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Bayern: Würzburg - Stempel

  • bayern klassisch
  • 26. November 2009 um 14:35
  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. November 2009 um 14:35
    • #1

    Liebe Sammlerfreunde,

    weil ich das Briefchen zum Preis einer Magerwurst einfach nicht bei eBay liegen lassen wollte, kaufte ich es, denn schlecht sieht es ja nicht aus.

    Bei näherer Betrachtung fiel mir aber etwas auf:

    Es kam vom Handelshaus Carl Moeller in Würzburg, der alten Hasen als Korrespondenzadresse geläufig sein dürfte ( Luitpold auf jeden Fall).

    Außen wurde es mit Würzburg den 22. April 1869 datiert.

    Innen fertigte Herr Moeller den Brief am 24. April 1869 und unterschrieb.

    Zur Post gegeben wurde er aber erst am 28. April 1869.

    Der Inhalt ist banal - es geht um Rechnungen, wie bei (fast) jedem Geschäftsbrief.

    Schon 2 Tage vom Schreiben eines simplen Briefes bis zur Aufgabe bei der dortigen Hauptbriefpostexpedition wäre für ein Handelshaus sehr ungewöhnlich. Aber 6 Tage?

    Vielleicht kann jemand eine plausible Erklärung finden, die das kleine Schmuckstück beschreibbar macht.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Dateien

    IMG_0002.jpg 255,75 kB – 302 Downloads IMG_0003.jpg 180,25 kB – 255 Downloads IMG.jpg 461,93 kB – 313 Downloads

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (26. November 2009 um 14:47)

  • 22028
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.773
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    Männlich
    Geburtstag
    6. Januar 1958 (68)
    • 26. November 2009 um 14:46
    • #2

    Nun, der 24. April 1869 war ein Samstag, da war es evtl. schon spät für die Post..., und nach dem Wochenende bleib er liegen, oder, das fand ich aber noch nicht heraus, waren da evtl. Feiertage?

    Tibet, Nepal-Klassische Ausgaben, Irak-Eisenbahnmarken 1928-1942, Irak-Zwangszuschlagsmarken Hochwasser 1967, Overland Mail Baghdad-Haifa, SCADTA-Provisorische Einschreibmarken der Ausgabe 1921 & 1923, Kolumbien- Halbamtliche Ausgaben

  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. November 2009 um 14:50
    • #3

    Hallo 22028,

    für die Post gab es keine heutigen Wochenenden oder Feiertage.

    In Würzburg hatte die Brief- und Fahrpost 365 Tage im Jahr geöffnet - bei Schaltjahren noch einen Tag länger. ;)

    Nur an Sonn- und Feiertagen war der Schalterdienst, dessen es hier nicht bedurft hätte, zeitlich etwas eingeschränkt.

    Man hätte auch um 20 Uhr am Samstag den Brief aufgeben können - oder weit später in der Stadt oder am Bahnhof in einen Briefkasten einwerfen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Ron Alexander
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    3.535
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    4. Mai 1984 (42)
    • 26. November 2009 um 16:23
    • #4

    Dann antworte ich einfach mal ganz banal, er hat vergessen den Brief abzuschicken.
    - Oder, erkrankt und Rechnung daher erst später versand.
    - Oder, auf der Post verschwunden, wieder aufgetaucht, gestempelt und versand.
    - Oder...

    ich denke wir werden es wohl nie herausfinden, höchstens kennt jemand der jemand kennt der damals jemand gekannt hat der wiederrum... Aber es ist schon interessant, was alles so dahinter stecken könnte :).

    Grüße
    Ron

    Sammelgebiet:
    Französische Besatzungszone Württemberg
    Stetig auf der Suche nach Besonderheiten und Abarten der FZ Württemberg

  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. November 2009 um 16:47
    • #5

    Hallo Ron Alexander,

    prinzipiell könnte man sich vieles denken, aber von den zahllosen Kaufmannsbriefen, die ich besitze oder eingesehen habe, weist keine dieses Zeitmuster auf.

