1. Dashboard
  2. zum Forum
    1. Unerledigte Themen
  3. Mitglieder
    1. Letzte Aktivitäten
    2. Benutzer online
    3. Team
    4. Mitgliedersuche
  4. Ratgeber
  5. Hilfe
  • Anmelden oder registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Artikel
  • Forum
  • Seiten
  • Erweiterte Suche
  1. PHILAFORUM.COM Briefmarkenforum
  2. Forum
  3. Briefmarken
  4. Deutschland
  5. Deutsche Nebengebiete bis 1945

Sudetenland

  • sudetenphilatelie
  • 10. April 2008 um 15:25
  • sudetenphilatelie
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    551
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    2. Dezember 1956 (69)
    • 12. Oktober 2009 um 19:26
    • #521

    Mit Abarten, Besonderheiten und Plattenfehlern ist es so eine Sache: Ist die Marke selbst schon selten, braucht man diese nicht noch unbedingt in weitere Untergruppen/Besonderheiten einteilen. Bei "Standardware" ist dies durchaus sinnvoll, um Besonderheiten von der "Massenware" abzugrenzen.

    Bei der CSR MiNr. 279 (Staatswappen 20 H, rot) ist seit längerer Zeit bekannt, dass es Marken mit einem markanten Punkt im Doppelkreuz gibt (Feld 199).

    Folglich könnten auch die Sudetenland-Marken, die auf der häufigen Urmarke 279 basieren, teilweise diese Besonderheit aufweisen.

    Natürlich kommt beim Sudetenland erschwerend dazu, dass die Überdrucke oft diesen Teil der Marke mit dem Doppelkreuz bedecken. Somit ist diese Besonderheit bei Sudetenland-Marken noch seltener anzutreffen als bei der Urmarke.

    Erstmals konnte ich bei einer Sudetenland-Marke diese Besonderheit entdecken. Es handelt sich um die Asch MiNr. 3 (Auflage: 18.144 Stück).
    Wenn dieses Besonderheit je 200er-Bogen einmal auf Feld 199 vorkommt,
    wären dies rechnerisch ca. 90 Stück.

    Jetzt meine Bitte: schaut Eure Wappenbestände durch. Theoretisch könnte diese Besonderheit bei jedem Wappenwert vorkommen. Bisher ist jedoch nur die 20 H bekannt geworden. Am größten dürfte der Erfolg bei Asch liegen, da hier die Auflagen relativ hoch sind und der Überdruck relativ klein, so dass die Urmarke gut zu erkennen ist. Können auch andere Marken als die Asch MiNr. 3 nachgewiesen werden bzw. kommt diese Besonderheit auch auf anderen Feldnummern vor?

    Viel Spass bei der Schatzsuche! :D :jaok: :D

    Bilder

    • Wappen Feld 199.jpg
      • 32,3 kB
      • 241 × 211
      • 703
    • Wappen Plattenfehler.jpg
      • 148,87 kB
      • 436 × 479
      • 667

    sudetenphilatelie
    http://sudetenphilatelie.npage.de/

    Einmal editiert, zuletzt von sudetenphilatelie (12. Oktober 2009 um 19:33)

  • sudetenphilatelie
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    551
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    2. Dezember 1956 (69)
    • 12. Oktober 2009 um 19:31
    • #522

    Gratuliere steppi, so wie ich das sehe sind alle echt!

    Die 4. Marke von unten links und der Viererblock sind keine amtlichen Ausgaben, dafür hast du zwei schöne Zeitungsmarken von Rumburg mit geneigtem HK! Auch der Stempel von Karlsbad 6.X. kommt nicht häufig vor!

    sudetenphilatelie
    http://sudetenphilatelie.npage.de/

  • Kontrollratjunkie
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.066
    • 13. Oktober 2009 um 00:11
    • #523
    Zitat

    Original von sudetenphilatelie

    Jetzt meine Bitte: schaut Eure Wappenbestände durch. Theoretisch könnte diese Besonderheit bei jedem Wappenwert vorkommen. Bisher ist jedoch nur die 20 H bekannt geworden. Am größten dürfte der Erfolg bei Asch liegen, da hier die Auflagen relativ hoch sind und der Überdruck relativ klein, so dass die Urmarke gut zu erkennen ist. Können auch andere Marken als die Asch MiNr. 3 nachgewiesen werden bzw. kommt diese Besonderheit auch auf anderen Feldnummern vor?

