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Post will bis 2011 alle eigenen Filialen schließen

  • Braunbear
  • 15. August 2009 um 11:06
  • Braunbear
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    • 15. August 2009 um 11:06
    • #1

    Die Deutsche Post setzt ihren massiven Sparkurs fort: Bis Ende 2011 will der Konzern einem Zeitungsbericht zufolge bundesweit alle noch selbst betriebenen 475 Filialen aufgeben. Die Dienste sollen künftig von Partnern wie Einzelhändlern übernommen werden.

    [Blockierte Grafik: http://www.spiegel.de/images/image-3635-panocpfree-wtdd.jpg]

    [URL=http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,642942,00.html]Hier weiterlesen -->[/URL]

    Schon wieder so eine Hiobsbotschaft der Post.
    Müssen wir dann in 5 Jahren unsere Briefe und Postkarten selber austragen ?! :O_O:

    :cool: Sei wie eine Briefmarke: Halte dich an irgendwas fest, bis du am Ziel bist.
    (Josh Billings, amerik. Schriftsteller, 1818-1885)

  • HoomySimpson
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    • 15. August 2009 um 11:40
    • #2

    Na toll, als ob der "Service" nicht schon mies genug währe.

  • Lacplesis
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    • 15. August 2009 um 11:50
    • #3

    Die Frage stelt sich, was aus den Philatelieschaltern wird, bzw. aus den Sammler, die sich nur dort eindecken.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • Yogananda
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    • 15. August 2009 um 11:51
    • #4

    So geht's, wenn man ehemals verstaatlichte Betriebe verprivatisiert.

    Erst werden die Immobilien verkauft, dann möchte man die Miete sparen, dann die Mitarbeiter u.s.w.

    Trotzdem muss man bedenken, das die Privatpost-Betriebe auch keine Postfilialen haben.

    Die Zukunft liegt normalerweise im eMail oder bei Kurzbriefen im Fax.

    Das Nachsehen haben eindeutig die Behörden. Das Finanzamt hat z. B. mit "Elster" die elektronische Post bereits aufgezeigt. Die Justiz u. a. müssen sich etwas Neues einfallen lassen.

    So wie bisher, geht das auf Dauer nicht.

    Suche wegen der 'Mondlandungslüge' Belege: "Die bemannte Mondlandung". :)

  • skabene
    Gast
    • 15. August 2009 um 12:48
    • #5

    Man darf aber nicht vergessen, das mit zunehmenden Mailkontakten die herkömmlichen Dienste der Post nicht mehr wirklich nötig sind und diese Tendenz wird sich verstärken.
    Ich weiß schon nicht mehr, wann ich den letzten normalen Brief geschrieben habe. Alle Papierkontakte sind längst auf Email umgestiegen.
    Folge: Es werden wesentlich weniger Briefmarken und sonstige Dienstleistungen rund um den Brief benötigt.
    Wen wundert es, das die Post da ihre Filialen aufgibt, wenn vermutlich Einnahmen und Miet- und Personalkosten aus dem Takt geraten?

  • bayern klassisch
    Gast
    • 15. August 2009 um 12:53
    • #6

    Der Tag naht, an dem alle deutschen Sammelgebiete abgeschlossene Gebiete sein werden ...

  • 22028
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    • 15. August 2009 um 13:13
    • #7
    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Der Tag naht, an dem alle deutschen Sammelgebiete abgeschlossene Gebiete sein werden ...

    Dann kann sich endlich in Ruhe den abgeschlossenen Gebieten widmen und braucht keinen Neuheiten hinterher zu rennen die eh niemand braucht.

    Tibet, Nepal-Klassische Ausgaben, Irak-Eisenbahnmarken 1928-1942, Irak-Zwangszuschlagsmarken Hochwasser 1967, Overland Mail Baghdad-Haifa, SCADTA-Provisorische Einschreibmarken der Ausgabe 1921 & 1923, Kolumbien- Halbamtliche Ausgaben

  • HoomySimpson
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    • 15. August 2009 um 13:49
    • #8

    22028:

    lol, da hst du wohl recht, interessanter aspekt....
    da könnte man mal wieder anfangen bund zu sammeln...

    gruß
    henning

  • Saguarojo
    Gast
    • 15. August 2009 um 16:00
    • #9

    Das ist eine grauenhafte Vorstellung, wenn das tatsächlich so kommen sollte. Ich hoffe, dass dann bundesweit private Postanbieter ordentlich Konkurrenz machen, damit die Post ihren Schwachsinn schnell bereut.

