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Zier- u. Motiv-Briefumschläge ab wann?

  • kartenhai
  • 29. November 2009 um 13:54
  • kartenhai
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    29.310
    Geschlecht
    Männlich
    • 29. November 2009 um 13:54
    • #1

    Sehr alte Briefumschläge (ca. um 1870 herum und vorher) haben manchmal einen Zierrand (z. B. bei alten Liebesbriefen) oder auch ein Ortsmotiv oder eine Abbildung außen. Weiß jemand, ab welchem Zeitraum die Post das genehmigt hat? Vor dieser Zeit gab es nur Briefbogen, die oben eine schöne Lithographie-Ansicht oder ein Motiv enthielten, aber im verschlossenen Briefumschlag versandt werden mußten. Gibt es eine Anordnung der Post, ab wann ein solcher Außenschmuck oder eine Abbildung außen erlaubt war?

    Gruß kartenhai

  • bayern klassisch
    Gast
    • 29. November 2009 um 14:48
    • #2

    Hallo kartenhai,

    du wirst keinen finden, der alle Verordnungen aller AD - Staaten kennt oder hat. Auch ich kann nur für das Sammelgebiet Bayern sprechen:

    In den sechziger Jahren gab es Werbung dahingehend, als sich ganz wenige Firmen Kuverts drucken liessen, die den Namen der Firma, Ihr Geschäftsgebiet und die Adresse zeigten.

    Diese (wenigen) Kuverts wurden als Briefe frankiert und unbeanstandet zugestellt.

    In alten Verordnungen (die Suche nach welcher genau würde mich 2 Tage kosten) wurde es verboten, Mitteilungen auf die Adress- bzw. Siegelseite zu schreiben. Aber das hat eh kein Absender gemacht.

    In den sechziger Jahren gab es (auch nur ganz vereinzelt) Lithographien in Postkartenform, welche zu Festen und Einladungen gedruckt und als Drucksache verschickt worden waren. Dergleichen Stücke wurden mal anstandslos zugestellt, manchmal aber auch als unterfrankierter Brief erachtet und nachtaxiert. Ein wunderbares Beispiel, leider für 3.000 Euro, bot das Titelbild der letzte Auktionskatalog von S. Deider.

    Das alles sollte man nicht verwechseln mit Prägedruckbriefen oder floral ornamentierten Kuverts, welche es schon um ca. 1800 gab. Diese wurden immer als Brief angesehen und entsprechend frankiert bzw. taxiert.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • kartenhai
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    29.310
    Geschlecht
    Männlich
    • 29. November 2009 um 15:35
    • #3

    @ bayern klassisch:

    Danke für die Hinweise. Da hatte also jeder einzelne altdeutsche Staat seine eigene Postverordnung.
    Habe unten mal 1 Briefumschlag vom 1. Deutschen Sängerbundesfest in Dresden mit aufgedrucktem Motiv abgebildet, er stammt von 1865. Sind noch ältere außen bedruckte Briefumschläge in Deutschland bekannt bzw. kann jemand diese abbilden?

    Die Jagdkarte auf Deider`s letzter Auktion auf der Umschlagseite habe ich gefunden. Ausruf: 2.500,-- EUR, Zuschlag: 3.900,-- EUR, ein stolzer Preis, obwohl es noch eine ältere Karte von 1866 gibt, angeblich die älteste Ansichtskarte von Deutschland, auch eine Einladung zur Jagd.

    Könnte man die bedruckten Sängerfest-Briefumschläge von 1865 somit als Ansichtskarten-Vorläufer bezeichnen?

    Gruß kartenhai

    Bilder

    • Sängerbund 1.jpg
      • 622,22 kB
      • 1.490 × 1.060
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