1. Dashboard
  2. zum Forum
    1. Unerledigte Themen
  3. Mitglieder
    1. Letzte Aktivitäten
    2. Benutzer online
    3. Team
    4. Mitgliedersuche
  4. Ratgeber
  5. Hilfe
  • Anmelden oder registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Artikel
  • Forum
  • Seiten
  • Erweiterte Suche
  1. PHILAFORUM.COM Briefmarkenforum
  2. Forum
  3. User hilft User (Briefmarken, Stempel und mehr)
  4. Stempel

Kleine Aachener Stempelkunde

  • reichswolf
  • 17. März 2007 um 22:11
  • reichswolf
    Gast
    • 31. März 2007 um 17:15
    • #21

    Hallo Germaniafan!
    Ja, die eingemeindeten Ortsteile sammel ich auch. Schade, daß die von dir vorgestellte Marke so gar nicht wie eine Dublette aussieht... :D

    Zu deinem Stempel: Dieser Stempel wurde von 1891-1905 verwendet. In diesem Zeitraum gehörte Rothe Erde noch nicht zu Aachen, sondern zu Forst. Zu Aachen kam Rothe Erde im Rahmen der Eingemeindung Forsts im Jahr 1906.

  • Germaniafan
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    2.556
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    22. März 1960 (66)
    • 31. März 2007 um 17:39
    • #22

    @ Reichswolf
    Ich bin erst am Anfang mit meiner Stempelsammlung,wenn ich mal was doppeltes finden sollte denk ich an Dich ! Versprochen !! :D :D

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/banner/banner300x20.gif]

  • reichswolf
    Gast
    • 1. April 2007 um 00:52
    • #23

    Im Ersten Weltkrieg spiegelt die Postgeschichte Aachens die Zeitgeschichte. Der Postverkehr mit dem feindlichen Ausland wurde mit Kriegsausbruch ausgesetzt, mit dem neutralen unter Überwachung gestellt (dazu mehr im nächsten Beitrag). Aber auch im Inland, nämlich in den Grenzgebieten, wurde zum Zwecke der Spionageabwehr ab April 1915 die Post überwacht. Dokumentierbar ist dies durch die als Nebenstempel abgeschlagenen Zensurstempel.
    Im ersten Beispiel seht ihr einen von acht Typen des Rundstempels "Aachen-Stadt / zu befördern / * P.K. *" P.K. steht hier für Post-Kontrolle. Der Aufgabestempel ist der Typ b von Aachens zweitem Maschinenstempel, der 1915 den von 1905 an im Betrieb befindlichen Fahnenstempel ablöste. Diese zweite Type wurde 1916 in Dienst gestellt und unterscheidet sich von den Typen a und c durch die Breite des Schriftzuges AACHEN. Diese Stempel waren bis 1918 in Gebrauch.
    Das zweite Beispiel zeigt eine Ganzsachen-Postkarte mit einem zweizeiligen Rahmenstempel "Aachen Stadt P.K. geprüft und zu befördern". Hier zeigt das Wort "geprüft" an, daß diese Karte wirklich kontrolliert wurde. Lautet der Stempel nur "Aachen Stadt P.K. zu befördern", wurde der Beleg nur gestempelt, nicht gelesen. Eine 100%ige Überwachung war wegen des hohen Postaufkommens nicht möglich. Der Tagesstempel hier ist ein Kreisstegstempel AACHEN * 5 e. 1911/2 waren Aachen 1 und Aachen 5 mit diesen Stempeln ohne Gittersegment beliefert worden (beide mit zahlreichen UB). Die restlichen Aachener Postämter erhielten diese Stempelform erst nach der Einführung der 24-Stunden-Stempel im Jahre 1927 peu á peu.

