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1930 - 1945

  • mx5schmidt
  • 8. März 2010 um 22:04
  • mx5schmidt
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    • 9. September 2011 um 12:18
    • #121

    Hallo northstar,

    zwei wieder einmal sehr interessante Belege von Dir, mach gerne weiter so!

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

    PS:
    Ich gehe aktuell etwas als Musiksammler fremd und archiviere meine bescheidene CD-Sammlung, nachdem ich leider nicht mehr durchblickte, was ich bereits habe und was mir noch fehlt und es daher zu einigen Doppelkäufen kam.

  • northstar
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    • 9. September 2011 um 14:39
    • #122

    Hallo mx5schmidt,

    schön, daß Du nicht ganz in der Versenkung verschwunden bist.
    Ich habe noch einige Belege zum Thema Blockade (und nicht nur zu diesem Thema), die ihrer Aufarbeitung harren.

    Viel Spaß weiterhin beim CD archivieren!
    Und: kiek mol wedder in!

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • mx5schmidt
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    • 15. Januar 2012 um 21:56
    • #123

    Auch dieser Thread soll jetzt mal wieder aus der Versenkung gehoben werden!

    Brief, aufgegeben am 15.10.1935 in Vero Beach, Florida, befördert per Luftpost auf dem Erstflug nach Orlando, worauf ein Cachetstempel mit dem für Vero Beach passenden Motiv ''Surfer'' hinweist.

    Am 16.10.1935 kam der Beleg dann in Orlando, Florida an, was per Tagesstempel dokumentiert wurde.

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 16. Januar 2012 um 22:07
    • #124

    Brief, aufgegeben am 01.10.1935 in Bethlehem, Pennsylvania, befördert per Luftpost auf dem Erstflug nach Orlando, Florida, worauf ein Cachetstempel hinweist.

    Am 02.10.1935 kam der Beleg in Orlando, Florida an, was per Maschinenstempel auf der Rückseite dokumentiert wurde.

    ''Carrie E. Kutz'' unterschrieb dabei auf der Vorderseite als ''Acting Postmaster''.

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • northstar
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    • 27. Januar 2012 um 21:25
    • #125

    Wieder gibt mir ein Jahrestag der Blockade Leningrads Anlass dazu, etwas zu diesem Thema zu zeigen. Am 27. Januar jährt sich zum 68. Mal das Ende der Blockade.


    Beleg 1: Postkarte aus Leningrad nach Troekurovo (Gebiet Rjazan). Die von Zeiten und Umständen mitgenommene Karte war der erste Blockade-Beleg in meiner Petersburg/Petrograd/Leningrad-Sammlung und ist aufgrund des mit schwachem Bleistift geschriebenen Mitteilungstextes ein bedrückendes Dokument jener Zeit, aus dem Angst und Ungewissheit sprechen. Diese, Anfang des 20. Jahrhundert gedruckte Postkarte mit dem Maiglöckchenmotiv fand etwa 40 Jahre nach ihrem Druck eine saisongerechte Verwendung als Gruß einer Mutter an ihre wahrscheinlich aus der Stadt evakuierte Tochter zum 1. Mai:

    - TSt-Fragment Leningrad-Smolninskij, das Datum war auf der Marke abgeschlagen, die später abgefallen ist oder abgelöst wurde.
    - Ankunftstempel Troekurovo Rjazan. obl. 06.05.1943 auf der Bildseite
    - Militär-Zensurstempel mit Ortsangabe „Leningrad“, Zensor „87“

    Der Mitteilungstext endet mit dem Satz: „Wenn Du diese Karte erhältst, schreib uns eine Antwort. Und ich werde Dir eine Karte schicken, aber wenn wir nicht schreiben werden, dann warte auf keine einzige Karte mehr von Mama.“


    Beleg 2: Ein sogenanntes „Treugolnik“ , ein zu einem Dreieck gefalteter Briefbogen. Eine während der Kriegs- und Nachkriegszeit aufgrund des Mangels an Umschlägen und Karten häufig anzutreffende Form von Briefsendungen, insbesondere auch von Soldaten aus dem Feld. Das gezeigte Exemplar ist aus einer relativ umfangreich erhaltenen Korrespondenz einer Leningrader Ärztin mit ihrer Tochter im Gebiet Krasnojarsk.

