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Kaufberatung Chicagofahrt 1933

  • nn10022211
  • 17. Juli 2009 um 19:43
  • nn10022211
    neues Mitglied
    Beiträge
    52
    Geburtstag
    7. Januar 1983 (43)
    • 17. Juli 2009 um 19:43
    • #1

    Hallo zusammen,

    ich bräuchte einmal eure Meinung. Mein Briefmarkenhändler hat mir die drei Zeppilinmarken der Chicagofahrt (Michel-Nr. 496-498) angeboten. Allerdings alle drei auf einem Briefstück angeblich echt gelaufen mit ich glaube rotem Stempel. Der gute Mann möchte dafür 270 € haben.

    Was meint Ihr, soll ich da zuschlagen? Die Marken sind noch ungeprüft. Seiner Meinung nach, und er hat eine gewaltige Erfahrung, sind die Marken echt. Eine Nachprüfgarantie würde er auch geben bzw. die Marken vorher prüfen lassen.

    Was sagt denn der Michel-Spezial für einen Aufschlag für die 3 Marken auf einem Briefstück, habe nur einen normalen Michel?

    Besten Dank für eure Hilfe im voraus

    Ist mein erster Kauf etwas teurerer Marken, ich hoffe Ihr seht mir meine Vorsichtigkeit nach.

    Beste Sammlergrüße

    Marcel

  • philnum
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    650
    • 17. Juli 2009 um 19:57
    • #2

    Hallo Marcel,

    auf Briefstück gibt es keine Aufschläge, nur als echt gelaufener Brief (vollständig erhalten, nicht nur Ausschnitt der Vorderseite oder so).

    Im Deutschen Reich wurde keine rote Stempelfarbe zur Entwertung/Stempelung von Marken verwendet. Wahrscheinlich handelt es sich um die auf Zeppelin-Belegn beigesetzten Beförderungsstempel.

    Als Laie würde ich solche stark fälschungsgefährdeten, teuren Marken nicht erwerben, auch nicht mit Nachprüfgarantie. Auf den Kosten und gegebenenfalls dem Ärger, wenn sie sich als nicht prüfbar, gefälscht, falsch gestempelt oder nicht einwandfrei (Qualitätsbeurteilung) entpuppen, bleibst im Zweifel DU allein sitzen.

    Der lose Chicagofahrt-Satz gestempelt notiert aktuell mit M€ 1.000,-. Für ungeprüft sind € 270,- da ein stolzer Preis. Bei eBay bekommst Du den Komplett-Satz mit Foto-Attest von Schlegel BPP für ungefähr dasselbe oder sogar weniger Geld.

    Beste Sammlergrüße

    philnum

  • skabene
    Gast
    • 17. Juli 2009 um 20:07
    • #3

    Die #496 auf Bedarfbrief steht im Michel mit 550,- Euro.
    Die #497 auf Bedarfbrief steht im Michel mit 350,- Euro.
    Die #498 auf Bedarfbrief steht im Michel mit 800,- Euro.

    Für alle drei auf Bedarfbrief gibt es auch im Spezial keine Angabe.

    Vorsicht, Falschstempel vorkommend, bzw. Fälschungen zum Schaden der Post.
    Stempelprüfung erforderlich, Prüfung der Marken auch. Besser vor Kauf, würde ich sagen.

    skabene

  • nn10022211
    neues Mitglied
    Beiträge
    52
    Geburtstag
    7. Januar 1983 (43)
    • 17. Juli 2009 um 20:07
    • #4

    Hallo philnum, Hallo Skabene,

    besten Dank für die schnelle nAntworten. Ich dachte nur das es sicherlich ein Highlight in meinem Album wäre wenn ich von diesen Marken alle drei auf einem Briefstück im Album hätte.

    Sprich wenn ich sie kaufen sollte, dann nur mit aktuellem Attest von Schlegel, richtig?

