, welche Kosten dabei anfielen.
Liebe Grüsse von bayern klassisch