    - TSt Leningrad-Dzerzhinskij 15.03.1943
    - Ankunftstempel Ujar Krasnojar. Kraj 16.04.1943
    - Militär-Zensurstempel mit Ortsangabe „Leningrad“, Zensor „61“

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    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

    Einmal editiert, zuletzt von northstar (27. Januar 2012 um 21:27)

  • mx5schmidt
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    • 5. Februar 2012 um 18:20
    • #126

    Ein interessantes Zeitzeugnis im Hinblick auf den wenig später ausbrechenden II. Weltkrieg stellt der Text ''Deutschland, ein Hort des Friedens!'' auf diesem Zierfeld dar!

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 18. September 2012 um 13:21
    • #127

    Heute ein Beitrag zum Thema Völkerbund:

    Der Völkerbund (französisch Société des Nations, englisch League of Nations, spanisch Sociedad de Naciones) war eine Internationale Organisation mit Sitz in Genf (Schweiz).

    Er nahm am 10. Januar 1920, kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges, seine Arbeit auf, um den Frieden dauerhaft zu sichern, und wurde am 18. April 1946 in Paris, kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges, aufgelöst.

    Der Völkerbund gilt als indirekter, zeitgeschichtlicher Vorläufer der Vereinten Nationen (UNO).

    Die Schweiz gab von 1922 bis 1944 insgesamt 90 Postwertzeichen heraus, wobei es sich jeweils um Schweizer Postwertzeichen mit Aufdruck SOCIÉTÉ DES NATIONS handelt.

    Dieser Brief, frankiert mit einer EF der 30 (C.), Grundmarke Schweiz Mi.N. 169, mit Aufdruck ''SOCIÉTÉ DES NATIONS'', gleich Völkerbund Mi.Nr. 19 x, erschienen in einer Auflage von 450.000 Stück, wurde am 7.1.1930 mit passendem Tagesstempel versehen.

    Der Brief trägt auf der Rückseite einen Prägestempel vom Völkerbund in französisch/englisch als Absender.

    Sehr interessant ist auch der Empfänger Dr. von Matsch im Bundeskanzleramt, Abteilung Aeusseres in Wien. Die Angabe wurde zwar geschwärzt, ist aber noch gut zu entziffern.

    Franz Matsch wurde am 24. Jan. 1899 in Wien als Sohn des Malers Franz Matsch geboren.

    Gleich nach dem Abitur rückte er 1917 ein und wurde nach Frontdienst in Italien 1918 k.u.k. Leutnant der Reserve.

    Nach Kriegsende studierte er Jura und 1921 promovierte er zum Dr. jur. an der Universität Wien.

    Überzeugt vom Wert einer internationalen Friedensorganisation stellt sich M. von 1921 bis 1927 dem Bundeskanzleramt (Abteilung für Auswärtige Angelegenheiten) unbesoldet für Völkerbundarbeiten zur Verfügung.

    1929 wurde er in den diplomatischen Außendienst übernommen, 1934 Ministerialsekretär.

    Von 1922 bis 1937 hat er im Rahmen der österreichischen Delegation an den Völkerbundversammlungen teilgenommen und war in verschiedenen Kommissionen des Völkerbundes und am Internationalen Institut für Geistige Zusammenarbeit tätig.

    Wegen seiner politischen Haltung und seiner Sympathie für den Völkerbund wurde er nach der Eingliederung Österreichs in das Reich vom Dienst enthoben.

    Ab Juli 1939 dienstverpflichtet, war er bis Kriegsende in der deutschen Heeresverwaltung tätig.

    Wie ich finde, einmal mehr ein Brief mit Gesicht und Geschichte!

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • Saguarojo
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    • 18. September 2012 um 14:37
    • #128

    Ein sehr schönes Zeitdokument. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Brief.

  • mx5schmidt
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    • 7. Dezember 2012 um 21:57
    • #129

    Diesen dreieckigen Faltbrief habe ich, weil er so ausgefallen und interessant aussieht, für meine Sammlung 1930-1945 gekauft!

