1. Dashboard
  2. zum Forum
    1. Unerledigte Themen
  3. Mitglieder
    1. Letzte Aktivitäten
    2. Benutzer online
    3. Team
    4. Mitgliedersuche
  4. Ratgeber
  5. Hilfe
  • Anmelden oder registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Artikel
  • Forum
  • Seiten
  • Erweiterte Suche
  1. PHILAFORUM.COM Briefmarkenforum
  2. Forum
  3. Briefmarken
  4. Deutschland
  5. Altdeutschland

Transitbriefe

  • Michael D
  • 10. Juli 2010 um 15:58
  • Michael D
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.017
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    5. August
    • 10. Juli 2010 um 15:58
    • #1

    Liebe Sammlerfreunde,

    da ich keinen Thread für meinen Brief gefunden habe, eröffne ich ein neues Thema. vielleicht finden sich ja noch andere Transitbriefe mit interessanten Leitwegen quer durch Europa.

    Der hier gezeigte Brief wurde am 7.9.1854 in Constantinopel aufgegeben. Er lief über Wien (rs. K1 vom 16.9.) in die preußische Rheinprovinz nach Düren by Aachen, wo er am 19.9. zugestellt wurde.
    Eine erstaunlich kurze Laufzeit von 12 Tagen für diese Strecke.

    Rückseitig ist noch ein (österreichischer ?) Desinfektionsstempel SIGILLUM SANITATIS abgeschlagen. War das bei der Herkunft des Briefes zu dieser Zeit noch Standard ?

    Die Empängerin hatte 7 1/4 Sgr. zu bezahlen.

    Kann jemand etwas zu dem Leitweg sagen ? Vermutlich gab es noch keine durchgehende Eisenbahnverbindung - also per Schiff ? (9 Tage für Constantinopel nach Wien)
    Hatte Österreich dort ein eigenes Postamt ?
    Wie berechnete sich das Porto ?
    Kann jemand was zu dem Desinfektionsstempel sagen ? (Mein Feuser schweigt hierzu ...)

    Wie üblich einige Fragen - aber ich hoffe auf bewährte Unterstützung. :)

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

    Einmal editiert, zuletzt von Michael D (10. Juli 2010 um 15:59)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 10. Juli 2010 um 16:22
    • #2

    Lieber Michael,

    der Brief vom 7.9.1854 fiel in die Zeit des Krimkrieges. Allein das macht ihn schon besser, als die meisten Briefe des Osmanischen Reiches nach Preußen.

    Maßgeblich war der Postvertrag, den Österreichs Postanstalten im Ausland mit den dortigen Potentaten und dem Österreichischen Lloyd abgeschlossen hatten.

    Diese Postconvention war im Juni 1852 an die Postvereinsstaaten von Wien aus abgegangen und wurde mit gewisser zeitlicher Verzögerung bei den jeweiligen Landespostanstalten publiziert. Spätestens im Juli 1854 sollten alle davon Kenntnis besessen haben.

    Es galten die Bestimmungen des DÖPV. Man konnte also entweder komplett frankiert, oder gänzlich unfrankiert versenden, hier bei dir unfrankiert. Die Progression verlief von Loth zu Loth. Dieser Brief war bis 1 Loth exkl. schwer.

    Konstantinopel, also die sog. europäische Türkei, kannte zwei Laufwege:

    1) Den mit dem österreichischen Lloyd über Triest, oder

    2) den über die untere Donau und Wien (Landweg).

    Die Taxen hierfür waren identisch, jeweils 12 Kreuzer Conventionsmünze.

    Das Contumazamt für deinen Brief war nicht Galatz, aber die anderen könnte ich nicht ausschließen, weil ich den Stempel kaum lesen kann.

    Zu diesen 12 Kr. CM kam die Postvereinsgebühr hinzu, denn die 12 Kr. CM galten nur bis zur Postvereinsgrenze Österreichs im Süden.

