Lieber VorphilaBayern,
da merkt man eben, wer sich mit diesen beiden Ländern intensiv befaßt hat und über eine riesigen Erfahrungsschatz verfügt. ![]()
Danke für die Aufklärung - so wird es gewesen sein.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Lieber VorphilaBayern,
da merkt man eben, wer sich mit diesen beiden Ländern intensiv befaßt hat und über eine riesigen Erfahrungsschatz verfügt. ![]()
Danke für die Aufklärung - so wird es gewesen sein.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo Freunde
Ich Zeige hier ein Brief der von Ansbach nach Giengen(W) das Jahr 1812 gelaufen ist. Es ist ein Portobrief und der Empfänger hat 10 Kreuzer bezahlt. Der Brief kostete in Bayern 8 Kreuzer und ist nach Dillingen gegangen vor der Brief über die Grenze nach Giengen getragen würde. Die württembergische Postbeh¨ren hat 2 Kreuzer erhalten. Hier ist es keine württembergische Botenlohn notiert weil Giengen ein Postexpedition hatte.
Viele Grüsse
Nils
Hallo Freunde
Ich zeige hier zwein Briefe der denselben Laufweg gegangen sind. Es ist zwei Portobriefe von Bamberg nach Schwäbisch Gmünd. Der erste Brief Das Jahr 1841 und die andere 1842.
Der erste Brief hat der Empfänger 13 Kreuzer gekostet. Der Brief ist von Bamberg nach Dinkelsbühl, weiter in Württemberg über Ellwangen nach Schwäbisch Gmünd. Der Brief hat auf die bayerische Seite 9 Kreuzer gekostet (3. Taxrayon, 2. Gewichtsstufe).
Der zweite Brief hat der Empfänger 15 Kreuzer gekostet, und ist derselbe Laufweg gegangen. Auch diesmal hat der Brief auf die bayerische Seite 9 Kreuzer gekostet (3. Taxrayon, 2. Gewichtsstufe). Aber auf die württembergische kostet den Brief jetzt 6 Kreuzer.
Weiss jemand warum diese Tax Erhöhung in Württemberg passiert ist?
Viele Grüsse
Nils
Hallo Nils,
ein schönes Pärchen - wer weiß, wo du die wieder her hast. ![]()
Bei dem 2. Brief hat man in Württemberg den Brief in der 2. Gewichtsstufe gesehen und die 4 Kr. für die 1. Gewichtsstufe mit dem Faktor 1,5 berechnet.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo bayern klassisch
Besten Dank für deine Antwort. ![]()
Heisst es dann dass man in Württemberg der erste Brief in 1. Gewichtsstufe gerechnet hat? Ich habe leider keine Tabellen für Württemberg.
Immerhin. Es alles wird noch etwas mehr schwierig wenn ich der dritte Brief zeige. Der Brief ist in 1843 geschickt. Gleiche Absender, Laufweg und Empfänger. Aber jetzt in 3. Gewichtsstufe. Der Brief hat in Bayern deswegen 12 Kreuzer gekostet. Aber in Württemberg kostet der Brief nur 6 Kreuzer!!!
Kannst du vielleicht das auch Erklären? Kann es sein dass ich irgendwo falsch liege?
Viele Grüsse
Nils
Hallo Nils,
schöne Trilogie. ![]()
Schau doch mal nach, ob das neue Briefpostregulativ vom 1.1.1843 eine Änderung nach sich gezogen hat. Dann wissen wir mehr. ![]()
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo bayern klassisch
Ich habe versucht das neue bayerische Postregulativ zu deuten, aber ist hier nicht kluger geworden. Schröder schreibt in seinem Buch dass "für schwerere Briefe (über 1/2 Lot) bleiben die Tarifvorschriften vom 3. 11. 1810 bestehen.".
Meiner Meinung nach ist die Änderungen in Württemberg gekommen, aber darüber habe ich keine Wissen.
Eine Frage hast du nicht beantwortet. Zitat:
Heisst es dann dass man in Württemberg der erste Brief in 1. Gewichtsstufe gerechnet hat? Ich habe leider keine Tabellen für Württemberg.
Viele Grüsse
Nils
Hallo Nils,
ich kann es leider auch nicht besser deuten. Vlt. hat man einen anderen Grenzübergang gewählt und kam so auf andere Taxen. Vlt. hat man sich verrechnet. Vlt. hatte der eine eine schiefe Waage.
