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Geheime Botschaft!

  • kartenhai
  • 11. Juli 2013 um 15:42
  • kartenhai
    Stamm Mitglied
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    • 11. Juli 2013 um 15:42
    • #1

    Bei dieser Ansichtskarte aus dem Jahre 1908 mit Prinz Wilhelm in einer Ponykutsche im Park von Sanssouci, vermutlich einer der vielen Enkel von Kaiser Wilhelm II., wurde die Marke entfernt, und siehe da, darunter erscheint eine versteckte Botschaft der Freundin an die Empfängerin. :O_O:

    Die Freundin Rosel kennt wohl die neugierigen Eltern und die Großmutter der Adressantin Friedel, an die sie in der Karte noch Grüße richtet. Da sie wohl weiß, dass die Karte vor der Aushändigung an Friedel durch die elterliche „Zensur“ geht, hat sie eine geheime Botschaft unter der Marke versteckt.

    Ich lese die Nachricht wie folgt:
    „Hast Du Sonntag Krause gesehen, er war in Halle. Heute habe ich von K.B. einen Brief“

    Da geht es wohl um Liebes-Angelegenheiten, die die Eltern nichts angehen. :D

    Ich nehme mal an, die Marke wurde unter Wasserdampf gelöst, beim Abreißen könnte eventuell die Geheim-Botschaft zerstört werden.

    Raffinierte und einfallsreiche Gören waren das anno dazumal! :jaok:

    Gruß kartenhai

    Bilder

    • versteckte Nachricht 1.jpg
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      • 1.412 × 990
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    • versteckte Nachricht 2.jpg
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      • 1.403 × 988
      • 679
  • uposta
    erfahrenes Mitglied
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    • 11. Juli 2013 um 16:02
    • #2

    Hallo Kartenhai,

    früh übte sich wer eine Hari werden wollte. ;)

    Dann war es möglicherweise (so genannte) Wäschetinte, mit der die Schreiberin ihre Karte beschrieb? Oder gab es (um) 1908 normale "wasserfeste" Schreibtinte?

    uposta

  • Saguarojo
    Gast
    • 11. Juli 2013 um 16:23
    • #3

    Dieser Einfallsreichtum ist schon ein Stück familiäre Zeitgeschichte geworden. Heutzutage kann man auf so etwas verzichten, da bestimmen oft die Gören wo´s lang geht.

  • kartenhai
    Stamm Mitglied
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    • 11. Juli 2013 um 17:30
    • #4

    Hallo uposta,

    das habe ich zu dem Thema gefunden:

    Doch die schwarze und wasserfeste, so genannte Eisengallus-Tinte war bereits den Römern bekannt: Sie galt als Schreibmittel für die Ewigkeit.

    Hallo Saguajoro:

    "Mit Handy wär` das nicht nötig gewesen!" :D

    Gruß kartenhai

  • Tacitus
    aktives Mitglied
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    277
    Geburtstag
    5. Juni 1984 (42)
    • 11. Juli 2013 um 17:31
    • #5

    Ein großartiger Fund! So etwas ist sehr spannend. Wer weiss, welche geheime Botschaften es so gibt, die nicht entdeck worden sind, da vergessen oder da der Empfänger keine Kenntniss davon hatte? ;) Manche werden dann wohl auch nie entdeckt, soweit die Botschaften ebenfalls hinter den Marken zu finden sind, da man solche alten Belege heute nicht mehr zerstört. Man müsste das schon irgendwie durchleuchten, um das zu sehen.

  • kartenhai
    Stamm Mitglied
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    • 11. Juli 2013 um 17:33
    • #6

    @ Tacitus:

    Ob das früher auch die Spione verwendet haben ?(

    Gruß kartenhai

  • kartenhai
    Stamm Mitglied
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    • 11. Juli 2013 um 17:45
    • #7

    Zu dem Thema habe ich die folgende Seite gefunden.

    In der Stasi-Spionage wurden DIN-A-4-Seiten um den Faktor 150 verkleinert. Das Negativ hatte dann eine Größe von 1,4 x 2 mm und konnte hinter Briefmarken versteckt werden. (Foto dazu ungefähr in der Mitte der Seite!):


    Ob das auch bei normal versendeten Briefen oder Ansichtskarten genutzt wurde, ist die Frage.

    Gruß karte

    Bilder

    • Negativ hinter Briefmarken.jpg
      • 25,71 kB
      • 400 × 300
      • 563

    Einmal editiert, zuletzt von kartenhai (11. Juli 2013 um 17:46)

  • uposta
    erfahrenes Mitglied
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    • 11. Juli 2013 um 17:49
    • #8

    Hallo Kartenhai,

    gab es denn die unter Altbriefsammlern gut bekannte Eisengallus-Tinte 1908 in kleinen Tinten-Fläschchen zu kaufen? Wenn Du beim Googlen mal alte Reklame dazu finden solltest, würde mich das sehr interessieren.

    uposta

  • Nils
    neues Mitglied
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    30
    • 11. Juli 2013 um 18:34
    • #9

    stell dir doch selber welche her....

