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Bayern-USA

  • Bayern-Nils
  • 24. März 2009 um 18:00
  • nitram
    neues Mitglied
    Beiträge
    47
    • 3. April 2009 um 13:18
    • #41
    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Über Bremen ab dem 1.7.1852 gab es die Möglichkeit für 41 Kr. je Loth (!) voll mit Marken zu frankieren. Ich hänge meinen Brief hierzu mal an.

    Hallo zusammen,

    kann bitte jemand einem Laien erklären, warum bei diesem phantastischen Brief der Mühlradstempel der 9 Kr. Marke links oben nicht auf den Brief übergeht, so wie zum Beispiel bei der dritten Marke von links? Danke im voraus!

    An dieser Stelle auch ein ganz herzliches Dankeschön für die vielen hochinteressanten Bayern-Threads. Ist als Saupreiß naturgemäß nicht mein Sammelgebiet, aber ich muß gestehen, daß so selbst Bayern interessant sein kann! ;)

    So long, nitram

  • Bayern-Nils
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    • 3. April 2009 um 13:49
    • #42

    Hallo nitram

    Gute Frage. Obwohl es nicht meinen Brief ist und ich den Brief nicht vor mich habe, denke ich dass ich auf jeden Fall eine Vorläufige Antwort habe.

    Wahrscheinlich war die Unterlage bei abstemplung nicht so gerade. Du siehst dass nicht mal die ganze Marke hier gestempelt ist. Man sieht fast dass eine imaginäre "Linie" da ist.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

    Einmal editiert, zuletzt von Bayern-Nils (3. April 2009 um 13:50)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 3. April 2009 um 15:43
    • #43

    Hallo sys1849,

    vielen Dank für deine netten Worte. :ups: Was du schreibst kann gut sein und ist prima - das macht alles nur noch besser, denn je mehr man dazu sagen kann, umso besser ist es für den Sammler und den Brief. :)

    Hallo nitram,

    der Brief hat keinen Inhalt mehr (leider!), daher wird es so sein, wie Nils es beschrieben hat.

    So, jetzt möchte ich noch eine kleine Rosine zeigen:

    In Cincinnati und Umgebung hielten sich die meisten deutschen Auswanderer auf. Man sprach dort deutsch, es gab deutsche Schulen und deutsche Zeitungen. Wer es nicht glaubt, für den habe ich hier den Beweis in Form eines Drucksachenkuverts der "Cincinnati freie Presse" und "Taegliche Abendpresse" vom 1.7.1875 an die Blaue Glocke in Würzburg.

    Vielleicht kann uns Luitpold etwas zu einer Blauen Glocke 1875 in Würzburg sagen. :)

    Der Tarif von nur 1 Cent (ca. 1,5 Kreuzer - von Bayern aus hätte sie 2 Kr. gekostet je 50g) für eine Überseedrucksache am Tag des Inkrafttretens des Allgemeinen Postvereins hat schon etwas, finde ich. Darüber hinaus ist der Werbedruckumschlag schon im beginnenden Jugendstil ausgeführt - schööön.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 4. April 2009 um 07:33
    • #44

    Lieber Sammlerfreunde,

    ich möchte noch zwei späte Belege aus den USA nach Bayern vorstellen.

    Zuerst einen Brief aus New York vom 14.1.1875 nach Regensburg der mit 6 Cents = 9 Kr. frankiert wurde und wohl über Bremen oder Hamburg instradiert wurde (um diese späte Zeit ist es nicht mehr üblich gewesen, die Leitung anzuschreiben oder entsprechende Stempel abzuschlagen). Dieser Tarif galt vom 1.10.1871 bis zum 30.6.1875, also sehr lange.

    Es folgt eine der wenigen Postkarten der Kreuzerzeit nach Bayern aus Chicago vom 24.10.1875 nach Amberg, die mit 2 Cents = 3 Kr. frankiert wurde. Dieser Tarif war nur vom 1.7.1875 bis zum 31.12.1875 möglich. Auf den Anblick einer 2. Karte musste ich bisher verzichten ...

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Bayern-Nils
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    • 4. April 2009 um 07:51
    • #45

    Hallo Bayern klassisch und sys1849


    :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P :P


    Was mehr kann man sagen?

    Danke fürs Zeigen!!!

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

    Einmal editiert, zuletzt von Bayern-Nils (4. April 2009 um 07:51)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 5. April 2009 um 13:47
    • #46

    Hallo Nils,

    was man mehr zeigen kann? Zum Beispiel ein Unikat! :)

    Ein Brief des amerikanischen Studenten George Ogden Rood aus München vom 17.9.1856 sorgte für Wirbel am Münchner Bahnhof. Rood warf ihn wohl dort ein und richtete ihn an Miss Helen M. Rood in New Haven, Conneticut, USA. Aus dem Inhalt (6 Seiten!) geht unter anderem hervor, dass er ihr für ihre Münzsammlung je eine 1, 3 und 6 Kr. Münze beigefügt hatte.