    Den 3 Tagesstempeln nach stammt er aus Russland.
    Der früheste der drei Tagesstempel ist vom 21.12.1944.
    Die beiden anderen Tagesstempel sind aus Moskau, einer vom 31.12.1944 um 22 Uhr und einer vom 01.01.1945 um 8 Uhr.

    Insofern dokumentiert dieser Beleg auf jeden Fall schon einmal philatelistisch perfekt den Jahreswechsel 1944/1945!

    Aber ich wüsste natürlich schon gern etwas genauer, was ich da eigentlich erstanden habe!???

    Vielleicht kann mir ja einer von Euch weiterhelfen???

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • Wandervogelgelb
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    • 7. Dezember 2012 um 22:10
    • #130

    Auf dem ersten Abschnitt ist eine Moskauer Adresse aufgeführt, mit Straße und Quartier (Wohnung).

    Im unteren Teil steht ein Name, die Zahlenkombination könnte eventuell eine Feldpostnummer sein. Der Stempel in der Mitte ist ein Feldpoststempel, unter dem rechten Stempel befindet sich ein Zensurstempelabschlag, sehr undeutlich lesbar, wohl ein Provisorum.

    Es könnte sich, wenn es keine weiteren schriftlichen Hinweise gibt, also um ein einfaches Lebenszeichen eines Sowjetsoldaten handeln. Ich würde das Teil mal auf eine versteckte Botschaft abklopfen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Wandervogelgelb (7. Dezember 2012 um 22:18)

  • mx5schmidt
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    • 7. Dezember 2012 um 22:28
    • #131

    Hallo Wandervogelgelb,

    Vielen Dank für Deine ersten sachdienlichen Hinweise!

    Selbstverständlich sollte ich Euch für eine exakte Zuordnung den Text nicht vorenthalten, hier also das Innenleben des Beleges!

    Mal sehen, ob ich das Teil gleich wieder so kunstvoll zusammengefaltet bekomme!

    Liebe Grüße
    mx5schmidt

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  • mx5schmidt
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    • 7. Dezember 2012 um 22:37
    • #132

    Das Zustellpostamt Nummer ''68'' in Moskau in der Adresse stimmt auf jeden Fall schon mal mit dem TSt vom 01.01.1945 überein!

  • Barbarossa
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    • 8. Dezember 2012 um 10:10
    • #133

    Ja, ganz offensichtlich der Brief eines Soldaten (Alexej Chespokovoi) an seine Eltern in Moskau, denen er Grüße zum Jahreswechsel schickt und schreibt, dass es ihm gut geht.
    Interessant ist, dass er zwar den Eltern schreibt, dann aber in nahezu jedem Satz nur seine Mutter anspricht. (Vielleicht ist der Vater auch an der Front?) Er bedankt sich auch für die Post die er von ihr erhalten hat.

    Scheint noch ein sehr junger Mensch gewesen sein und man kann nur hoffen, dass er den Krieg überlebt hat.

    Die kleine eingekreiste 15 auf dem Umschlag könnte eine persönliche Nummerierung seiner Briefe sein.

    Herzliche Grüße aus dem Brandenburgischen.

    Einmal editiert, zuletzt von Barbarossa (8. Dezember 2012 um 10:18)

  • northstar
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    • 8. Dezember 2012 um 13:06
    • #134

    Hallo zusammen,

    bei der fünfstelligen Zahl in der Absenderangabe handelt es sich – wie Wandervogelgelb schrieb - um eine Feldpostnummer s. das P.P. (polevaja potchta) vor der Nummer, die dem 368. MG-Artellerie-Bataillon zugeordnet war (Angabe nach Eingabe bei ).

    Der Zensurstempel unter dem TSt von Moskau 68 ist ein dem Muster der damaligen Zeit entsprechender Zensurstempel, der undeutliche Abschlag liegt wahrscheinlich an der Abnutzung oder Verunreinigung des Stempels.

    Moskau 4 (TSt links) könnte das zuständige Bezirksknotenamt gewesen sein, über das der Brief an die Postabteilung 68 zur Zustellung gegeben wurde.