    Hiermit kann ich Vollzug melden. Alle vohandenen Bestände sind überprüft.
    Aus der Tatsache, daß meinem Beitrag kein Scan anhängt, ergibt sich leider auch die Erfolgslosigkeit meiner Schatzsuche.
    Bin gespannt, ob ein anderer Sammler etwas gefunden hat.

    Ich werde aber weiter die Augen offen halten.

    Gruß
    KJ

  • Kontrollratjunkie
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.066
    • 13. Oktober 2009 um 00:22
    • #524
    Zitat

    Original von -steppenwolf
    Hoffe das ich das Bild wieder reinstellen kann.

    Hallo Steppi,

    schön, daß Du das Bild noch einmal gezeigt hast. Es ist ja mit den anderen unseligen Beiträgen ins Nirvana gewandert.
    Meine Einschätzung zu den Stücken hatte ich Dir bereits im Chat genannt. Offensichtlich ist sudetenphilatelie mit mir einer Meinung :D.

    Der Anfang ist gemacht, jetzt kannst Du in Deinem Wiener Verein nach weiteren Stücken fahnden......

    Viel Glück wünscht
    KJ

  • -steppenwolf
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    3.127
    Geschlecht
    Männlich
    • 13. Oktober 2009 um 15:42
    • #525

    Hallo sudetenphilatelie,
    Dankeschön für die Beurteilung der Marken!
    Doppelkreuz mit Punkt, da werde ich mal die Augen offen halten. :)

    Kontrollratjunkie,
    na dann steht ja der weiteren Suche im Verein nichts im Wege. ;)


    LG -steppenwolf

  • Kontrollratjunkie
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    7.066
    • 16. Oktober 2009 um 23:22
    • #526

    Dann möchte ich einmal mit meinen Vorstellungen weitermachen.
    Hier noch eine meiner "Phantombriefmarken" aus Niklasdorf, derzeit das beste Stück aus diesem Gebiet, welches ich hier zeigen kann.

    Dieses Mal die Mi.Nr. 14, ebenso in Spitzenerhaltung mit typischem, unaptiertem OT - Stempel von Niklasdorf vom 20. September 1938 und mit Teilen des roten Dienstsiegels.
    Das seltene Stück hatte eine Auflage von nur 160 Stück und ist heute entsprechend selten zu bekommen.

    Gruß
    KJ

    Bilder

    • Niklasdorf 14 .jpg
      • 70,88 kB
      • 450 × 624
      • 500
    • Niklasdorf 14 Attest.jpg
      • 903,39 kB
      • 1.500 × 2.129
      • 503

    Einmal editiert, zuletzt von Kontrollratjunkie (16. Oktober 2009 um 23:23)

  • Ron Alexander
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    3.474
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    4. Mai 1984 (41)
    • 17. Oktober 2009 um 01:26
    • #527

    Hab leider keine so tollen Stücke wie hier gezeigt werden ;).

    Zum ersten einen Postfrischen Rumburg 4er Block MiNr.7 geprüft Brunel.

    Zum zweiten, Rumburg Mi.36-43 Postfrisch, geprüft Brunel. Morgen mal bessere Bilder einstellen :).

    Grüße

    [Edit] Grumml, wollt hier eigentlich Bilder austauschen... mhh, nu ja, steht weiter unten, auch wenns nicht viel ist :(.

    Bilder

    • s1.jpg
      • 292,36 kB
      • 961 × 768
      • 473
    • s2.jpg
      • 121,28 kB
      • 1.024 × 352
      • 476

    Sammelgebiet:
    Französische Besatzungszone Württemberg
    Stetig auf der Suche nach Besonderheiten und Abarten der FZ Württemberg

    Einmal editiert, zuletzt von Ron Alexander (17. Oktober 2009 um 08:33)

  • Ron Alexander
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    3.474
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    4. Mai 1984 (41)
    • 17. Oktober 2009 um 08:30
    • #528

    So jetzt nochmal aber in besserer Qualität :)

    Bilder

    • s1.jpg
      • 305,76 kB
      • 900 × 768
      • 457
    • s2.jpg
      • 147,87 kB
      • 1.024 × 347
      • 459
    • s3.jpg
      • 192,11 kB
      • 625 × 1.024
      • 458
    • s4.jpg
      • 207,59 kB
      • 779 × 768
      • 452
    • s5.jpg
      • 222,62 kB
      • 768 × 851
      • 451

    Sammelgebiet:
    Französische Besatzungszone Württemberg
    Stetig auf der Suche nach Besonderheiten und Abarten der FZ Württemberg

  • Ron Alexander
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    3.474
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    4. Mai 1984 (41)
    • 17. Oktober 2009 um 08:32
    • #529

    Und diese haben leider die Stockflecken ereilt, von der ich sie aber noch befreien werden.