  • asmodeus
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    • 15. August 2009 um 16:12
    • #10

    .........und wenn ich eine Tauschsendung habe, scanne ich die Marken ein und wir sammeln bzw. tauschen nur noch Bildchen ;)

    Der Briefverkehr wird nicht ganz zum Erliegen kommen. Wie sollte man sonst seine Briefmarken verschicken? Auch hat nicht jeder einen Internetanschluß bzw. PC. Nuja, so schwarz sehe ich es nicht.... Es gibt dann die privaten Zustellfirmen.

  • gründi
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    • 15. August 2009 um 17:02
    • #11

    Ich denke, die Post schneidet sich mit der Entscheidung, bis zum Jahre 2011 alle eigenen Filialen zu schließen, ins eigene Fleisch.
    Die Gewerkschaften warten darauf, den POST Arbeitskampf aufzunehmen, denn es gibt immer noch rund 500 Filialen in Deutschland, die selbst von der Post betrieben werden.
    Die Chance für Privatdienstleister wird immer größer.
    Die werden dann auch eigene Marken herausgeben und der Privatpostsammler freut sich.
    Nun zur DPAG: Der Stamm der Philatelie Kunden ist auch nicht sehr klein, denn die Philatelie bildet ja auch einen eigenen Geschäftsbereich, den mit der Nummer drei. Die Post wird meiner Meinung nach nicht darauf zu verzichten, neue Sondermarken zu verausgaben.
    Doch nun stellt sich dem Sammler die Frage?
    Wozu Briefmarkensammeln, wenn diese im normalen Bedarfspostverkehr gar nicht mehr oder nur noch sehr selten vorkommen?
    Wenn man als Philatelist die Marken in Zukunft gestempelt sammeln möchte und kein Abo aus Weiden eingeht, hat man es schwer. Doch für solche Extremfälle hat man ja immer noch Vereine, Argen oder nicht zuletzt das Philaforum.
    Zu guter Letzt: der Brief wird nicht aussterben, zumindest nicht in den nächsten 20 bis 40 Jahren, denn viele Menschen haben auch noch kein Internet und Manche es auch gar nicht haben.
    Und wer Postgeschichte sammelt, der freut sich doch auch über Internetmarken, die man sich selbst basteln kann, oder?

    ;) ;) ;):D :D :D:) :) :)

    lg gründi

  • Herbie60
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    • 15. August 2009 um 18:24
    • #12

    Ich verstehe diese ganze "Aufregung" nicht!

    Ein Beispiel aus der Praxis: Ich war gestern (an einem Freitag!) um 13.00 Uhr in den Vorraum der "Postfiliale" 22941 Bargteheide, Bahhofstraße 3, offenbar eine der noch "posteigenen" Filialen, gegangen, um einen Brief sauber abstempeln zu lassen und fand einen zugezogenen Vorhang vor! Auf dem Schild stand: Öffnungszeiten von montags bis freitags von 8.00 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 18.00 Uhr! Zwei Stunden Mittagspause und Schließzeit. Was soll sich an so einem "Service" noch verschlechtern? Immerhin handelt es sich bei dem Ort um eine Kleinstadt mit 14.651 Einwohnern! Ich habe den Brief dann in Hamburg aufgegeben.

    Im Internet sehe ich gerade, dass im Nachbarort von Bargteheide, nämlich in Delingsdorf (2.203 Einwohner), eine "Postfiliale (im Eizelhandel)" existiert, die Sendungen annimmt (und auch Briefmarken verkauft) und montags bis freitags von 9.00 bis 18.00 Uhr und damit auch über Mittag geöffnet hat. Samstags haben beide Postfilialen vormittags geöffnet!

    So etwas gibt es inzwischen an vielen Orten. Ich sehe wirklich keinen Vorteil mehr, ob es sich bei der Filiale um eine "Original-Deutsche-Post-Filiale" handeln muss. Es scheint ja offenbar auch betriebswirtschaftliche Gründe zu geben, zu privatisieren. Schließlich gibt es inzwischen auch auf dem Briefsektor Mitbewerber wie z.B. den "NordBrief", der Schleswig-Holstein, Hamburg, alle neuen Bundesländer einschl. Berlin und (merkwürdigerweise) sogar Baden-Württemberg als Zustellgebiete hat und auf dem Weg ist, bundesweiter Briefdienstanbieter zu werden.

