Hallo soaha,
da hast du aber gut aufgepaßt :D. Es gibt diesen Maschinenstempel mit drei leicht unterschiedlichen Stempelkronen. Die Setzung der Punkte ist dabei IMHO zufällig, wichtig ist aber die Breite des Schriftzuges AACHEN (s. Bild).
Es gibt 19,5mm, 17,5mm und 15,5mm.
BTW, du kannst deinen Beleg ruhig auch hier zeigen ![]()
Kleine Aachener Stempelkunde
-
reichswolf -
17. März 2007 um 22:11
-
-
also wars am ende doch ein guter kauf?

-
woermi, leider werten alle drei Varianten gleich, nämlich 0 Punkte. Aber natürlich war's trotzdem ein guter Kauf, ist doch ein netter Zensurbeleg aus einer schönen Stadt. Dafür darf man ruhig mal 100% Michel zahlen...

-
Nachdem woermis Beleg die zweite Form der in Aachen je genutzten Maschinenstempel zeigt, zeige ich euch heute mal die allererste. Dieser Stempel war von 1905 bis 1914 im Einsatz.
Für den Scan noch ein dickes Danke an d.s.!! -
Und da wir grade bei Maschinenstempeln sind, zeige ich hier einen Beleg vom 16.5.51. Bei diesem Stempel ist im Wertrahmen das Hakenkreuz herausgebrochen worden, damit der Stempel trotz des Endes des III. Reiches weiterverwendet werden durfte. Auch mit diesem Beleg kann ich übrigens wieder ein Datum in der Literatur korrigieren, da dort dieser Stempel als nur bis 1950 vorkommend beschrieben wird.
Toll ist übrigens auch der Briefinhalt, es handelt sich um eine Broschüre zum Thema "Zucht von weissen Mäusen zu Laboratoriumszwecken" (Tierschützer beruhigt euch, ist ja schon über 50 Jahre her...
) -
Diesmal zeige ich euch einen Brief, der von Huddersfield (England) nach Marktbreit in Bayern gelaufen ist. Der Brief wurde am 31.8.66 aufgegeben, in London erhielt er am 1.9. rückseitig einen roten Transitstempel (und den PD-Stempel vorne), dann am 2.9. einen blauen Transitstempel vorderseitig in Aachen und am selben Tag den Ankunftstempel von Marktbreit. Frankiert ist er mit einer MiNr. 25, Platte 5.
Der Aachener Stempel weist den Beleg als Francobrief aus (wie auch der PD), und das nicht nur durch seine Inschrift, sondern auch dadurch, daß er vorderseitig abgeschlagen wurde. Den Stempel für Portobriefe dagegen findet man i.d.R. hinten. Die "1" im Stempel ist die Zugnummer. Der Einser-Zug brachte ab 1862 Post aus GB, seit dem gibt es auch den Stempel, der zunächst in rot, dann '64 in violett und ab dann in blau abgeschlagen wurde (bis 1870). Das "B" rechts vom Datum steht für Bahnhof, da dort die Post bearbeitet wurde.Für weitere Hinweise (oder Korrekturen) den "England-Teil" des Beleges betreffend bin ich immer dankbar...

-
Nachdem Lacplesis schon auf der ersten Seite dieses Threads auf die Belgische Militärpost in Aachen hingewiesen hat, kann ich euch jetzt endlich wenigstens zwei Belege dazu zeigen.
Mit dem Ende des ersten Weltkrieges (bzw. dem Waffenstillstand) wurde das Rheinland von Belgiern und Franzosen besetzt. Aachen wurde zunächst von den Belgiern, dann 1919 für kurze Zeit von den Franzosen besetzt, bis mit dem Friedensvertrag vom 28.6.1919 Aachen endgültig der belgischen Zone zugeschlagen wurde. Die belgischen Truppen haben für ihre Feld- bzw. Militärpost den gezeigten Stempel verwendet, bis im Februar 1920 acht Postkantone eingerichtet wurden, von denen Aachen in Nummer 1 lag. Diese 1 findet sich in den ab dann genutzten Stempeln links zwischen dem "P" von "POSTES" und dem "L" von "LEGERPOSTERIJ" und zwischen "S" und "J" auf der rechten Seite.
