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Briefe an die Gräfin Boutenev / Onu

  • Lacplesis
  • 11. Februar 2010 um 15:34
  • Lacplesis
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    • 17. Februar 2010 um 09:24
    • #21

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    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Lacplesis
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    14. Oktober 1967 (58)
    • 17. Februar 2010 um 09:30
    • #22

    Seite 1

    Zittau
    Frauenstrasse 21 II
    21.II./4.III. 07 n.St.

    Meine liebe, liebe Katia,

    Heute nur ein kurzes Briefchen - aber ich habe wirklich keine Ruhe mehr! Wie lange habe ich nichts von Ihnen gehört meine Liebe Katia! Ihr Schweigen beunruhight mich - so lange Zeit haben Sie mich noch nie vergessen gehabt, meine Katia! Bite, bitte, geben Sie mir ein Lebenszeichen, wenn es

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    auch nur eine Postkarte ist & teilen Sie mir mit ob Sie gesund und munter und noch in Constantinopel sind! Wie oft gedenke ich Ihrer!
    Haben Sie meine Briefe erhalten? Den einen schrieb ich im Mai 1906 und dann noch einmal im August von Bansin aus, wo ich mit den Kindern in den grossen Ferien war. Es ist ein kleines Bad an der Ostsee.
    Uns geht es, Gott Lob, allen gut! Die Kinder sind Gesund und entwickeln sich gut. Hans Wolf hat bereits Privatstunden und kommt zu Ostern in die Schule! So einen grossen Pathensohn haben Sie und kennen ihn noch garnicht persönlich. Edith ist ein grosses Mädchen - sehr lebhaft und immer vergnügt! Der liebe Gott erhalte ihr diese Eigenschaft in ihrem ferneren Leben! Solche Menschen haben viel mehr von ihrem Leben - als solche die alles schwer nehmen. -
    Wie geht es Ihren lieben, verehrten Eltern? Und was macht Mascha? Wie viele Kinder hat sie? Und wie geht es Ihrem Bruder? Ist er noch in Tokio? Oder ist er bereits wieder in Russland? Kann Ihr Herr Gemahl nicht auch

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    einmal nach Deutschland versetzt werden?
    Leben Sie für heute wohl, meine liebe, liebe Katia! Und bitte geben Sie mir bald Nachricht! Mit den herzlichsten Grüßen
    immer Ihre Sie herzlich liebende
    Marie Grossmann
    geb. Fischer

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    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Lacplesis
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    14. Oktober 1967 (58)
    • 17. Februar 2010 um 10:12
    • #23

    Seite 1

    Zittau 9/21 Februar 1908

    Meine liebe, liebe Katia,

    Womit soll ich nur anfangen? Also! Zu allererst vielen herzlichen Dank für Ihren lieben Brief vom 23 Dec/5 Jan aus Moscau mit den guten Wünschen zu meinem Geburtstag! Ich kann Ihnen nicht sagen wie ich mich darüber gefreut habe dass Sie mich nicht vergessen haben!
    Fast fürchtete ich es, da ich so lange nichts von Ihnen hörte! Ehe ich aber von anderem anfange, möchte ich Ihnen noch nachträglich die allerbesten Wünsche für das neue, nun bereits begonnene Jahr aussprechen! Möchte dasselbe Ihnen stete Gesundheit bringen und Ihnen alle