    Das Porto für den Privatkunden ist dort rd. 10 % günstiger als bei der Deutschen Post. Dieser Dienst (NordBrief) hat allerdings kein so dichtes Filialnetz wie die DPAG!

    Auch haben die Postbank-Finanzcenter, welche mir bekannt sind, z.B. in Bad Segeberg, Neumünster und Kiel, allesamt auch über Mittag geöffnet. Diese starren Öffnungszeiten der Deutschen Post AG sind mir allerdings noch aus den Zeiten der damaligen Deutschen Bundespost sehr wohl bekannt, wo meistens mittags geschlossen war!

    Gruß
    Herbie60

    Markige Grüße aus dem Süden Holsteins

    ;)Herbie60 :]

  • wolleauslauf
    Gast
    • 15. August 2009 um 18:42
    • #13

    Hallo Forumsfreunde,

    wenn das so weiter geht, wird ein "echt" gelaufener Brief mit abgenudeltem Wellenstempel im Michel 300 % mehr kosten und Jeder freut sich überhaupt mindestens eine Marke aus diesem Jahrgang zu haben :D

    Sammlergrüße von Wolle

  • DrMoeller_Neuss
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    • 15. August 2009 um 20:55
    • #14

    Ehrlich gesagt verstehe ich das ganze Geschrei nicht - zumindest nicht aus Sicht der Philatelisten.

    Wer verwendet doch noch Briefmarken? Jedenfalls nicht die posteigenen Postfilialen, die haben nur noch die Klebeetiketten. Am Donnerstag bekam ich noch nicht einmal die Neuerscheinungen auf der Hauptpost in Neuss. "Tut mir leid, der Kollege, der die Briefmarken hat, ist gerade nicht da". Das stimmte auch, da er an der Tür aufpassen mußte, das sich nicht noch um 18:01 ein dreister Kunde in das Postamt schleicht, um Postdienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Die Aushändigung eines Einschreibebriefes dauerte übrigens 20 Minuten.

    Durchweg ist der Service bei den im Einzelhandel betriebenen Filialen besser. Im Gemüsegeschäft in Lichtenbroich ist die Dame hinterm Tresen immer sauer, wenn ich am Ersttag auf ihre Frage, "welche Ecke von Bogen soll es denn sein", nur antworte, "so wie sie kommen". Die Briefe werden gut gestempelt, oder ich bekomme den Stempel in die Hand gedrückt, und das (Stempel-)schicksal ist quasi in meiner Hand.

    (Hermes-)Pakete kann ich in unserem Büdchen von 6:00 Uhr morgens bis abends um 22:00 Uhr aufgeben. Wenn ich Lust auf ein Getränk habe, oder etwas zu essen, bekomme ich es dort auch. Bekommt Ihr diesen Service auch auf Eurem guten alten Postamt?

    Und zuletzt: das Porto für einen Standardbrief ist seit fast 20 Jahren stabil! Welche Dienstleistung kann das von sich behaupten?

    P.s. Ich würde mir diesen konsequenten Schritt in Richtung zu Partnern auch von der Deutschen Bahn wünschen !

  • dietbeck
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    • 15. August 2009 um 21:37
    • #15
    Zitat

    (Hermes-)Pakete kann ich in unserem Büdchen von 6:00 Uhr morgens bis abends um 22:00 Uhr aufgeben. Wenn ich Lust auf ein Getränk habe, oder etwas zu essen, bekomme ich es dort auch. Bekommt Ihr diesen Service auch auf Eurem guten alten Postamt?

    Ja, nur dass der Betreiber des Shops mit diesem Service keinerlei Gewinn macht (O-Ton: "hätte ich das bloss nicht gemacht"). Er "verdient" an einem 4 Euro Paket 40 cent, muss aber dafür die Buchführung machen, ein Scan-Gerät für den Barcode unterhalten, die Arbeitszeit zur Bearbeitung des Päckchens rechnen. Der Shop-Verkäufer meinte, dass sich dies überhaupt nicht für ihn lohnt (und das unter einem "Werbeeffekt" zu sehen, nämlich damit neue Kunden auch für andere Angebote des Shops zu erhalten hat sich auch nicht bewahrheitet, da diejenigen, die ein Paket aufgeben auch nur das tun). Ein weiterer mir bekannter Shop-Inhaber hat den Paketsevrice wieder aufgegeben (unschwer zu erraten, warum).