    Bilder

    • Sonntag, 1 1.jpg
      • 211,93 kB
      • 1.210 × 784
      • 535
    • Sonntag, 1 3.jpg
      • 219,6 kB
      • 1.214 × 754
      • 510
    • Sonntag, 1 2.jpg
      • 260,34 kB
      • 1.180 × 790
      • 516
  • reichswolf
    Gast
    • 1. April 2007 um 21:26
    • #24

    Im Postverkehr mit dem Ausland brachte der Krieg noch mehr Einschränkungen mit sich als im Inlandsverkehr. Wie erwähnt wurde der Postverkehr mit dem feindlichen Ausland völlig eingestellt. Im Verkehr mit neutralen Staaten galten umfassende Beschränkungen, deren Nichtbeachtung in zahlreichen Stempeln ihren Ausdruck findet. Diese betreffen dann beispielsweise eine unzulässige Sprache, zu großen Umfang zur Prüfung u.ä. Um überhaupt in der Lage zu sein, die anfallende Post zu bewältigen, mußte man außerdem den Postaustausch wieder wie in Vor-UPU-Zeiten zentral über bestimmte Grenzpostämter laufen lassen. Das für den Austausch der Post zwischen dem Deutschen Reich und Belgien zuständige Postamt war zwischen dem 01.01.1915 und dem 31.12.1916 Aachen. In diesem Zeitraum lief alle Post von und nach Belgien darüber, auch die Post aus Drittländern, was ein Personal von 35 Mann erforderte. Wegen des Platzbedarfs wurde die Überwachungsstelle dann auch bald in ein anderes Gebäude 'ausgelagert'.
    Der erste Scan zeigt einen Firmenbrief von BRÜSSEL * 1 a vom 27.5.15 7-8 N nach Duisburg. In Aachen erhielt er den K2 Auslandsstelle Aachen * Frei-gegeben. Diesen Stempel gibt es in zwei Typen. Der größte Unterschied liegt im "g". Es gibt das im Scan zu sehende und eines, wie es auch hier im Forum verwendet wird (unten offen).
    Der zweite Scan zeigt ebenfalls einen Brief von Brüssel, der Aufgabestempel ist derselbe, diesmal vom 14.6.15 5-6 N. Der Brief ist nach St. Gallen in der Schweiz gelaufen und trägt rückseiteig einen Gittersegment-Ankunftsstempel (wie bereits erwähnt, nennt man diese Stempelform auch Schweizer Form, da sie dort zuerst in Gebrauch war). Der Zensurstempel ist der derselbe wie im ersten Scan.

    Bilder

    • Sonntag, 1 2.jpg
      • 181,21 kB
      • 998 × 800
      • 489
    • 2.jpg
      • 142,7 kB
      • 989 × 770
      • 200
    • 1.jpg
      • 24,44 kB
      • 362 × 312
      • 176

    3 Mal editiert, zuletzt von reichswolf (18. April 2007 um 12:24)

  • reichswolf
    Gast
    • 1. April 2007 um 21:30
    • #25

    OT:
    Weitere Kriegsfolgen: die OPD Aachen verlor über 80 Postbeamte im Krieg. Dieser Verlust führte (wie in vielen anderen Bereichen auch) dazu, daß bei Kriegsende viele Frauen bei der Post beschäftigt waren.

  • woermi
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.123
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    2. Oktober 1974 (52)
    • 1. April 2007 um 21:32
    • #26

    hab heute die krimskramslade ein wenig aufgeräumt...

    Bilder

    • aachen2.jpg
      • 12,57 kB
      • 296 × 326
      • 478
  • 1867
    neues Mitglied
    Beiträge
    83
    • 2. April 2007 um 01:48
    • #27

    Ich sehe da Schinckel gegenüber der Bushaltestelle gleich neben
    dem Glaskasten?
    Ich bin verliebt in Aachen und sein Zeitungsmuseum, naja und die
    Uni iss ja wohl die härsteste, sowas scharfes hab ich ja nur selten
    gesehen.

    da bin ich :D

    Einmal editiert, zuletzt von 1867 (2. April 2007 um 01:51)