    Grüße
    Ron

    Bilder

    • s6.jpg
      • 202,74 kB
      • 768 × 837
      • 449

    Sammelgebiet:
    Französische Besatzungszone Württemberg
    Stetig auf der Suche nach Besonderheiten und Abarten der FZ Württemberg

  • sudetenphilatelie
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    551
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    2. Dezember 1956 (69)
    • 17. Oktober 2009 um 14:04
    • #530

    Gratuliere KJ,

    ein seltenes Stück in Top-Qualität. Eine Bereicherung für jede Sammlung!

    Ein Glückgriff, wenn man so etwas ergattern kann. :D :D :D

    sudetenphilatelie
    http://sudetenphilatelie.npage.de/

  • sudetenphilatelie
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    551
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    2. Dezember 1956 (69)
    • 17. Oktober 2009 um 14:12
    • #531
    Zitat

    Original von Ron Alexander
    So jetzt nochmal aber in besserer Qualität :)


    Hallo Ron Alexander,

    auch dies sind schöne Stücke und nicht häufig. Zum Vergleich: die Rumburg MiNr. 1 (Staatswappen blau) hatte nur eine Auflage von 2.790 Stück! Die MiNr. 51 eine Auflage von 13.050, soviel postfrische Viererblöcke wird es auch da nicht mehr geben.

    Ein schöner Grundstock!

    sudetenphilatelie
    http://sudetenphilatelie.npage.de/

    Einmal editiert, zuletzt von sudetenphilatelie (17. Oktober 2009 um 14:13)

  • Ron Alexander
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    3.474
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    4. Mai 1984 (41)
    • 17. Oktober 2009 um 14:39
    • #532
    Zitat

    Original von sudetenphilatelie


    Hallo Ron Alexander,

    auch dies sind schöne Stücke und nicht häufig. Zum Vergleich: die Rumburg MiNr. 1 (Staatswappen blau) hatte nur eine Auflage von 2.790 Stück! Die MiNr. 51 eine Auflage von 13.050, soviel postfrische Viererblöcke wird es auch da nicht mehr geben.

    Ein schöner Grundstock!

    Danke für die Einschätzung. Habe die Stücke eigentlich recht günstig erworben, 10-15% vom Katalogwert, konnte ich nicht Nein sagen :D.

    Grüße

    Sammelgebiet:
    Französische Besatzungszone Württemberg
    Stetig auf der Suche nach Besonderheiten und Abarten der FZ Württemberg

  • Max und Moritz
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.261
    Geschlecht
    Männlich
    • 17. Oktober 2009 um 20:07
    • #533

    Hallo Ron Alexander,

    da kann man nur gratulieren. Alleine der Portosatz von Rumburg ist die letzten zwei Jahre im Michel wirklich angezogen. Momentan wertet er 470 Micheleuro. Da lohnt es schon, ihn bei Herrn Brunel attestieren zu lassen. Attestierte Sätze werden bei Auktionen zur Zeit schätzungsweise zwischen 130 und 200 EUR verkauft. Bei 10 bis 15 % vom Katalogwert hast du nichts falsch, sondern alles richtig gemacht.

  • Ron Alexander
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    3.474
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    4. Mai 1984 (41)
    • 17. Oktober 2009 um 20:13
    • #534
    Zitat

    Original von Max und Moritz
    Hallo Ron Alexander,

    da kann man nur gratulieren. Alleine der Portosatz von Rumburg ist die letzten zwei Jahre im Michel wirklich angezogen. Momentan wertet er 470 Micheleuro. Da lohnt es schon, ihn bei Herrn Brunel attestieren zu lassen. Attestierte Sätze werden bei Auktionen zur Zeit schätzungsweise zwischen 130 und 200 EUR verkauft. Bei 10 bis 15 % vom Katalogwert hast du nichts falsch, sondern alles richtig gemacht.

    Hallo M&M,

    da ich nicht vorhabe diesen Satz weiter zu verkaufen, reicht mir die Rückseitige Signierung :). Dann hab ich ja ein Schnäppchen gemacht :D.

