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Forwarding-Briefe AD

  • Michael D
  • 6. September 2010 um 19:27
  • Michael D
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    5. August
    • 6. September 2010 um 19:27
    • #1

    Liebe Sammlerfreunde,

    Forwarding-Briefe sind Briefe, die innerhalb anderer Briefe/Pakete oder mit Hilfe von Reisenden erst in einen, dem Zielort meistens deutlich näherliegenden, Ort(Land) gebracht und dort zur Post gegeben werden. Die Gründe hierfür können Porto- oder Zeitersparnis oder auch Sicherheitsgründe u.ä. sein.
    Diese Briefe haben den "Makel", dass die eigentliche Laufroute nicht vollständig postalisch dokumentiert ist.
    Postgeschichtlich sind sie aber sehr interessant, da sie Hintergründe offenbaren können, die "normale" Briefe nicht zeigen. Wenn z.B. ein Brief um ein Seuchen- oder Kriegsgebiet herumgeleitet wurde. Oder wenn man einer bestimmten Postverwaltung nicht traute oder ihre hohen Taxen nicht bezahlen wollte.

    Dieses Thema möchte ich mit einem Beleg beginnen, zu dem ich auch noch mehr Fragen als Antworten habe, der aber meiner Meinung nach sehr spannend ist:

    Geschrieben wurde dieser Brief am 10. Dezember 1810 in Hamburg. Die Stadt war zu dieser Zeit Teil des französischen Kaiserreichs.
    Adressiert war er an eine Familie im russischen Petersburg.

    Ausweislich des Inhalts (siehe Scan) wurde er aber zunächst per Forwarding postlagernd nach Kehl in Baden geschickt !
    Laut Feuser gab es ausserhalb der französischen Festung in Kehl ein T&T-Postamt.
    Offensichtlich wurde der Brief von dem Empfänger dann an die Taxis-Post übergeben, denn das K2-Stempelfragment oberhalb von Petersbourg stammt meiner Meinung nach von einem frühen Frankfurter Stempel (evtl. Feuser 985-13).
    Vermutlich übergab Taxis dann den Brief an die preußische Post und von da ging es dann endgültig nach Russland.

    Die Taxen sind ein Thema für sich.
    Die mit Rötel geschriebenen 20 könnten dann taxis'sche Kreuzer sein (?).
    Oben in der Mitte erkenne ich mit roter Tinte geschriebene 10 1/2 oder 10 ..G (Groschen ??)
    Ganz rechts oben stehen noch 28 und links oben 74
    Rückseitig finden sich 138 und 144 (Kopeken ass. ?).
    Ich glaube nicht, dass der Brief die ganze Strecke unfrankiert zurücklegte, auch wenn nirgends ein Franko-Vermerk zu sehen ist. Vermutlich musste zumindest der Taxis-Anteil vorausbezahlt werden.

    Warum dieser große Umweg ?
    Frankreich befand sich 1810 mit Russland offiziell nicht im Krieg, sondern beide Länder waren auf dem Papier sogar Verbündete (Bündnisvertrag von Erfurt 1808). Aber offensichtlich wollten die Absender den nach Russland adressierten Brief nicht in die Hände der französischen Post gelangen lassen. Angst vor Spionage ?!

    Gibt es Kenntnisse über eine Familie von Bihl in Hamburg od. Petersburg zu dieser Zeit ?

    Würde mich über Kommentare und Gedanken zu diesem Thema freuen.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

    3 Mal editiert, zuletzt von Michael D (7. September 2010 um 19:41)

  • Bayern-Nils
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    • 7. September 2010 um 19:34
    • #2

    Hallo Michael

    Glückwünsche :P :P :P

    Ein super Brief. Sowas sehe ich sehr gern. Aber leider kann ich dich nicht helfen. Diese Zeit finde ich schwierig, aber auch sehr interessant.

    Wenn die Zeit kommt kann ich auch etwas hier Zeigen.

    Hoffentlich hat jemand anderen hier eine Ahnung :)

    Danke fürs Zeigen :) :)

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • Bayern-Nils
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    • 9. September 2010 um 18:59
    • #3

    Hallo Michael

    Leider gibt es noch keine der dich helfen kann :(
    Aber hoffentlich bald ;)

    Was ich kann, ist ein einfacher Brief zu zeigen. Und in viele Fälle ganz normal als "Forwarded Brief". Hier ist der Brief vielleicht nicht kuvertiert, sondern vielleicht mit dem Reisender gebracht. Obwohl ich hier ganz unsicher bin. Beweisen kann man nichts.

    Auf jeden Fall. Der Brief ist 6. März 1842 in Nürnberg geschrieben, 9. März von Bregenz mit dem Post abgeschickt und 10. März in Dornbirn gelandet.

    Was der Absender für den Weg nach Bregenz bezahlt hat, weiss ich nicht, aber er hätte in Normalfall, Nürnberg-Lindau, 12 Kreuzer Rh bezahlen müssen. Hier hat er nur 2 Kreuzer CM bezahlt.
    Zu dieser Zeit war es noch nicht möglich den Brief den ganzen Weg zu frankieren, man musste also Franko Grenze abschicken.
    Hier hat der Empfänger den Bescheid bekommen ohne was zu bezahlen. Es ist sympathisch. :)

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

    Einmal editiert, zuletzt von Bayern-Nils (11. September 2010 um 09:49)

  • Michael D
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    • 9. September 2010 um 20:36
    • #4

    Hallo Nils,

    schön, dass Du hier einsteigst.