    Die wirkliche Frage muss also sein, ob die Post alle Einzelhändler, die dann den Service der 475 Filialen übernehemen auch entsprechend entlohnt. Die weitere Frage muss sein, ob es genügend Ersatz gibt, dass die Kunden auch befriedigt werden können. Da frage ich mich mal, wie dass läuft, wenn in Grosstädten die Postfilialen zumachen, ob das rein von der Menge von "Einzelhändlern" aufgefangen werden kann. Den Arbeitsplatzabbau lassen wir mal aussen vor, dessen Folgen übernimmt mal wieder der Steuerzahler.

    Zitat


    P.s. Ich würde mir diesen konsequenten Schritt in Richtung zu Partnern auch von der Deutschen Bahn wünschen !

    Ich habe auch meine Kritikpunkte an der DB. Aber schauen wir mal nach England, was für ein Chaos die Provatisierung der Bahn gebracht hat, wo jetzt regionale Betreiber das Land aufgeteilt haben. Von Koordination kann keine Rede sein, ich habe auch nix von Modernisierung der Züge oder des Schienennetzes gesehen. Zu der Zeit als ich in England war, war die Privatisierung eine absolute Katastrophe.

    Postkrieg, Zurückgezogene Marken, Territoriale Konflikte, Aland
    -----------------------------
    Es kommt nicht drauf an wie alt man wird, sondern wie man alt wird.

    Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung

    2 Mal editiert, zuletzt von dietbeck (15. August 2009 um 21:44)

  • DrMoeller_Neuss
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    • 16. August 2009 um 11:31
    • #16
    Zitat

    Original von dietbeck

    Ja, nur dass der Betreiber des Shops mit diesem Service keinerlei Gewinn macht (O-Ton: "hätte ich das bloss nicht gemacht"). Er "verdient" an einem 4 Euro Paket 40 cent, muss aber dafür die Buchführung machen, ein Scan-Gerät für den Barcode unterhalten, die Arbeitszeit zur Bearbeitung des Päckchens rechnen. Der Shop-Verkäufer meinte, dass sich dies überhaupt nicht für ihn lohnt
    . . .

    Die Annahme eines Päckchens erfordert einen Zeitaufwand von etwa 1 Minute, bei mehreren Päckchen gleichzeitig deutlich weniger.
    Damit kommt der Büdcheninhaber auf einen kalkulatorischen Stundenlohn von ca. 15- 20 EUR, das geht für den Einzelhandel in Ordnung.

    Wieviel verdient er denn am Verkauf einer Zeitschrift? Hier muß er zusätzlich abends noch die Remittenden, d.h. die nicht verkauften Exemplare abrechnen.
    Noch schlimmer sieht es bei belegten Brötchen aus. Hier nimmt kein Bäcker die nicht verkauften am Abend zurück, die kann unser Büdcheninhaber nur noch abschreiben und zu Semmelbrösel zermahlen.

    Ich bin mir bewußt, daß Einzelhandel kein Zuckerschlecken ist, und viele von Hartz-4 besser leben würden und vor allem dafür nicht 60 Stunden arbeiten müßten. Ich kann aber nicht sehen, daß Hermes besonders schlecht zahlt. Sie zahlen genau das an Provision, um genügend Annahmestellen zu finden.

    Und das Thema Arbeitsplatzabbau: Willst Du die unrentablen Postfilialen aus Deinen Steuergeldern finanzieren? Wie wäre es denn mit einer Steuererhöhung? Oder sollen wir einfach die Zustelldienste verstaatlichen (d.h. wieder die VEBs einführen), und die Preise in Berlin festlegen lassen? Dann kostet eben ein Brief 1,50 EUR und ein Päckchen 10 EUR. Foren wie dieses hier wären mit Threads überfüllt, die das Ende vieler kleiner Ebay-Shops nahen sehen, da sich bei so hohen Versandkosten der Kauf für den Briefmarkensammler nicht mehr lohnt.

    Wir können auch alle Geldautomaten wieder abschrauben und zur guten alten Schalterauszahlung zurückkehren. Das sichert wenigstens Arbeitsplätze. Das Girokonto kostet dann eben 20 EUR im Monat, aber dafür muß man ja nicht an einen dieser anonymen und so gefährlichen Geldautomaten.