    Wir werden auf den Papst der Würzburger Postgeschichte warten müssen - wenn er scheitert, sind wir alle gescheitert. :(

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    1.018
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    5. August
    • 26. November 2009 um 17:05
    • #6

    Hallo bayern klassisch,

    das Datum 22.April ist mit anderer Tinte als Briefinhalt & Adresse geschrieben worden.

    Eine Möglichkeit:
    Der Brief wurde von Person A am 22.4. vorbereitet (Unterlagen & Briefpapier zusammengelegt), diese wußte aber nicht, dass der Schreiber nicht da war.

    Person B schreibt am 24.4. den Brief (weil er vorher nicht in der Firma war, oder noch eine Angabe bzw. Rechnung fehlte, oder ...)

    Der 25.4. ist ein Sonntag

    Am 28.4. wird der Brief endlich aufgegeben (weil man vorher noch die Warenlieferung abschickte und vermeiden wollte, dass die Rechnung vorher ankam ?)

    Das kann jetzt natürlich genauso eine wilde Spekulation sein, in größeren Firmen wäre ein solcher Ablauf aber zumindest denkbar.

    Wobei ich hiermit dem päpstlichen Urteil natürlich nicht vorgreifen will ... ;)

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. November 2009 um 17:10
    • #7

    Hallo Michael,

    danke für dein Statement - klingt nicht schlecht, so könnte es gewesen sein.

    Danke für deinen Lösungsvorschlag und liebe grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 26. November 2009 um 18:16
    • #8

    Okey, eine Verwechslung von Regensburg und Würzburg ist nicht so schlimm. Kann schon mal passieren. Denn der derzeitige Papst hatte dort zumindest eine seiner akademischen Wirkungsstätte.

    In Würzburg haben wir nur einen kleinen Bischoff. Ja, ihr lieben Düsseldorfer, dat war toll, als der Hofmann als Kölner bei euch ein Kölsch wollte oder war das der andere Gerstensaft ?(

    Kurz, hier is nix mit Benedetto ?(

    Doch zum eigentlichen. Der deutsche ?(Michael D hat alles schon erklärt. Da brauchst nimmer meinen Senf.

    Und der ist nicht besonders schmackhaft. Denn was wissen wir eigentlich über die Arbeitsabläufe in den Kontoren der damligen Zeit (Buddenbrooks!)? Interessiert das überhaupt?

    Sind die Bürodiener einfach zum Postkasten gelaufen, eingeworfen und fertig? Bei der Menge von 10 - 20 Briefen und anderen auf der Post zu erledigenden Dingen (Einzahlungen) kann ich mir vorstellen, dass täglich ein Bürodiener zur Post ging. Das nur nebenbei.

    Jedenfalls hat die zeitlich verzögerde Aufgabe keinen Grund, der bei der Post zu suchen wäre.

    Mir liegen mehrere Briefe mit Verzögerung von 2 -3 Tagen vor. Und 1 Brief mit 4 Tagen.

    Das wird auch kein Würzburger Problem sein.

    Ganz andere Verzögerungen zeigt der Regensburg-Brief (weil wir ja das mit Würzburg verwechselt haben lieber bayern klassisch) aus der bekannten "Salegg-Korrenspondenz". Man achte auf den Absender!

    So, lieber bayern klassisch, nachdem Dein Briefchen keine Rosine, geschweige Oberrosinei ist, darfst Du es braf "nach Hause zurücksenden". :D Denn Deine Großgold-Sammlungen werden mit solchen "Magerwurst"-Briefen nur verunstaltet, ;)

    Seit gegrüßt liebe Altpapierverwahrer
    Luitpold

    Dateien

    SaleggV.jpg 41,18 kB – 180 Downloads SaleggI.jpg 52,26 kB – 211 Downloads
  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. November 2009 um 18:32
    • #9

    Lieber Luitpold,

    wo habe ich Regensburg mit Würzburg verwechselt? Übersehe ich da etwas?