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    Ihre Wünsche - grosse und kleine & auch die geheimsten erfüllen! - Nun werden Sie wieder in Constantinopel sein! Ich hatte die Absicht gehabt Ihnen gleich nach Moscau zu antworten - aber es war mir nicht möglich! Unsere Edith war recht krank und kam ich in Folge dessen zu garnichts! Gott Lob geht es ihr wieder besser - die Genesung macht täglich Fortschritte, aber es geht sehr langsam und ist nicht daran zu denken dass sie vor Ostern in die Schule gehen kann. Sie hat volle 7 Wochen fest zu Bett gelegen und können Sie sich denken dass wir ein wenig vergnügtes Weihnachtsfest gefeiert haben und mein Geburtstag auch traurig verlief. Mitte December erkrankte Edith, der Arzt hielt es für eine kleine Erkältung! Sie hatte etwas Halsschmerzen & sehr starke Kopfschmerzen - später gesellte sich eine allgemeine Mattigkeit dazu, die immer mehr zunahm! Dann kamen furchtbare Magenschmerzen & etwas Fieber. Es war eine regelrechte Influenza die dann im Gefolge einen Magenkatarrh und sehr schweren Darmkatarrh hatte! Das arme Kind hat 4 Wochen so gut wie nichts gegessen und war ganz abgemagert! Mitte Januar war der Arzt noch nicht im klaren ob es typhös wäre. Sie können sich unsere Angst & Sorge vorstellen! Wie dankbar sind wir nun dem lieben Gott dass sie auf dem Wege der Besserung ist! Hier & in vielen Städten herrscht die Influenza so sehr! Meinenm Mann & Hans-Wolf geht es auch gut - auch ich bin Gesund!
    So sehr hat es mir leid gethan dass Sie so leidend gewesen sind, liebe Katia! Ich hörte es bereits durch Ihren Herrn Vater, hoffte aber es wäre nicht so schlimm als wie sie es nun berichten! Wie langweilig muss das lange Liegen gewesen sein! Aie arme, wie bedauere ich Sie nachträglich! Ich freue mich mit Ihnen dass Sie wieder munter sind. Ist Ihnen die Petersburger-Reise gut bekommen und haben Sie viel schönes gesehen& gehört? Wie reizend für Sie dass Sie in Moscau Ihre schwester & Ihren Bruder sehen! Bleibt Ihr Bruder nun in Russland? Und Mascha bleibt sie mit ihrem Mann immer in Moscau? - Wie reizend wäre es käme Ihr Herr Gemahl nach Deutschland - Berlin ist wohl die einzige Stadt in die er versetzt werden könnte? Da würden wir uns endlich einmal wiedersehen & Sie würden Ihren Patensohn kennen lernen.

    Seite 3

    Ja, sehr lange haben wir uns nicht gesehen & ich fürchte Sie haben vergessen wie ich aussehe! Darum lege ich Ihnen ein Bild von mir bei, welches ich diesen Sommer machen liess! Leider sieht man auf den Bildern nicht die grauen Haare & die Falten & Fältchen die das Alter mit sich bringt! Ueberhaupt, durch den Tod meines Vaters habe ich sehr gealtert! Das war ein Schlag der mich zu sehr mitgenommen hatte. - Ich freue mich dass Ihrem Herrn Vater Ems so gut gethan hat. - Er wird die Kur dort gewiss noch öfter wiederholen müssen um sich immer mehr gegen die Erkältung zu stärken! Wie glücklich wird er über seine Enkelkinder (sein?) & die kleine Gesellschaft wird viel Leben in das Haus bringen wenn sie zu Besuch kommt. Ihre Frau Mutter beschäftigt sich aber noch immer mit den schönen Künsten! In Szczorse & Beshankovichy malte & brannte sie auch schon viel! Ich komme zu derartigen Sachen jetzt wenig - es giebt zu viel im Hause zu thun und die Kinder nehmen auch viel Zeit in Anspruch! Hans-Wolf geht seit Ostern in die Schule & ist ein gewissenhafter, fleissiger Junge. In seinem Character erinnert er mich oft an meinen