Eigentlich galten ja im Auslandsverkehr mit Württemberg die Tarife von 1810.
Aber wer weiß, ob das auch jeder gewußt hat und nicht zwischenzeitlich neuere (günstigere) Taxen angewandt hat?
Hier hilft nur noch unsere bayerisch - württembergischer Allheilwaffe, unser lieber VorphilaBayern, der beide Tarife hat.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo Bayern - Nils,
sehr schöne Briefe zeigen Sie da.
Haben die drei Briefe auf der Siegelseite
Durchgangs - oder Ankunftsstempel.
Wenn ja, welche.
Beste Grüße,
VorphilaBayern
Hallo VorphilaBayern
Ich habe die Briefe vor nicht mich jetzt. Aber wie ich es alles erinnere, gibt es garn nichts siegelseitig. Also keine Hilfe.
Kann es aber nur 100 % sagen, wenn ich nach Hause komme.
Viele Grüsse
Nils
Hallo Bayern – Nils,
ich wage mich an Ihre drei sehr schönen Briefe heran.
Die Lösung des Rätsels steht im Bayerischen Verordnungs –
und Anzeigeblatt vom 13. September 1846 auf Seite 139:
„Durch die allg. Ausschreibung vom 21. August 1843 (Vbl. 1843,
Seite 140) sind sämtliche PA mit Ausnahme jener in der Pfalz
angewiesen worden, die nach Bopfingen und Lauchheim
vorkommenden Briefe und Fahrpoststücke über Nördlingen zu leiten.
Nachdem nunmehr in Folge neuerer Kurseinrichtungen auch Sendungen
nach Aalen, Lorch, Gmünd, Schorndorf und auch Ellwangen bei der
Leitung über Nördlingen und Bopfingen mehr beschleunigt werden,
als bei jener über Ulm, so erhalten sämtliche PA , welche seither die
nach den vorbenannten Orten vorkommenden Sendungen nach den
in Händen habenden württembergischen Brieftarifen und
Fahrpostmeilenzeigern über Ulm zu leiten hatten, hiedurch den Auftrag,
solche künftig hin ausschließlich über Nördlingen und resp. Bopfingen zu
versenden".
Das heißt, daß bei den Briefen aus Bamberg nach Schwäbisch Gmünd
der Leitweg bis September 1846 über Nürnberg, Augsburg und Ulm
war. Von Ulm bis Schwäbisch Gmünd waren es 7 Meilen.
Ich möchte nun alle drei Briefe kommentieren.
Brief von 1841 mit Taxierung von 9 Kr (Bayern) und 4 Kr
(Württemberg).
Bis ½ Loth über 12 bis 18 Meilen = 6 Kreuzer. Pro halbes Loth einen
halben Prozentsatz mehr = 6 + 3 Kr, ergibt 9 Kreuzer. Der Brief war
somit zwischen 8,75 – und 17,5 Gramm schwer. In Württemberg war
das Loth 16,67 Gramm. Bei einen Gewicht von 8,33 – bis 16,67 Gramm
über 3 – bis 6 Meilen wären 5 Kreuzer. Bis 8,33 Gramm über 3 – bis 6
Meilen = 3 Kreuzer. Zwischen 6 und 12 Meilen bis 1/2 Loth wären 4 Kr.
Warum 4 Kreuzer verlangt wurden, kann ich derzeit nicht sagen.
Brief von 1842 mit Taxierung von 9 Kr (Bayern) und 6 Kr
(Württemberg).
Bis ½ Loth über 12 bis 18 Meilen = 6 Kreuzer. Pro halbes Loth einen
halben Prozentsatz mehr = 6 + 3 Kr, ergibt 9 Kreuzer. Der Brief war
somit zwischen 8,75 – und 17,5 Gramm schwer. In Württemberg war
das Loth 16,67 Gramm. Über 1/2 – bis 1 Loth über 6 – bis 12 Meilen
= 6 Kreuzer. Der Brief müßte somit zwischen 8 1/3 und 16 2/3 Gramm
schwer gewesen sein.
Brief von 1843 mit Taxierung 12 Kr (Bayern) und 6 Kr (Württemberg).
