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Frankreich - Italien - Frankreich ???

  • Postgeschichte-Kemser
  • 20. Juli 2010 um 11:39
  • Postgeschichte-Kemser
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    7. Oktober 1963 (62)
    • 20. Juli 2010 um 11:39
    • #1

    Hallo,

    vor mir liegt ein Brief aus dem ich nicht ganz schlau werde: ?(

    1. Ist der Brief von Faverges nach Dieuz - also innerhalb Frankreich - gelaufen ? Was sucht dann der Grenzüberganzsstempel "Italie - P.Le Pont de Beauvoisin" auf dem Brief ?

    2. Wurde der Brief doch in Italien aufgegeben und Faverge war nur das Auswechselpostamt ? Wo kam dann der Brief her ?

    3. Handelt es sich hier um einen eingeschriebenen Eilbrief ? Siehe Vermerk am Unterrand des Briefes ?

    Der Brief datiert vom 10. September 1834.

    Wer kann Licht ins Dunkel bringen ?

    beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser

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  • Online
    kartenhai
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    • 20. Juli 2010 um 13:28
    • #2

    Geschrieben wurde der Brief in Cons-Sainte-Colombe in der Region Rhone-Alpes. Aufgegeben in der Nachbarstadt Faverges b. Annecy. Da der Weg über Italien anscheinend kürzer war oder es wegen der Eile schnell gehen musste, wurde der Brief vermutlich über Aosta in Italien, dann über die Schweiz und Elsass nach der Bestimmungsregion Lothringen gesandt. Der Empfänger wohnte in Guebling, ca. 5 km nördlich vom Bestimmungsort Dieuze entfernt.

    Seltsam der Stempel mit dem Ort Le Pont-de-Beauvoisin und Italien. Dieser Ort in der Nähe von Faverges ist ca. 80 km östlich von der italienischen Grenze entfernt, vielleicht gab es von dort Richtung Aosta in Italien eine schnelle Verbindung?

    Unten links steht: Tres pressee et recommandee, was bedeutet: Sehr eilig und eingeschrieben.

    Gruß kartenhai

    2 Mal editiert, zuletzt von kartenhai (20. Juli 2010 um 13:35)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 20. Juli 2010 um 13:59
    • #3

    Lieber PK,

    ich bin kein Experte, aber kann vlt. hier und da etwas zur Lösung beitragen.

    Der Brief stammt aus dem Königreich Sardinien. Er erhielt den sardischen Stempel C.S.1.R. für Correspondance Sardois Premier Rayon, stammte also aus dem 1. Bezirk Sardiniens zur franz. Grenze.

    Hierfür wurde Sardinien von Frankreich der Vertragsteil von 3 Decimes angerechnet (Verrechnungsstempel lt. Postvertrag "3").

    Den Grenzübergang hast du schon beschrieben.

    Frankreich setzte ein Inlandsporto von 7 Decimes an, so dass die mittig notierten 10 Decimes für den Portobrief beim Abgabepostamt zu kassieren waren.

    Weil dieser aber nicht am Ort selbst wohnte, sondern entfernter logierte, musste für 1 Decimes (Stempel 1d) der Landbriefträger ihn nach dorthin austragen, so dass er nun total 11 Decimes kostete.

    Der Vermerk "pressante" und "recommandée" war nicht wichtig, weil der Absender

    a) keinen Expreßbrief schreiben konnte (das gab es nicht bei diesem Postvertrag) und

    b) den Brief nicht frankieren wollte (bei Chargébriefen war die Frankatur vorgeschrieben und das Geld hatte der Absender wohl nicht).

    Ein ganz normaler Brief also. :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Online
    kartenhai
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    • 20. Juli 2010 um 14:18
    • #4

    @ bayern klassisch:

    Da wirft sich aber die Frage auf:

    Warum sollte ein Eilbrief, geschrieben vom Absender in Cons-Sainte-Colombe in der französischen Region Rhone-Alpes, ausgerechnet über das in der völlig falschen Richtung und weit entfernt liegende Sardinien nach Lothringen verschickt werden ?(

    Gruß kartenhai

  • bayern klassisch
    Gast
    • 20. Juli 2010 um 15:10
    • #5

    Hallo kartenhai,

    wenn der Brief aus Faverges stammt, dann war das damals Obersavoyen und damit sardisch. Erst 1858 wurden die Gebietsteile, die Frankreich wollte, mit Sardinien getauscht. Alles nicht so einfach ... ;)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Online
    kartenhai
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    • 20. Juli 2010 um 15:20
    • #6

    @ bayern klassisch:

    Alle Unklarheiten beseitigt. :)

    Gruß kartenhai

  • Postgeschichte-Kemser
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    • 20. Juli 2010 um 20:55
    • #7

    kartenhai und b-k,

    jetzt stell' ich Euch beiden mal eine virtuellen Kasten "Tegernseer" hier rein - zwecks der aktuell hohen Temperaturen und der tollen Erläuterungen. :O_O: :O_O: Herzlichen Dank ! :)

    Beste Grüße aus Lenggries
    Postgeschichte-Kemser

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  • Postgeschichte-Kemser
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    • 3. September 2010 um 08:24
    • #8

    Hallo zusammen,

    noch ein nettes Briefchen in dem Zusammenhang:

    La Rochelle 1828 nach Nizza - auf den ersten Blick durch die "heutige Brille" Frankreich - Frankreich.

    Aber warum dann "C.F.4.R." - wo dieser Stempel doch für grenzüberschreitende Post bestimmt war ?

    Zitat Wikipedia und des Rätsels Lösung:
    "Im Jahre 1814 fiel im Ersten Pariser Frieden die Grafschaft Nizza an Piemont zurück, das mittlerweile Teil des Königreichs Sardinien geworden war.....1859 unterstützte Frankreich die gegen die Habsburger errungene nationale Einigung Italiens unter der Herrschaft des Königs von Piemont-Sardinien, der Napoléon III. dafür im Vertrag von Turin die endgültige Angliederung Savoyens und Nizzas an Frankreich zugestehen musste."

    Nizza war also aus französischer Sicht von 1814 bis 1859 "Ausland".

    Ich finde, ein schönes Beispiel, wie sich Zeitgeschichte in der Philatelie widerspiegelt.

    beste Grüße
    Postgeschichte-Kemser

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