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Postgeschichtliches aus dem Rheinland

  • Michael D
  • 25. Februar 2010 um 21:02
  • Michael D
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    • 28. Juli 2010 um 21:19
    • #61

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für die Kommentierung. :)

    Wenn die Röteltaxen von Taxis in Frankfurt stammen, würde dies bedeuten, dass die Taxis-Post in Frankfurt noch in Batzen rechnete. War dies so ?

    Da ich weiter davon ausgehe, dass beide Briefe gleich schwer waren (die bayerische Taxe blieb unverändert), müsste sich der Leitweg Frankfurt-Augsburg (über Württemberg !) von 1812 auf 1813 verändert haben. Weiß man / Weißt Du etwas darüber ?

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 29. Juli 2010 um 05:27
    • #62

    Lieber Michael,

    dass FFM in Batzen rechnete dürfte gesichert sein. Es gibt auch Briefe in die Pfalz aus dieser Zeit, die eindeutig Batzen nennen. Ich meine aber, das man das 1814/15 abstellte und wieder in Kreuzern rechnete.

    Leider kenne ich die Auswechselungspoststellen dieser Zeit nicht und kann auch keine Angaben machen, wann umgestellt wurde.

    Taxis versuchte ja zu dieser Zeit stets, die einmal überantworteten Briefe möglichst lange über "eigenes" Pachtgebiet laufen zu lassen, um die eigene Portoforderung hoch und die der anderen Postverwaltungen niedrig zu halten.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
    Stamm Mitglied
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    • 11. Oktober 2010 um 17:16
    • #63

    Liebe Sammlerfreunde,

    anbei folgt ein Brief, der aus dem Königreich Westfalen nach Frankreich lief, mit seinen immerhin 5 Stempeln aber dennoch ein Rätsel birgt.

    Aufgegeben wurde er am 20. Dec: 1812 (typisch westphälischer L1-Datumsstempel) in CASSEL (kgl. westph. Postanstalt im Dep. Fulda, L1-Stempel ab 1808 bekannt)
    Absender war das Auswärtige Amt des Königreichs Westfalen (blauer Franchise-Stempel, vgl. auch rs. Lacksiegel), weshalb der Brief innerhalb Westfalens portofrei gelaufen sein dürfte.
    Das Porto für den Empfänger betrug 30 Dec.
    (steht links oben eine Gewichtsangabe oder eine 2. Taxe ?)

    Bei dem möglichen Leitweg wird es jetzt spannend:
    Ursprünglich spedierte Westfalen seine Post nach Frankreich entweder über Frankfurt (mit der Taxis-Post nach Strasbourg) oder über Düsseldorf (mit der Bergischen Post nach Neuss).
    Ab ca. 1810 lief die für Frankreich bestimmte westphälische Post weitgehend über Berg (Postkurs Kassel-Hamm-Düsseldorf), die Leitung über die Taxispost verlor zusehends an Bedeutung.

    Ab 1812, das Königreich Westfalen hatte beträchtliche territoriale Zugewinne verzeichnet während das Herzogtum Berg wichtige Gebiete abtreten musste, findet man Briefe die nunmehr direkt zwischen Westfalen und Frankreich ausgetauscht wurden. Der Paketschluß zwischen Kassel und dem nunmehr französischen Münster machte dies möglich. Der direkte Postaustausch etablierte sich erst mit einiger Verzögerung, zumindest 1811 und Anfang 1812 schien die Leitung über Berg noch schneller zu sein.

    Der Stempel HESSE ist ein Taxis-Stempel, der in Frankfurt und Deutz geführt wurde. Laut v.d.Linden und Feuser/Münzberg wurde in Frankfurt schwarz gestempelt und in Deutz rot. (Allerdings finden sich in dem Westfalen-Band von Münzberg auch rote HESSE-Stempel aus Frankfurt !??)
    Der Deutzer Stempel wurde dann von der bergischen Post weiter benutzt. Laut dem alten Postvertrag zwischen Frankreich und Taxis war Deutz allerdings kein Grenzpostamt und musste die entsprechende, nach Franklreich adressierte, Post an Düsseldorf weiterleiten. Daher bestand eigentlich keine Notwendigkeit, diesen Brief hier in Deutz zu bearbeiten.

    Welchen Leitweg nahm dieser Brief ?
    - gegen die Taxispost spricht, dass der Stempel HESSE lt. Literatur nur in schwarz verwendet wurde, zudem war die Leitung über Frankfurt 1812 nicht mehr aktuell.
    - Berg stempelte normalerwiese die eingehende Post aus Westfalen, z.B. NEUKIRCHEN(PAR). Ein solcher Stempel fehlt hier.
    - Bei dem direkten westfälisch-französischen Kurs ist der HESSE-Stempel zu viel.

