dass Briefmarken heute keine Kapitalanlage mehr sind, braucht wohl nicht diskutiert zu werden. Der Tenor der alten Hasen im Forum ist da wohl eindeutig: Wir sammeln, weil es Spass macht, weil es auf gewisse Art unf Weise weiterbildet, weil da " das etwas Kribbeln " ist, immer mal wieder eine fehlende Marke oder ein bestimmtes Schätzchen zu ergattern. Wie ich es einschätze, ist für Mitglieder wie z.B. Germaniafan, -steppenwolf, Reichswolf, Abarten Hannes, Lacplesis - ich könnte hier noch etliche aufführen - der Reiz des Sammelns das wichtigste, nicht das monetäre. Ja, sogar die vor einigen Jahren belächelten " Motiv- oder Bereichssamler " wie Concorde oder Concordus ( der immer durch die Hose atmet, wahrscheinlich auch bei diesem Beitrag ) haben ja nun mit Sicherheit Ihre Berechtigung und Anerkennung gefunden.
Aber ein Beispiel: Ich habe vor einigen Wochen auf einem Büchermarkt eine Einkaufskiste mit Belegen, Platten-Fotos, Feldpostbriefen, alten Filmplakaten aus den 20-er Jahren, Comics etc.etc. für einen - vorsichtig gewsagt - Spottpreis erstanden. Alles Unterlagen aus der zeit zwischen 1880 und 1920 - die Comics ab 1952. Ich habe die ganze Kiste mitgenommen und bin damit mal zu einem Tauschabend eines Briefmarkenvereins gegangen. Fazit: An den Briefen, Ganzsachen etc. zeigte angeblich niemand Interesse, ich habe aber mit einem Ohr ( und ich habe Ohren wie ein Luchs ) gehört, dass man versuchen wird, den Neuling so richtig über den Tisch zu ziehen.
Teil II folgt sofort
Kramix
Briefmarken als Spekulationsobjekt?
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Teil II von Kramix
nachdem ich mich dann sehr höflich mit der Bemerkung verabschiedet
habe, dass wohl kein Interesse an den Unterlagen besteht, hat mich vor meinem Auto ein Mitglied dieses Vereins angesprochen und mir für die in den Unterlagen enthaltenen " Micky-Mouse-Hefte", die ich nur versehentlich mitgebracht hatte - esi handelte sich um die Ausgaben 07/52 - 12/52 - angeboten, mir die in meinen mitgebrachten Fehllisten aufgeführten Marken des DR Reiches einzutauschen. Habe dankend abgelehnt, da es bei den fehlenden Marken sich lediglich um einen KW von 320.- € gehandelt hat. Nachträglich habe ich etwas recherchiert und musste erfahren, dass diese Comics heute bei Sammlern einen enorm hohen Wert haben. ( Ich kann mich dunkel daran erinnern, dass Abarten-Hannes in irgendeinem Thread mal was von einem gutem Verkauf von Comics erwähnt hat).
Soviel zur angeblich fairen Behandlung von Neulingen in einem Briefmarkenverein. Mag nur ein Ausrutscher gewesen sein, hoffe ich jedenfalls, aber es bestärkt mich in der Meinung von mtcyrus , dass Neulinge bei solchen Vereinen, bei Messen, bei Ausstellungen etc. gnadenlos über den Tisch gezogen werden. Danke, dass es dieses Forum gibt, habe in dieser Richtung schon viel gelernt.
Ich würde mich freuen, wenn Ihr meine Meinung aus Euren reichhaltigen Erfahrungen korrigieren könntet, aber auch solche Erlebnisse sind für viele ein Grund, das Thema BM zu vergessen.
