Lieber balf_de,
du bist mir natürlich mal wieder zuvor gekommen mit deinem Traumbrief, der noch dazu weiter geleitet wurde und zwar ab 1868 gratis (sonst hättest du noch die ein oder andere italienische Marke als Nachsendefrankatur auf dem Brief und dann wäre er richtig teuer geworden). Aber auch so ist es eine Augenweide, von vorn bis hinten.
Als Nachtrag zur verflossenen Nr. 24 darf ich noch, weil es in einem Zusammenhang steht, einen Brief aus Mannheiim vom 31.7.1869 nach Bad Dürkheim in der Pfalz zeigen, dessen Format allein schon kaum bis 1 Loth gereicht haben dürfte. So war der Brief denn auch (oben mittig) 2f(ach).
Unfrankierte Briefe über 1 - 15 Loth kosteten 11 Kr.. Unterfrankierten wurde(n) die Marke(n) angerechnet, so dass wir hier 11 - 3 = 8 Kr. Nachporto beim Empfänger erkennen können. Den mittigen Rötelkrüppel konnte man damals wohl selbst nicht mehr identifizieren. ![]()
Richtig machte es ein anderer Mannheimer am 16.2.1869, als er auf einen schweren Brief nach München gleich eine schöne Nr. 25 klebte, leider keine 25b.
Den Abschluß bildet ein Laufzettel aus Meersburg vom 6.10.1870 für eine Fahrpostsendung vom 7.8.1870, die der Absender verschollen glaubte. Er ließ für 7 Kr. all inclusive einen Laufzettel abspedieren, der den Weg der verloren geglaubten Fahrpostsendung nachzuvollziehen hatte. In Stuttgart schön gestempelt, hat man ihn in München zwar inhaltlich behandelt, aber ungestempelt weiter nach Wien geleitet, wo der Empfänger den ordnungsgemäßen Erhalt der Fahrpostsendung innen bestätigte.
So ausgefertigt sandte man den Brief geradewegs wieder zurück zum Absender, der es für den Postschein am Schalter getauscht hat und Gott-sei-Dank nicht wegwarf.
Ich fand das Stück chic - und Laufzettel über Bayern, für die man nichts bekam, sind sicher keine Massenware, schon gar nicht von Baden. ![]()
Liebe Grüsse von bayern klassisch