    Seite 4

    geliebten Vater! Möchte er so werden wie der teure Verklärte war - dies ist mein innigstes Gebet. -Ja, zum Herbst ist er 7 Jahre geworden. Jetzt wächst er sehr und wird ein richtig wilder Junge. Er geht sehr gern in die Schule - vorläufig ist es auch mehr Spielerei! Zu ostern, wenn er versetzt wird, wird die Sache schon ernster. Wie schade dass Sie keine Kinder haben, meine Liebe Katia! Aber das kann auch noch werden! Sie müssten mal eine Kur in Franzensbad oder Elster machen. - Wir werden diesen Sommer gewiss auch in ein Bad wegen Edith gehen müssen. Sie wird es gewiss nötig haben nach dieser schweren Erkrankung. Sie ist auch so blutarm und bleichsüchtig geworden dass mir ganz Angst wird. Sie muss ja auch so diät leben - gleich bekommt sie Magenschmrzen. - So viel Freude und Glück uns die Kinder bereiten - aber ebenso viele Sorgen! Ein Sprichwort ist sehr wahr, das da sagt: "Kleine Kinder, kleine Sorgen - grosse Kinder, grosse Sorgen!" Ach, wie herrlich wäre es wenn wir uns einmal wiedersehen könnten, meine Liebe Katia! Sie wissen garnicht wie dankbar

    Seite 5

    ich Ihnen für Ihre Freundschaft bin. Solche Freundschaften mach das leben reich. Im Herbst kehrt mein Vetter & meine Cousine Brockdorff ganz aus China nach Deutschland zurück, worüber wir uns sehr freuen! Es sind doch unsere nächsten Verwandten und stehen sie uns ganz besonders nahe! - Nun möchte ich aber schliessen, meine Liebe, Liebe Katia - Es ist ein Endloser Brief geworden! Wie beneide ich Sie dass Sie so schöne deutsche Briefe schreiben können! Mein Französisch habe ich sehr vergessen - ich glaube kaum dass ich im Stande wäre einen Brief zu schreiben. - Schreiben Sie etwa auch türkisch? Was machen Sie so den ganzen Tag? Haben Sie viel Verkehr & Besuch? Ist Ihr Herr Gemahl viel von zu Hause fort? Von meinem Mann soll ich die besten Empfehlungen ausrichten - Edith lässt Sie grüssen! Sie entsinnt sich dunkel an Tante Katia! - Haben Sie nicht ein neues Bild von sich? - Der Briefbogen geht zu Ende & Ihre Geduld gewiss auch, meine Liebe Katia! In der Hoffnung dass diese Zeilen Sie bei recht gutem Befinden antreffen, umarmt & küsst Sie innig, liebste Katia
    Ihre treue Freundin Marie

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    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Lacplesis
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    • 17. Februar 2010 um 10:17
    • #24

    ... und die letzten beiden Seiten:

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    Voltaire

  • Lacplesis
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    • 17. Februar 2010 um 10:35
    • #25

    So, jetzt mach wir eine Sprung nach vorne - ins Jahr 1914 - der Kriegsanfang.

    Wie es scheint, ist Marie Grossmann vom Kriegsbeginn in Russland überrascht worden und hängt jetzt auf der falschen Seite der Front fest.

    Ihre bereits erwähnte Cousine Gräfin Marie von Brockdorff wendet sich am 26.8. (Kriegserklärung an Russland am 1.8., Einmarsch russischer Truppen in Ostpreußen am 12.8.) an Katia, die bereits 1910 mit ihrem Mann nach den Haag übersiedelt ist, als dieser dort eine neue Stellung an der Botschaft antritt. Das erweißt sich jetzt als praktisch, weil Sie von Deutschland aus in den neutralen Niederlanden angeschrieben werden kann.

    Die Handschrift von Gräfin Brockdorf bereitet mir im Detail ein wenig Probleme. Wenn sich jemand freiwillig meldet... Ist auch nicht soviel Text.

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    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • mikrokern
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    • 21. Februar 2010 um 10:25
    • #26

    Hallo Lacplesis,

    bittschön.
    Konnte aber nicht alles...