Einen schönen Feiertag an alleKramix
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hey, krasse geschichte!!!! was so alte comics doch wert sein können, was?
aber naja, ich stelle mir bei sowas immer die frage, wie ich handeln würde. würdest du immer jeden, egal auf welchem gebiet, fair behandeln und nicht über den tisch ziehen? ich meine es geht ja schon los, wenn man auf einem fest ist und mit einem 10€ schein bezahlt und das wechselgeld für einen 50iger wiederbekommt. wer meldet sich da schon? man verarscht also denjenigen, der es in dem moment nicht besser wusste. klar, der vergleich hinkt, aber es geht in die selbe richtung!
gehen wir mal davon aus, du hättest null ahnung gehabt, und jemand hätte dir für die comics 50€ oder 100€ geboten. du hättest es wahrscheinlich angenommen.dieser jemand hätte mehr wissen gehabt als du und davon profitiert. so, wie du jetzt davon profitierst, dass der erste verkäufer wohl keine ahnung hatte. der wird sich, falls er rausfindet was er getan hat, auch ziemlich ärgern und dich vielleicht verfluchen. deshalb ist das immer eine frage der perspektive.
aber trotzdem gebe ich dir natürlich voll und ganz recht! wenn ein verein neue mitglieder haben will, kann es nicht sein, dass diese am anfang verarscht werden! weil irgendwann bekommen die neuen auch raus was läuft und ob die dann noch da bleiben ist sehr sehr fraglich! ich denke ja nicht, dass du da nochmal hingehst, oder? und das auch voll und ganz zu recht!
also was ich damit sagen will, jeder versucht immer irgendwie für sich das beste rauszuholen, aber wenn man unter gleichgesinnten ist, das ist im verein oder hier im forum so, so sollte man fair und gerecht miteinander umgehen und das unwissen der anderen nicht ausnutzen!!! das ist ja auch der grundsatz hier, und ich denke das alle so beim tauschen vorgehen, und das deshalb hier doch zahlreiche zufriedenen stellende tauschgeschäfte für beide zustande gekommen sind.
wenn dies nicht der fall ist, haben weder vereine noch andere zusammenschlüsse gleichgesinnter eine zukunft!!!!!
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Die Micky-Maus-Hefte 07/52 - 12/52 lagen im Jahre 2000 (je nach Erhaltung) bei einem Katalogpreis von je 90 bis 300 DM !!!!
Bei den frühen Ausgaben der Hefte ist es fast so wie mit den "gesuchten" und teuren Marken ... die sind nicht für "10%" vom Katalogpreis zu haben
Wenn du Zeit und Lust hast kannst du gerne eine Aufstellung der Comics mir per PN rüberschicken, ich schau mal im Katalog (allerdings halt nur aus dem Jahre 2000) ... aber ich denke mal dann hast du eine "Richtung" in die der Preis geht

Viele Grüße
Swen
PS: Comics sammel ich (fast) nicht mehr (bei Ausgaben im Hardcover und Querformat kann ich allerdings manchmal noch schwach werden ...)
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Manowar
danke für Deine Ausführungen. In einem Punkt muss ich Dir absolut recht geben. In diesem Forum - und ich hoffe das bleibt so - bin ich noch nie über " den Tisch " gezogen worden. Alles war bisher korrekt, einwandfrei und absolut sauber und transparent.
Nur eine kleine Anmerkung: Auch ich habe bei diesem Kauf keinen über den Tisch gezogen, weil ich möglicherweise ein besseres Wissen hatte.( da ich den Inhalt auch nur grob überschlagen hatte).Mich interessierten lediglich ca. 30 Schiffspostkarten. Auf Grund von Platzmangel ( auf diesem Büchermarkt wurden auf relativ kleinem Raum rund 30.000 Objekte angeboten ) und weil man " mit so alten Sachen sowieso nichts mehr anfangen kann " sollte dieser Karton in einen Container entsorgt werden. Hört sich unwahrscheinlich an, ist aber so. Da ich nun aber mal bestimmte Dinge aus meiner Region sammle und dieser Nachlass von einer - auch international anerkannten - Bildhauerin bzw. Ihrem Mann stammt -( man kann bei Wikipedia jederzeit den Namen " Hinrich Grauenhorst " nachlesen -.) habe ich diesen Karton gekauft. Glück gehabt, darin war u.a. ein bissher nicht ausgestelltes Aquarell eben von diesem" Hinrich Grauenhorst ", für das mir heute schon nach Rücksprache mit einer Galerie ein Betrag von 2.000€ geboten wurde. Soll ich mich beschweren?? Nein, ich habe mich gefreut, auch mal einige Fehleinkäufe kompensieren zu können. Dem Müll hätte es nichts genützt,d ie Interessierten wirds freuen, mich freut es auch, also sind alle zufrieden.
