Der große Kampf zwischen den rivalisierenden Fraktionen des Nordens und des Südens im amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 wird dem Briefmarkensammler durch zwei unterschiedliche Serien von Briefmarken, die in diesen gefährlichen Zeiten herausgegeben wurden, auf eindrucksvolle Weise vor Augen geführt.
Infolge der Sezession der Südstaaten fielen beträchtliche Mengen der regulären Briefmarken der Vereinigten Staaten aus der Serie 1851-60, die in den Postämtern des Südens vorrätig waren, in die Hände der Konföderierten. Um zu verhindern, dass diese Briefmarken zum Nachteil der Einnahmen der Vereinigten Staaten verwendet wurden, hielt man es für zweckmäßig, das Design der Briefmarken des Nordens unverzüglich zu ändern und mit der Einführung der neuen Serie alle vorherigen Ausgaben für den Postversand für ungültig zu erklären. Dementsprechend wurde am 15. August 1861 (MI: 17. August) eine völlig neue Ausgabe von Briefmarken in allen Bundesstaaten eingeführt (Präsidenten und Politiker), die die zehn Jahre alte Ausgabe ersetzte. Es gibt sie ohne Grill, in vielen Papiersorten und Grillvarianten, mit Probe- und Sonderdrucken sowie div. Bildtypen. Das dann auch noch über viele Jahre (1867). Ein eigenes, sehr umfangreiches Gebiet!
Die US-Marken wurden am 1. 6.1861 in der Konföderation für ungültig erklärt. Allerdings ist die sog. „Vorläufer-Geschichte“ etwas kompliziert., da sich 11 Südstaaten aus den Vereinigten Staaten von Amerika lösten. Sechs von ihnen gründeten die „Konföderierten Staaten von Amerika“. In den unabhängigen Staaten (Austritt zu unterschiedlichen Daten 1861) und Eintritt Konföderation (zu unterschiedlichen Daten 1861) kommt es zu einer verwirrenden Nutzung der US-Marken - als unabhängiger Staat und als CSA-Provisorium - bekannt unter dem Begriff „Vorläufer“.
In den Konföderierten Staaten wurden die allgemeinen Ausgaben der Republik am 18. Oktober 1861 durch eine Sonderausgabe ersetzt, die das Bildnis von Präsident Jefferson Davis trug und von einer lokalen Lithografie-Firma in Richmond/Virginia (etwas grob) gedruckt worden war. Unterdessen war bereits am 15. März verfügt worden, dass bis zur Herstellung spezieller Briefmarken für die Konföderation alle Postgebühren im Voraus in bar zu entrichten seien. Die Unannehmlichkeiten dieser Methode veranlassten eine Reihe von Postmeistern, ihre eigenen provisorischen Briefmarken für den lokalen Gebrauch herauszugeben. Diese waren schlicht gestaltet und in ihrer Anzahl begrenzt. Doch einige der Konföderierte Postmeister-Briefmarken sind so extrem selten, dass sie fast unbekannt sind (PM-Marken sind auch ein großes Spezialgebiet in der Philatelie!).
Gegen Ende des Jahres 1861 wurde ein vertraulicher Agent der konföderierten Regierung nach England entsandt. Er war ausgestattet mit Geldern zur Beschaffung der notwendigen Stempel und Druckplatten für den Druck einer neuen permanenten Ausgabe von Briefmarken (bestellt bei dem berühmten Londoner Haus „Thos. De La Rue & Co“. Allerdings wurde nur die 5-Cent-Marke dieser Serie tatsächlich ausgegeben, da das Schiff, das die Originalplatten transportierte, sowie eine weitere Lieferung von 1- und 5-Cent-Briefmarken Cent-Marken, einem Kreuzer der Vereinigten Staaten vor dem Hafen von Wilmington/NC in die Hände fiel. Die Druckplatten wurden über Bord geworfen, der Vorrat an Briefmarken wurde von den Nordstaaten beschlagnahmt. Weitere lokale Ausgaben folgten bis zum Ende des Krieges, als die regulären Briefmarken der Vereinigten Staaten wieder in der gesamten Union in Gebrauch genommen wurden.
Randbemerkung:
Zu den philatelistischen Souvenirs des amerikanischen Bürgerkriegs gehört auch die kuriose Briefmarkenwährung, die in den Vereinigten Staaten während einer durch den Krieg verursachten vorübergehenden Knappheit an Kleingeld verwendet wurde.