    Die Abläufe in Firmen vor 200 - 100 Jahren sind allgemein bekannt und derjenige, der einen Brief tagelang hätte fahrlässigerweise liegen lassen, wäre gut beraten gewesen, dies als singulären Fehler einzugestehen. Die Buddenbrooks sind da nur ein Beispiel. :)

    Dein schöner Brief stammt übrigens aus Mainz und hat somit schon vor der Postaufgabe in Bayern eine schöne Reise hinter sich. ;)

    Feines Stück, hätte ich auch genommen.

    Für mich ist alles eine (kleine) Rosine, was nicht geklärt werden kann. Der Katalogwert ist sekundär.

    In meine größeren Sammlungen kommt er wohl nicht - aber nach Würzburg lasse ich ihn auch nicht so ohne weiteres ziehen. ;)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 26. November 2009 um 19:05
    • #10

    Wir werden auf den Papst der Würzburger Postgeschichte warten müssen - wenn er scheitert, sind wir alle gescheitert. :(

    Liebe Grüsse von bayern klassisch[/quote]


    Ja, dann verwechsle ich was. Aber das Stichwort Papst - den gibt es nur in Rom - und die Würzburger Postgischichte ist über 50 Jahre im Dornröschenschlaf :zZz: - Und ich wecke sie auf gar keinen Fall auf X(

    Das mit dem Rücksenden war ein SCHERZ. Es gibt genug Briefe mit diesem Stempel. Keine Sorge, ich habe den ausreichend.

    Da bin ich wohl der EINZIGE, der den Ablauf in einem Büro von 1800 - 1900 nicht kennt. Jedoch, die vollständig erhaltenen Rechnungsbriefe sind Doppelbogen. Sie bestehen aus 1 Anschreiben- in der Regel so eine Art Versandanzeige und als 2. Seite, die eigentliche Rechnung. So fand ich also die eigentliche Rechnung 1 Tag vor der Versandanzeige geschrieben (was ja auch Sinn macht). Die Vermerke des Empfängers lauten oft: Faktura "bezahlt" und Datum. Wie z.B. bei einem Schürer-Brief; Bezahlt am 24. Jan 1863 per Post.
    Da Schürer - ich habe jetzt so 5 Briefe angesehen - immer gleich den Rechnungsbrief auf der Post abgab - habe ich jetzt 1 Brief vom 31. Mai 1853, der erst am 4. Juni gestempelt ist. Innen kein Vermerk, der einen Grund dafür angibt. Ankuftstempel übrigens 6.6. (Mitterteich).
    Ich denke nicht, dass Herr Schürer (Unterschrift) seine Rechnung vergessen hat. Den Grund hat er leider mit in's Grab genommen ....

    Luitpold

  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. November 2009 um 19:13
    • #11

    Lieber Luitpold,

    das mit dem Papst war eine nette Umschreibung für dein Engagement dort. :)

    Wenn es dir zu hoch ist, wäre Fürstbischof genehm? ;)

    Wenn du "bürokratische" Fragen hast, stelle sie ruhig. Gerne auch per PN. Kein Problem. Das bekommen wir hin. :)

    Vielleicht schauen die Forumler mal nach, ob sie auch 6 Tage Zeitdifferenz bei ihren Briefen feststellen können. Jeder ist aufgerufen. Mit der Post hat all das nichts zu tun. Aber das muss es ja auch nicht. :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bayern-Nils
    Stamm Mitglied
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    2.477
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    29. April 1962 (64)
    • 26. November 2009 um 19:57
    • #12

    Hallo bayern klassisch

    Ich ganz viele Briefe untersucht, aber die meisten sind derselbe Tag oder der Tag darauf geschickt. Ein Ausnahme war drei Tage danach.

    Gibt es bei dein Brief ein Stempel rückseitig. Der Stempel könnte auch Falsch eingestellt sein?

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 26. November 2009 um 20:07
    • #13

    Hallo Nils,

    Ankunft am Folgetag. Danke für deine Mühewaltung. :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Wolffi 13. September 2021 um 17:36

    Hat den Titel des Themas von „Würzburg - Stempel“ zu „Bayern: Würzburg - Stempel“ geändert.
  • Wolffi 9. August 2026 um 08:09

    Hat das Thema aus dem Forum Altdeutschland nach Bayern verschoben.

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