Nur, das war der Unterschied zu dem Verein: Gewollt war dieses Erfolgserlebnis nicht.
Kramix -
danke für Dein Angebot. Ich werde Dir morgen eine PN schicken mit den genauen Angaben. Ich fände es super, wenn Du mir als quasi " Null-Ahnungslosem" helfen könntest.
viele Grüsse und einen schönen Abend
Kraamix
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Hallo Kramix:
Moralische Frage: Nachdem Du rausgefunden hast, dass Dein Fund recht wertvoll ist, hast Du da den Verkäufer wieder aufgesucht und angemessen entschädigt? Oder freust Du Dich über Dein Schnäppchen? Das soll jetzt keine Provokation sein. Ich will nur die Ambivalenz der Thematik anschneiden. Wissen ist Macht - und oft sehr teuer erkauft, da ist man dann nicht so zimperlich...
Damit will ich auch nicht das Verhalten der Mitglieder des Sammlervereines rechtfertigen. Die meissten Sammler, die ich getroffen habe, hätten Dir einen ehrlichen Rat gegeben. Aber, und da nehme ich mich nicht aus, wenn ich einen Schnapp sehe, dann nehme ich den mit.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
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@ Lars
auf Deine konkrete Frage zunächst eine konkrete Antwort.
Nein: Ich habe den Verkäufer nachträglich nicht aufgesucht. Warum?
Es war ein öffentlicher Büchermarkt - kein Flohmarkt - die eigentliche Spenderin weilt leider nicht mehr unter den Lebenden. Noch mal konkret: Der Inhalt dieses Kartons wäre sonst im Container gelandet.
Ein schlechtes Gewissen? Nein, auf keinen Fal!!!. Auf Grund Deiner bisherigen Postings kann ich nur entnehmen, dass Du Dich doch auch über jedes Schnäppchen freust, dass Du auf Grund Deiner Erfahrung und Deines Wissenstandes bei Auktionen oder Versteigerungen machen kannst. Nur: Das hat mit " über den Tisch ziehen " nicht das geringste zu tun. Passt vielleicht nicht hierhin, aber es gab mal einen Supersong, den alle noch im Ohr haben: " Life is Life ". Danach handelt doch jeder von uns, wer es abstreitet, ist realitätsfremd oder macht sich oder anderen etwas vor.einen schönen Abend wünscht
Kramix
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Hallo Kramix,
meine Frage sollte eigentlich zum Nachdenken anregen: Wir setzen unser Wissen ein, um möglichst günstig an Stücke für unsere Sammlung zu kommen. Die ethische Frage ist, ab wann ist das unmoralisch? Wenn ich bei einem Händler kaufe und feststelle, dass er etwas falsch beschrieben hat? Wenn ich bei einem Sammlerkollegen kaufe oder tausche, und er es falsch beschrieben hat? Bei einem Jungsammler, der von seinem Opa eine tolle Sammlung bekommen hat und sie nicht zu bewerten weiss?
Ich möchte darauf keine Antwort. Ich freu mich für Dich, dass Du ein Schnäppchen gemacht hast und nicht auf einen "Abzocker" reingefallen bist. Du hast auch bestimmt nicht mit Absicht den Karton erworben, umd damit möglichst viel Geld zu machen.
