Angeregt durch eine Aussage (in kursiv) von sudetenphilatelie aus (Beitrag vom 20.09.2009 um 10:17Uhr) möchte ich mit diesem Thema darauf hinweisen, dass z.B. in der Deutschlandphilatelie auch weitere Sammelgebiete existieren, die, bezogen auf Briefmarken mit geringen (und vergleichsweise niedrig bewerteten) Auflagen, mehrere Seltenheiten beinhalten - nicht nur einige (wenige) Stücke.
Wer kennt weitere Gebiete? Eine Vorstellung ist hier sehr willkommen ![]()
ZitatOriginal von sudetenphilatelie
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Deine vorgestellte Marke Niklasdorf MiNr. 13 ist ein gutes Beispiel. Selbst wenn dafür 100% Michel bezahlt wir, sind dies gerade mal 200 Euro für eine Marke mit einer Auflage von nur 350 Stück und von dieser Auflage dürfte nur noch ein Bruchteil existieren. In welchem Gebiet gibt es sonst solche Möglichkeiten? Diese Marken haben Potential!
@ sudetenphilatelie:
Die Marken vom Sudetenland haben zweifelsohne Potential. Allerdings gibt es auch in mindestens einem anderen zur Deutschlandphilatelie gehörenden Gebiet Seltenheiten, die trotz niedriger (zwei- bis dreistelliger) Auflagen im Verkaufswert teilweise noch seit Jahren vor sich hin dümpeln. Es handelt sich um das Abstimmungsgebiet Oberschlesien 1920-1922.
Wenn man einmal von den Standardsätzen Mi-Nr. 1-9; 13-29 und 41-43 absieht und sich ausschließlich die Aufdruckmarken Mi-Nr. 10-12 und dem Plébiscite-Satz Nr. 30-40 vornimmt, gäbe es auch einiges an Raritäten zu entdecken, z.B. die Mi-Nr. 10F (Auflage je nach Quelle 450-750 Stück als Original!!!); Mi-Nr. 12b (Gesamtauflage ca. 600 Stück; je nach Aufdrucktype teils Einzelauflagen unter 50 Exemplaren); Mi-Nr. 11aU (je nach Quelle bis zu wenigen 100 Stück; heute nur noch wenige Dutzend Exemplare bekannt) und Mi-Nr. 30-40 mit echtem Aufdruck (und aktueller BPP-Prüfung) **. Hinzu kämen noch nachweislich echte Aufdruckfehler der Mi-Nrn. 10-12 (Kopfsteher, Doppeldrucke usw.), die im Vergleich zu den massiv vorkommenden Fälschungen als Original selten zu finden sind und dennoch sehr niedrig im Katalog bewertet werden. Meiner Erfahrung nach sind ca. 95% der ungeprüften Marken Fälschungen.
Die regulär hergestellte Mi-Nr. 12a weist analog der Nr. 12b diverse Aufdrucktypen auf, wobei für einige Aufdrucktypen teils nur wenige 100 Stück hergestellt wurden, sofern man ausschließlich von Originalen ausgeht (Fälschungsanteil bei ungeprüftem Material meinen Erfahrungen nach bei */** ca. 50% und gestempelt wesentlich mehr als 50%).
Ein Blick in den Katalog zu den Oppelner Notausgaben spricht selbst über die Seltenheit der überdruckten Marken. Die regulären Dienstmarken Mi-Nr. D17x (Friedenspapier) und D20b (ebenfalls Friedenspapier) sind postfrisch und gestempelt (Vollstempel) ebenfalls nicht häufig (meinen Erfahrungen nach statistisch gesehen 2 (17x) bzw. 10 (20b) auf 100 Exemplare).
Deutsche Stempelabschläge auf den Marken von Ost-Oberschlesien Mi-Nr. 17-20 sind nicht häufig; umgekehrt sind polnische Stempel auf Marken Oberschlesiens noch seltener.
Wenn man für die o.g. Marken bestimmte (in meinen Augen zumindest zweifelhafte Sammler-) Entwertungen ausschließt und Wert auf Bedarfsverwendungen legt, reduziert sich das auf dem Markt verfügbare Material teils sehr drastisch.
Man könnte auch noch das Sammeln auf vernünftig erhaltenen Belegen (EF; MeF bzw. Portostufen) ansprechen. Da ist das Angebot < Nachfrage. Gleiches gilt für die Insurgentenausgabe Mi-Nr. 1A/B - 7A/B postfrisch bzw. gestempelt (letzteres mit aktueller BPP-Prüfung).
Ein weiteres Feld wären Farben, Zähnungsabarten (überwiegend nur als Unikate bekannt) und Plattenfehler.
Gruß
Pete