    Leipzig, den 26ten August 14.
    Kaiser Wilhelmstrasse 19

    Sehr geehrte gnädige Frau,
    Gestatten Sie, dass ich – eine Nichte des Ihnen bekannten Herrn Ferdinand Fischer – mich mit einer Bitte an Sie wende. Könnten Sie mir vielleicht Auskunft geben, ob meine Cousine Marie Grossmann geb. Fischer mit ihren Kindern noch unter dem gütigen Schutz Ihres Herrn Vaters in Szczo… (?) weilt? Wir sind seit dem 22ten Juli - an diesem Tag schrieb sie noch glückselig über den schönen lieben Aufenthalt in Szczo…(?) – ohne jede Nachricht von ihr. Wir wissen ja genau, dass solange sie der Gast Ihres von uns allen hochverehrten Herrn Vaters ist, ihr und den Kindern kein Leid geschehen kann. Aber falls sie, als dieser schreckliche Krieg ausbrach, sich eiligst auf den Heimweg machte, und die Grenze nicht mehr erreichte, könnte sie in grosse Schwierigkeiten geraten sein. Von ganzem Herzen würde ich Ihnen, gnädigste Frau, dankbar sein, wenn Sie mir eine aufklärende Zeile zukommen liessen. Ich kenne Sie …… gnädige Frau aus Bildern und Erzählungen so genau, dass ich sicher bin, nicht vergebens zu bitten, wenn es irgend in Ihrer Macht liegt uns zu beruhigen. Ihre sehr ergebene
    Marie von Brockdorff

    Gruss

    µkern

  • Lacplesis
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    • 21. Februar 2010 um 10:58
    • #27

    Hallo mikrokern,
    vielen Dank für die Hilfe!
    Der fehlende Ortsname ist Szczorse (polnische Schreibweise), ein Dorf im Kreis Novogrudok im Bezirk Grodno (Weißrußland). Stammsitz der Familie Chreptowitch.

    Heute ist von Schloß Szczorse nur noch der überwucherte Keller und ein paar Nebengebäude vorhanden. Nur die vom erbauer angelegte Bibliothek ist vollständig renoviert worden. Der Bau beherbergte einst eine wertvolle Manuskriptensammlung, die z.T. von Katias Vater an die Kiewer Bibliothek zur Verwahrung gegeben wurde. Der Rest der Sammlung wurde leider ein Opfer der Zerstörungen während des 1. Weltkrieges.

    Bild 1+2 Schloß Szczorse vor dem Krieg
    Bild 3 Schloß Szczorse im Herbst 1915, direkt nach der Einnahme durch die Deutschen.

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    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

    2 Mal editiert, zuletzt von Lacplesis (23. Februar 2010 um 08:57)

  • Lacplesis
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    • 21. Februar 2010 um 11:14
    • #28

    Der letzte Brief in diesem Zusammenhang ist dieser hier von Marie Grossmann aus Szczorse.
    Auch philatelistisch ein wunderschöner Beleg, weil Frau Grossmann den Laufweg vorne vermerkt hat.
    Man merkt dem Text aber auch an, das Marie sich, der Zensur wegen, deutlich zurückhält.

    Szczorse
    12./25. Februar 15

    Meine liebe, liebe Frau Onou,

    Durch Ihren Herrn Vater habe ich erfahren das mein Brief vom 12./25. December 14 glücklich in Ihre Hände gelangt ist. Inzwischen ist bei Ihnen eine kleine Nichte eingetroffen und möchte ich Sie bitten, Ihrem Herrn Bruder meine herzlichsten Glückwünsche zu übergeben. Hoffentlich geht es der jungen Mutter und dem Töchterchen gut. Von Ihrem Herrn Vater hatte ich vor einigen Tagen gute Nachrichten über allseitiges Befinden. Dank der Güte Ihres Herrn Vaters haben wir ein schönes Weihnachtsfest gefeiert. - Seit Neujahr hatten wir hier mässigen Frost und viel Schnee, nun taut es aber bereits . Die Kinder bedauern, dass Schlittschuhlaufen aufhört. In der Hoffnung, dass diese Zeilen Sie, liebe Frau Onou gesund antreffen, bin ich mit vielen herzlichen Grüssen und bestem Dank, immer
    Ihre Sie treu liebende
    Marie