    Summa summarum: keine Volkswirtschaft kann sich auf Dauer unrentable Arbeitsplätze leisten. Jede Volkswirtschaft muß versucht sein, auf Höhe des technischen Fortschrittes zu bleiben, ansonsten läßt der Wohlstand nicht mehr halten. (ökonomisch in wenigen Sätzen ausgedrückt, was ganze Vorlesungen füllt).
    In der guten alten Zeit mußten wir alle viel länger arbeiten, und konnten uns davon weniger leisten. Wie lange mußte ein Arbeiter früher schuften, um das Briefporto eines Standardbriefes zu verdienen? Die Zeit ist immer kürzer geworden.

    Wir können (und wollen) uns nicht gegen den technischen Fortschritt stemmen. Schon einmal überlegt, wieviele Arbeitsplätze das philaforum vernichtet? :D
    Früher hätten wir Sammler uns Postkarten und Briefe geschrieben, sind in den Copy-Shop gerannt, um unsere Belege kopieren zu lassen und heute machen wir das selbst mit dem Scanner. :)

  • skabene
    Gast
    • 16. August 2009 um 11:49
    • #17

    Die Post ist ein Dienstleister mit einem bundesweitem Tätigkeitsfeld. Dort arbeiten Leute, die umfassend für diese Arbeit ausgebildet wurden. Dies kann von einem Menschen in einem Postshop, der ja nicht nur von diesem, sondern auch - und ich denke mal, vor allem davon - von seinem Kiosk, Lebensmittelladen usw. lebt, nicht geleistet werden - weil er nur die nötigste Einweisung bekommt. Die Frage ist, wieviel kann ich dann in einem Postshop machen? Wie sind die Postvorgaben, was ich dort machen kann? Da dürfte der Postbankservice, den die Postfilialen anbieten, vermuitlich ganz wegfallen. Und dazu braucht es auch schon mal mehr als nur einen Geldautomat.

    Wenn die Post flächendeckend die eigenen Filialen schließt, ist dies meiner Meinung auch ein Rückzug aus der Kundennähe und dies ist dem Image sicher nicht zuträglich. Ich weiß, daß ich in der posteigenen Filiale Ansprechpartner zu allen Bereichen finde. Das dürfte im Postshop-Kiosk um die Ecke aus o.g. Gründen nicht der Fall sein.

    skabene

  • dietbeck
    Stamm Mitglied
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    • 16. August 2009 um 14:10
    • #18
    Zitat


    Die Annahme eines Päckchens erfordert einen Zeitaufwand von etwa 1 Minute, bei mehreren Päckchen gleichzeitig deutlich weniger.
    Damit kommt der Büdcheninhaber auf einen kalkulatorischen Stundenlohn von ca. 15- 20 EUR, das geht für den Einzelhandel in Ordnung.

    Ich kenne die Kalkulationen des Shop-Inhabers nicht, verlasse mich aber auf dessen Aussage und stelle diese erstmal nicht in Frage. Ich werde auch keine eigenen Kalkulationen zugrundelegen, da ich dies nicht beurteilen kann. Und nochmal, er muss Buchführung machen (wie lange das insgesamt dauert kann ich nicht beurteilen). Deine Kalkulation setzt eine entsrpechende Menge voraus, die ich auch nicht kenne, aber der Shopinhaber, den ich kenne hat mit Sicherheit keinen hohen Durchsatz. Auch der Barcode-Scanner muss betrieben werden, auch das offensichltich ein Kostenfaktor. Nochmal, ich verlasse mich auf die Aussagen und nicht auf eigene Kalkulationen.

    Zitat


    Ich kann aber nicht sehen, daß Hermes besonders schlecht zahlt. Sie zahlen genau das an Provision, um genügend Annahmestellen zu finden.

    Das überlasse ich auch den Shop-Eigentümern zur Beurteilung. Mir kommt es aber nicht so vor, als seien die Shopinhaber über Ihr zusätzliches Hermes-Angebot besonders glücklich, jedenfalls nicht soweit ich das erfahren habe.

    Zitat


    Und das Thema Arbeitsplatzabbau: Willst Du die unrentablen Postfilialen aus Deinen Steuergeldern finanzieren? Wie wäre es denn mit einer Steuererhöhung? Oder sollen wir einfach die Zustelldienste verstaatlichen (d.h. wieder die VEBs einführen), und die Preise in Berlin festlegen lassen?