Wie gesagt, man sollte sich nur bewusst machen, dass man ab und zu auch im Glashaus sitzt...

Beste Sammlergrüsse!
Lars
P.S. Wenn ich eines beim Briefmarkensammeln gelernt habe, dann nur, meinem eigenen Wissen zu vertrauen...
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erst mal danke für Deine interessanten Ausführungen, aber auch wenn Du keine Antwort erwartest, werde ich sie gerne auf Deine Fragen geben.
-Wenn ich bei einem Händler kaufe und merke, dass er etwas falsch beschrieben hat? Sorryy. Um es ganz klar zu sagen, da hätte ich keine moralischen Bedenken. Entweder ist er kein Fachmann, dann hat er ganz einfach seinen Beruf verfehlt oder er ist ein " pi mal Daumen Händler ", dann müssen Sammler und Kunden erst recht vor Ihm geschützt werden.
Wenn ich bei einem Sammlerkollegen tausche und er etwas falsch beschrieben hat? o.k. Wenn ich von Ihm immer fair behandelt worden bin, bin ich auch fair. Ist er ein sog. " Schlitzohr ", sehe ich absolut keine Veranlassung, ihn auf irgendwelche Fehler hinzuweisen. Im Klartext: Ich bin von ihm 2 x gelinkt worden, jetzt schaffe ich es auch einmal. Ganz einfach wie ein sportlicher Wettkampf. Ab und zu bin ich im Ziel hinten, ab und zu bin ich vorne.
Einen Jungsammler abzocken? Bin ich auch mal gewesen und ich bin damals immer fair behandelt worden ( glaube ich jedenfalls ). Das wäre das allerletzte - denn dieser Sammler wäre für die Briefmarkenwelt gestorben, wenn er es erfährt. Und er erfährt es !!! Eine gewisse moralische und wie Du so schön sagst ethische Verpflichtung haben glaube ich alle unsere Kollegen hier im Forum, und nach meinen Erfahrungen halten sich auch alle an diese Spielregeln.
Sammeln und suchen und finden ist schön, aber auf Kosten Unwissender bringt es keine persönliche Befriedigung.Kramix
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Kramix, du hast voll und ganz recht! du hast nix verwerfliches gemacht, da du nicht wusstest, was du da kaufst! aber Lars hat genauso recht, da wissen in diesem fall wirklich macht ist! gehen wir mal davon aus, du hättest vorher nicht gehört, dass der neuling übern tisch gezogen werden soll, sondern jeder hätte dich freundlichst behandelt. hättest du dann den tausch gemacht? ich dekne doch!!
naja, dies thema ist sehr streitbar, da es hier um eine grenze geht, die jeder für sich individuel setzt, und deshalb nur unterschiedlich kann.
aber ich denke wir sind uns alle einig, das wenn man als sammler von anderen sammlern, von dennen man sich rat erhoft, verarscht wird, dass es sehr schade und kontraproduktiv im bezug auf unser hobby ist! es kann einfach nicht sein, dass sowas in den vereinen geschieht, da es für diese nur ein negatives echo hat!
Lars, dein beispiel mit dem falsch beschriebenen los beim händler ist das gleiche wie meins mit den 10 eure bezahlt und wechselgeld für 50€ wiederbekommen: das ist der fehler des fachmannes. als ein
100% ehrlicher, perfekter, unfehlbarer mensch müsste man diesen darauf aufmerksam machen. da dies aber keiner von uns ist, und jeder mensch doch ein wenig ein schlitzohr und vor allem schadenfroh ist, macht man dies nicht, und freut sich über sein glück!aber wie gesagt, es sind zwei paar schuhe ob man das in der freien wirtschaft oder im kreise gleichgesinnter macht! wer so im kreise gleichgesinnter handelt ist ein ..... (jedes schimpfwort passt hier *g*). deshalb ist das verhalten der vereinsmitglieder nicht zu rechtfertigen!!!
aber ich finde es auch schwierig hier im forum darüber zu diskutieren, da man hier nur relativ kurz seine meinung schildern kann. ich hoffe nur, dass es in folger dieser auseinandersetzung nicht zu missverständnissen kommt!