    Hier wurden nur 9 Kr. CM angesetzt (intern), obwohl es sich um einen Postvereinsbrief handelte, der eigentlich je Loth über 20 Meilen mit 12 Kr. CM bzw. 4 Sgr. für den Postverein zu taxieren gewesen wäre. Aber diese Briefe mit "Auslandscharakter" blieben von der Zutaxe des Postvereins verschont, so dass die 21 Kr. CM, die allein Österreich zustanden, in 7 1/4 Sgr. korrekt reduziert wurden.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.017
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    5. August
    • 10. Juli 2010 um 16:42
    • #3

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für die Angaben.
    Türkisch-preußische Briefe sind wahrlich kein Alltag, so dass ich hier keine Unterlagen besitze. Daher sind deine Ausführungen sehr wertvoll für mich. :)

    Zitat

    Hier wurden nur 9 Kr. CM angesetzt (intern), obwohl es sich um einen Postvereinsbrief handelte, der eigentlich je Loth über 20 Meilen mit 12 Kr. CM bzw. 4 Sgr. für den Postverein zu taxieren gewesen wäre.


    Du meinst hier die höhere Taxe für Portobriefe, oder ?

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 10. Juli 2010 um 17:03
    • #4

    Lieber Michael,

    so ist es - als Postvereinsbrief hätte er ja unfrankiert 12 Kr. kosten müssen für die Strecke Österreich - Preußen. Aber das hat man gescheut.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.017
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    5. August
    • 11. Juli 2010 um 11:23
    • #5

    Lieber bayern klassisch,

    ich habe noch mal 3 kleine Nachfragen zu dem obigen Brief:

    Zitat

    Konstantinopel, also die sog. europäische Türkei, kannte zwei Laufwege:

    1) Den mit dem österreichischen Lloyd über Triest, oder

    2) den über die untere Donau und Wien (Landweg).

    Dies bedeutet, dass mein Brief den Landweg genommen hat.
    Kann man davon ausgehen, dass alle mit dem Lloyd beförderten Briefe einen Eingangsstempel von Triest aufweisen ? Oder wie könnte man die Leitwege sonst unterscheiden?

    Zitat

    Original von bayern klassisch
    ...
    Hier wurden nur 9 Kr. CM angesetzt (intern), obwohl es sich um einen Postvereinsbrief handelte, der eigentlich je Loth über 20 Meilen mit 12 Kr. CM bzw. 4 Sgr. für den Postverein zu taxieren gewesen wäre. Aber diese Briefe mit "Auslandscharakter" blieben von der Zutaxe des Postvereins verschont, so dass die 21 Kr. CM, die allein Österreich zustanden, in 7 1/4 Sgr. korrekt reduziert wurden.
    ...

    War das verschonen mit dem Portozuschlag bestimmten Auslandsbriefen vorbehalten oder wie wurde es praktiziert ?
    Ermessenssache oder Vorschrift ?

    Außerdem interessiert mich das Zustandekommen deiner korrekten Reduzierung 21 Kr. CM --> 7 1/4 Sgr.
    In dem PV Preußen-Österreich finde ich nur die Variante 3 Kr. --> 1 Sgr.

    NB: Bei meinem Brief handelt es sich interessanterweise um einen 3-seitigen, eng beschriebenen Privatbrief, in dem auch auf den laufenden Krimkrieg eingegangen wird.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 11. Juli 2010 um 12:24
    • #6

    Lieber Michael,

    zur Vereinfachung der Erklärung der postalischen Verhältnisse der Lloydpostämter in der Levante mit DÖPV - Zielländern darf ich einen Portobrief von Konstantinopel nach Wöhrd bei Nürnberg zeigen, der vom 1.5.1857 datiert.

    Auf diesem wurden auch die von mir gezeigten 12 Kr. im Zähler notiert und im Nenner die 9 Kr. für den Postverein. Wie du aber anhand der Endsumme von 24 Kr. rheinisch erkennen kannst, konnte da etwas "nicht stimmen", denn die Auslandsgebühren von Kreuzern Conventionsmünze mussten ja paritätisch umgerechnet werden und 12 Kr. CM entsprachen 15 Kr. rheinisch, so dass jetzt die Sache wieder rund wird:

    12 Kr. CM = 15 Kr. rh. plus 9 Kr. rh. für den Postverein = 24 Kr. rheinisch, siehe Gesamtporto in Nürnberg.

    Preußen hatte ja den Sgr. = 3 Kr. CM für Innerpostvereinsversendungen fixiert, jedoch bei Auslandsbriefen wie hier galten die tatsächlichen Währungsparitäten, ansonsten wären 12 + 9 Kr. CM = 21 Kr. CM = 7 Sgr. gewesen, aber 3 Kr. CM waren eben etwas mehr wert als nur 1 Sgr., daher musste Preußen auch mehr Geld von seinen Empfänger kassieren, weil ja Österreich einen paritätischen Anspruch darauf hatte. Also waren 12 Kr. CM = 4 1/4 Sgr. gerechnet worden.