    Tut mir leid, aber das bringt nichts. Was soll das mit den VEBs ? Ich habe lediglich zum Ausdruck gebracht, dass ich mit dieser Privatisierungswut allenthalben meine Probleme habe, da dadurch meist eben nichts besser wird, im Gegenteil, dort wird aufgrund von Kostenersparnis der Service ständig schlechter bzw. dem Kunden übertragen. Privatisierung ist keineswegs ein Allheilmittel.

    Und ich gehe mit Skabene, Einzelhändler sind keine ausgebildeten Postler, hier anzunehmen in allem die gleiche Kompetenz zu erhalten ist unrealistisch.

    Zitat


    Wir können auch alle Geldautomaten wieder abschrauben und zur guten alten Schalterauszahlung zurückkehren. Das sichert wenigstens Arbeitsplätze. Das Girokonto kostet dann eben 20 EUR im Monat, aber dafür muß man ja nicht an einen dieser anonymen und so gefährlichen Geldautomaten.

    Tut mir leid, aber auch das ist völlig überflüssig und hat mit der Sache nichts zu tun. Ich bin in der IT und der letzte der technikfeindlich ist.

    Zitat


    Summa summarum: keine Volkswirtschaft kann sich auf Dauer unrentable Arbeitsplätze leisten. Jede Volkswirtschaft muß versucht sein, auf Höhe des technischen Fortschrittes zu bleiben, ansonsten läßt der Wohlstand nicht mehr halten. (ökonomisch in wenigen Sätzen ausgedrückt, was ganze Vorlesungen füllt).
    In der guten alten Zeit mußten wir alle viel länger arbeiten, und konnten uns davon weniger leisten. Wie lange mußte ein Arbeiter früher schuften, um das Briefporto eines Standardbriefes zu verdienen? Die Zeit ist immer kürzer geworden.

    Ich nehme an, Du hast einen sicheren Arbeitsplatz, trifft ja nur die anderen ?

    Zitat


    Wir können (und wollen) uns nicht gegen den technischen Fortschritt stemmen.

    Nein, das will keiner. Nur muss es auch noch Arbeitsplätze geben, die das nötige Geld zum Konsum auch erwirtschaften können, sonst kann das Geld am Geldautomaten nicht mehr gezogen werden und mit dem gekauften Scanner Belege kopiert werden, die ja auch erstmal mit dem verdienten Salär gekauft werden müssen.

    dietbeck

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    Es kommt nicht drauf an wie alt man wird, sondern wie man alt wird.

    Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung

    Einmal editiert, zuletzt von dietbeck (16. August 2009 um 14:11)

  • DrMoeller_Neuss
    erfahrenes Mitglied
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    805
    • 16. August 2009 um 16:26
    • #19
    Zitat

    Original von skabene
    Die Post ist ein Dienstleister mit einem bundesweitem Tätigkeitsfeld. Dort arbeiten Leute, die umfassend für diese Arbeit ausgebildet wurden. Dies kann von einem Menschen in einem Postshop, der ja nicht nur von diesem, sondern auch - und ich denke mal, vor allem davon - von seinem Kiosk, Lebensmittelladen usw. lebt, nicht geleistet werden - weil er nur die nötigste Einweisung bekommt.
    . . .

    Ich weiß, daß ich in der posteigenen Filiale Ansprechpartner zu allen Bereichen finde. Das dürfte im Postshop-Kiosk um die Ecke aus o.g. Gründen nicht der Fall sein.
    skabene

    Die Anforderungen haben sich in den Jahren stark verändert: Früher mußte der Schalterbeamte alle Gebühren im Kopf haben und am Paketschalter die Postleitzahlengebiete gut kennen, um die richtige Entfernungsstufe ermitteln zu können. Bei der Bahn mußte der Schalterbeamte die wichtigsten Reisewege und Fahrpläne auswendig kennen und die Umsteigerelationen in Köln Hbf, Frankfurt am Main Hbf und Stuttgart Hbf richtig einschätzen können. Bei Aldi mußte die Kassiererin die Preise von 500 Artikeln im Kopf haben. Heute machen das Computer und Scanner, man muß nur wissen, wie man an die Informationen heran kommt. Trotzdem sind die Anforderungen nicht gesunken: in der "guten, alten" (?) Monopolzeit war man Postbenutzer bzw. Beförderungsfall, der Anträge stellen mußte. Heute ist man Kunde, und die Person gegenüber muß sich immer wieder fragen: "Was muß ich tun, damit der Kunde noch morgen zu mir kommt, und nicht sein Paket zu Hermes trägt?".