    Jetzt hatte die Post ein Problem, denn Briefe mit Geld waren immer Wertbriefe - doch wer sollte für den Wertbrief bezahlen? Der amerikanische Absender war nicht ausfindig zu machen und der Brief sollte ja abgeschickt werden. Also ignorierte man das Münzgeklimper und tat, was nach dem Postvertrag Preußens mit den USA in diesen Fällen nicht zu tun war. Man sandte einen Fahrpostgegenstand per Briefpost ab. Der bayerische Anteil wurde mit 2 Sgr. vorne notiert, die Bayern mit 6 Kr. von Preußen später vergütet wurden und leitete ihn Richtung Aachen "Nord Amerika über Aachen", das wusste sogar der Absender.

    Das Fremdporto in Höhe von 11 Sgr. = 39 Kr. wurde nicht notiert, da dies nur frankierten Briefen vorbehalten war. Am 3.10.1856 traf der Brief in New York ein und erhielt den schwarzen Ankunfts- und Taxstempel 30 Cents, die 45 Kr. entsprachen. Miss Helen Rood dürfte sich gefreut haben, a) einen langen und interessanten Brief aus München und b) 3 seltene Münzen für ihre Sammlung gleichzeitig erhalten zu haben.

    Einen anderen Weg nahm ein Portobrief bis 1 Loth aus New York nach Mittenwald vom 3.2.1865. Nach dem Vertrag vom 1.7.1855 kosteten diese Briefe porto wie franko nur 22 Kr. und waren sehr günstig im Vergleich zur PCM. Im Stempel von New York wurde nur der US - Anteil von 3 Cents aufgeführt. Dann ging es mit der Borussia über den großen Teich.

    Bei seiner Anlandung in Hamburg am 20.2. erhielt er den Portostempel "22" für 22 Kr. rheinisch Gesamttaxe in Hamburg, der im van der Linden bisher nicht verzeichnet ist (nur von Bremen in ähnlicher Type bekannt unter v.d.L. 3169) und den Stempel "4 1/2 Sgr. - 6 Xr." für den ausländischen Gebührenanteil in Sgr. und den Postvereinsanteil von 6 Kreuzern rheinisch. Am 22.2.1865 wurden diese 22 Kr. in blau verdeutlicht, damit der Empfänger wusste, was er zu zahlen hatte.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • VorphilaBayern
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    • 5. April 2009 um 14:18
    • #47

    Hallo bayern klassisch,

    herzlichen Dank für das Zeigen
    und Beschreiben dieser beiden
    außergewöhnlichen Briefe.
    Aus der Korrespondenz an Miss
    Helen M. Rood habe ich auch
    einen Brief, leider ohne Inhalt.
    Zeige die Vorder - und Rückseite
    dieses Briefes.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 5. April 2009 um 14:40
    • #48

    Lieber VorphilaBayern,

    das ist interessant - es ist der 16. Brief dieser Korrespondenz, während meiner der 56. Brief ist.

    Deiner ist vom 17.3.1856, meiner vom 17.10.1856. Er hat also in 7 Monaten 40 Briefe geschrieben, alle 5 1/2 Tage also. Ich stelle fest, Miss Helen Rood kann nicht arm gewesen sein, denn ich kenne ca. 25 Briefe aus dieser Korrespondenz und sie wurden alle unfrankiert versandt.

    Außerhalb Bayerns kenne ich aus dieser Korrespondenz noch einen aus Rom und 2 oder 3 aus Berlin, von wo er auch fleißig geschrieben hat.

    Danke fürs zeigen sagt bayern klassisch

  • bayern klassisch
    Gast
    • 6. April 2009 um 16:45
    • #49

    Liebe Sammlerfreunde,

    wer eckige Eier liebt, wird diesen Brief auch mögen ...

    Geschrieben wurde er am 5.10.1870 und zur Post gebracht am 6.10.1870 in Wheeling in West Virginia. Er lief nach Neunkirchen in der bayerischen Rheinpfalz. Am 8.10.1870 erhielt er in New York den "NEW YORK PAID ALL BR(ITISH) TRANSIT" Stempel.

    Die verklebten 10 Cents (= 14 Kr.) waren korrekt. Er lief während der Kriegszeit über den großen Teich nach GB und den Norddeutschen Bund (auch auf See herrschte 1870/71 Krieg) in den noch vor wenigen Wochen von Militär übersäten Ort.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Bayern-Nils
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    29. April 1962 (64)
    • 6. April 2009 um 19:04
    • #50

    Hallo bayern klassisch

    Ich muss noch Mal herzlichen Dank sagen. Wunderschöne Briefe.
    Inncoming Mail soll man nicht verachten.