    Ob es in dem Text eine verborgene Botschaft gibt, ist schwer zu sagen, wohl eher weniger. Da der Soldat aus dem Urlaub schreibt („privet s otdycha“ in der ersten Zeile), kann man ihm wohl auch abnehmen, dass er sich ausgezeichnet fühlt (6. Zeile). Etwas weiter unten bittet er seine Mutter, ihm „Gormafon“-Nadeln zu schicken. Er meint sicherlich Grammophonnadeln.

    Ansonsten beinhaltet die Nachricht das, was sich auch in anderen, mir bekannten Briefen jener Zeit zeigt: Infomationen über sich selbst und Bekannte/Verwandte. Man muss bedenken, dass ja jeder Brief von einem Militärzensor gelesen wurde, und es war damals scheinbar verbreitet, diesen Apekt berücksichtigend, Mitteilungen etwas einfacher zu halten. Angaben über ihren Aufenthaltsort durften Soldaten z.B. nicht machen.

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • Claude D.
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    • 10. Dezember 2012 um 22:51
    • #135

    Diese Art von Faltbriefen scheint zu der Zeit in Russland des öfteren versendet worden zu sein, wie folgende Beispiele bei eBay zeigen:

    http://www.ebay.com/itm/1754-R…ain_0&hash=item2c6aafffa6 (Affiliate-Link)

    http://www.ebay.com/itm/WW2-RU…ain_0&hash=item1e755a4f73 (Affiliate-Link)

    http://www.ebay.com/itm/SU-RUS…ain_0&hash=item3a75aebe61 (Affiliate-Link)

    Liebe Grüsse, Claude D.

    3 Mal editiert, zuletzt von Claude D. (10. Dezember 2012 um 22:59)

  • northstar
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    • 11. Dezember 2012 um 08:38
    • #136

    Die Form des dreieckigen Faltbriefes (russisch „Treugolnik“) war eine durch kriegsbedingten Mangel an Umschlägen sehr häufig anzutreffende Form von Postsendungen, insbesondere von Soldaten aus dem Feld. Häufig wurden aus Schulheften herausgetrennte Seiten verwendet. Dreickeckbriefe wurden noch bis Anfang der 1950er auch im zivilen Verkehr versandt.

    Die Preise in Russland für Dreieckbriefe aus der Zeit des II. WK liegen abhängig vom Versendungszeitpunkt und den Stempeln (Tages-, Zensur-, Nachgebührenstempel etc.) bei ca. 100 Rbl.-500 Rbl. (d.h. 3 bis 15 USD).

    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • northstar
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    • 27. Januar 2013 um 17:24
    • #137

    Heute jährt sich der Jahrestag der vollständigen Befreiung der Stadt Leningrad von der Blockade 1944. Anlass, wieder einmal etwas zu zeigen. Kürzlich konnte ich einen sehr interessanten Brief mit Inhalt aus dem April 1942 erwerben, aus der Zeit nach wohl dem härtesten Winter der Stadt.

    Die Sendung wurde am 20.04.1942 beim Leningrader Postamt maschinengestempelt und traf bereits am 03.05.1942 in Zlatoust im Gebiet Tscheljabinsk im Ural ein (rückseitiger Ankunftstempel). Während des Krieges waren hierhin Industriebetriebe aus westlichen Gebieten der UdSSR, u.a. vier aus Leningrad. ausgelagert. Der Brief durchlief die Militärzensur in Leningrad, wovon Abschläge mit der Nr.139 auf der Rückseite des Umschlages und auf der ersten Seite der Mitteilung zeugen.

    Die für diese Periode relativ kurze Beförderungszeit von 13 Tagen legt die Annahme nahe, dass der Brief aus Leningrad auf dem Luftwege verlassen hat. Vermerke über die Beförderung per Luftpost wurden nicht angebracht. Die Sendung ist zum Normaltarif frankiert.

