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Ein seltsamer Postschein aus Meldorf, 1842

  • DKKW
  • 18. April 2015 um 20:02
  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.402
    • 18. April 2015 um 20:02
    • #1

    Hallo zusammen,

    die Postgeschichte Schleswig-Holsteins ist voller Merkwürdigkeiten und heute kann ich eine weitere hinzufügen.

    Kürzlich flatterte mir ein Postschein aus Meldorf aus dem Jahr 1842 ins Haus. Aber nicht irgendein Postschein, sondern ein Postschein, der für das Postcomtoir in Oldenburg gedruckt und bei dem die Ortsbezeichnung handschriftlich in Meldorf abgeändert worden war.

    Meine erste Idee, der ehemalige Postmeister von Oldenburg hat das Postcomtoir in Meldorf übernommen und nachdem Postscheine vom jeweiligen Postmeister auf eigene Rechnung anzuschaffen waren, hat er den Vorrat aus Sparsamkeitsgründen einfach mitgenommen.

    Dem war aber nicht so. In Meldorf war Johan Nicolaus Messner von 1802 bis 1848 Postmeister und der Postmeister des Postcomtoir Oldenburg war von 1823 bis zu seinem Tod im Juli 1842 Andreas Heinrich Christian Lawætz.

    Die vorliegende Postscheintype wurde in Oldenburg gemäß ARGE-Handbuch vom 12.07.1840 bis zum 13.05.1841 verwendet. Zur nachfolgenden Type tut sich eine noch zu füllende Lücke von über sechs Jahren auf.

    Die mir vorliegende "provisorische" Type aus Meldorf ist kein Unikat, die in Meldorf verwendeten oldenburger Postscheine sind im ARGE-Handbuch vom 15.01,1842 bis zum 01.04.1843 registriert. Mein Postschein stammt vom 12.1.1842, stellt also ein neues Frühdatum dar.

    Leider habe ich keinerlei Unterlagen zur Postgeschichte Meldorfs, die diese Merkwürdigkeit erklären würden. Also kann ich meinen Postschein "nur" präsentieren.

    Viele Grüße
    DKKW

    Bilder

    • SH. Postschein Oldenburg in Meldorf verwendet, 12.1.1842.jpg
      • 492,74 kB
      • 1.233 × 704
      • 521
  • Nordlicht
    aktives Mitglied
    Beiträge
    307
    Geschlecht
    Männlich
    • 1. Mai 2015 um 15:23
    • #2

    Hallo DKKW,

    ein sehr interessantes Stück!

    Wurde der Druck der Postscheine im allgemeinen lokal in Auftrag gegeben oder vielleicht - wegen des amtlichen Charakters - nur zentral?

    Falls nur die Generalpostdirektion diese "Hoheit" hatte, könnte es eine Fehllieferung an Postscheinen gewesen sein, die für Oldenburg bestimmt war, aber irrtümlich nach Meldorf geschickt wurde.
    Ggf. lagen zwei (oder mehr) Druckaufträge gleichzeitig vor, die bei der Auslieferung verwechselt wurden. Dann müsste es aber "Meldorf"-Postscheine aus einem anderen Ort geben.
    Oder bei dem Druckauftrag wurde einfach nur - aufgrund menschlichen Versagens - der falsche Ortsname eingesetzt.
    Und Meldorf hat diesen Bestand einfach aufgebraucht.

    Nur ein Gedanke, dass die Erklärung nicht unbedingt in der Postgeschichte Meldorfs zu suchen ist ...

    Viele Grüße
    nordlicht

  • DKKW
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    9.402
    • 1. Mai 2015 um 20:58
    • #3

    Hallo nordlicht,

    die dänische Post führte so genannte Administrationsscheine erst nach 1870 ein. Postscheine waren von den jeweiligen Postmeistern auf eigene Kosten zu beschaffen. Dafür durften sie die Erlöse aus der Ausstellung von Postscheinen auch behalten. Erst mit dem lønningslov (dem Besoldungsgesetz) 1870 wurde die Besoldung der dänischen Postbeamten erheblich verbessert und im Gegenzug Gebühren abgeschafft bzw. dem Postwesen zugeführt.
    Allerdings wurden die Vorschriften für die Gestaltung der Postscheine nach 1851 zunehmend im Sinne einer Vereinheitlichung verschärft und nach 1860 wurde den Postmeistern empfohlen, die Postscheine nach einem vorgegebenen Muster bei einer Druckerei in Haderslev/Hadersleben zu bestellen.
    Normalerweise bestellten die Postmeister ihre Postscheine bei einer lokalen Druckerei, möglicherweise war dies in Meldorf und Oldenburg anders und beide bestellten bei der gleichen Druckerei, so dass es zu dieser Fehllieferung kam. Leider gibt es kaum frühe Postscheine mit einem Druckvermerk der Druckerei.
    Dagegen sprechen bislang die Verwendungszeiten, die "provisorischen" Meldorfer Postscheine tauchen erst auf, als die bislang bekannte Verwendung in Oldenburg beendet war. Die Postgeschichte Meldorfs habe ich bislang nicht beschrieben gefunden, in den mir vorliegenden Heften der "Postschichte zwischen Nord- und Ostsee" ist kein Heft über Meldorf. Beim nächsten Besuch der Philabibliothek in München werde ich der Sache nachgehen. Es bleibt viel zu erforschen.

    Viele Grüße
    DKKW

    Einmal editiert, zuletzt von DKKW (1. Mai 2015 um 21:00)

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