    Nach meiner Einschätzung sind 95% der Postdienstleistungen Standardaufgaben, d.h. Inlandsbriefe mit und ohne Zusatzleistungen und Pakete. Die Tarifstruktur ist einfacher geworden, es gibt nur noch 4 Brieftarife und wenige Pakettarife. Aber auch mit meiner Post auf die Philippinen ist jedesmal die "Gemüsefrau" klar gekommen. Und punkto Bankdienstleistungen: die sind doch erst mit der Privatisierung gekommen. Früher gab es nur das Postscheckkonto, man bekam an genau einem Postamt in Deutschland Bargeld und das auch nur einmal am Tag (!). Geld zahlt mir die Gemüsefrau genauso gut aus, wie die Postbankangestellte im Postbank Finanzzentrum. Natürlich bekomme ich in der kleinen Einzelhandelsfiliale keine Beratung über Riesterrente. Aber das brauche ich auch nicht täglich.

    Zitat

    Original von dietbeck
    Ich kenne die Kalkulationen des Shop-Inhabers nicht, verlasse mich aber auf dessen Aussage und stelle diese erstmal nicht in Frage. Ich werde auch keine eigenen Kalkulationen zugrundelegen, da ich dies nicht beurteilen kann. Und nochmal, er muss Buchführung machen (wie lange das insgesamt dauert kann ich nicht beurteilen). Deine Kalkulation setzt eine entsrpechende Menge voraus, die ich auch nicht kenne, aber der Shopinhaber, den ich kenne hat mit Sicherheit keinen hohen Durchsatz.
    ...


    Das überlasse ich auch den Shop-Eigentümern zur Beurteilung. Mir kommt es aber nicht so vor, als seien die Shopinhaber über Ihr zusätzliches Hermes-Angebot besonders glücklich, jedenfalls nicht soweit ich das erfahren habe.

    Ich habe mit dieser allgemeinen Rechnung nur ausdrücken wollen, daß eine Hermes-Annahmestelle per se nicht unrentabel ist. Jeder Shop-Inhaber muß sich selbst überlegen, was sich für ihn lohnt und was nicht. Wenn ich in der Nähe einer Schule mein Büdchen habe, würde ich auch Schulhefte anbieten. Gegenüber einem Krankenhaus hätte ich wahrscheinlich damit nicht den hohen Durchsatz.

    Zitat

    Original von dietbeck: Ich nehme an, Du hast einen sicheren Arbeitsplatz, trifft ja nur die anderen ?


    Nein, ich habe keinen sicheren Arbeitsplatz. Sichere Arbeitsplätze haben nur die Wenigsten, von Beamten einmal abgesehen.

    Zitat

    Original von dietbeck
    Nur muss es auch noch Arbeitsplätze geben, die das nötige Geld zum Konsum auch erwirtschaften können, . . .

    Genau, deswegen ist es wichtig, das in der Summe mein Arbeitsplatz rentabel für die Firma ist, oder anders ausgedrückt: wichtig ist, daß wir die Produkte einer Qualität und zu einem Preis liefern können, die besser als der unser Konkurrenz sind. Sonst wandern die Kunden ab, und mein Arbeitsplatz wird unrentabel und unsicher.
    Wenn die Arbeitsplätze anfangen unrentabel zu werden, wer soll dann denn die Differenz zahlen? Der Steuerzahler? Damit erhöhst Du nur die Abgaben, so daß weitere Arbeitsplätze unrentabel werden.

    Um es zusammenzufassen: ich sehe keine Verschlechterung der Postdienstleistungen, wenn die Post keine eigenen Filialen mehr hat. Auch als Sammler kann ich damit leben. Mich zwingt keiner die Bund-Neuerscheinungen zu sammeln. Wenn ich da nicht mehr heran komme, und die Marken nur noch auf der Versandstelle verkauft werden, dann wende ich mich eben anderen Sammelgebieten zu. Über ein laufender Meter Michelkataloge bieten mir genügend Auswahl.

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