    Schönen Abend

    Grüße

    Sammelgebiet:
    Französische Besatzungszone Württemberg
    Stetig auf der Suche nach Besonderheiten und Abarten der FZ Württemberg

  • sudetenphilatelie
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    551
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    2. Dezember 1956 (69)
    • 18. Oktober 2009 um 16:54
    • #535

    Und zur Abwechselung mal wieder zwei Neuerwerbungen. Dieses mal die Reichenberg 132 Zf w gestempelt und attestiert Brunel. Bei einer Auflage der MiNr. 132 von nur 100 Stück gibt es (rechnerisch) 12 Marken mit Zierfeldern, davon 10 waagrechte und 2 senkrechte.

    Da die meisten Marken verwendet oder mit Falz gesammelt wurden, sind postfrische Stücke kaum mehr auf dem Markt. Wer sehr lange sucht und viel Glück hat, kann ab und zu noch vereinzelte Stücke finden. Hier die MiNr. 132 mit "Reichemberger Aufdruck", also Auflage St. 100, in p o s t f r i s c h e r Erhaltung! Die Zähnung am rechten Rand ist zwar etwas kurz (kommt bei dieser Marke öfters vor), aber bei der Seltenheit senkundär. :D :D :D

    Bilder

    • Reichenberg 132.jpg
      • 870,57 kB
      • 2.976 × 1.872
      • 381
    • Reichenberg 132 ZF Attest.jpg
      • 290,27 kB
      • 880 × 1.264
      • 385

    sudetenphilatelie
    http://sudetenphilatelie.npage.de/

    Einmal editiert, zuletzt von sudetenphilatelie (18. Oktober 2009 um 16:56)

  • sudetenphilatelie
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    551
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    2. Dezember 1956 (69)
    • 22. Oktober 2009 um 17:35
    • #536

    Heute möchte ich mit einer neue Staffel von Raritäten unseres bekannten Sammlerfreundes aus Wien beginnen:

    Schon mehrfach wurde in diesem Thread darauf hingewiesen, dass Bedarfspost mit amtlichen Sudetenlandausgaben selten sind. Belege aus Karlsbad werden mit -,- (Liebhaberpreis) notiert. Besonders selten sind jedoch Belege ins Ausland.

    Obwohl es sich bei der MiNr. 9 um eine gängige Marke handelt (Auflage: St. 5.270), ist hier ein Attest angebracht, denn e c h t g e l a u f e n nach Italien, ist dies ein Ausnahmestück!

    :D :D :D

    Bilder

    • Karlsbad 9 nach Italien.jpg
      • 286,31 kB
      • 864 × 1.248
      • 381

    sudetenphilatelie
    http://sudetenphilatelie.npage.de/

  • lickle
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    721
    Geschlecht
    Männlich
    • 22. Oktober 2009 um 20:40
    • #537

    @sudetenland

    Dem aufmerksamen Leser des Attestes wird nicht entgangen sein, dass das Zauberwort "portogerecht" darin nicht erwähnt wird. Es war damals sicherlich nicht einfach die richtigen Wertstufen - angesichts der geringen Auflagen - für seine Frankatur zu bekommen. Was mich allerdings stutzig macht ist der Umstand, dass Wertstufen, die nur sehr schwer verwendbar waren überdruckt worden sind. Namentlich sind da die Werte zu 5 Heller = 0,5 Rpf zu nennen, die nur in einer Mehrfach oder gar Massenfrankatur sinnvoll(?) zu verwenden waren. In einem Ort wurden Überdrucke von 4,50 Kronen = 45 Pfennig hergestellt über deren Verwendungsmöglichkeit ich immer noch rätsele. O.K eine eingeschriebene Auslandspostkarte käme in Frage, aber dafür gleich Dutzende Werte und gar Blöcke überdrucken? Die schlüssigste Ausgabe ist die von Asch. Dort wurden die Marken mit 0,50 und 1,20 Kronen = 5 bzw. 12 Rpf. überdruckt. Das waren gängige Porti für Ortspostkarten und Ferbriefe. Aber all die anderen Überdrucke mit Wertstufen von (umgerechnet) 10, 20 und 45 Rpf. sind wohl eher als Spendenmarken für Sammler anzusehen.