  • reichswolf
    Gast
    • 2. April 2007 um 08:04
    • #28

    1867: Du siehst den Elisenbrunnen oder kurz E-Brunnen für die, die heutzutage darin herumlungern und nach 'nem Euro fragen.... ;D

    Bilder

    • eb.jpg
      • 110,12 kB
      • 904 × 598
      • 173

    2 Mal editiert, zuletzt von reichswolf (17. April 2007 um 13:24)

  • 1867
    neues Mitglied
    Beiträge
    83
    • 2. April 2007 um 08:50
    • #29

    gar nich soweit weg vom Dom Karls dem Übermachtigen,....
    keine 1000 Jahre her, was solls
    Alleine die Türen 2/5 Tonnen ....

    da bin ich :D

  • reichswolf
    Gast
    • 2. April 2007 um 23:16
    • #30

    Wie bereits weiter oben erwähnt wurden 1911/2 die Postämter Aachen 1 und 5 mit neuen Kreisstegstempeln ohne Gittersegment beliefert. Diese ersten Aachener Stempel in dieser Form hatten noch die alte Zeitangabe mit dem nachgestellten V bzw N. In Gebrauch bleiben diese Stempel bis 1930/32, und selbstverständlich gibt es auch diese Stempel mit zahlreichen UB.
    Scan 1 zeigt eine Feldpostkarte vom -4.9.15 2-3 N von AACHEN * 5 e nach Bielefeld. Bildseitig seht ihr das Marschiertor.
    Ebenfalls AACHEN 5, leider mit unidentifizierbarem UB zeigt Scan 2. Hier auf einer Auslandspostkarte nach Brüssel vom 15.5.22 11-12 N, richtig frankiert mit 240 Pfennig nach Tarif vom 1.1.1922. Der kleine runde Nebenstempel 471 scheint mir belgischen Ursprungs zu sein, da ich solche häufiger auf Karten von Aachen nach Belgien belegt habe, ohne daß diese Stempel in der mir zur Verfügung stehenden Aachenliteratur erwähnt würden. Bildseitig seht ihr den Dom, das Theater, noch einmal den Elisenbrunnen und das Kurhaus.
    Das dritte Bild zeigt ebenfalls eine Postkarte nach Brüssel, diesmal vom 31.7.22 4-5 N und von AACHEN * 1 x. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 350 Pfennig für eine Auslandspostkarte zu verkleben. Auch hier ist wieder der kleine Nebenstempel zu finden, diesmal mit der Nummer 762. Die Bildseite zeigt den Katschhof und den Dom.
    Scan 4 zeigt einen Ortsbrief vom 21.12.22 89 V vom Postamt AACHEN * 1 y. Der Tarif von 10 Mark galt vom 15.12.22 bis zum 15.1.23. Außerdem seht ihr hier eine Drucksache bis 25g vom 23.7.23, frankiert mit 3 x 20 Mark nach Tarif vom 1.7.23. Der Stempel ist wiederum AACHEN * 1 x. Der Umschlag wurde übrigens zweimal verwendet, auf der Innenseite sieht man eine Drucksache von Gera nach Aachen, deren Stempel auch durchscheinen (rechter Rand).
    Das letzte Bild zeigt wiederum Ortsbriefe mit Stempel AACHEN *1, je einmal y bzw x. Der obere ist vom 19.3.23 10-11 V, daher frankiert mit 40 Mark (Tarif vom 1.3.23). Der Brief unten trägt ein 1924'er Datum, ist daher mit 5 Rentenpfennig richtig frei gemacht.