  • uposta
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    924
    • 11. Juli 2013 um 18:43
    • #10

    Hallo Nils,

    es geht um Reklame aus dem Jahr 1908. ;)

    uposta

  • Frankreichsammler
    erfahrenes Mitglied
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    • 11. Juli 2013 um 20:01
    • #11

    Erinnert mich an diese Marke nebst Hintergrund:

    Gruß,
    Frankreichsammler

  • kartenhai
    Stamm Mitglied
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    • 11. Juli 2013 um 20:33
    • #12

    Hallo uposta:

    Hier mal ein Rezept aus dem Jahre 1716 zum Selbermachen:

    Recept, gute Dinten zemachen (1716)
    Nimm 2 Maß sauber Regenwasser in ein sauberen Dintenhafen. Thu darein 18 Lod schwarzen Gallus, grob gestoßen und den Staub darvon gesiebet. Dann tu darein 8 Lod weißen Gummi. Laß widerum drei Tage und Nächt stehen. Alsdann tu darin 8 Lod Vitriol und 1 Lod Alaun samt einem Glas voll Essig und ein Löffel voll Salz. Rühre es wohl unter einanderen. Stelle den Hafen Sommerszeits an die warme Sonne, im Winter aber auf einen warmen Ofentritt, vierzehn Tag lang und alle Tage einmal umgerührt. Gibt eine ausbündig schöne schwarze Dinten.

    Hier noch ein paar Tinten-Reklamemarken, eine davon sogar über die Eisengallustinte, leider sind die mehr im 3. Reich anzusiedeln:

    Gruß kartenhai

    Bilder

    • Bobtoltinte.jpg
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      • 172 × 270
      • 427
    • Bobtoltinte 2.jpg
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      • 178 × 270
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    • Kunstschrifttinte.jpg
      • 18,24 kB
      • 195 × 270
      • 418
    • Tintenfabrik.jpg
      • 21,53 kB
      • 161 × 270
      • 439
    • Eisengallustinte.jpg
      • 19,75 kB
      • 270 × 185
      • 623
  • kartenhai
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    • 11. Juli 2013 um 20:36
    • #13

    Hallo uposta,

    und hier noch ein paar interessante Ebay-Artikel:


    Gruß kartenhai

  • Zackenzaehler
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    • 11. Juli 2013 um 20:52
    • #14

    Hallo,

    bei der Postzensur gibt es auch die Maßnahme der Markenentfernung, weil man unter der Marke eine geheime Nachricht vermutet(e).
    Im Zweiten Weltkrieg wurden derartige Belege bei der OKW-Zensur mit dem Stempel "Marke abgefallen" gekennzeichnet. Dieser Vermerk diente zur Tarnung der Zensurmaßnahme.

    MVG Z

  • Stampionär
    Gast
    • 11. Juli 2013 um 20:55
    • #15

    Heute wird ähnliches immernoch praktiziert!
    In Vollzugsanstalten ist es ein Weg, eine SIM-Karte zum Insassen zu schmuggeln. Aber auch Drogen finden unter Briefmarken und Aufklebern einen Platz.

  • kartenhai
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    • 11. Juli 2013 um 21:04
    • #16

    @ Zackenzaehler:

    Da habe ich ein Exemplar gefunden:

    Marke von der Auslandsbriefprüfstelle München zur Kontrolle abgelöst, dafür
    Stempel "Freimarke/ abgefallen", Zensurmaßnahme 1941 (Nr. D-85 des Riemer- Handbuchs):

    Wie wird dabei wohl die Erfolgsquote gewesen sein, einer von tausend Briefen ein Treffer oder noch weniger ?(

    Gruß kartenhai

    Bilder

    • Marke abgefallen.jpg
      • 20,53 kB
      • 500 × 327
      • 456
  • uposta
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    • 11. Juli 2013 um 21:18
    • #17

    Hallo Kartenhai,

    vielen Dank für die Mühe!!

    Das Tinteselbermachen hab' ich schon hinter mir. Beim Galläpfel"ernten" braucht man mitunter eine lange Leiter. ... Aber es macht schon Spaß dann mit so einer Tinte zu schreiben und die Fließgeschwindigkeit der eigenen Tinte bei jedem Federstrich zu unterschätzen ... :) :) :)

    uposta

  • Zackenzaehler
    erfahrenes Mitglied
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    Männlich
    • 11. Juli 2013 um 21:25
    • #18

    Eine Postkarte aus Lissabon nach Wien, das war schon höchstverdächtig!
    Wahrscheinlich ist der Zensor bei dem Postkartenkarton nicht weit mit dem Durchleuchten gekommen und hat dann die Marke entfernt!

    MVG Z

  • Grieche
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    Geburtstag
    5. Oktober
    • 12. Juli 2013 um 10:04
    • #19

    Oh, wie süß diese geheime Botschaft über den Krause!
    Würde bestimmt viele Frauen zum sammeln motivieren!

  • kartenhai
    Stamm Mitglied
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    Männlich
    • 12. Juli 2013 um 10:50
    • #20

    Auch die Absender-Adresse konnte man hinter einer Briefmarke gut verstecken, damit sie der Postbote nicht sehen konnte, wie ich in diesem Blog gelesen habe:


    "Ich kann mich noch daran erinnern,
    dass man noch Botschaften unter die Briefmarke geschrieben hat."

    "sinngemäß etwa schrieb man auf die Postkarte:
    Rate mal wer an dich denkt
    und dir dieser Kärtlein schenkt......
    der Postbote muss es nicht wissen....
    Absender steht unter der Briefmarke"

    Gruß kartenhai

    Einmal editiert, zuletzt von kartenhai (12. Juli 2013 um 10:51)

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