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Lagerpost Japan Matsuyama

  • kartenhai
  • 27. September 2012 um 15:58
  • kartenhai
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    • 27. September 2012 um 15:58
    • #1

    Ein interessanter Brief nach Shanghai aus dem Jahre 1916, attraktiv anzusehen, aber wo kommt er her? Ich tippe auf Japan, die Marken auf dem Brief kann ich aber nicht zuordnen, zu ungenau zu sehen. Als Absender-Adresse lese ich Matanyama oder so ähnlich, diesen Ort findet man aber nicht im Internet. Auf dem runden schwarzen Stempel steht Stoto oder so ähnlich.


    Noch billig zu haben für 1,- EUR, aber das ändert sich sicher noch in den nächsten Tagen. :)

    Kann jemand diesen Brief näher bestimmen ?(

    Gruß kartenhai

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    • Brief Shanghai.jpg
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    2 Mal editiert, zuletzt von kartenhai (2. Oktober 2012 um 21:55)

  • kartenhai
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    • 27. September 2012 um 16:24
    • #2

    Absenderort ist Matsuyama in Japan, davon gibt es eine Großstadt und 3 kleinere Orte. Die Marken auf dem Brief finde ich nach wie vor nicht.

    Gruß kartenhai

  • kartenhai
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    • 28. September 2012 um 13:42
    • #3

    Nachdem ich die Marken bei Japan immer noch nicht gefunden habe, könnte es sein, daß das gar kein Brief ist, sondern eine Art Postanweisung über Bargeld?
    Es sind so komische Felder auf dem Beleg, auf dem Feld unten links steht ein Betrag. Es könnte sich bei den Marken also auch um irgendwelche Vignetten oder Fiskalmarken (Gebührenmarken) handeln.

    Gruß kartenhai

    Einmal editiert, zuletzt von kartenhai (28. September 2012 um 13:46)

  • thorn
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    • 29. September 2012 um 10:49
    • #4

    Hallo, das sind definitiv keine Briefmarken, sieht mir eher nach einer Art Siegelmarken aus, da sie sich genau an den Öffnungsenden befinden. Ich habe diese Marken schon einmal irgendwo gesehen. Der Scan ist aber zu klein, könnten theor. auch Fiskalmarken sein, dann müßte man aber eine Art "EP" sehen. Ich würde hier auch auf eine Art Postanweisung tippen, vielleicht auch was amtliches daher keine "echte" Briefmarke.
    Sammlergrüße, Thorn

  • Zackenzaehler
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    • 29. September 2012 um 12:36
    • #5

    Hallo!
    Ja, das ist ein Wertbrief mit Siegelmarken.
    Japan ist allerdings nicht ganz mein Gebiet.
    Vielleicht kann ein Experte mehr dazu sagen.
    Derartige Belege gibt es auch im Zusammenhang mit den Deutschen Kriegsgefangenen aus Kiautschou.
    Der Beleg ist immerhin von einem Deutschen in Japan an einen Deutschen in China gesendet worden.
    Wie thorn schon bemerkte ist die Qualität der Abbildung nicht gut, so daß man schlecht etwas dazu sagen kann.

    MVG
    Z

  • Zackenzaehler
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    • 29. September 2012 um 14:20
    • #6

    Hallo,
    ich habe noch ein wenig recherchiert und mein Verdacht, es könne sich um eine Kriegsgefangenensendung handeln, hat sich erhärtet:
    -Matsuyama war ein Kriegsgefangenenlager
    -Jahr 1916
    -Deutscher Absender und Adresse
    -Keine Frankatur (gebührenfrei)

    MVG
    Z

  • kartenhai
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    • 2. Oktober 2012 um 21:55
    • #7

    Der seltsame Beleg brachte 62,- EUR und war wohl ein Schnäppchen für den glücklichen Gewinner. Wie Zackenzaehler richtig recherchiert hat, handelt es sich bei dem Brief um einen Geldbrief vom japanischen Kriegsgefangenen-Lager Matsuyama (bestand aus 3 Lagern) nach Shanghai. In dem Lager waren ca. 6.000 deutsche Soldaten gefangen, die im November 1914 von den Japanern in Tsingtau/Kiautschou gefangen genommen wurden. Matsuyama wurde im März 1917 geschlossen und die Insassen nach Bando verlegt.

    Bei den 4 Marken handelt es sich um Versicherungsmarken, die wohl auch zu den Fiskalmarken gehören.

    Warum ist diese Kriegsgefangenen-Post ein Schnäppchen? Bei Pfannkuch wurde ein ähnlicher Brief für 100,- EUR versteigert, bei Gärtner sogar für 210,- EUR! :O_O:


    Der Verkäufer hat wohl keine Ahnung von dem guten Stück, er schreibt nur was von China und altem Brief, der Brief ist wohl mehr für den Japan-Spezialisten oder für Lagerpost-Sammler interessant, die nicht bei Briefmarken China danach suchen würden. Der Preis wäre sonst erheblich höher gewesen. :jaok:

    Gleichzeitig mit diesem Brief hat der gute Verkäufer einen ähnlichen Brief am laufen, der erst am 4. Oktober nachmittags beendet wird. Und schon hat sich der Ersteigerer des ersten Briefes wieder als Erster an die Bieterliste gesetzt, um noch einmal ein Schnäppchen zu bekommen:


    Dieser Brief geht an dieselbe Adresse in Shanghai wie der erste, nur der Absender ist ein anderer.

    Wenn ich sicher wüsste, dass ich für den Brief auch über 200,- EUR bekomme wie bei der Gärtner-Auktion, würde ich selbst gerne mitsteigern. Aber der Zweit- und Drittplazierte der ersten Auktion werden den Preis wohl weiter in die Höhe treiben ?(

    Bei Ebay lässt sich durch Zufall manches Schnäppchen machen, man muss aber viel suchen, um so etwas auch zu finden. Viele Nicht-Philatelisten unter den Verkäufern haben keine Ahnung von seltenen Belegen und stellen sie auch oft unter einer falschen Rubrik ein.

    Unten noch eine Vergrößerung der japanischen Versicherungsmarken, die ich nirgends im Internet finden konnte. Der Verkäufer hat mir die Vergrößerung freundlicherweise zugeschickt. :)

    Gruß kartenhai

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  • kartenhai
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    • 4. Oktober 2012 um 16:31
    • #8

    Der zweite Lagerpost-Brief von Japan nach China brachte schon etwas mehr für den Verkäufer, und zwar 80, - EUR


    Etwas seltsam das Bietverhalten von 2 Bietern. Während der Käufer des ersten ähnlichen Briefes (Preis: 62,- EUR) bei 75,- EUR Schluss machte und somit aufgab, gab der Gewinner insgesamt 3 Gebote mit 80,- EUR ab, ein Zeichen, dass er noch erheblich mehr zu bezahlen bereit war.

    Obwohl der Verkäufer diesen Brief ohne Beschreibung falsch bei China einstellte, kann er insgesamt zufrieden sein, obwohl er bei korrektem Einstellen unter Japan und Beschreibung als Lagerpost Matsuyama erheblich mehr für diese beiden Briefe bekommen hätte.

    Gruß kartenhai

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