    Üblicherweise betrug die Postlaufzeit von Leningrad ins Hinterland min. 3 Wochen. Allein die Beförderung aus der belagerten Stadt per LKW auf des „Straße des Lebens“ über den zugefroren Ladogasee im Winter bzw. auf dem Wasserweg mit Flussschiffen im Sommer und weiter zum fast 300 km von der Stadt entfernten Umschlagpunkt nahm 10-20 Tage ein (vgl. hierzu die Ausführungen bei I. Druzhinin: Vozduschnyj most v blokadnyj Leningrad [Luftbrücke in das blockierte Leningrad], in: SK 22, 1985, S. 3-6). Zudem fanden die letzten Transporte per LKW am 23./24. April statt, da das Eis danach wegen des Tauwetters nicht mehr trug. Die Schifffahrt setzte erst nach dem Ende des Eisgangs ab 20. Mai wieder ein.

    Der Text des Briefes ist auch postgeschichtlich interessant: … Deine Briefe begannen wir bündelweise zu erhalten – die Post arbeitet nur zur Hälfte (die Briefe sammeln sich im ZhAKT [Wohnungs- und Mietgenossenschaft]), und oft beim ZhAKT vorbeizuschauen hatte ich nicht immer die Möglichkeit. …

    In der Zeit von Oktober 1941 bis Februar 1942 kam kaum Post nach Leningrad. Dafür erreichten dann im Februar gleich 6072 Postsäcke die Stadt, die u.a. durch einen Sondereinsatz von Komsomolmitgliedern am 8. März sortiert und verteilt wurde (s. Lev Ratner „Iz istorii potchty Petrograda-Leningrada [Aus der Geschichte Petrograds-Leningrad], SK 25, 1987). Die Post wurde aber nicht mehr in die einzelnen Häuser zugestellt. Lev Ratner schreibt in seinem Aufsatz unter Bezug auf Archivquellen: „Im Winter 1942 waren von 1370 Zustellern 1069 erkrankt, insgesamt wechselten im ganzen Jahr aufgrund von Krankheit, Tod, Evakuierung 4267 Postmitarbeiter, was 97% des Personals entspricht.“

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    Einmal editiert, zuletzt von northstar (27. Januar 2013 um 17:27)

  • northstar
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    • 27. Januar 2013 um 21:18
    • #138

    Wie bereits zuvor erwähnt, gab es in der Zeit vom 24. Aprill bis 20. Mai 1942 weder auf dem Land-. noch auf dem Wasserweg eine Verbindung zwischen Leningrad und dem Hinterland.

    Im Beitrag vorher habe ich einen Brief von Leningrad in das Hinterland gezeigt. Jetzt folgt eine Postkarte, die den umgekehrten Weg genommen hat, von Moskau in das blockierte Leningrad hinein, unzweifelhaft auf dem Luftweg.

    Die Karte wurde am 02. Mai 1942 in Moskau 34 aufgegeben und war bereits acht Tage später bei der Empfängerin auf der Vasilij-Insel (Stempel Leningrad 34 vom 10.05.1942). Einen Tag vorher durchlief die Karte die Sortierung im Postamt (Stempel der 1. Expedition vom 09.05.1942). Interessant ist das Stempelfragment links oben. Der Logik nach sollte es ein Teil des Stempels des Bezirkskpostamtes sein. Aber das Datum (07.05.) passt nicht, denn die Bearbeitungsreihenfolge ist Postamt-Bezirkspostamt-Postabteilung, oder das Datum ist einfach falsch eingestellt gewesen.
    Eventuell wird irgendwann :) das Rätsel gelöst, wenn mal ein vollständiger Abschlag mit einer markanten Delle auftaucht, wie bei dem Fragment auf der Karte.

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    Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas.

  • oldebuche1945
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    • 28. Januar 2013 um 06:37
    • #139

    Hallo northstar,
    seltener Beleg, aber vielleicht sind 2 Rätsel zu lösen ?
    Was ist mit dem anderen Stempelfragment , frage ich mich.
    MfG
    oldebuche1945

  • northstar
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    • 28. Januar 2013 um 07:09
    • #140
    Zitat

    Original von oldebuche1945
    Hallo northstar,
    seltener Beleg, aber vielleicht sind 2 Rätsel zu lösen ?
    Was ist mit dem anderen Stempelfragment , frage ich mich.
    MfG
    oldebuche1945

    Hallo oldebuche1945,
    das ist der blasse Abschlag des Zensurstempels der Moskauer Militärzensur, den ich zu erwähnen vergaß.

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