    Ich beobachte nun schon seit geraumer Zeit alle Belege vom Sudetenland und mir ist aufgefallen, dass viele irgendwie "frankiert" sind. Ob nun über oder unterfrankiert scheint niemanden so recht zu interessieren - Hauptsache der Beleg hat mal einen Postsack von innen gesehen. Die unterfrankierten Belege haben nicht einmal einen Taxstempel erhalten. Sie wurden im Postverkehr einfach so durchgewunken.

    Das sind so die Fragen - und noch einige mehr, die einem eher postgeschichtlich orientierten Sammler so duch den Kopf gehen, wenn diese Ausgaben gezeigt werden.

    Grüßle

    lickle

    Einmal editiert, zuletzt von lickle (22. Oktober 2009 um 20:40)

  • Max und Moritz
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.261
    Geschlecht
    Männlich
    • 22. Oktober 2009 um 21:44
    • #538

    Hallo Lickle,
    was du schreibst, ist richtig. Portogerechte Frankaturen wird man allerdings zuhauf bei Rumburg (oder auch Asch) finden. Das ist belegbar an den zweiten Ausgaben von Rumburg, die einen einheitlichen Wertaufdruck erhielten. Ich denke, deine Anmerkungen beziehen sich eher auf das Gebiet Karlsbad (oder Niklasdorf/Reichenberg).
    Ich beschränke mich jetzt mal auf Karlsbad, ansonsten wird es zu ausufernd.
    Es ist richtig, daß die Leute, die Briefmarken benutzt haben, wenig auf die Portorichtigkeit geachtet haben. Ihnen standen allerdings auch kaum Marken zur Verfügung, die eine Portorichtigkeit erlaubt hätten.

    In Karlsbad wurden innerhalb von Stunden!!! quasi über Nacht Briefmarkenbestände zusammengerafft, auch solche, die in der Tschechoslowakei längst nicht mehr frankaturgültig waren. Die Tschechen hatten sämtliche Briefmarken aus dem Postamt mitgenommen, so daß man auf private Bestände angewiesen war. Insofern ist die "Buntheit" der Porti und der Auflagen recht einfach erklärbar.
    Dazu kam der private Wunsch nach postalischen Erinnerungsstücken. Beides zusammen hat wohl zu den "Buntfrankaturen" geführt.

    Bei Asch und Rumburg war wohl der leitende Gedanke, eine funktionierende Post zu organisieren.
    Bei den anderen Ausgaben zwar auch, jedoch waren auch andere Gründe für die Ausgabe maßgeblich (Erinnerungsstücke, Finanzierung örtlicher Ausgaben wie Flüchtlingshilfe, Furage für die SdP-Korps und ähnliches).
    Wenn du postgeschichtlich an dem Gebiet interessiert bist, kann ich dir gerne den Dub/Hörr kopieren und zusenden (Schick mir eine PN). Ist für mich kein großer Aufwand, da ich ihn eh mal kopiert hatte, als ich das Originalbuch noch nicht besaß und die Blätter einfach durch den Kopierer jagen kann.

    Grüße
    MuM

  • Max und Moritz
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.261
    Geschlecht
    Männlich
    • 23. Oktober 2009 um 09:01
    • #539

    Hallo Lickle,
    bei der Bewertung der Frankaturen gibt es noch weitere Absonderlichkeiten zu berücksichtigen. Ich zitiere mal Hörr für den Postbezirk Rumburg:
    "Zu erwähnen ist noch, daß seit Ende Sept. bereits für Postsachen, die aus dem Rumburger Niederland nach dem DR gesandt wurden, das gleiche tschechische Inlandsporto (1 statt 2 Kc) gezahlt zu werden brauchte und die Briefe dem Empfänger ohne Strafporto anstandslos ausgehändigt wurden.
    Viele Postbenutzer wussten anfangs nichts von dieser Gebührenermäßigung, so daß sie freiwillig mehr frankierten, wodurch oft bei Briefen nach D die wunderlichsten Frankierungsbeträge auftraten."

    An anderer Stelle schreibt Hörr zu Einschreibebriefen:

    "Interessant ist, daß einige Postämter des Gebietes noch den alten tschechischen E-Brieftarif anwendeten, während die meisten anderen sofort den deutschen E-Brieftarif verlangten."

    Hörr rechnet übrigens mit 100 Heller gleich 12 Rpf bzw. 50 Heller gleich 6 Rpf. Irgendwo erwähnt er, daß die Umrechnungskurse auch nicht so glasklar waren und einige Postämter wohl auch wie du gerechnet haben. Ich habe die Textstelle jetzt auf die Schnelle nicht gefunden, reiche sie bei Gelegenheit noch nach.

