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US Marken prüfen lassen

  • joker
  • 21. Januar 2017 um 16:32
  • joker
    aktives Mitglied
    Beiträge
    96
    • 21. Januar 2017 um 16:32
    • #1

    Hallo zusammen,

    also wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es in D keinen Prüfer für US Marken, richtig?

    Was kann man denn dann tun, wenn man eine prüfen lassen oder gar verkaufen möchte? Also nur angenommen, man hat eine seltene Marke, muss man die dann nach USA schicken (Verlustrisiko)? Oder kann man testweise einfach ohne Prüfung bei einem deutschen Auktionshaus anfragen und diese übernehmen das?

    Danke!

  • Filli
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.930
    • 21. Januar 2017 um 17:00
    • #2

    joker

    Dein Beitrag ist wohl mehr theoretisch gedacht und ist in der Aussage soweit richtig. Mit 110 (!) % Sicherheit :D hast Du kein prüffähiges Material.

    Das was wirklich bei USA "prüfenswert" ist, dürfte sich im allgemeinen nicht in Sammlungen / Händen von Leuten in Deutschland befinden. Wenige Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

    Außerdem ist USA nicht mit der deutschen oder europäischen Variantenvielfalt zu vergleichen. In der USA sind Briefmarken (Label, also Aufkleber) "Wertzeichen", hergestellt in Druckereien, die ansonsten auch Banknoten u.ä. unter strengsten Sicherheits- und Qualitätskriterien drucken. Da ist eigentlich nur bei sehr frühen Jahren und extremen Preisen der Prüfgedanke überhaupt zu sehen. Die eigentlich wenigen, äußerst seltenen Ausgaben sind zahlenmäßig und meist auch mit ihrem Standort/Besitzer in speziellen Kreisen bekannt.

    Bei mittlerem Material - ich habe gerade einen anderen Beitrag hier im Forum gesehen - reicht eine Diskussion mit einen guten/sehr guten Scan völlig aus.

    Theoretisch kannst Du natürlich Deine Marken in der USA prüfen lassen Bildzeitung/Rentneropa versuchen das ja schon seit Jahren :D. Auch Händler werden dies nicht für Dich erledigen. Selbst dem Rentneropa (real) hilft ja keiner bei der Prüfung.

    Quintessenz: Vergiß es :D

    Suche alle Ausgaben der "USA-Freimarken mit Plattennummern" (nur 4er-Stücken und größer)  nach Absprache. Dito.  diverse "USA- Fiskalausgaben" - oder auch USA-MH jeglicher Art bis zu MI 140 - zum Kauf. Basis: MI-Katalog (bzw. Scott-Katalog)

  • joker
    aktives Mitglied
    Beiträge
    96
    • 21. Januar 2017 um 18:27
    • #3

    Hallo Filli,

    es gab ja auch kürzlich erst einen Beitrag zum Thema US-Prüfung, tut mir leid, den hatte ich übersehen.

    Aber danke dennoch für deine Hinweise. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwierig ist, weil es ja neben den von dir genannten extremen Werten (> 10.000 EUR) auch sehr viele andere US-Marken gibt, die z.B. 300 EUR wert sind und gar nicht so selten. Daher wundere ich mich, dass dieser Markt nur in den USA besteht. Aber dein Beitrag bestätigt das ja. Aber scheinbar gibt es ja in GB noch Prüfer, wenn jemand dies (oder zu einem anderen europäischen Land) weiß, darf er es gerne hier schreiben. Nur damit man weiß, dass man nicht ganz umsonst nach Schätzen in der Sammlung sucht. Denn wenn man immerhin "in der Nähe" eine Prüfungsmöglichkeit hätte, würde das die Motivation schon beflügeln. Nach USA fliegen würde ich (schon wegen Flugangst...) nie für eine Prüfung.

  • drkohler
    erfahrenes Mitglied
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    641
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    15. Dezember 1957 (68)
    • 22. Januar 2017 um 11:55
    • #4

    Das Problem ist einfach so, dass bei vielen frühen Ausgaben die Unterschiede schwer zu erkennen sind zwischen echt/gefälscht/billigere Variante. Nur die bekannten Prüforganisationen in den Staaten besitzen oder haben Zugriff auf Vergleichsmaterial. Manchmal kann man nur durch den direkten Vergleich mit echten Marken mit Sicherheit entscheiden.
    Bei einem Preisbereich um z.B. 300 Euro genügt aber meist ein sehr guter Scan, damit die "Volksmeinung" ein Urteil abgeben kann.

