Große Zeitgeschichte(n) im kleinen Format gab es am Freitag wieder in Trochtelfingen zu sehen. Zum 37. Briefmarkentauschtag zeigten Philatelisten ihre Schätze - historische oder solche mit Schokoduft.
Briefmarkensammler genießen einen zweifelhaften Ruf. Ihr Hobby gilt als dröge und wenig spektakulär. In der Tat ist die Atmosphäre in der Trochtelfinger Werdenberghalle am Briefmarkentauschtag ruhig und konzentriert - Showeffekte sucht man vergebens. Stattdessen türmen sich auf den bereitgestellten Tischen schmucklose Pappkartons, Kisten und dicke Ordner. Stumm beugen sich Köpfe darüber, Finger durchlaufen flink die kategorisierten Ordner. Hin und wieder hält man inne, schaut und taxiert genauer.
Es könnte dies der Anfang einer erfolgversprechenden Verhandlung sein. Denn deswegen sind sie ja schließlich hier. Die Jäger und Sammler mit der Pinzette und der Lupe in der Hand bieten hier nicht nur die Ergebnisse ihrer oft jahrzehntelangen Sammelleidenschaft an, sondern sind auch stets auf der Suche nach Stücken, die ihre Sammlungen vervollständigen könnten. Und die offenbaren sich oft genug erst bei einem genauerem Blick - sie wollen in Ruhe erforscht statt bloß gekauft werden.