    Diese Berechnung war also nicht ad libitum, sondern durch Vollzug der österreichischen Vorschriften zustande gekommen. Ich hoffe, du kannst das jetzt mit der besseren Erklärung leichter nachvollziehen. :)

    Wie du meinem Brief entnehmen kannst, trägt er den Leitwegsvermerk des Absenders "via Trieste". Darüber hinaus bekam er dort auch den Eingangsstempel "Leta=arr=per mare" für "Lettera arrivata per mare", also Brief kam über das Meer an - einen Stempel, den nur Triest führte und der auf Briefen via Wien auf dem Landweg niemals vorkommen konnte (allerdings war es möglich, dass Briefe mit diesem Stempel über Triest nach Preußen auch via Wien liefen, wenn die Zielorte im östlichen Teil Preußens lagen (Schlesien usw.)). In diesem Falle hätten sie natürlich auch einen Wiener Stempel siegelseitig bekommen, weil sie von Triest nach Wien kartiert worden wären, aber eben keinen Stempel aus Triest.

    Interessant in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass vom Postverein aus nach der Türkei damals nur frankierte Briefe zugelassen waren (also ein später Frankozwang!), hingegen von der Türkei in die Länder des DÖPV nur Portobriefe angenommen wurden (VO Nr. 4189 vom 22.3.1854 für Bayern).

    Liebe Grüße von bayern klassisch

    Bilder

    • IMG_0013.jpg
      • 148,45 kB
      • 1.000 × 1.077
      • 362

    2 Mal editiert, zuletzt von bayern klassisch (11. Juli 2010 um 12:26)

  • Michael D
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.017
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    5. August
    • 11. Juli 2010 um 12:37
    • #7

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für die ausführlichen und sehr anschaulichen Erläuterungen und das Zeigen des interessanten Briefes !

    Zitat

    Interessant in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass vom Postverein aus nach der Türkei damals nur frankierte Briefe zugelassen waren (also ein später Frankozwang!), hingegen von der Türkei in die Länder des DÖPV nur Portobriefe angenommen wurden (VO Nr. 4189 vom 22.3.1854 für Bayern).


    Dies erklärt den Verzicht auf den Portozuschlag natürlich. Eine entsprechende Verordnung müsste es dann u.a. auch bei der preußischen Post gegeben haben.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 11. Juli 2010 um 13:00
    • #8

    Lieber Michael,

    ich bin mir ganz sicher, dass es eine Vorschrift auch von Preußen gibt. Leider war das Korrespondenzaufkommen in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts relativ beschränkt, so dass es nur wenige Briefe gibt (ich fürchte, dass es nach etlichen Postvereinsstaaten gar keine Briefe von/nach der Türkei heute noch gibt).

    Man zeigt ja gerne einen "Gegenbrief", aber auf den zu Konstantinopel nach Wöhrd warte ich schon seit über 20 Jahren ... ich glaube, das sagt schon alles, oder? :D

    Sicher hat Preußen da mehr zu bieten. :)

    Liebe Grüße von bayern klassisch

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (11. Juli 2010 um 13:01)

  • Bayern-Nils
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    2.481
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    29. April 1962 (64)
    • 11. Juli 2010 um 13:30
    • #9

    Hallo ihr zwei

    Besten Dank fürs Zeigen und Beschreiben diese zwei schöne Briefe. :P :P

    Dann wage ich auch eine Kleinigkeit zu zeigen. Es ist ein Brief der von Constantinopel nach Paris im Kriegsjahr 1871 lief. Wie die Rückseite zeigt ist der Brief durch Wien gelaufen. Vorderseitig ist der alte französische "Autr. - Strasbourg" Stempel zu sehen. Somit lief der Brief über Bayern, Württemberg und Baden in geschlossene Transit.

