Briefmarkensammler Detlef Hartmann über die Zukunft des Hobbys
Das Briefmarkenhobby ist nicht mehr, was es einmal war. Mit welchen Widrigkeiten ein Sammler im Jahre 2009 zu kämpfen hat, er- zählt Detlef Hartmann, zweiter Vorstand des Briefmarken-Sammlervereins Schwabach.
«Von der Post kommt heutzutage doch nur noch Kartonphilatelie», schimpft Hartmann und meint damit schnell auf den Markt geworfene «Sammlerartikel», die nach Detlef Hartmanns Worten «keinen ernsthaften Sammler hinter dem Ofen vorlocken».
Seine Kritik kann der in der Mark Brandenburg geborene Schwabacher an konkreten Beispielen aus seiner äußerst umfangreichen Kollektion festmachen: So zeigt er etwa die so genannten Jahresgaben des Bundes Deutscher Philatelisten, die von den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis in die späten 90er hinein liebevoll gestaltete Ersttagsbriefe beinhalteten, versehen mit echten, gültigen Sonderbriefmarken und sorgsam aufgebrachten Frankaturstempeln. Vorbei. 2009 gibt es Jahresgaben, «die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden», sagt Detlef Hartmann mit auffallend bissigem Unterton. Briefmarken-Faksimiles auf fühlbar billigem Papier in einer schief auf eine Zeitschriftenseite geklebten Plastikhülle. Als Postwertzeichen wären die Kopien entgegen dem früheren Usus nicht einmal gültig, entsprechend gering ist der Sammlerwert dieser in bunten Katalogen beworbenen «Editionen».