    MuM

  • sudetenphilatelie
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    551
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    2. Dezember 1956 (69)
    • 23. Oktober 2009 um 12:55
    • #540

    @ lickle

    Danke Lickle für deinen Beitrag. Dieser gibt mir die Gelegenheit nähere Informationen zu diesem Thema zu geben.

    Neu Portostufen wurden überdruckt in den Gebieten

    - Asch
    - Niklasdorf
    - Rumburg (teilweise),

    reine "Befreiungsüberdrucke" (ohne Änderung der Wertstufen) in

    - Karlsbad
    - Konstantinsbad
    - Reichenberg-Maffersdorf
    - Rumburg (teilweise).

    Auf Asch bist du ja bereits selbst eingegangen, auf Rumburg MuM, deshalb beschränke ich mich auf Niklasdorf:

    Niklasdorf war ein bekannter Erholungsort im Sudetenland, welcher mit Industrieunternehmen durchsetzt war. Post ins Ausland war nicht ungewöhnlich. Im Sept. 1938 war dieses Gebiet stark umkämpft. Während dieser erbitterten Kämpfe konnte der sudetendeutsche Postmeister sich und die Markenbestände durch Flucht retten. Dadurch fehlten mittlere und höhere Werte vollständig.

    Die Markenausgabe in Niklasdorf verfolgte zwei Ziele:

    1. Aufrechterhaltung des Postverkehrs, da natürlich auch diese Ausgaben (Löhne, Sachkosten, etc.) finanziert werden mußten. Weder die CSR noch das DR kamen dafür auf.

    2. Mit erhöhter Nominale wollte man das kämpfende Freikorps, aber auch Flüchtlinge und Waisen finanziell unterstützen. Somit hatten diese Marken auch eine Art "Wohltätigkeitscharakter" ähnlich der späteren Wohlfahrtsmarken.

    Als Portosätze wurden folgende Gebühren amtlich festgelegt:

    1. Postkarten innerhalb des bereits besetzten Gebietes 1,-- Kc.
    2. Briefe innerhalb des bereits besetzten Gebietes 1,20 Kc.
    3. Briefe nach dem dt. Reich und ins Ausland 2,-- Kc.
    4. Eilbriefe und Einschreiben 4,50 Kc.

    Bei Erstellung dieser neuen Nominale war natürlich nicht bekannt, dass die Großmächte am 29.9.1938 das Münchner Abkommen beschließen würden und die Notsituation rasch erledigt wäre. Man stellte sich vielmehr auf einen längeren staatenlosen Zustand ein. Es gab auch Pläne, weitere Markenbestände zu überdrucken, allerdings kam es durch die raschen überstürzenden Ereignisse nicht mehr dazu. Deshalb ist es bei diesen äußerst geringen Auflagen in Niklasdorf geblieben.

    Es erübrigt sich auch zu sagen, dass in dieser Zeit alles drunter und drüber ging. Selbst nach dem Münchner Abkommen haben einige Orte die Zugehörigkeit zur CSR bzw. zum DR öfters gewechselt. Für die Postbeamten, aber auch für die Bevölkerung war es sehr schwierig hier die richtige Portostufe festzulegen. Dies dürfte auch ein Grund sein, warum bei Belegnotierungen im Sudetenland nicht so strenge Regeln angewandt werden, wie bei übrigen Gebieten. Bekanntlich gelten die Michelnotierungen des Sudetenlandes für Sammler- und Satzbriefe. Echt gelaufene Bedarfspost (ausgenommen: Rumburg) werten -,- (Liebhaberpreis).

    Es gibt noch vieles zu entdecken auf diesem spannenden Gebiet, aber gerade das macht die Sache besonders interessant.

    sudetenphilatelie
    http://sudetenphilatelie.npage.de/

    2 Mal editiert, zuletzt von sudetenphilatelie (23. Oktober 2009 um 17:29)

Registrierung

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen

Tags

  • Literatur
  • sudetenphilatelie
  • Handbuch
  • Sudetenphilatelie-Spezial
  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum
  3. Kontakt

Partnerprogramm / Affiliate Disclaimer

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Mit * markierte Links sind Affiliate-Links (Werbung). Nur auf diese Weise können wir dieses großartige Forum finanzieren, wir bitten um euer Verständnis!

Community-Software: WoltLab Suite™