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    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Lacplesis
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    • 21. Februar 2010 um 11:28
    • #29

    Bayern-Nils war freundlicherweise bereit, sich dem ersten Brief dieser Sammlung, aus dem Jahre 1900 anzunehmen. Dieser ist in dänisch verfasst.
    Die erste Seite liegt bereits vor, der Rest kommt hoffentlich Später noch nach :)

    Seite 1

    Villa Eg. Espergaerde
    2. / 18. 8. (00)

    Liebe Katia
    Jonna(?) hat sich sehr über Ihr Brief und Foto gefreut, das uns allen sehr gut gefallen hat. Wir bedauern dass wir Ihre schönen Augen nicht sehen können. Aber die Ähnlichkeit ist so lebendig, als ob Sie hier in den Blumen dich verloren hätte. Nächstes Mal wenn Sie ein Bild schickt, müssen die Augen dabei sein. Bitte denk daran.
    Deres .?. Bonnevie

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    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Markenhamster
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    • 21. Februar 2010 um 17:19
    • #30

    ... das einzige fehlende Wort im 1914-Brief ist "verehrte".

    Sehr interessante Korrespondenzen. Gern mehr davon. Verrätst Du, wo Du die her hast und wie das mit Deinem Spezialgebiet zusammenhängt?

    Cheerio
    der Markenhamster :D

  • Lacplesis
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    • 21. Februar 2010 um 17:59
    • #31

    Gekauft habe ich die Teile von einem französischen Händler, leider hat er das Zeug partieweise Angeboten und wurde mit der Zeit immer teuerer (kein Wunder, habe ja brav alles aufgekauft...), so das immer noch Material davon auftauchen kann, weil ich es irgendwann aufgeben mußte.

    Meine wirkliche Leidenschaft sind Belege diplomatischer und konsularischrischer Vertretungen des russischen Kaisserreichs im Ausland und Ausländische in Russland (vom Anfang bis 1923, um den Übergang zu dokumentieren).

    Einen Teil meiner Sammlung kann man sich unter Russian Diplomatic Mail anshen. Ich muß mal wieder Nachträge machen, aber meine Freizeit habe ich z.Z. für diese Korrespondenzen reserviert. Erfordert eine Menge Nachforschungen, den Hintergrund möglichst umfangreich zu erfassen.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Lacplesis
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    • 22. Februar 2010 um 09:37
    • #32

    Bayern-Nils war so freundlich den dänischen Brief fertig zu übersetzen. Hier ist der ganze Text:


    Villa Eg. Espergaerde
    2. / 18. 8. (00)

    Liebe Katia
    Jonna(?) hat sich sehr über Ihr Brief und Foto gefreut, das uns allen sehr gut gefallen hat. Wir bedauern dass wir Ihre schönen Augen nicht sehen können. Aber die Ähnlichkeit ist so lebendig, als ob Sie hier in den Blumen dich verloren hätte. Nächstes Mal wenn Sie ein Bild schickt, müssen die Augen dabei sein. Bitte denk daran.

    Seite 2
    Wie immer haben wir leider nur schlechte Nachrichten von Jonne zu erzählen. Wir sind aufs Land gefahren, im schönsten Sommerwetter, aber sie hat Bronchitis bekommen und mußte die ganze Zeit im Bett bleiben, ist es nicht schade? Mein Schwager ist so betrübt, er sagt dass wir nie mehr mit Jonna fahren sollen. Sie wird so krank, wir müssen jetzt immer zu Hause sein und keine Änderungen machen, sie kann es nicht ertragen. Das Asthma ist auch schlim, nicht nachts, aber sie hustet viel Tagsüber.