  • joker
    aktives Mitglied
    Beiträge
    96
    • 22. Januar 2017 um 14:33
    • #5

    Hallo Herr Kohler,

    danke auch Ihnen. Meinen Sie mit "Volksmeinung" ein Forum, richtig?

    Was ich mich dann eben frage, ist, wie man eine mittelpreisige Marke (300 EUR, aber viell. auch 1000 EUR) eventuell veräußern könnte, wenn kein Zertifikat vorliegt (weil die Marke für diesen Aufwand nicht wertvoll genug ist). Auktionshäuser werden hier die Finger davon lassen von einem Verkauf ohne Zertifikat, oder?

    Also bleibt bei mittelpreisigen Marken nur ebay?

    (ich habe eine größere US-Marken-Sammlung, die ich noch nicht geprüft habe, aber ich überlege mir eben, wie viel Zeit ich da hinein stecke, wenn man die Marken dann ohnehin nicht verkaufen kann)

    (und: nein, es geht nicht nur ums Verkaufen :), aber wenn man einen größeren Fund macht, wird wohl jeder mal daran denken)

  • Filli
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.930
    • 22. Januar 2017 um 15:40
    • #6

    joker

    >>(und: nein, es geht nicht nur ums Verkaufen smile , aber wenn man einen größeren Fund macht, wird wohl jeder mal daran denken) <<

    1. Nein ich würde vor Freude an die Decke springen und sie behalten.

    2. Bitte die 1. (!) 5 Seiten der Sammlung scannen und hier einstellen. Dann sehen wir einmal weiter (Spitzensammlung/Normal/üblich). Details dann ggfls. später.

    3. Noch einmal: Ich glaube weder an den Weihnachtsmann oder das die Erde eine Scheibe ist usw. Ich weiß aber, das es auch in Deutschland gute bis sehr gute Bestände gibt (im Mittelfeld). Hoffen wir, das Dein Bestand über den Normalbestand hinaus geht.

    4. Der sicherste Weg wäre, einmal eine Bestimmung - zumindest in den Hauptnummern (nach MI oder SC - egal) - zu machen. Zähnung ist problemlos möglich, Waffeln - sofern sie erkennbar sind - kann man auch bestimmen, Papier geht nach einiger Übung auch, Farbe kann (ohne definiertes Vergleichsmaterial) schwer werden.Da ist Scanner und Forum auch keine sichere Hilfe :(.

    4. Im Zweifelsfall bei den unterschiedlichen Unterarten:
    ES IST IMMER DIE BILLIGSTE - zumindest nach meiner Einstellung!

    5. Verkaufen kannst Du immer. Dann macht der Markt den Preis.

    6. Ach ja, vergessen/Nachtrag: Drucke kann man auch ganz einfach - bezüglich Ihrer Größe - ausmessen.

    Suche alle Ausgaben der "USA-Freimarken mit Plattennummern" (nur 4er-Stücken und größer)  nach Absprache. Dito.  diverse "USA- Fiskalausgaben" - oder auch USA-MH jeglicher Art bis zu MI 140 - zum Kauf. Basis: MI-Katalog (bzw. Scott-Katalog)

    Einmal editiert, zuletzt von Filli (22. Januar 2017 um 15:43)

  • joker
    aktives Mitglied
    Beiträge
    96
    • 22. Januar 2017 um 17:04
    • #7

    Hallo und danke für deine Tips.

    Ich muss zuerst selbst etwas vorsortieren, dann melde ich mich wieder. Es sind v.a. Washington-Franklins, aber nicht alles einsortiert. Ich möchte mich auch auf diese Reihe konzentrieren.

    Das Verkaufen steht nicht im Vordergrund, eher die Detektivarbeit. Aber ich bin ehrlich und sage, dass ich bei Fünden, die deutlich vierstellig wären, mit recht hoher Wahrscheinlichkeit schwach werden würde und verkaufen :).

    Da du dich gut auskennst, darf ich gleich zwei inhaltliche Fragen nachschieben?

    - gibt es auch bei Rotary in Einzelfall (also wirklich Ausnahmen) auch einmal Farbabdrücke auf der Rückseite? (also ein "Markenschatten"), oder ist es in diesem Ausmaß bei Rotary ausgeschlossen? Ich fand als Information, dass es selten bei Rotary ist, aber nicht, wie diese seltenen Fälle dann aussehen.