    Bilder

    • 1.jpg
      • 229,4 kB
      • 785 × 950
      • 456
    • 2.jpg
      • 218,94 kB
      • 764 × 943
      • 444
    • 3.jpg
      • 196,72 kB
      • 739 × 960
      • 339
    • 4.jpg
      • 292,75 kB
      • 700 × 1.127
      • 371
    • 5.jpg
      • 271,96 kB
      • 721 × 1.133
      • 430

    3 Mal editiert, zuletzt von reichswolf (2. April 2007 um 23:21)

  • reichswolf
    Gast
    • 3. April 2007 um 17:10
    • #31

    1927 wurde im Deutschen Reich die Stempelgrundform erneut geändert, diesmal betraf es die Zeitangabe. Während nämlich der Rest der Stempel unverändert blieb, wurde die Zeitangabe von der 12-Stunden-Anzeige in ein 24-Stunden-System geändert. In dieser Form erhielten auch Aachen 2,3 und 4 ihre ersten Kreisstegstempel, aber auch Aachen 1 und 5 wurden Stempel in dieser Form zugeteilt. Auch die ersten Handrollstempel in Aachen zeigen diese Form. In Gebrauch blieben diese Stempel z.T. bis Kriegsende (in unserem Fall September 1944).
    Der Scan zeigt einen Ortsbrief vom 26.10.34 21-22 von AACHEN * 5 f.

    Bilder

    • 6.jpg
      • 179,25 kB
      • 959 × 791
      • 400

    Einmal editiert, zuletzt von reichswolf (3. April 2007 um 17:17)

  • sammelfreak
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    880
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    13. April 1979 (47)
    • 3. April 2007 um 17:40
    • #32

    da du gerade bei dem jahr 1934 bist und ich gerade etwas gefunden habe was dzu passt mag ich dieses hier auch gerne in deinen nettes beitrag über aachen einbringen.

    Schöne Geschätftsanliegen des Aachener Tuchversands Mathias Reiners.
    Mit einen Fahnenstempel / Ort rechts mit den Verwendungszeitraum 1934-1938

    Bilder

    • feldpost 003.jpg
      • 586,46 kB
      • 1.152 × 848
      • 425


    Berliner-Postgeschichte - schaut dochmal vorbei

    Meine Hufeisenstempel auf P1

  • reichswolf
    Gast
    • 3. April 2007 um 18:05
    • #33

    Hallo Sammelfreak, schön daß du hier mitmachst. Der von dir gezeigte Maschinenwerbestempel existiert in zwei Typen, den mit UB V, wie du ihn zeigst, und mit UB b. Ersterer war von '34 bis '37 im Einsatz, der zweite von '37-'38. Mein Scan zeigt eine Postkarte vom 25.2.35 23-24, also ebenfalls den ersten Typ.
    OT: Grade habe ich noch von der relativ geringen Zustimmung zu Hitler in Aachen zu Beginn des III. Reich gelesen (in Fests Hitler Biographie), da zeigst du die Karte "Mit deutschem Gruß". Also doch kein Städtchen voller Regimegegner... schade!

    Bilder

    • 7.jpg
      • 119,08 kB
      • 929 × 666
      • 355

    3 Mal editiert, zuletzt von reichswolf (4. April 2007 um 14:38)

  • reichswolf
    Gast
    • 3. April 2007 um 21:22
    • #34

    1929 wurde im Aachener Raum die Postversorgung mittels Poststellen (I & II) optimiert. Diese wurden in kleinen Orten ohne eigene Postanstalt eingerichtet. Betrieben wurden sie von Privatpersonen, eigene Gebäude wurden nicht errichtet. Dort aufgelieferte Briefe wurden nicht vor Ort entwertet, sondern nur mit einem (Gummi-) Nebenstempel versehen (außer wenn der Empfänger im gleichen Ort saß). Diese Gummistempel gibt es in vielerlei Form, da es keine Gestaltungsvorschrift gab. Die Entwertung der Marken jedoch fand in dem den Poststellen übergeordneten Leitpostamt statt, in unserem Fall AACHEN 1 LAND. Der gezeigte Stempel blieb dabei bis 1944 im Einsatz.
    Die Poststelle (II) Orsbach wurde am 01.09.1929 eröffnet. Der gezeigte Nebenstempel ist der erste Orsbacher Stempel ('30-'33), dem noch einige weitere folgen, bis 1973 die Umbennung in AACHEN 32 erfolgt. Am 02.10.93 wurde die PSt geschlossen.
    Die Bildseite zeigt die Statue des wehrhaften Schmied in der Jakobstraße, also in der Innenstadt und nicht Orsbach ;)
    Zu guter letzt hier noch ein wunderbares Stück Orsbacher Postgeschichte :D

