Ich möchte hier zwei schöne Briefe aus Schweden vorstellen, beide aus dem Jahre 1827, die ich nicht ganz verstehe. Insbesonders die bezahlten Frankobeträge. Beim Brief nach Nürnberg wurden 27 Sk.Bco. angeschrieben, beim Brief nach München jedoch 42 Sk.Bco. (2. Gewichtsstufe ?). Vielleicht kann hier solid611 weiterhelfen.
Beide Briefe wurden gem. dem Vertrag mit Schweden vom 1.3.1821 bis Stralsund bezahlt, wobei der Stempel „frco. Stralsund“ von der preußischen Postagentur in Ystad verwendet wurde. Aufgrund des niedrigen Fahrwassers im Stralsunder Hafen wurde am 11.9.1826 die einstweilige Verlegung des Seepostkurses nach Wyk und von dort mittels Ruderboot nach Greifswald vereinbart.
Preußen setzte seinen Transit jeweils auf 6 ½ Sgr. In Hof in Auslage genommen wurden jedoch 29 Kr. Dies entspricht keinesfalls 6 ½ Sgr. Im Vertrag mit Preußen 1816 hat Bayern zugesagt, für Briefe aus Schweden 7 ggr. an Preußen zu vergüten, dies entspräche 29 Kr. Es sieht also so aus, das Bayern vom Empfänger 29 Kr. = 7 ggr. kassierte, obwohl 6 ½ Sgr. nur 23 Kr. entsprachen.
Das bayerische Inlandsporto nach München wurde auf 18 Kr. festgesetzt (6. Rayon, 2. Gew.-St.). Beim Brief nach Nürnberg wären in der 1. Gew.-St. 6 Kr. (3. Rayon) fällig gewesen. Nachdem hier jedoch nur das Gesamtporto von 36 Kr. angeschrieben wurde, lässt sich nicht genau ermitteln, wie die bayerische Post den Brief letztlich behandelt hat.
Grüsse
liball