Außergewöhnliche Ergebnisse für seltene Sammlerbriefmarken waren vom 1. bis 8. Dezember 2007 bei Corinphila Auktionen in Zürich, dem ältesten Briefmarkenauktionshaus der Schweiz, zu verzeichnen. Den höchsten Zuschlag erzielte mit 440 000 Franken ein ungestempeltes Doppelstück einer chinesischen 5-Dollar-Briefmarke von 1897. Die beiden Marken stammen aus der Zeit, als die vom Kaiserlichen Seezollamt im Inland organisierte Post in der neu gegründeten Kaiserlich Chinesischen Post aufging. Gleichzeitig wurde der Verkauf der Briefmarken kurzfristig von der schwachen Candarin-Währung auf den international anerkannten Silber-Dollar umgestellt. Alte Markenbestände mussten mit der neuen Wertbezeichnung "5 Dollar" überdruckt werden. Bei dem jetzt in Zürich verkauften Paar ist der Aufdruck mit der neuen Wertbezeichnung versehentlich kopfstehend angebracht worden (Stanley Gibbons Nr. 92 a). Heute gehört die kopfstehende "5 Dollar"-Aufdruckvariante zu den größten Briefmarken-Raritäten aus dem Reich der Mitte.
Ursprünglich war das Paar "nur" mit 30 000 Franken taxiert worden. Doch zahlreiche Interessenten, insbesondere aus dem asiatischen Raum, steigerten über Telefon und mit Internet-Live-Geboten den Preis gegen die im Auktionssaal anwesenden Sammler auf das mehr als Vierzehnfache des Schätzpreises. Ein weiteres Doppelstück der chinesischen "5 Dollar" mit dem "normalen" Aufdruck brachte 90 000 (10 000) Franken, ein "1 Dollar"-Wert derselben Markenausgabe im Neunerblock erstaunliche 130 000 (10 000) Franken.
Die ungewöhnlich hohen Resultate bestätigen die derzeit weltweit hohe Nachfrage nach seltenen Sammlerbriefmarken. Briefmarken werden zunehmend als Kulturgut akzeptiert, so Corinphila-Geschäftsführer Karl Louis. Die klassischen Markenausgaben des 19. Jahrhunderts erfreuen sich dabei besonderer Beliebtheit. So erzielte ein Brief der Schweiz aus dem Jahr 1854 mit einer seltenen Kombination der Ausgaben "Rayon" und "Strubel" bemerkenswerte 130 000 (60 000) Franken. Zuletzt wurde der Brief von dem jetzigen Verkäufer im Jahre 1984 auf einer Versteigerung für 27 000 Franken erworben.
Sechsstellige Zuschläge waren auch für Briefmarken Großbritanniens aus der Regierungszeit König Edward VII von 1902 bis 1911 zu beobachten. Eine spezielle 1-Shilling-Dienstmarke für das englische Bildungsministerium mit Aufdruck "Board of Education" sprang von 60 000 auf 180 000 Franken. Eine 10-Shilling-Dienstmarke für das britische Finanzministerium mit Aufdruck "I.R.Revenue" spielte stolze 100 000 (40 000) Franken ein.
Insgesamt versteigerte Corinphila an fünf Auktionstagen etwa 5500 Lose, für die man einen Gesamtzuschlag von rund 8,3 Mio. Franken verbuchen konnte.
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