Hallo,
kann mir bitte jemand helfen, den Inhalt dieses Briefes zu verstehen?
Er ist an einen meiner Urahnen geschrieben.
Vielen Dank.
Stephan
Hallo,
kann mir bitte jemand helfen, den Inhalt dieses Briefes zu verstehen?
Er ist an einen meiner Urahnen geschrieben.
Vielen Dank.
Stephan
Nach einem ersten Blick auf den Text:
Eine in poetischer Form verfasste Erinnerung an den Deutsch-Dänischen Krieg 1848 - 1851, an dem offensichtlich Adressat und Empfänger gemeinsam teilgenommen haben. Leider ist der Scan etwas blass.
Hallo Barbarossa,
danke für die Ausführung.
Gruß
Stephan
Mit etwas mehr Ruhe mal den Anfang übertragen:
Dem herrlichen Heinz Ralfs zum 12. Septbr 1851
Denkst Du daran, mein alter Leidensgefährte
Als heut (vor) einem Jahr Dich früh die Trommel rief?
Als unser Kreis den kleinen Trupp vermehrte
Der bei Holzbunge schon vereinigt sich?
Ich denke dran, wie ... und doch besonnen,
Wie freudig wir den ersten Schuß vernommen
Der dort bei Osterby zu unserm Ohre drang
Denkst Du daran, wie eir zum ... nicht säumten.
Und's weiter ging nach Kochendorf hinein?
Wie rasch die Feinde ihre Lager räumten,
Als dran und drauf es ging in ihre Reihen?
Ich denke dran, mit welcher Lust und Freude
Wie sie verfolgten ohne Unterlaß
Wir jagten sie hin über Cosels Heide
Erst bei Missunde gönnten sie sich Rast.
Demnächst weiter ...
Bevor es weitergeht, noch die Anmerkung, dass es sich um den 1. Schleswig-Holsteinischen Krieg (1848-1851) handelt. Als Deutsch-Dänischer Krieg wird ja dann der 2. Schleswig-Holsteiner Krieg bezeichnet. Der fand ja erst 1864 statt-
So, jetzt zum Text:
Denkst Du daran, an jene schweren ...
Die furchtbar aus dem Schweigen brauste auf?
Nichts schreckte uns, wir trauten fest dem Worte:
Schleswig soll frei, es gilt ein Siegeslauf ! ?
Ich denke dran, wie die Kanonen krachten
An dem Gepfeif der Kugel groß und klein
Auch an den Tanz (?), den wir zuletzt noch wagten
Bis eine Kugel trag uns Beiden in das Bein.
2. Seite
Denkst Du daran, an jener trüben Reise (?)
Zurück nach Rendsburg in das Lazareth?
Wo beide wir auf ein und selbe Weise
Verstümmelt lagen auf das Lager hingestreckt?
Ich denke dran, und denk auch danach noch weiter
Bis Kiel denk ich und wie wir dort gelebt
Wie uns die Tagen schwanden froh und heiter
Trotz Leid und Mißgeschick uns nicht der Muth ...
Denkst Du daran, wofür Du hast geblutet?
Wie Vieles ist gebracht dem Vaterlande dar
Und wie es jetz da liegt geknebelt und geknechtet?
Als wenn's ein Gott nicht gab' der ist ...
So denk ich dran, Du braver ....
Es ... und kömmt gewiß einst der Vergeltungstag.
Auf diesen erst kann folgen dann der Frieden!
Der bald, recht bald uns Allen strahlen mag!
Oldesloe, d. 10.9.51 ?edemann
Ein paar Lücken sind noch, aber so sollte es erst mal gehen.
Noch ein paar entzifferte Wörter dazu:
Als heut vor`m Jahr
Ich denke dran, wie keck und doch besonnen
Denkst Du daran, wie wir zum Tanz nicht säumten
An jene schwere Sorte ? (ergibt aber wenig Sinn, würde aber zu Worte passen!)
Auch an den Tanz, den wir zuletzt noch wagten
Trotz Leid und Missgeschick uns nicht der Muth erbebt,
Als wenn`s ein Gott nicht gab, der ist und der da war,
So denk` auch dran, Du braver Invalide,
es naht und kömmt
Gredemann
Hallo Kartenhai,
das mit der "Sorte" hatte ich auch gelesen, dann aber verworfen, weil es wirklich wenig Sinn macht. Paßt auch nicht zur nachfolgenden Zeile. Na, vielleicht finden wir noch 'ne Lösung.
Das andere klingt alles sehr gut.
Danke für die Übersetzung.
Kleine Anmerkung, ihr könnt ja nicht wissen, wie mein Vorfahr mit Vornamen heisst:
Hinr. (Hinrich)
Grüße
Stephan