    Der Brief kostete der Absender 40 Soldi. Wie die Vertrage hier waren kenne ich nicht. Nehme aber an dass Österreichischer Levant die selbe Vertrage wie Österreich selbst hier folgten.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 11. Juli 2010 um 14:01
    • #10

    Hallo Nils,

    ein herrliches Stück - aber Briefe aus der Türkei kosteten mehr als Briefe aus Frankreich. Der P.D. - Stempel und der A - Stempel (Autriche) stammen auch aus Wien, auch wenn es in der Literatur teils anders geschrieben wurde.

    Ich glaube, dass 25 Nkr. (Nkr. gleich Soldi) für einfache, frankierte Briefe von Ö nach F zu zahlen waren, aber 40 Nkr. wie hier für die aus der Levante.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.017
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    5. August
    • 11. Juli 2010 um 14:38
    • #11

    Hallo Nils,

    ein sehr schöner Brief ! Wenn der zu deinen Kleinigkeiten gehört ... ;)
    Danke fürs Zeigen.

    @bayern klassisch
    Ich weiß nicht, ob Preußen hinsichtlich türkischer Korrespondenz so viel mehr zu bieten hat, als Bayern.
    Werde mich aber bemühen ...

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • Bayern-Nils
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    2.481
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    29. April 1962 (64)
    • 11. Juli 2010 um 16:43
    • #12

    Hallo ihr zwei

    Danke für ihre Antworte.

    Briefe aus Constantinopel gibt es eine Menge. Denke auch dass es nach Preussen wie nach Bayern nur wenige gibt. Die Meisten gehen nach England, Frankreich oder Italien, was ich gesehen habe. Oder auch um Schwarzen Meer selbstverständlich.

    Ich wusste nicht dass Soldi und Neukreuzer gleich waren. Ist notiert geworden ;)

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. Juli 2010 um 14:14
    • #13

    Liebe Sammlerfreunde,

    mein kleines Briefchen aus Würzburg vom 1.5.1834 (Postaufgabe 2.5.) nach Wohlen in der Schweiz habe ich hier doch wohl in den falschen Thread eingestellt, oder?

    Die Siegelseite ist blank, wie nicht anders zu erwarten. 15 Jahre später wäre das anders gewesen ... ;)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Bilder

    • IMG_0004.jpg
      • 196,16 kB
      • 1.367 × 837
      • 290
  • Bayern-Kreuzer
    Gast
    • 16. Juli 2010 um 15:31
    • #14

    Liebe Bayernfreunde

    passend zu dem Briefchen von bayern-klassisch zeige ich mein Brüderchen vom 13.12.1835 zu dem Brief. Er lief von München nach Wohlen.
    Die Strecke München - Grenze war kürzer als die Strecke Würzburg - Grenze. Deshalb ist das bay. Porto bei meinen Brief niedriger. In der Schweiz sind die Taxen identisch.

    Viele Grüße
    bayern-kreuzer

    Bilder

    • Wi 8a - München Wohlen.jpg
      • 297,96 kB
      • 1.266 × 922
      • 280
  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. Juli 2010 um 15:52
    • #15

    Hallo Bayern-Kreuzer,

    auch ein schöner Brief - aber warum haben wir die beiden unter Tansitbriefe eingestellt?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    P.S. Briefe aus München in die Schweiz erhielten eine moderierte Gebühr, weil man den Postbetrug reduzieren wollte. Gewußt?

  • Michael D
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.017
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    5. August
    • 16. Juli 2010 um 16:14
    • #16

    Lieber bayern klassisch,

    da hast Du heute aber eine große wundertüte ausgepackt. ;)

    Der Brief aus Würzburg lief anscheinend über Baden in die Schweiz.
    Die Taxierung ist aber schwierig. Der badische Transit hätte meines Wissens 8 Kr. kosten müssen. Da keine Gewichtstaxe zu sehen ist, müsste es ein 1-fach schwerer Brief sein.

    Ob der Münchner Brief dann auch (über Günzburg ??) durch Baden nach Basel spediert wurde, kann ich nur vermuten.

    Bin gespannt auf die Lösung.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. Juli 2010 um 16:43
    • #17

    Lieber Michael,

    du bist auf der Spur - bei dem Würzburger Brief. :)

    Damals war noch das Denken ein stark ärarisch geprägtes, so dass man durch die Leitung von Post über möglichst lange Strecken des eigenen Territoriums versuchte, den Hauptteil der Portokosten selbst zu kassieren.