    Meiner Meinung nach lief der Brief über Berg, aber das kann man sicher auch anderer sehen.
    Würde mich über Kommentare freuen.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

    Einmal editiert, zuletzt von Michael D (12. Oktober 2010 um 06:57)

  • VorphilaBayern
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    • 20. Oktober 2010 um 17:53
    • #64

    Liebe Sammlerfreunde,

    folgenden Brief möchte ich zeigen:

    Unfrankierter Brief von Köln mit Aufgabestempel
    Zweizeiler 103 / COLOGNE vom 1. Januar 1811
    nach Würzburg (Großherzogtum Würzburg).
    Bis zur Grenze des Großherzogtums Würzburg
    wurden 3 1/2 Gutegroschen vermerkt, die in
    14 Kreuzer umgerechnet wurden. Bis Würzburg
    kamen weitere 10 Kreuzer hinzu. Beim Empfänger
    wurden 24 Kreuzer Porto kassiert.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • Michael D
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    • 22. Oktober 2010 um 18:29
    • #65

    Lieber VorphilaBayern,

    herzlichen Dank für das Zeigen dieses interessanten Briefes.

    Ist es feststellbar, wie der Brief befördert wurde ? War es Frankreich-Baden-Würzburg ? Ich sehe keine typisch französische Taxe.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 22. Oktober 2010 um 19:19
    • #66

    Lieber Michael,

    er müsste über Frankfurt direkt nach Würzburg gelaufen sein.

    Eine Involvierung Badens halte ich für sehr unwahrscheinlich (das Verhältnis war etwas gespannt ...).

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
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    • 22. Oktober 2010 um 19:55
    • #67

    Lieber bayern klassisch,

    dein Einwand ist wohl berechtigt. ;)

    Mittlerweile habe ich einen Brief gefunden, der 1803 denselben Weg lief und ebenfalls 24 Kreuzer kostete. Aufgeschlüsselt wurde dies in 5 Décimes Auslagen für Frankreich (1,5-faches Porto) = 14 Kreuzer sowie 10 Kreuzer Taxissches Porto.

    So weit erklärt, aber mich verwundert weiter, das ich keine französische Taxe sehe, die vermuteten 3 1/2 gGr. sind sicherlich nicht franz. Ursprungs.

    Jeder Brief was neues ... :)

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 22. Oktober 2010 um 20:44
    • #68

    Lieber Michael,

    weder Köln bzw. Frankreich, noch die Reichspost (TT) rechneten in guten Groschen - die einen in Francs, die anderen in Batzen und Kreuzern/Gulden.

    Ich hatte früher eine Reihe von Briefen aus dem bergischen Land (Elberfeld), die in Kreuzern taxiert waren (für den dortigen Empfänger!) bzw. franko von dort in Kreuzern bezahlt worden waren.

    Wäre es nicht möglich, dass man in Batzen abrechnete (Frankfurts Verrechnungswährung bis in die 20er Jahre hinein)? 3,5 Batzen waren auch 14 Kreuzer ...

    Liebe Grüsse von bayern klassisch, der sich da oben leider gar nicht auskennt ... :(

  • Michael D
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    • 23. Oktober 2010 um 13:00
    • #69

    Lieber bayern klassisch,

    eine Verrechnung durch Taxis in Batzen ist sehr gut möglich.
    Verwunderlich bleibt, dass die französische Post nicht selber ihren Anteil in Décimes taxierte. Der Brief wurde von der französischen Post vermutlich direkt an die Taxis-Post, unter Umgehung der bergischen Post, übergeben (evtl. bei Mainz ?).
    Bei Übernahme reduzierte Taxis die nicht notierten 5 Décimes in 3 1/2 Batzen, um sie dann weiter in 14 Kreuzer zu reduzieren...

    Schaut ungewöhnlich aus, oder ?

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 23. Oktober 2010 um 13:46
    • #70

    Lieber Michael,

    leider kenne ich nicht genug Briefe, um daraus weitere Schlüsse ziehen zu können.

    Ich habe mal, vor vielen Jahren, französische Briefkarten gesehen, in denen die Briefe, welche mit fremden Postverwaltungen ausgetauscht wurden, in "Klassen" eingeteilt waren.

    Also: premièr classe, 2eme classe, 3eme classe ...

    Man brauchte daher nur die Anzahl der Briefe der entsprechenden Klasse mit dem vertraglich vereinbarten Anteil zu multiplizieren und hatte die Forderung an die empfangende Post als Summe unten stehen. Eine Taxierung der einzelnen Briefe konnte entfallen, weil es der absendenden Post völlig egal war, was auf den Briefen später von der Abgabepost notiert wurde, denn die eigene Forderung war ja über die Attestkarte summarisch gesichert.