Die Kaserne I (= Gelbe Kaserne) wurde 1882 erstmals bezogen und war von 1910-18 Hauptkaserne des Inf.Reg. Nr. 25, dann Stützpunkt der belgischen Besatzer. Nach der Remilitarsierung des Rheinlandes waren Teile des Inf.Reg. Nr.78 dort stationiert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark zerstört, 1961 von der Stadt gekauft und von 1962 bis '64 abgerissen. Heute befinden sich an dieser Stelle zwei häßliche Hochhäuser und der Kennedy-Park.
Das im WK II ebenfalls zerstörte neugotische Verwaltungsgebäude am Katschhof wurde Anfang der '60er durch einen modernen Bürobau ersetzt. Das Gebäude am rechten Bildrand ist das Rathaus, von Süden aus gesehen. Heute finden auf dem Katschof im Sommer Open-Air-Konzerte statt, die durch den Dom hinter der Bühne und das Rathaus im Rücken des Publikums eine ganz besondere Atmosphäre haben. -
rechswolf würde gerne die GA einstellen mom. ist mein scanner put.
Muss mich also mit der digi zufrieden stelln nur ist das immer umständlich, bild machen, laden, bearbeiten.....grüsse
soaha -
habe den Schriftzug gemessen ist ca. 16mm breit, und Punktsetzung Tag.
-
Hallo Soaha,
das ist wieder ein ganz anderer Stempel. Die bisher gezeigten, z.B. der von woermi, waren nur bis 1918 in Gebrauch. Der von dir gezeigte ist dann von 1921 bis 1934 verwendet worden. Der deutlichste Unterschied zu seinem Vorgänger ist der Unterscheidungsbuchstabe, der ate hatte ein "V", der neue ein "I" . Diese Stempelkrone ist übrigens die erste, die es auch mit einem Werbeeinsatz anstelle der Striche gibt (natürlich mit dem Werbeteil links von der Krone).
Vielen dank für's Zeigen!
-
Hallo,
@ reichswolf
gestalte doch eine Internetseite ( oder haste schon ? ) von der Aachener Stempelkunde.
Denke es gibt noch viiiieele Leute die das interessiert !?!mfg
-
hatte vergessen es zu sagen, der Stempel ist von 1921.
Du erwähntest es ja schon im vorherigen Tread, das die Stempel bis 1918 in gebrauch waren.
grüsse
-
Diesmal möchte ich euch ein besonderes Schmankerl zeigen, einen Brief aus der "Franzosenzeit". Auch um diesen Briief zu verstehen, muß ich einen kleinen historischen Exkurs vornanstellen.
1794 ist Aachen von französischen Revolutiunstruppen besetzt und innerhalb eines Jahres in das französische Postsystem integriert. Es wurde die Zentralverwaltung der eroberten Gebiete zwischen Maas und Rhein in Aachen eingerichtet, ebenso ein Generalkommisariat der Post. Erster Generalpostkommisar war ein Aachener, der Redakteur Dautzenberg, der jedoch 1797 abgesetzt wurde, da er keinerlei Gelder nach Paris abführte
Sein Nachfolger wurde Loiff.
1798 wurde die Rheinlande in vier Departements gegliedert, also zu französischem Mutterland "erhoben". Aachen wurde zum Verwaltungssitz des Département de la Roer mit der Nummer 103, das als Sitz des Generalpostinspektors für alle vier neuen Departements, Loiff , für kurze Zeit auch quasi die Posthauptstadt der Rheinlande wurde. Außerdem wurden die franz. Postgebühren, einheitliche Stempel, die franz. Währung und der Revolutionskalender eingeführt.
Neben den normalen Aufgabestempeln für Porto- und Francobirefe gab es noch eine weitere Gruppe von Stempeln, die Franchise-Stempel (franchise = fr. für Gebührenfreiheit). Eine Franchise stand verschiedenen Verwaltungs- und Regierungsorganen, aber auch dem Bischof zu. Der gezeigte Brief vom 8.3.1811 trägt einen solchen Franchisestempel, den des Präfekten (fr. = Préfet = oberster Verwaltungsbeamter eines Departements) des Département de la Roer und zusätzlich rückseitig dessen Siegelstempel. Der Präfekt zu dieser Zeit war (seit 1809) Jean Charles Francois de Ladoucette, was er bis zum Ende der "Franzosenzeit" auch blieb. Der Brief ging an den Bürgermeister (= Mairie) des Kantons Montjoie (= Monschau).PS: Wen's interessiert: Das Briefpapier trägt das WZ J. Whatman, das ja auch nicht ganz unbekannt ist...