    :) :) :) :) :) :) :)

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 11. April 2009 um 07:02
    • #51

    Hallo Nils,

    wer als Postgeschichtler Incoming - Mail missachtet, macht noch ganz andere Fehler ...

    Heute stelle ich einen Großbrief aus New York vom 4.11.1868 nach Würzburg vor. Absender und Empfänger waren Notare. Man teilte dem Würzburger Kollegen mit, dass ein Brief an einen Empfänger in Meadville unbestellbar, aber geöffnet zurück gekommen war und man später mit der Absendung eines rekommandierten Briefes die Zustellung an den Klienten erreichen wollte.

    Dies war aber nicht erfolgreich gewesen, so dass sich der New Yorker Notar für nicht mehr zuständig erklärte und diesen Brief mit seiner Auslagenrechnung in Höhe von 5 Silberdollar nach Würzburg sandte.

    Nach dem PV des Norddeutschen Bundes mit den USA vom 6.1.1868 war die Versendung über Bremen in geschlossenen Paketen des Norddeutschen Lloyds möglich. Die USA erhielten dafür je Portostufe 5 Cents bonifiziert, also 10 Cents für diesen Brief der 2. Gewichtsstufe.

    Der einfache Portobrief progressierte nicht von Loth zu Loth, sondern nur von 15g zu 15g, weshalb dieser Brief zwischen 15,1g und 30g gewogen haben muss. Um Portobriefe noch unattraktiver zu machen, verlangte man einen Zuschlag von 1 Groschen je 15g, so dass dieser hier 10 Groschen = 35 Kreuzer kostete.

    Man darf die Seltenheit dieser Portobriefe nicht unterschätzen, denn die stark erhöhten Kosten führten zu einem stark sinkenden Aufkommen, schon was Briefe der 1. Gewichtsstufe angeht.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Bayern-Nils
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    • 13. Januar 2010 um 09:55
    • #52

    Hallo Freunde

    Ich habe einige Tage her diesen Brief gekauft, und ich kann der Brief nicht so richtig beschreiben. Der Brief ist 12. Februar 1846 in Bergzabern geschrieben und nach New York geschickt.

    Von Bergzabern gibt es aber keine postalische Vermerke, so der Brief ist sicher erst in Wissembourg, Frankreich zum Post eingeliefert. Daher sehen wir auch ein Wissembourg Aufgabestempel statt ein Transitstempel. Der Brief ist von Wissembourg via Le Havre nach New York geschickt und erst 27. März da gelandet.

    So weit ist alles klar und kein Problem bei der Beschreibung. Die Taxen hier finde ich aber schwieriger zu verstehen. Ist es ein Portobrief oder ein Frankobrief?
    Der PP Stempel ist meiner Meinung nach hier als Port Paye zu verstehen. Also ist der Brief bis New York bezahlt. (Der PP Stempel kann man aber als Post Partiel verstehen - Feuser)
    Rückseitig ist es zwei verschiedenen Taxen zu sehen. Erst rechts unten ist es 13 überstrichen und ein M der vielleicht 20 heissen soll? Weil ich die französische Taxen nicht kann, wage ich es hier nicht sicher festzustellen. Vorderseitig ist es ein New York Ship Stempel mit ein 12 Cents Taxe - also wie viel man mit den Schiff bezahlt hat?
    Vorderseitig links oben ist es auch ein Tintenvermerk zu sehen, kann 1 sein, aber was ist es.

    Hier gibt es viele Fragen. Hoffentlich ist es möglich einige davon zu beantworten.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • wolleauslauf
    Gast
    • 22. Februar 2010 um 17:17
    • #53

    Hallo Bayern Fans,

    auch als Nichtbayernsammler faszinieren mich die Belege immer wieder auf Neue.
    Soviel Dokumentation und Zeitgeschichte auf einem Stück Papier mit noch mehr bunten Papierstücken, einfach überwältigend !!!