    Zu dem Stempel, kann sein das ich das jetzt durcheinander gebracht habe, es kann sich auch um einen blauen Stempel handeln.

    Wie hoch war denn das Porto damals für eine Luftbeförderung mit dem Zeppilin nach Chicago? Sind denn 6 RM richtig.

    Mfg

    Marcel

    Einmal editiert, zuletzt von nn10022211 (17. Juli 2009 um 20:10)

  • philnum
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    650
    • 17. Juli 2009 um 20:15
    • #5

    Hallo nochmal,

    blaue Stempelfarbe gab es auch nicht. Die Marken müssen mit schwarzen (Orts-)Stempeln versehen sein.

    Der Brief scheint ein überfrankierter Sammlerbeleg gewesen zu sein, denn das einfache Briefporto für Zeppelinpost betrug 4 RM, das Porto für Postkarten 2 RM.

    An Deiner Stelle würde ich mich noch ein bisschen umgucken, verschiedene Angebote vergleichen und dann erst zuschlagen, wenn Du etwas Erfahrung gesammelt hast. Aktuell BPP-geprüft sollte es schon sein - das lässt man besser den Anbieter besorgen. Da kann er noch soviel Erfahrung haben und sonstwas garantieren, darauf würde ich mich in dieser Preiskategorie nicht einlassen.

    Beste Sammlergrüße

    philnum

    P.S. Hab gerade nur einen Südamerikafahrt-Beleg (Postkarte) als Scan auf dem Rechner. Aber so sehen die Zeppelin-Belege fast alle aus (schwarze Poststempel, rote oder blaue Beförderungsstempel).

    Einmal editiert, zuletzt von philnum (17. Juli 2009 um 20:17)

  • nn10022211
    neues Mitglied
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    52
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    7. Januar 1983 (43)
    • 17. Juli 2009 um 20:48
    • #6

    Danke fürs zeigen des Beleges. Dann werd ich wohl noch wirklich ein wenig umgucken was man denn noch so findet...

    Werde meinem Händler morgen sagen das er das gute Stück wenn überhaupt erstmal prüfen lassen möchte.

    Besten Dank für die Tipps.

    Marcel

  • kartenhai
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    Männlich
    • 17. Juli 2009 um 21:52
    • #7

    Der Ebay-Verkäufer "maila12" hat den nachfolgend gezeigten Zeppelin-Brief mit diesen drei Marken fast wöchentlich neu in seinem Schrott-Angebot, das fast nur gefälschte Briefmarken und Belege enthält. Immer zu einem "günstigen" Anfangspreis von 1,-- EUR.
    Ebay duldet diese Fälschungen, die jedermann nach Erwerb als echt weiterverkaufen kann! Für mich ein Skandal!

    Hoffe, dieser Brief ist nicht identisch mit dem Dir angebotenen, sonst gehören Deinem Verkäufer die Ohren lang gezogen! :D

    Bilder

    • Fälschungen 1.jpg
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  • nn10022211
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    7. Januar 1983 (43)
    • 18. Juli 2009 um 09:20
    • #8

    kartenhai

    das ist natürlich wirklich ein skandal, das ebay fälschungen dultet. Von wegen Käuferschutz etc.

    Das Briefstück von meinem Händler sieht ganz anders aus, Ich werde mal versuchen davon ein Foto zumachen und es hier rein zustellen.

  • balf_de
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    26. August 1943 (82)
    • 18. Juli 2009 um 10:53
    • #9