    Bilder

    • 8.jpg
      • 112,71 kB
      • 878 × 600
      • 345
    • 9.jpg
      • 167,13 kB
      • 591 × 894
      • 280

    2 Mal editiert, zuletzt von reichswolf (3. April 2007 um 21:24)

  • sammelfreak
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    880
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    13. April 1979 (47)
    • 4. April 2007 um 14:28
    • #35

    hier noch ein Serienstempel aus Aachen ein FA / A von 1933.
    Diesen gab es noch in 56 anderen Orten im Reich.
    Verwendung ab 31.7.1933 bis 1943.
    Wieder die version Aachen UB V

    Bilder

    • feldpost 004.jpg
      • 868,34 kB
      • 1.296 × 928
      • 343


    Berliner-Postgeschichte - schaut dochmal vorbei

    Meine Hufeisenstempel auf P1

  • reichswolf
    Gast
    • 4. April 2007 um 14:45
    • #36

    Hier noch als Nachtrag der Maschinenstempel "Bad Aachen" in der zweiten Type mit dem UB b.

    Bilder

    • 1.jpg
      • 42,19 kB
      • 652 × 310
      • 254

    Einmal editiert, zuletzt von reichswolf (4. April 2007 um 14:45)

  • reichswolf
    Gast
    • 4. April 2007 um 15:16
    • #37

    Prima Sache dein Scan, lieber Sammelfreak. Den Serienstempel habe ich nämlich nur einmal belegt, aber mit einer ganz anderen Stempelkrone. Dieser und alle anderen Serienstempel kommen in Kombination mit (maxmal) fünf Stempelkronen vor, der von Sammelfreak gezeigten (K1 mit UB V) und der Variante K1 mit UB b von AACHEN 1. Außerdem zwei K1er von AACHEN 5 und schließlich der von mir gezeigte Zweikreisstegstempel. Diese Stempelform, die in Aachen ab 1932 belegt ist, wurde eingeführt, um auch lange Ortsnamen vernünftig unterbringen zu können. Da dadurch aber in der Datumsbrücke weniger Platz war, wurde die Zeit jetzt nicht mehr als Zeitraum angegeben, sondern nur noch die volle Stunde. In dieser Form gibt es sowohl Hand- als auch Maschinenstempel. Auch von dieser Stempelform gibt es mehrere Typen, die sich in Schriftbreite und UB unterscheiden.

    Bilder

    • 2.jpg
      • 191,51 kB
      • 956 × 692
      • 293

    6 Mal editiert, zuletzt von reichswolf (17. April 2007 um 13:27)

  • reichswolf
    Gast
    • 13. April 2007 um 02:00
    • #38

    Heute gibt es noch zwei Serienstempel, beide mit zwei schon bekannten Stempelkronen. Allerdings seht ihr hier bei dem K2 den zweiten vorkommenden UB, das e (vgl. vorheriges Posting: UB c). Mit dieser Krone wurde der Serienstempel "Benutzt die Luftpost" von 1938 bis 1942 genutzt, allg. kommt er in Aachen von 1928-43 vor.
    Der "Fernsprecher spart Zeit und Geld"-Stempel hat die K1-Krone von AACHEN 1 mit UB b. Diese Kombination kommt von 1938 bis 1940 vor, mit zwei anderen Kronen war er schon 1931-35 in Aachen im Einsatz.