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Hallo und einen schönen Feiertag,
ich denke es ist eigentlich alles gesagt, der Tenor ist
- Sammler sind "Fachleute" auf der Jagd nach Schäppchen
- Fairniss da wo man fair behandelt wird/wurde
- Wissen ist "Macht"
- Freude wenn man mal ein "großes" Schnäppchen gemacht hatmfg
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Also eigentlich heißt das Thema "Briefmarken als Spekulationsobjekt" und dazu habe ich auch noch etwas beizutragen:
Es ist sicherlich richtig Briefmarken (oder sonstiges) der Freude wegen zu sammeln. Aber bei sehr gehobenen Sammlungen ist dies nur mit Einsatz von viel Kapital möglich. Hier kommt die Sammlung durchaus einer Kapitalanlage gleich. Allerdings mit sehr spekulativen Charakter! Und dies ist nicht für Jedermann/-frau geeignet. Je weiter der "Anleger" in seiner Anlagepyramide (liquide Mittel, Lebensgrundlage, Festverzinsliche Papiere, Aktien und Immobilien, Schmuck, Kunst und Briefmarken) fortgeschritten ist, um so mehr gewinnt eine spekulative (steuerfreie) Geldanlagen an Bedeutung. (Außerdem kann man sich dann auch leisten, exotisch teure Stücke zu sammeln).
Wer viel Kapital investiert, möchte natürlich auch möglichst sicher gehen, irgendwann sein Kapital wieder zu erhalten - möglichst mit Zinsen. Wie bei allen Gütern richtet sich der Preis nach Angebot und Nachfrage. Und seltenes Material wird immer knapper und teurer (siehe Kunstmarkt). Deshalb kann man Briefmarken nicht so einfach alle über einen Kamm scheren. Es gibt sicherlich sehr gute Stücke, die zur Kapitalanlage geeignet sind (sicherlich jedoch nicht die breite Masse, die eh schon jeder hat). Auch ist dieser Markt wie der Kunstmarkt hoch spekulativ und sicherlich nicht für jeden geeignet (Fachwissen und ein gutes finanzielles Polster sind die Voraussetzungen).
Ich bin mir im Klaren, dass diese Art des Sammelns nur für einen kleinen Teil in Frage kommt, aber es gibt diese Sammler und dies hat nichts mit "über den Tisch ziehen zu tun", denn für ein seltenes Stück kann man heute einen guten Preis bezahlen und in ein paar Jahren vielleicht trotzdem das Vielfache erzielen - und alle Beteiligten sind zufrieden.
Auch wenn viele über diesen Beitrag lächeln, ich weiß wovon ich rede, denn ich bin beruflich als Banker seit vielen Jahren in der Anlageberatung tätig und die Philatelie ist nur mein Hobby.
Mit diesem Beitrag möchte ich nur eine weitere Facette beisteuern. Auch ich bin der Meinung, man kann alles sammeln, was Spass und Freude macht.
sudetenphilatelie
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Warum soll man über Deinen Beitrag lächeln?? Deine Ausführungen stimmen doch 100 %-tig.