Hier greift der neue bayerische Tarif vom 1.1.1843. In Württemberg
blieb es bei der alten Regelung.
Bis ½ Loth über 12 bis 18 Meilen = 6 Kreuzer. Pro halbes Loth einen
halben Prozentsatz mehr = 6 + 3 +3Kr, ergibt 12 Kreuzer. Der Brief war
somit zwischen 17,5 – und 26,25 Gramm schwer. In Württemberg war
das Loth 16,67 Gramm. Über 1 – bis 1 1/2 Loth über 3 – bis 6 Meilen
= 6 Kreuzer, somit war der Brief zwischen 16,67 – und 25 Gramm schwer und der Brief wurde nicht über Ulm geleitet.
Dies wäre aber erst nachvollziehbar wenn auf der Siegelseite
Durchgangs- oder Ankunftsstempel wären.
Beste Grüße,
VorphilaBayern
Hallo VorphilaBayern
Besten Dank für deine Antwort. Eine sehr schöner Arbeit
![]()
Erstens kann ich nur bestätigen dass die Briefe keine andere Vermerke oder Stempeln haben als was wir hier sehen können. Das macht die Erklärung hier dann etwas schwieriger.
So eine 100 %-ige Antwort ist erst wenn noch etwas Material dabei ist möglich.
Ich glaube nicht dass Bayern eine neue Regelung gefolgt hat. Hier galt soweit ich weiss die Vertrage von 1809 mit die Taxierungen von 1810. Taxierungen hat die Zwischenstaatlichen Vertrage gefolgt und nicht die Binnenstaatlichen.
Ich weiss nicht ob die Taxrayonen die du hier nennst die richtige sind. Meiner Meinung nach kommt man mit einem Brief in der 2. Gewichtsstufe bis 18 Meile nur nach Nördlingen. Der Abstanden zwischen Nördlingen - Schw. Gemünd und Ulm - Schw. Gmünd sind ungefähr die Gleichen. So dass 6 Kreuzer auf die württembergische Seite ganz gut passt. Damit sind der zweite und dritte Brief erledigt. Die Beiden sind in die 2. Gewichtsstufe und war in der 3. und 4. Taxrayon. Aber dann passt nicht der erste Brief. Vielleicht hat jemand sich verrechnet.
Hoffentlich finden wir einmal ein Ähnlicher Brief der dieser Rätsel löst.
Besten Dank für deine Hilfe.
Viele Grüsse
Nils
Liebe Sammlerfreunde,
ich habe, weil es hier unterschiedliche Ansichten gibt, nachgeschaut und lese im XXX. VO- und Anzeigeblatt vom 19.12.1842 unter den Nrn. 10.116 und 8.067b, dass auf allerhöchste Verordnung (so hieß das immer, wenn S. M. der bayerische König die Hände im Spiel hatte) die neue inländische Briefportotaxe verkündet worden ist. Die Betonung liegt auf inländisch.
Dort steht auch auf S. 178 unter III folgendes:
Alle übrigen in Ansehung der Korrespondenz - Behandlung gegebenen Bestimmungen bleiben vor der Hand, und in so lange als Wir nicht anders verfügen, unverändert.
Im Klartext: Diese Taxe galt nicht für Auslandsbriefe, so z. B. von und nach Württemberg.
Ich habe in den Registern von 1843 bis 1850 nachgeschaut, ob sich eine Änderung mit Württemberg ergab, aber Fehlanzeige. Es ist also demnach bewiesen, dass von 1810 - 1851 das Regulativ Bayerns für die Korrespondenz von und nach Württemberg unverändert gegolten hatte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Hallo bayern klassisch
Besten Dank für die Aufklärung ![]()
Dann ist es festgestellt dass Taxen von 1810 zwischen Bayern und Württemberg sich nicht geändert hat.
Ich zeige jetzt ein Brief zwischen Donauwörth und Geislingen der 1847 gelaufen ist. Der Brief hat in Bayern 4 Kreuzer gekostet und ist mit dieser Taxe in der 2. Taxrayon. Das heisst dass der Brief wahrscheinlich über Ulm gelaufen ist, und nicht naherliegende Nördlingen. Auf der württembergische Seite hat der Brief 3 Kreuzer gekostet, so dass der Empfänger 7 Kreuzer für diesen Portobrief bezahlt hat. Dazu kommt das Geld an der Bote mit einem Kreuzer (ganz unten rechts).