    Seite 3
    Ich habe die Schule aufgegeben und bin jetzt nur bei Jonna, Wir habe auch immer ein Krankenschwester die bei Jonna nachts sitzt, so dass wir schlafen können und nicht ??? ???. Jonna ist so melancholisch weil sie nur im Bett liegt und nie rauskommt. Hier ist es so schön, Wald und Strand. Wir baden jeden Tag. Jonna will gern dass wir dir einige Bücher zuschicken, wenn wir Kjøbenhavn erreichen, will ich den Buchandler aufsuchen. Ich will ihn fragen, und er schickt einige. Wir haben auch Sorge weil wir

    Seite 4
    unseren alte Vater verloren haben. Er war 75 jahre alt und immer noch vital bis er von Gehirnblutung betroffen geworden ist. Wir haben es Jonna fast nicht sagen können, sie hat sehr geweihnt und hat heftige astmathische Hustenanfälle bekommen. Unser Water war uns sehr lieb, er war immer so gemütlich. Wir vermisse ihn sehr, sind aber froh dass wir ihn so lange behalten konnten, und dass er vital war.
    Mutter ist auch vital, sie kommt bald hierher, es freut uns. Jonna schickt Katia ein Kuss und viele liebe Grüsse.

    (Der Text auf dem Rand der Seiten wird noch nachgeliefert.)

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

    Einmal editiert, zuletzt von Lacplesis (23. Februar 2010 um 07:44)

  • Lacplesis
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    14. Oktober 1967 (58)
    • 22. Februar 2010 um 10:00
    • #33

    Hier haben wir eine Postkarte aus dem Jahr 1903. Der zweite Beleg in der Sammlung enthält soweit keine Nachricht, bringt uns aber trotzdem, in Hinsicht auf Katias Lebensgeschichte ein Stück weiter.
    Abgebildet ist die Marchesa Tina Di Lorenzo, zu dieser Zeit eine, über Italien hinaus bekannte Schauspielerin.
    Der handschriftliche Zusatz "Maria Baroncelli" könnte sich auf die aktuelle Rolle der di Lorenzo beziehen.
    Verschickt wurde die Karte am 2.6.1903 von Ravenna an Katia im Hotel Central Bagni, Salsomaggiore (Kurbad in der Provinz Parma).
    Katia war jedoch bereits nach Konstantinopel abgereist (womit uns die Karte verrät, wann und über welchen Umweg sie in die Türkei gereist ist).
    Die Karte wurde dann, mit einem Hotelstempel versehen, an die russische Botschaft in Konstantinopel nachgeschickt.

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    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

    3 Mal editiert, zuletzt von Lacplesis (22. Februar 2010 um 18:34)

  • Lacplesis
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    • 23. Februar 2010 um 08:06
    • #34

    Bayern-Nils hat mir den Randtext des Briefes geschickt, und mit einem Schlag werden eine ganze Reihe von Fragen zu diesem Brief geklärt.

    Hier der Text:
    Mein Schwager und ich schicken auch liebe Grüsse. Wir hoffen dass Jonna wieder Gesund für eine Rückreise nach Hause im September wird. Danke für Katias treue gegenüber Jonna.
    Ihre Charlotte Bonnevie

    Damit erhält der Satz "Ich habe die Schule aufgegeben und bin jetzt nur bei Jonna" auch einen Sinn.

    Charlotte Bonnevie war Dänemarks erste Gymnastiklehrerin.

    Zitat

    Charlotte Bonnevie b. March 2, 1858, d. March 16, 1936
    1878 was a teacher for Principal Ernst Trier Vallekilde Children at School, reviewed the 1885-87 two-year course in "Sickness and Fresh Gymnastics" at the Royal. gymnastic Central Institute in Stockholm and was then in 10 years a teacher at Miss Zahle's School in Copenhagen and it also Physiotherapy and Massage for Patients in their homes. When her sister, Mrs. Jonna Morch, was ill, she followed her winter of 1897-98 to Meran and Menton, gave up its educational activities and took residence with his sister and brother home to care for them. Since the 1929 death of brother-she lives with her brother Hans B. Copenhagen.