    - falls du den US Specialty MultiGauge kennst: wenn ich die Millimeter des integrierten Lineals nehme und vergleiche mit den Schablonen (für Flat vs. Rotary oder auch die anderen 19x22mm etc.), dann scheinen mir die Schablonen etwas zu klein (halber Millimeter). Ist das ein bekanntes Problem, oder muss man die Marken eben einfach in den Schablonen an den äußersten Rand links oben legen?

    Ich habe die letzten Abende damit zugebracht, alle Lineale und Maßbänder im Haus mit dem Lineal vom MultiGauge abzugleichen, und das Lineal scheint dort ok zu sein (im Gegensatz zum Lineal im Leuchtturm Zähnungsschlüssel, das falsch ist). Aber die Schablonen eben nicht...?

  • Filli
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.930
    • 22. Januar 2017 um 18:59
    • #8

    joker

    1. Der Multi-Gauge ist ein "Präzisions-Universal-Hilfsmittel". , hergestellt aus einem speziellen Kunststoffmaterial. Dies ist kälte- und wärmebeständig und verändert sich deshalb nicht. Gratulation, diesen Schlüssel hat nicht jeder (in Deutschland).

    2. Rotary vs Flat Plate bzw. Offset (dies sind die 3 Druckverfahren).
    Ich habe mir ein einfaches Hilfsmittel zur "Schnellbestimmung" gemacht. 3 unterschiedliche (ausgesonderte) Plattenausgaben der 1 ct der Washington/Franklin-Serie gem. Scan geschnitten. Sie werden einfach auf die zu sortierende Marke gelegt (s. Scan). Es geht aber umgekehrt auch mit einer Walzenmarke. Dann mußt Du nur umgekehrt denken. Die Marken können auch prinzipell aus anderen Serien stammen - nur die Abmessungen müssen identisch sein.
    Ich denke, die Bilder mit den Bemerkungen ist selbsterklärend, wobei ich den "Kreuzschnitt" persönlich nicht nutze. Die entspr. Größenunterschiede sind so leicht und schnell zu erkennen (Linkes Bild: Walze).

    Offset: Hier ist die Farbe auf dem Papier "flach" aufgebracht. Sie "verschwindet", wenn man die Marke gegen eine Lichtquellel (verschiedene Winkel ausprobieren) kippt. Bei gravierten Marken bleiben die entsprechenden Farbpartikel erhaben erhalten. Kostet allesdings etwas Übung ;). Es gibt noch 2 andere Varianten, bei denen die Oberfläche "gefühlt" werden muß. Wenn es so nicht klappt, später dazu mehr.

    3. Weiteres zu einem späteren Zeitpunkt.

    4. Warnung: Die W/F-Serie 1908-1922 gehört zu den mit am schwierigsten zu bestimmenden Ausgaben. Auch dazu evtl. später mehr ;).

    Bilder

    • USA Schablone 2 890.jpg
      • 115,75 kB
      • 1.149 × 480
      • 329
    • USA Schablone 1 889.jpg
      • 89,42 kB
      • 1.344 × 480
      • 318

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  • Braunbear
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    • 22. Januar 2017 um 19:08
    • #9

    Vielleicht wäre es gut wenn man dazu ein neues Thema rund um die Washington/Franklin Dauerserie aufmacht. Laut der Forumssuche existiert so ein Thema noch nicht.
    Dort kann das über alles fachgesimpelt werden. ;)

    Ich kann zu diesem Thema auch das eine oder andere dann beitragen.

    Die Anfangsfrage von Joker wurde hier ausreichend beantwortet.

    Grüße BB

    :cool: Sei wie eine Briefmarke: Halte dich an irgendwas fest, bis du am Ziel bist.
    (Josh Billings, amerik. Schriftsteller, 1818-1885)

  • joker
    aktives Mitglied
    Beiträge
    96
    • 22. Januar 2017 um 20:34
    • #10

    Ja, das stimmt :).

    ich werde hier einen anderen Thread eröffnen.