    Ob dieses Kartierungsverhalten auch zwischen Frankreich über Berg nach TT im Jahre 1803ff geübt wurde, kann ich leider nicht sagen, würde es aber auch nicht ausschließen wollen.

    Vlt. hat ein Sammler mal eine Post - Charta oder eine Briefkarte aus der Zeit für transitierende Briefe, dann wüßten wir alle mehr.

    Das generelle Problem dieser Zeit scheint mir zu sein, dass vieles ohne Vertragsform zu erhalten von oben angewiesen wurde bzw. "unten" der Einfachheit halber durchgezogen wurde. Primärquellen, die jeden Brief erklären könnten, dürfen wir aus dieser Zeit nicht mehr erwarten.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 5. November 2010 um 18:40
    • #71

    Hallo Michael

    Ich brauche deine Hilfe :)

    Dieser Brief ist von Elberfeld nach bayerische Bozen 31.10.1806 geschickt (eigentlich dieser Datum geschrieben).

    Vorderseitig ist es Frei Trento geschrieben. Das will ich aber bezweifeln dass es so geworden ist. Oder ist der Brief den ganzen weg durch Frankreich nach Trento/Trient gelaufen?
    Und was hat man dafür bezahlt? Rückseitig ist es 7 = geschrieben. 7 Stübier war wohl ein Bisschen wenig.

    Was ich bei dieser Brief beschreiben kann, ist die vorderseitige Portobeitrag. Der Empfänger musste 19 Kreuzer Rheinisch bezahlen nach der Auslandsbrieftarif von 1.7.1806.

    Lese auch gern Kommentare von anderen :)

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
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    • 5. November 2010 um 19:06
    • #72

    Hallo Nils,

    feines Stück, aber der Absender zahlte 7 Batzen = 28 Kreuzer. Passt schon besser. :)

    Den hätte ich auch genommen ... :jaok:

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
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    • 6. November 2010 um 10:22
    • #73

    Hallo bayern klassisch

    Danke für die Antwort.
    Ich habe auch an Batzen gedacht, aber ich dachte dass die Taxiszeit hier vorbei war, und deswegen eine andere Währung im Brauch war.

    Viele grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 6. November 2010 um 11:22
    • #74

    Hallo Nils,

    es war egal welche Zeit es war - die Leute zahlten mit dem, was sie in der Tasche hatten. ;)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
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    • 6. November 2010 um 15:28
    • #75

    Hallo Nils,

    Glückwunsch zu dem schönen Brief. Gib gut auf ihn acht ! ;)

    Im Oktober 1806, als dein Brief geschrieben wurde, war postalisch noch immer eine Umbruchzeit.
    Die Bergische Post war im Mai 1806 gegründet worden. Als Route für die Elberfelder Korrespondenz in den Süden fungierte der Postkurs über Siegen, Dillenburg und Wetzlar nach Frankfurt. Bis zu dieser Umbruchzeit wurde dieser Kurs von der Taxispost betrieben. In dem Postvertrag von 1807 wurden die Grenzfrankierungspunkte mit T&T festgelegt - wobei Bayern als Destination nicht erwähnt wird.
    Zu der Zeit deines Briefes war dies aber noch nicht gültig, man stritt sich noch mit Taxis. Meines Wissens lag Bayern zu dieser Zeit mit Taxis ebenfalls quer.
    Daher erscheint für mich eine Leitung deines Briefes über kaiserlich französisches Territorium nach Bayern durchaus möglich.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • Bayern-Nils
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    • 7. November 2010 um 10:48
    • #76

    Hallo Michael

    Danke für die Antwort :)

    Ich weiss nicht warum ich immer diese Schwierigen Briefen finden ;)
    Hier muss man also andere Briefe finden um vielleicht eine Lösung zu finden. Irgendwo habe ich gelesen dass Frankreich versucht hat, die Briefe von Norden nach Italien (darunter ehemaligen österreichischen Italien) über Frankreich zu leiten.
    Eine Franko Trento/Trient sprich vielleicht dafür.
    Aber dann muss die Taxen auch stimmen. Ob die 7= oder ist es 7 / 11 für diese Leitweg spricht, wage ich nicht zu beurteilen.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • Michael D
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    • 7. November 2010 um 11:29
    • #77

    Hallo Nils,

    eines der Probleme ist der rasante Wechsel in den Verhältnissen. Schon 3 Jahre später sieht wieder alles ganz anders aus.

    Hier ein Brief, wie es 9 Jahre vorher ausgesehen hat:
    Aufgegeben am 21.Mai 1797 in Elberfeld, ging es an die gleiche Adresse im damals noch österreichischen Bozen.
    In Elberfeld (roter L1 ab 1790 bekannt) im damaligen Herzogtum Berg hatte noch die Taxis-Post das Sagen.
    Für die Teilfrankierung bis zur Grenze Österreichs - eingekreist halb fr(anc)o - bezahlte der Absender 10 Batzen (rs.). Der Empfänger hatte noch 6 Kreuzer zu entrichten.