    Zitat

    Jonna Bonnevie (Charlottes Schwester)
    She was as a young woman suffering from asthma and died after 17 years of hard sufferings 28th April 1907. Jonna Bonnevie was born July 23, 1860 in String Højgård. She was the daughter of Emanuel Bonnevie and Cathrine Georgia Samsoe Rørdam. Jonna Bonnevie was baptized September 21, 1860 in Uvelse. She is registered in the census in 1870 as living with Emanuel Bonnevie and Cathrine Georgia Samsoe Rørdam in Lystrup, Uvelse, Lynge-Frederiksborg, Frederiksborg.3 Jonna Bonnevie registered in the census in 1880 as living with Emanuel Bonnevie and Cathrine Georgia Samsoe Rørdam in String Højgaard. Jonna Bonnevie and Carl Adolph Mørck registered in the census in 1885 as living in Vendersgade 26, Copenhagen.5 Jonna married September 1, 1885 with Carl Adolph Mørck , Son of Louis Ferdinand Mørck and Marie Christine Dethlefsen. Jonna Bonnevie died April 28, 1907 in Stockholm Gade 39, Copenhagen, At the age of 46 years. She was buried at Farum, 7 May 1907.

    Quelle für Texte und das Bild:

    Charlotte Bonnevie:

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    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

    Einmal editiert, zuletzt von Lacplesis (23. Februar 2010 um 08:22)

  • Lacplesis
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    • 23. Februar 2010 um 08:39
    • #35

    Um mit den bereits bekannten Korrespondenzen weiterzumachen, hier ist die erste von drei Postkarten von Henriette Lendorff, die wir ja bereits aus dem ersten vorgestellten Brief kennen.

    Ein Fall für Markenhamster?

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    Voltaire

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    • 23. Februar 2010 um 08:59
    • #36

    Hallo Lacplesis,

    ein Fall für kartenhai! ;)

    Mademoiselle Katia Bouteneff
    Ambassade Imp. de la Russie
    Bujonk Dere (?)
    Constantinopel

    Mürren, 27. August 1903

    Beim wundervollsten Wetter hier oben für den Tag. Über alles Beschreiben großartig und schön. Die ganze Alpenkette in strahlendem Glanz. Wie geht es Ihnen allen? Gruß und Kuss Ihre H. Lendorff.

    Gruß kartenhai

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    • 23. Februar 2010 um 09:12
    • #37

    Hallo Lacplesis,

    bei der Adresse handelt es sich um Büyükdere, ein bekannter Platz in Istanbul.

    Gruß kartenhai

  • Lacplesis
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    • 23. Februar 2010 um 09:18
    • #38

    Danke Kartenhai!
    Nicht schlecht! Ich komme mit Frau Lendorffs Schrift überhaupt nicht klar.

    Dann schau Dir mal die hier an:

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    Voltaire

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    kartenhai
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    • 23. Februar 2010 um 09:43
    • #39

    Hallo Lacplesis,

    selbe Adresse, nur statt Katia Catherine, die richtigen Eigennamen kannst Du wohl selbst besser recherchieren:

    Einen halben Tag um Deine Cusine (Gugarine –Stonratza ?) zu sehen.
    Habe noch Marie Scheidegger in großer Eile, aber zu ihrer und meiner Freude begrüßt.
    Im Hotel Belle Vue sind viele Briefe an Gräfin Babszinsky (?) …… selbst über mich.
    Dachte so lebhaft an Sie alle in den paar Stunden hier. Tausend herzliche Grüße, Ihre H. Lendorff

    Gruß kartenhai

  • Lacplesis
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    • 23. Februar 2010 um 10:08
    • #40

    Super!

    Der erste Name ist Gagarin-Sturdza*

    Briefe an die Gräfin ???
    Komme ich leider auch nicht weiter... Noch andere Vorschläge was das heißen könnte?
    Das große B in "Briefe" sieht völlig anders aus, als der erste Buchstabe des Namens.


    *ich nehme an, es handelt sich um die Prinzessin Anina Gregorievna Gagarin-Sturdza.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

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