    Aber zu diesem Thema hier würde ich dann doch noch gerne wissen: Wenn man also eine Mittelklasse-Marke hat und dafür keine Prüfung lohnt, sagen wir mal eine 500 EUR oder 1000 EUR Marke: Bleibt einem in D dann nur ebay, oder könnte es sein, dass eines der vielen "echten" Auktionshäuser die Marke auch versteigern?

    Es dürfte ja in D nicht viele US-Marken auf Versteigerungen geben? Also dürfte es für die Auktionshäuser ja doch interessant sein - viell. haben einige selbst Prüfer dafür?

  • Filli
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.930
    • 23. Januar 2017 um 10:27
    • #11

    joker

    Bitte halte das Thema nicht künstlich am Leben :zZz: :zZz:.

    Suche und bestimme in Deiner Sammlung die "1000"-€-Marke, zeige sie hier mit Beschreibung aller zur Bestimmung/Erkenntnis nötigen Merkmale -

    und dann sehen wir weiter.

    Suche alle Ausgaben der "USA-Freimarken mit Plattennummern" (nur 4er-Stücken und größer)  nach Absprache. Dito.  diverse "USA- Fiskalausgaben" - oder auch USA-MH jeglicher Art bis zu MI 140 - zum Kauf. Basis: MI-Katalog (bzw. Scott-Katalog)

  • joker
    aktives Mitglied
    Beiträge
    96
    • 23. Januar 2017 um 12:00
    • #12

    Hallo, ja, ist etwas theoretisch, ich weiß :).

    Aber für mich ist diese Detektivarbeit einfach so ein bisschen wie Schatzsuche. Und wenn ich weiß, dass ich einen eventuellen Schatz sowieso nicht in D prüfen lassen und auch nicht verkaufen könnte, dann reduziert das schon ziemlich meine Motivation. Ich weiß, dass langjährige Sammler das anders sehen, aber jeder hat eben so seinen Zugang dazu. Ich muss andererseits zugeben, dass ich schon jetzt (nach Ausdrucken von etwa 100 Seiten versch. Unterlagen zum Thema inkl. schöner eigener Bindung) ein bisschen dem echten Sammeln auf den Leim gegangen bin... aber trotzdem bleibt die Schatzsuche für mich ein wichtiger Teil davon.

    Daher war mir die - theoretische - Frage wirklich wichtig, sonst hätte ich nicht nochmal nachgehakt. Es muss doch Praxiserfahrungen geben zum Verkauf von US-Marken in D? (außer ebay) Oder ist das wirklich so selten, dass nur alle paar Jahre mal eine Marke mit US-Attest in D versteigert wird?

  • olli0816
    aktives Mitglied
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    Geburtstag
    19. September 1966 (59)
    • 23. Januar 2017 um 12:16
    • #13

    Hallo Joker,

    wenn Du glaubst, dass Du was werthaltiges hast, dann verkaufe die Marke(n) über ein Auktionshaus in den USA. Da dort die Nachfrage wesentlich höher ist, wird der durchschnittlich zu erzielende Preis für hochwertige Stücke besser sein. Deutsche Auktionshäuser verkaufen auch regelmäßig USA-Marken, aber da ist es fast immer eine kleine Unterabteilung. Es muß sich aus dem Kundenkreis des Auktionshauses mindestens ein Interessent finden, der kaufen möchte. Rein von den Wahrscheinlichkeiten ist das geringer.

    Wenn Du unter philasearch schaust, werden dort viele hochwertige US-Marken/Briefe angeboten. Das liegt auch daran, dass inzwischen eine ganze Menge US-Auktionshäuser gelistet sind. Wenn Du dir ein bisschen Zeit nimmst und die Angebote durchschaust, dann wirst Du feststellen, dass sehr wenig Atteste dabei oder einige Atteste total veraltet sind. Das heißt, die Sammler dort scheinen zumindest bei den mittelwertigen Sachen nicht so kritisch zu sein.

    Im übrigen werden auch in Deutschland über Auktionshäuser durchaus hochwertige Sachen z.T. ohne Attest angeboten. Dort hast Du eine gewisse Sicherheit, dass die Marken trotzdem echt sind. Wobei ich nicht für alle Auktionshäuser die Hand ins Feuer legen würde.

    Grund für die wenigen Atteste liegt sicher darin, dass die Prüfgebühren in den USA wesentlich höher sind als in Deutschland (egal welcher Prüfverband). Wenn Du die Marke also verkaufen möchtest, gibt es durchaus Optionen.

    Grüße
    Olli

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