-
Nur wenig jünger ist dieser Beleg, leider ist eine genaue Datierung nicht möglich, aber es kommen aufgrund der Verwendungszeit des Aufgabestempels nur die Jahre 1815/16 in Frage (vgl. Beitrag auf Seite 3). Das eigentlich interessante an dem Brief befindet sich jedoch auf der Rückseite: ein Abschlag des Siegelstempels des "Polizey Commissariat von Aachen" des "Generalgouvernement vom Niederrhein". Dieses Generalgouvernement (vgl. hier, Punkt 3) bestand von 1814 bis 1815. Damit ist dann nur noch 1815 als Entstehungsjahr des Briefes möglich.
-
Bei dem Streckenstempel, den ich euch heute zeigen will, handelt es sich um einen nachverwendeten preussischen Stempel (Feuser PR 007). Diese dreizeiligen Stempel wurden in Bahnpostwagen verwendet, die den Eisenbahnpostämtern unterstanden. Das Eisenbahnpostamt Nr. 13, das 1853 eigerichtet wurde, war dabei das für die Strecke Aachen-Düsseldorf zuständig. Seinen Sitz hatte es die ersten fünf Monate des Jahres 1853 in Düsseldorf, dann wurde es nach Aachen verlegt.
Der Stempel enthält neben der Angabe der Strecke (AACHEN DÜSSELDRF.) noch das Datum (ohne Jahr) und die Zugnummer (II).
Die Marke, die ich euch mit diesem Stempel zeige, ist eine nicht grade gut erhaltene MiNr. 19. Gekauft habe ich sie vor einiger Zeit zu einem Preis sogar noch über Michel, aber bevor jetzt der ein oder andere seine Knochen sucht, um sie mir zu verkaufen, sag ich gern warum. Im Feuser und anderen Werken wird der Stempel als "nicht auf DR Marken belegt" geführt, was mich eine kleine Rarität vermuten lies. Erst als ich den Bruns/Kaußen-Stempelkatalog in Händen hielt, in dem der Stempel auf Brustschilden mit 40 Punkten bewertet wird, ist mir klar geworden, daß 10 € doch etwas zu viel für die Marke waren...
1873 wurden diese Dreizeiler übrigens durch solche in Grotesk-Schrift ersetzt, bitte nicht verwechseln. -
Hallo,
ich möchte mit einem Streifen Infla-Bahnpost auch zum Thema beitragen...
-
klappt es nun mit dem Anhang...
-
Heute zeige ich euch zwei Feldpostbelege Ersten Weltkrieges aus Aachen. Die erste Karte trägt als Tagesstempel den Kreisstegstempel mit dem UB h von AACHEN 1 und ist vom 13.5.1916. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Schreiber wohl in der Truppen-Sammelstelle in Aachen, wie deren Briefstempel und der Text nahelegen.
Die zweite Karte zeigt ebenfalls einen bereits vorgestellten Maschinen-Tagesstempel, leider aber keinen Truppenstempel. Karten dieser Art mit Aachener Motiven (hier das Rathaus) und der Rot-Kreuz-Inschrift auf der Anschriftenseite wurden während des Krieges am Haupt- und Westbahnhof durch die Verpflegungsstellen des Roten Kreuzes verkauft. Diese Verpflegungsstellen waren für die Truppen, die über Aachen zur Westfront gebracht wurden oder von da zurückkamen eingerichtet worden. -
Ich muß jetzt endlich mal ein dickes Danke-Schön los werden an alle, die mir auf die ein oder andere Art mit meiner Sammlung geholfen haben. Etliche
haben ihre Sammlungen und Dubletten durchforstet auf der Suche nach Aachen-Belegen, und nicht wenige haben mir ihre Funde sogar geschenkt. Anderes konnte ich ertauschen oder kaufen. Immer wieder bekomme ich auch Mails und PN mit interessanten Scans oder Links. Oder einfach mit positivem Feedback. Was ihr davon hier im Thread mitbekommt, ist nur die sprichwörtliche Spitze des Eisberges. Kein Wunder, daß ich mich in dieser Community so wohl fühle.... 
-
Zitat
Original von reichswolfDas "B" rechts vom Datum steht für Bahnhof, da dort die Post bearbeitet wurde.
Nach meinen Informationen gibt es derzeit keine Erklärung für den Buchstaben. Die Post wurde im Zug bearbeitet, Bahnpostamt "10" - Verviers-Köln. Ein Erklärungsversuch war B für "Britischer Dampfer" (A für "Amerikanischer Dampfer"), hat sich beim Abgleich mit den Ankunftsdaten aber nicht bestätigt.
-