    Deshalb muß ich Euch die folgenden 3 Stücke zeigen, ich finde sie absolut toll ;) Ich hoffe Ihr seid nicht böse deswegen. ;)

    Sammlergrüße von Wolle

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 22. Februar 2010 um 17:50
    • #54

    Hallo Wolle,

    schöne Stücke, auch wenn die Beschreibungen nicht mehr ganz stimmen. Gefällt dir das nicht besser, als die Plattenfehler der DDR? :D

    Scherz beiseite - diese Briefe sind etwas ganz besonderes, auch und gerade für Bayern - Sammler. Von daher werden 1000 Sammler wollen, was einer hier hat. Freuen wir uns gemeinsam, dass er solche Granaten zeigen kann. :) :P

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • sys1849
    aktives Mitglied
    Beiträge
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    Männlich
    Geburtstag
    9. Januar 1962 (64)
    • 22. Februar 2010 um 22:16
    • #55

    Hallo und Guten Abend Wolle,

    ich kann zwar nicht die Pretiosen wie der Sammlerkollege Walter Hussnätter bieten;
    aber wenn dir derartige Briefe gefallen dürfte hoffentlich auch mein Beitrag
    zur Dokumentation der Tarifstufen von Bayern nach USA für dich interessant sein.
    Es handelt sich um einen Beleg für den 41 Kr. Tarif gemäß Postvertrag vom 17.Oktober 1861:
    Der Brief lief im Mai 1867 per prussian closed mail von Landau über Aachen und Liverpool nach New York.
    Die 35 Kr. Weiterfranko für die Seebeförderung und den amerikanischen Gebührenanteil
    wurden handschriftlich unten in der Mitte angeschrieben.
    Ungewöhnlich ist die Entwertung der Marken sowohl mit dem üblichen
    Mühlradstempel als auch mit dem sonst als Nebenstempel verwendeten Halbkreis von Landau.

    Grüße vom Nachbarn aus Altdorf,
    Wilfried/SYS1849

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 23. Februar 2010 um 05:38
    • #56

    Hallo sys1849,

    wenn das keine Pretiose ist, dann weiß ich es auch nicht mehr ...

    Feines Stück aus der Pfalz; wer hätte es nicht gerne?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • bayern klassisch
    Gast
    • 23. Februar 2010 um 05:38
    • #57

    edit

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (23. Februar 2010 um 05:39)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 5. April 2010 um 12:05
    • #58

    Hallo,

    mit den Granaten von sys1849 kann ich nicht mithalten, aber einen interessanten Brief möchte ich hier trotzdem vorstellen. :)

    [Blockierte Grafik: http://s2.imgimg.de/uploads/IMG0002c3f9bdd2jpg.jpg]

    Hier haben wir PO innen und außen. Der Inhalt ist ein beglaubigter Totenschein, den das bayer. Konsulat in Cincinnati am 6.2.1851 absandte.

    Die beiden amerikanischen, bayerisch - stämmigen Erben zahlten für den in den USA einfachen Brief (bis 1/2 Unze) 5 Cents bis 300 Meilen nach Boston, den Ausschiffungshafen. Hierfür wurde in Cincinnati PAID oben zweimal gestempelt.

    Es war somit ein Teilfrankobrief. Er lief von Boston mit der Canada der Cunard - Line und kam am 23.2.1851 in Liverpool an. Per Bahn lief er nach London, wo er den Britisch - Französischen Vertragsstempel COLONIES &c. ART. 13 erhielt, der besagte, dass die Britische Post der Französischen Post je Unze (= 30g) Briefe 3 Shilling und 4 Pence in Rechnung stellte. GB verkaufte FR also die Briefe unabhängig vom individuellen Gewicht derselben. Tatsächlich wog der Brief 15g, so dass man 1 Shilling 8 Pence netto für ihn berappte, die 60 Kreuzern = 1 Gulden entsprachen.

    Über Le Havre und Paris lief er nach Forbach. Von dort im geschlossenen Briefpaket über Preußen und Taxis (Frankfurt) nach Würzburg, wo er mit 2 mal 45 Kr. = 1 Gulden 30 Kr. in Auslage genommen wurde ( 2 mal 36 Kr. für Frankreich und 2 mal 9 Kr. für Bayern). Diese Gebühr nach § 5 des Postvertrages Bayerns mit Frankreich vom 1.7.1847 war unabhängig vom Abgabeort im rechtsrheinischen Bayern (nur in die Pfalz war es günstiger).

    Da der Ort Pickach bei Markt Erlbach keine postalische Versorgung genoß, musste ein konzessionierter Privatbote ihn nach dorthin austragen, wofür er 6 Kr. kassierte, die im Endbetrag oben links von 1f 36 Kreuzern aufgingen.

    Mir sind nur ganz wenige Überseebriefe mit Privatbotenzustellungen bekannt.

    Portoaufteilung:

    5 Cents USA = 7,5 Kreuzer.
    1 Sh. 8 Pence GB = 60 Kreuzer.
    72 Kreuzer Frankreich, aus denen GB abzufinden war.
    18 Kr. für Bayern, von denen 2 Kr. je Loth an Preußen (Saarbrücken) gingen und auch Taxis pauschal abgefunden werden musste.
    6 Kr. für den Privatboten.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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