    Hallo Marcel!
    Ich denke, die Kollegen haben Dich schon überzeugt, dass Du besser die Finger weglässt ..
    Ein roter Stempel ist denkbar wie in dem anliegenden Beleg gezeigt: sowohl der Bestätigungsstempel für den Anschlussflug von Berlin nach Friedrichshafen war rot als auch der Bestätigungsstempel für die Fahrt. Aber beide sind eckig – einen runden roten Stempel gab es bei der deutschen Post der Chikagofahrt nicht.
    Satzfrankaturen sind relativ häufig, auch wenn es sich um echte Marken und nicht um Reproduktionen handelt; sie werden im Sieger-Katalog trotzdem sehr hoch bewertet – Nr. 238. D) .... 1.425,- Euro. Aber erstens gilt das für komplette Fahrt-Belege, zweitens zahlt niemand auch nur annähernd diesen Betrag (zumal die Michel-Notierungen für die Nummern 438-439, 456-458 und 496-498 stark überbewertet sind, zumindest, was gebrauchte Marken anbetrifft) und drittens sind die Belege überfrankiert, was zurecht viele ernsthafte postgeschichtlich orientierte Sammler abschreckt. Das Briefporto für die Luftschiff-Beförderung nach Südamerika (Recife oder Rio) kostete 1,50 RM, bis in die USA (Miami, Akron oder Chikago) 3 RM, für die gesamte Rundfahrt (bis Sevilla oder Friedrichshafen) waren 4 RM zu frankieren.
    Viele Grüße
    balf_de

  • asmodeus
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    • 18. Juli 2009 um 11:15
    • #10

    Lieber geprüft erwerben, aber vielleicht meinst Du diesen runden roten Stempel. Siehe Scan.

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  • Tawwa
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    13. Oktober 1985 (40)
    • 18. Juli 2009 um 12:09
    • #11

    @ balf de

    warum sind diese Zeppelinmarken überbewertet?
    Kann ich nicht so feststellen.
    Zeppelinmarken egal ob geprüft oder nicht erzielen auf dem Markt noch mitunter die besten Michel %t Preise.

    Gruß
    Tawwa

  • philnum
    erfahrenes Mitglied
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    • 18. Juli 2009 um 12:34
    • #12

    Hallo,

    die meisten Zeppelin-Marken wurden auf entsprechenden Luftschifffahrt-Belegen verwendet. Für andere, normale Postsendungen war die Nominale auch viel zu hoch, das heißt für kaum eine gebräuchliche Portostufe wurden 1, 2 oder 4 RM benötigt. Für damalige Verhältnisse - 1929 gab es eine wirklich verheerende Weltwirtschaftskrise mit hoher Massenarbeitslosigkeit, die noch bis Anfang der 1930er Jahre anhielt - waren beispielsweise 4 RM auch relativ viel Geld, so dass es sich gar nicht jeder Sammler leisten konnte, diese Marken zu kaufen. Von daher fehlen sie auch seit jeher in typischen Standard-Sammlungen bzw. sind allenfalls in minderwertiger Qualität vorhanden.

    Auch heute dürften noch die allermeisten gebrauchten Zeppelin-Marken auf Belegen kleben. Abgelöst wurden sie eher selten, z. B. wenn die Belege beschädigt waren - dann sind aber auch die Marken häufig nicht mehr einwandfrei. Viele lose Marken haben Qualitätsmängel (abgeplatzte Markenfarbe, insbesondere bei den roten 1-RM-Werten, unleserliche, verschmierte Stempel, Flecken, Zahnfehler usw.) - deshalb werden die Kosten einer Prüfung häufig gescheut, weil 1. der Prüfer dann ein erhöhtes Signum (= Mängel) anbringt und 2. der zu erzielende Gewinn gering ausfällt.

    Die relativ hohen Katalogwerte gelten nur für einwandfreie Exemplare, das steht auch als Bemerkung noch einmal ausdrücklich unter MiNr. 496-498. Wirklich selten sind diese Marken nicht, sie sind ausreichend am Markt vorhanden (jeder Auktionskatalog ist voll damit). In einwandfreier Qualität, aktuell BPP-geprüft und zu einem moderaten Preis (unter 25 %) sind sie allerdings nicht überall zu bekommen.

    Beste Sammlergrüße

    philnum

  • Wolffi 17. September 2021 um 15:34

    Hat das Thema aus dem Forum Deutsches Reich 1872–1945 nach Zeppelin-Post verschoben.

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