noch einen schönen 1.Mai an alle Forumsmitgieder
Kramix
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Hallo,
den Beitrag von sudetenphilatelie finde ich auch sehr gut. Zwei Aspekte möchte ich noch anfügen, die bisher noch nicht hervorgehoben wurden:
- Spekulation bedeutet ja eigentlich etwas anderes als Sammeln, auch wenn sich beides bei dem einen oder anderen Briefmarkensammler nicht ganz trennen lässt, weil beides eben gute Kenntnis der Materie voraussetzt. Zugespitzt würde ich es mal so einteilen: Wer nur auf der Jagd nach Schnäppchen ist und bei jeder Transaktion quasi Buch führt, wieviel finanziellen Gewinn ein Tausch oder Kauf verspricht, ist ein Spekulant (egal, ob er die erworbenen Sachen definitionsgemäß kurzfristig wieder umsetzt oder aus welchen Gründen auch immer einige Zeit behält [gewinnbringende Verkaufschancen abwarten; "uralte, unberührte, einmalige, kostbare Sammlungen" zusammenbasteln und mit Paketzuschlag veräußern ...]). Wer in erster Linie seine eigene, lebenslang fortgeführte Sammlung ergänzt, ist ein Sammler.
- Ein anderer Aspekt, der auch für andere Sammelobjekte mehr oder weniger stark zutrifft, ist die Mode. Einerseits betrifft es unser Hobby als Ganzes, das einfach "aus der Mode" oder neudeutsch "out" ist. Andererseits unterscheiden sich die einzelnen Sammelgebiete in der Philatelie diesbezüglich stark. Die Ursachen können dabei ganz unterschiedlicher Natur sein (reine Spekulation [siehe oben] wie beispielsweise bei den CEPT-Ausgaben; sich wandelnde Vorlieben der Sammler [klassisches statt modernes Material]; "Dornröschenschlaf" bestimmter Gebiete, für die einfach kein breiteres Interesse vorhanden ist).
Zum Problem des Übervorteilens ("Über-den-Tisch-Ziehen") möchte ich noch ergänzen, dass es dazu auch immer mindestens zweier Seiten bedarf - jemand, der die Lage eines anderes skrupellos ausnutzt, UND jemanden, der sich ausnutzen lässt. Mit etwas Gemütsruhe und Menschenkenntnis kann man das Schlimmste nämlich schon im Vorfeld verhindern. Solche Schilderungen wie "die Kiste mit dem ganzen Krempel muss aus Platzmangel einfach weg, egal ob nun in die Mülltonne oder an den nächstbesten, der vorbeikommt und sie für etwas Kleingeld mitnimmt" oder "auf dem Parkplatz kam dann einer hinterher und bot mir für dieses dann jenes an" sind gute Beispiele für irrationales Verhalten.
Schönen Maifeiertag und beste Sammlergrüße
philnum
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Hallo Philnum,
das Hobby verliert seit ca. 15 Jahren an Breitenwirkung. Ob es an den sinkenden Katalognotierungen für Standardware liegt? Andererseits feiern viele Gebiete jedes Jahr neue Preisrekorde. Bei meinen Transatlantikbriefen konnte ich das gut beobachten, da sind die Preise im letzten Jahr explodiert - allerdings nur für die Spitzenware. Und da sind wir wieder bei Knackpunkt - wenn ich nicht nach dem "Besonderen" suche, sondern "nur" die Lücken in meinem Vordruckalbum fülle, dann darf ich eine Menge Spass bei der Suche aber keinen finanziellen Gewinn erwarten.
Beste Sammlergrüsse!
Lars
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Ich denke für die meisten (95%) ist Briefmarken sammeln ein Hobby
und Hobby's sollen Spaß machen und natürlich kostet jedes Hobby Geld.
Und viele sagen sich.. was nach mir damit wird... egal....
Sicher freut sich jeder über geschlossene Lücken und eine "Wertsteigerung"
Aber die wenigsten werden BM kaufen um damit in X-Jahren Gewinn zu machen und für Spitzenwerte fehlt sowieso das Geld...
Da sollen sich doch die Spekulanten und "Reichen" drum schlagen,
wenn sie mit ihren Spekulationen dann mal auf die Nase fallen, schlägt unsereins zu....mfg
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Wolffi
15. Februar 2026 um 20:03 Hat den Titel des Themas von „Briefmarken als Spekulationsobjekt???“ zu „Briefmarken als Spekulationsobjekt?“ geändert.