Wäre der Brief über Nördlingen gelaufen hatte Bayern 3 und Württemberg 4 Kreuzer bekommen. Bayern war hier also der Taxwinner.
Viele Grüsse
Nils
Hallo Nils,
so spannend ist die Postgeschichte. Haben wir kein tolles Hobby? ![]()
Kleine Anmerkung zur damaligen Zeit:
Bayern - Österreich hatten ein gespanntes Verhältnis in der großen Politik, aber auf Postlerebene verstand man sich glänzend.
Bayern - Württemberg hatten ein glänzendes Verhältnis in der großen Politik, aber auf Postlerebene war das Verhältnis gespannt.
Bayern - Baden hatten ein gespanntes Verhältnis in der großen Politik, aber auf Postlerebene verstand man sich ganz gut.
Bayern - Taxis hatten ein gespanntes Verhältnis in der großen Politik, aber auf Postlerebene verstand man sich ganz gut.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Sammlerfreunde,
möchte folgenden Brief zeigen:
Barfrankierter Brief von Heilbronn (Württemberg)
nach Hochspeyer (Bayern - Rheinpfalz) vom
30. September 1840.
Der Absender bezahlte bei der Briefaufgabe
17 Kreuzer = 4 Kr (für Württemberg),
9 Kr (für Baden) und 4 Kr (für Bayern).
Hochspeyer lag von Kaiserslautern 1 1/2 Meilen
entfernt. Der Kantonsbote von Kaiserslautern
verlangte vom Empfänger 4 Kreuzer für
seinen Bestellgang.
Beste Grüße,
VorphilaBayern
Lieber VorphilaBayern,
ein toller Brief und eine Cantonsbotengebühr von 4 Kr. ist außerordentlich selten. Glückwunsch zu diesem Stück.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Liebe Sammlerfrunde,
möchte folgenden Brief zeigen:
Barfrankierter Charge Brief von Kempten (Bayern)
nach Riedlingen (Württemberg) vom 5. Februar 1851.
Württemberg trat erst ab 1.9.1851 dem DÖPV bei,
somit wurde folgendermaßen gerechnet:
Der Absender bezahlte die Chargegebühr von 6 Kreuzer
(bis 30.6.1850 = 4 Kr; ab 1.7.1850 = 6 Kreuzer -
Barzahlung auf Postschein), sowie 6 Kr für Bayern
und 6 Kr für Württemberg. Gemäß bayer. Verordnung
vom 4.12.1843 bestand die Möglichkeit der Versendung
über Wurzach (Württemberg). Dies wurde aber nicht gemacht,
denn dann wären für den nur 5 Gramm schweren Brief
3 Kr für Bayern (unter 6 Meilen) und 3 Kr für Württemberg
(ebenfalls unter 6 Meilen) zu bezahlen gewesen.
Der Brief muß also folgenden Weg genommen haben:
Von Kempten über Nördlingen (Bayern) und Bopfingen
(Württemberg) nach Riedlingen.
Bis Bopfingen (Grenzpoststation) waren es knapp 18 Meilen
= 6 Kreuzer und von Bopfingen bis Riedlingen knapp 16 Meilen
= ebenfalls 6 Kreuzer.
In Württemberg wurden versehentlich 6 Kr Porto
angeschrieben und wieder gestrichen.
Beste Grüße,
VorphilaBayern
Lieber VorphilaBayern,
ein ganz vorzüglicher Brief - ich wußte schon, warum ich da weggeblieben bin ... ![]()
Eine Sache würde ich anders interpretieren:
Mir scheint, der Absender wollte ihn zwar einschreiben, aber nicht frankieren.
In Bayern mussten recommandierte Briefe aber ab dem 1.7.1850 frankiert werden. Der Absender notierte nicht franko, daher schrieb man den bayer. Gebührenanteil mit 6 Kr. vorderseitig auf.
Weil er aber recommandiert wurde, strich die Post die 6 wieder, kassierte je 6 Kr. für beide Postverwaltungen und notierte folgerichtig "frei" unten links (andere Tinte als die des Absenders).
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Lieber bayern klassisch,
herzlichen Dank für Ihre Klarstellung zur Einschreibung.
So wird es sicher gewesen sein.
Beste Grüße,
VorphilaBayern