    Das ist vielleicht eines der Merkmale, die Forwarding-Briefe in der Beliebheitsstatistik nicht so hoch klettern lassen: Ein Teil des Postweges ist nicht dokumentiert und man muß spekulieren. Wie auch über die Motivation.

    Bei deinem sehr schönen Brief könnte es die doch deutliche finanzielle Ersparnis gewesen sein, die den Absender diesen Weg wählen ließ.

    Danke fürs Zeigen.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

    Einmal editiert, zuletzt von Michael D (9. September 2010 um 20:42)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 9. September 2010 um 20:41
    • #5

    Hallo Nils,

    ich schließ mit Michael an. Das Besondere an deinem Brief, außer das er sehr schön ist, wie alle deine Briefe, ist die Tatsache, dass jemand für den bayer. Absender in Österreich 2 Kr. CM vorgestreckt hat, weil es ein Frankobrief war.

    Die meisten Forwardedbriefe waren Portobriefe, weil die Forwarder die Briefe üblicherweise einfach in den Briefkasten geworfen haben, womit ihr Job erledigt war.

    Meiner gefühlten Statistik nach sind maximal 5-10% aller FB frankiert worden.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 31. Oktober 2010 um 19:55
    • #6

    Hallo Freunde

    Diesmal zeige ich einen Brief wo es nicht möglich war den ganzen Weg zu frankieren, von der Forwarderagent. Zwischen Bayern und Österreich war es bekanntlich immer noch ein Grenzfrankozwang.

    Der Brief ist in Frankfurt aM 25. Juli 1828 geschrieben, aber erst in Augsburg 30. Juli zum Post eingeliefert. Es war ein 2. Gewichtsstufe Brief und somit hat der Absender sicher etwas Geld gespart.

    Von Augsburg bis zum Grenze hat der Brief der Absender 9 Kreuzer bezahlt. Und der Empfänger Menz in Bozen hat 28 Kreuzer CM bezahlt.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • Michael D
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    • 1. Dezember 2010 um 18:21
    • #7

    Liebe Sammlerfreunde,

    der folgende Brief wurde am 16. August 1833 in St. Petersburg geschrieben. Am 22. August wurde er in Lübeck der Taxis`schen Post übergeben, die ihn über Givet nach Bordeaux leitete, wo er am 31. August ankam.
    Der Empfänger hatte für den Brief der 1. Gewichtsstufe 19 Decimes zu zahlen.

    Bis zum Abschluß des preußisch-russischen Postvertrags von 1843 mussten russische Briefschreiber ihre Korrespondenz nach Frankreich mindestens bis zur preußischen Eingangsgrenze freimachen, da die französische Post nicht bereit war, Portobriefe aus Russland anzunehmen.
    Alternativ war eine vollständige Frankierung möglich. Ein solcher Brief nach Bordeaux kostete den Absender neben dem russischen Porto noch 36 Sgr. Fremdporto.
    Da verwundert es nicht, dass nach Alternativen gesucht wurde.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 1. Dezember 2010 um 19:07
    • #8

    Hallo miteinander,

    ein schönes Thema, bei dem sicher noch so einiges gezeigt werden wird (notfalls von mir). ;)

    Gibt es auch Fälle von Kuvertierungen aus Frankreich nach Rußland?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 1. Dezember 2010 um 19:34
    • #9

    Hallo Michael

    Ein interessanter Brief. Diese nichtpostalisch geschickte Briefen sind wohl nicht so sehr selten, oder irre ich mich hier? Ich weiss dass es von Norwegen und Schweden nicht so selten ist Briefe zu finden die erst in Deutschland gestempelt/taxiert waren. Ganz einfach weil einige Schiffsverbindungen günstiger und schneller waren.

    Ich will gern einen Brief zeigen der schon von einem anderen mal gezeigt war. Dann aber nur als Vorphilabrief von Cöln nach Nördlingen in 1846. Der Brief war aber in Antwerpen geschrieben. Von Cöln wie üblich als Portobrief bei Forwarded Briefe abgeschickt. Der Empfänger musste 19 Kreuzer bezahlen, wovon Preussen 9 Kreuzer bekommen hat.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • Michael D
    Stamm Mitglied
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    • 1. Dezember 2010 um 20:39
    • #10

    Hallo Nils,

    danke fürs Zeigen des interessanten Briefes.


    Lieber bayern klassisch,

    von Frankreich nach Russland kenne ich keine Forwarder-Briefe.

    Mit Abstand die meisten dieser Briefe kommen AUS Russland, nach Frankreich / Deutschland / Holland / England.
    Die Gegenrichtung ist deutlich schwächer vertreten. Ich habe z.B. einen aus England nach Russland (schon mal irgendwo hier gezeigt).

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 1. Dezember 2010 um 21:00
    • #11

    Lieber Michael,

    danke für diese Aussge, die sich mit meinen Erfahrungen deckt. Wenn die Post ihn nicht verdaddelt, werde ich nächste Woche mal einen bayerischen zeigen, wie ich ihn noch nie gesehen habe ...

    Kuvertierte Briefe von Frankreich sind sehr selten - dort war das "Beifügen" von Briefen, vor allem in Pakete, ein Straftatbestand.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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