Liebe Stempelfreunde
Ich möchte das Thema Betriebsarten von Maschinenserienstempeln (abgekürzt: MS) fortführen, das in anderen Beiträgen schon in vielfältiger Form behandelt wurde ( s. z.B. die Themen: "Serienstempel 1933 - 1945" oder „Maschinenserienstempel aus der Weimarer Zeit“).
Allerdings soll in diesem Thema der Focus liegen auf Betriebsarten der Maschinenserienstempel, die von der Standardbetriebsform abweichen.
Um den Unterschied deutlich zu machen, zunächst ein Beispiel: Die beiden folgenden Scans zeigen einen der letzten Maschinenserienstempel des Deutschen Reiches: „Auch bei Tagesalarm weg von der Straße und in den Schutzraum“ in der „Standard“betriebsart A , d.h. der Ortsstempel (hier ein Einkreisstempel) mit Angabe des Postortes, des Aufgabedatums und des Unterscheidungsbuchstabens befindet sich auf der rechten Seite und der „Werbe“teil – d.h. der eigentliche Maschinenserienstempel – auf der linken Seite.
Ansichtskarte von Konstanz 1 nach Karlsruhe vom 28.8.1944
Später Feldpostbrief von Salzburg 2 nach Eisenzicken, Post Rotenturm an der Pinka, vom 24.2.1945
Dieser Stempel „Auch bei Tagesalarm weg von der Straße und in den Schutzraum“ wurde bild- und textgleich in Salzburg und Konstanz verwendet und darüber hinaus – laut Katalog – noch in mehr als 50 anderen Postorten. Deshalb wird in der Stempelkunde dieser Stempel als Maschinenserienstempel bezeichnet. Wegen der Verwendung in den letzten beiden Kriegsjahren in so vielen Postorten ist er in dieser Betriebsform A relativ häufig anzutreffen.
Der folgende Beleg zeigt denselben Stempel in der Betriebsform B, d.h. der Maschinenserienstempel befindet sich auf der rechten Seite.
Brief von (3) Seestadt Rostock 2 nach Weimar vom 14.11.1944, UB n:
Diese Betriebsform B und andere noch darzustellende Betriebsformen sind bei fast allen MS sehr viel seltener anzutreffen.
Ich werde im Folgenden solche Belege mit vom Standard A abweichenden Betriebsformen darstellen und damit fortführen, was ich z. B. im Thema „Serienstempel 1933 - 1945" am Beispiel von MS "Postgut Ermäßigte Gebühr Zustellung frei" darzustellen versucht habe (s. dort #115 bis #121).
Die Reverenzliteratur dabei ist das Standardwerk zu den Maschinenserienstempeln:
Julius Bochmann, Katalog der deutschen Gelegenheitsstempel, Maschinenserienstempel Deutsches Reich 1918 -1945, ergänzt und bearbeitet von Paul-Jürgen Hueske, Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde 2013, Band 1501.Ich hoffe natürlich, dass Sammlerkollegen/innen in diesem Sinne aus ihren Beständen den einen oder anderen Scan beitragen.
Gruß
mpiodi