    Zu der Zeit war es vergleichsweise übersichtlich - alles Taxis-Post bis zur Landesgrenze - und es bestand kein Anlass für Umleitungen.


    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • Bayern-Nils
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    • 7. November 2010 um 15:31
    • #78

    Hallo Michael

    Danke fürs Zeigen. :) :)

    Ein Interessanter Zeit ist es tatsächlich :) :)

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • Michael D
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    • 28. November 2010 um 12:16
    • #79

    Liebe Sammlerfreunde,

    ein weiterer Beleg aus bewegten Zeiten:

    Der Brief wurde am 12. Oktober 1803 im (preußischen) Schwelm geschrieben, adressiert war er in das französische Abbeville (Region Picardie, an der Somme liegend) adressiert.
    Aufgegeben wurde er aber in Elberfeld (bergischer Rayon-Stempel, verwendet 1803-07), das 1803 im Herzogtum Berg liegend noch bayerisch war.
    Ursprünglich war er franco Cologne gestellt, dies wurde aber in franco Elberfeld korrigiert.
    Das vom Absender bis Köln resp. Elberfeld bezahlte Porto ist nicht notiert, das franz. Porto betrug 12 Dec.

    Wieso nun die Änderung des Franco-Vermerks ?
    Köln war französisch und Eingangspostamt nach Frankreich für die Bergische Post (zu dieser Zeit von Thurn&Taxis ausgeübt).
    Elberfeld lag im östlichen Teil des Herzogtums und war Grenzpostamt in Richtung Preußen, aber nicht in westlicher Richtung.
    Unterlagen zu einer derartigen Änderung sind mir nicht bekannt.

    Wenn man sich die geschichtlichen Begebenheiten jener Tage anschaut, kann man spekulieren:
    Im Frieden von Amiens (25./27. 3. 1802) wurden die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und England beendet.
    Ab dem 18. Mai 1803 kam es jedoch zwischen beiden Ländern zu erneuten Auseinandersetzungen und England erklärte Frankreich erneut den Krieg.
    Im Juni marschierten französische Truppen gegen das Kurfürstentum Hannover (Herrscher war hier Georg III., englischer König) vor.
    Am 5. Juli kapitulierten die hannoverschen Truppen.

    Könnte es also sein, dass die vorrückenden französischen Truppen auch durch das rechtsrheinische Herzogtum Berg marschierten und die Taxis-Post in diesen Monaten der Truppenbewegungen von der französischen Post abgelöst wurde ?

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • Michael D
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    • 8. Dezember 2010 um 19:29
    • #80

    Liebe Sammlerfreunde,

    bei dem folgenden Brief hoffe ich auf Unterstützung der Forumsmitglieder.
    Geschrieben wurde er 1821 im badischen Bretten (Abschlag des alten T&T-Rayonstempels) und lief über Ehrenbreitstein nach Sayn.

    Leider erschließen sich mir die weiteren Details der Adresse nicht. Kann jemand diese entziffern ?

    Bretten, eine ehemals kaiserliche Reichspostanstalt in der Kurpfalz, war 1803 zu Baden gekommen.
    Ehrenbreitstein war ehemals ebenfalls eine kaiserliche Reichspostanstalt im Gebiet des Erzstifts Trier, fiel 1803 zunächst an Nassau (weiterhin Taxis-Post) und ab 1816 dann an Preußen.
    Sayn, früher auch zu Kurtrier gehörend, kam ebenfalls mit der Zwischenstation Nassau 1816 an Preußen.

    Der Leitweg müsste also von Baden (bis Mannheim ?) über die Taxis-Post (Hessen) nach Preußen (über Ehrenbreitstein bzw. Koblenz) gelaufen sein.
    Daher erwarte ich 3 Gebührenpositionen (+ evtl. Bestellgeld), kann diese aber nicht eindeutig zuordnen.
    Der Empfänger musste anscheinend 7 1/2 gute Groschen bezahlen (die einzige nicht durchgestrichene Zahl - möglicherweise eine Addition der 4 1/2 + 2 + 1 gGr. Bestellgeld)
    9 Kr. badisches Porto ?? Wie wurde umgerechnet ?

    NB: Der Vorbesitzer dieses Briefes beschrieb den Brief mit Porto vom Empfänger nicht eingelöst, daher ging der Brief zurück an den Absender
    Für diese Beschreibung finde ich keine Hinweise.

    Würde mich über Ergänzungen/Korrekturen freuen. :)

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

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