    Bilder

    • Freitag, 13.jpg
      • 126,94 kB
      • 726 × 1.092
      • 226

    2 Mal editiert, zuletzt von reichswolf (13. April 2007 um 23:14)

  • reichswolf
    Gast
    • 13. April 2007 um 18:07
    • #39

    Hier zeige ich euch einen meiner Meinung nach besonders interessanten Beleg. Um ihn zu erklären, muß ich kurz auf die historischen Umstände eingehen, nicht ohne vorher zu diesem Thema nochmal an Lacplesis' Link zu erinnern. Im November 1918 wurde Aachen von belgischen Truppen besetzt. Dies geschah im Rahmen der Rheinlandbesetzung, die zum Ziel hatte, einen Puffer zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich zu schaffen. Dies brachte es mit sich, daß das Ende des Krieges in dem besetzten Gebiet keineswegs das Ende der Postzensur bedeutete. Zunächst lief die Zensur über die jeweiligen Bezirkskommandanten. Am 12.02.1919 wurde dann durch belgisches Militär eine Zensurstelle im Aachener Hauptpostamt eingerichtet, die bis zum 21.08.1919 Bestand hatte. Danach fand die Zensur bei den Bahnposten statt.
    Für die deutsche Dienstpost mit dem unbesetzten Teil des Reiches wurde am 22.04.1919 in der Kaiserallee eine Zensurbehörde eingerichtet.
    Damit zum gezeigten Brief. Es handelt sich um Dienstpost vom 31.5.19 von der Staatsanwaltschaft Aachen an das Eisenbahnbetriebsamt Prenzlau und beinhaltet den Auszug aus dem Strafregister eines Aacheners, der sich bei der Bahn beworben hatte. Der Tagestempel ist ein schon bekannter Kreisstegstempel von AACHEN 1, leider sehr unsauber abgeschlagen, weshalb Uhrzeit und UB nicht zu erkennen sind (s. Scan 1).
    Der Brief zeigt mehrere Zensurmerkmale, zunächst einmal den Verschlußstreifen, dessen Inschrift auf die Behörde in der Kaiserallee hinweist (Controle administrtiv). Auch die beiden blauen Stempel (s. Scan 3) müssen dorthin zugeordnet werden. Allerdings sind sie in dieser Form in der mir vorliegenden Literatur nicht bekannt. Ich bin aber mit dem Autor in Kontakt, evtl. kann ich dazu später also mehr sagen. Falls von euch jemand noch Abschläge dieser Stempel hat, bitte melden!!
    Als weiteres Schmankerl zeigt der Brief einen auch noch nicht katalogisierten Ablöse-Stempel (s. Scan 3). Auch dazu habe ich mich an den Autor des Aachener Stempelkataloges gewandt, denn da das Buch von 1998 ist, könnte ja der Stempel inzwischen bekannt sein. In dieser Form war er es jedoch tatsächlich noch nicht. Es gibt aber einen weiteren Ablöse-Stempel der Staatsanwaltschaft in einer anderen Schrifttype, der 1998 auch noch nicht bekannt war. Bei diesen Stempeln sind auch weiterhin noch Entdeckungen möglich.
    Der rote Zweizeiler "Staatsanwaltschaft Aaachen" ist ein Absenderstempel, der nichts mit der Post zu tun hatte.

    Bilder

    • ac5.jpg
      • 599,39 kB
      • 2.148 × 1.800
      • 236
    • ac1.jpg
      • 728,59 kB
      • 1.654 × 2.108
      • 259
    • ac2.jpg
      • 76,25 kB
      • 941 × 576
      • 241
  • regiduer
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    533
    Geschlecht
    Männlich
    • 13. April 2007 um 19:21
    • #40

    außerst informativ, gefällt mir gut, werde wohl öfters hier hereinschauen und mich bilden ..

    mfg

Registrierung

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen
  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum
  3. Kontakt

Partnerprogramm / Affiliate Disclaimer

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Mit * markierte Links sind Affiliate-Links (Werbung). Nur auf diese Weise können wir dieses großartige Forum finanzieren, wir bitten um euer Verständnis!

Community-Software: WoltLab Suite™