    Hier wurden beide Briefe über bayerisches Gebiet dem Zürcher Postgebiet (nicht Kanton!) über Lindau zugeleitet (Postvertrag von 1829). Baden blieb noch außen vor. Daher auch 6 Kr. Zürcher Transit bis an die Grenze des Aargaus und 4 Kr. für den Aargau bis zum Empfänger. Hier haben wir bei beiden Briefen nur gerade Zahlen, daher gab es nichts zu runden. Bei einer ungeraden Kreuzersumme wurde immer um einen Kreuzer aufgerundet.

    Erst mit dem neuen Postvertrag Bayerns mit Baden wurden die Sendungen aus der Pfalz und von Unterfranken den badischen Bahnposten im Einzeltransit übergeben und Baden auch das Schweizer Weiterfranko angerechnet.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.017
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    5. August
    • 16. Juli 2010 um 17:03
    • #18
    Zitat

    Original von bayern klassisch
    ...
    du bist auf der Spur - bei dem Würzburger Brief. :)
    ...

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für die sehr wohlwollende Umschreibung des völligen Danebenliegens. ;)

    Allerdings erschließen sich mir die Taxen noch nicht völlig.


    Viele Grüße
    Michael
    der weiß, warum er nicht Schweiz sammelt ...

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. Juli 2010 um 17:17
    • #19

    Lieber Michael,

    bei meinem Brief aus Würzburg nach Wohlen erhielt Bayern 12 Kr. (immer in schwarz notiert), Zürich verrechnete sich, weil man nur 4 Kr. addierte, statt deren 6, wie es der Brief aus München richtig zeigt und der Aargau bekam 4 Kr. von der Postgrenze Zürichs bis nach Wohlen.

    Dabei muss man sagen, dass die Schweizer Kreuzer ca. 20% höherwertig waren, als die rheinischen Kreuzer. Im Klartext: Zürich gab Bayern die minderwertigen rheinischen Kreuzer, kassierte aber die höherwertigen Schweizer Kreuzer von dem Publikum. Ein klassischer Windfall - Profit, weil ja damals in Kreuzern gerechnet wurde.

    Als die Kantonalposten zu Gunsten der eidgenössischen Post ihre Eigenständigkeit verloren, war auch dieser Profit verschwunden, denn die Saldierung erfolgte nun in Schweizer Rappen bzw. Centimes.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (16. Juli 2010 um 17:18)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 23. Juli 2010 um 16:08
    • #20

    Liebe Sammlerfreunde,

    weil hier ja zuletzt nur noch Rosinen gezeigt wurden, die jeder gerne hätte, möchte ich meine aktuelle Neuerwerbung aus dem Bereich GB - BE - PR - TT - BY - Ö vorstellen. :)

    Von London aus lief ein Portobrief etwas verspätet am 7.7.1864 (TOO - LATE G.P.O. = Zu spät General Post Office) nach Dornbirn in Österreich.

    Der Absender notierte oben links "Ostend", so dass der Brief über Belgien und Preußen laufen sollte. Bei seiner Ankunft in Aachen erhielt er den roten aus England - Stempel und den blauen 35 Neukreuzer - Stempel, den van der Linden mit 5 Punkten bewertet (Respekt!).

    Am 13.7. traf er in Kempten ein und wurde siegelseitig gestempelt, so dass man davon ausgehen kann, dass man ihn zuvor dorthin direkt kartierte.

    Über Bregenz (14.7.) errreichte er am selben Tag noch Dornbirn und wurde ausgetragen.

    Viele Briefe aus GB über Bayern nach Österreich dürfte man nicht finden, die offen weiter versandt wurden, statt geschlossen durch Bayern zu transitieren.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Bilder

    • IMG_0002.jpg
      • 219,05 kB
      • 1.409 × 863
      • 230
    • IMG_0004.jpg
      • 162,55 kB
      • 1.383 × 771
      • 234

Registrierung

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen
  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum
  3. Kontakt

Partnerprogramm / Affiliate Disclaimer

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Mit * markierte Links sind Affiliate-Links (Werbung). Nur auf diese Weise können wir dieses großartige Forum finanzieren, wir bitten um euer Verständnis!

Community-Software: WoltLab Suite™