Beim Stöbern fand ich beim Philatelistenverein Fürstenfeldbruck einen Artikel von 2005, der immer noch aktuell ist:
Übersetzungen
Wer lesen und schreiben kann, ist im Vorteil. So heißt es zumindest. Wenn jedoch Juristen, Betrüger und Auktionatoren einen Text erstellt haben, dann muss man ihn erst einmal in eine normale deutsche Sprache übersetzen, um ihn lesen zu können.
Nachfolgend eine kleine Auswahl von Formulierungen, zusammengetragen aus verschiedensten philatelistischem Material, mit den entsprechenden Übersetzungen.
o.O., (Ohne Obligo) Fälschung, Käufer ist sich darüber im Klaren, dass er eine Fälschung kauft.
geprüft Betrugsabsicht. Es fehlen Aussagen zur Person des Prüfers (BPP?) sowie zur Stellung des Prüfzeichens. Erinnert sei an einen Dr. Angel, er hat seinerzeit berühmte Deutsche mit Aufdruck „entwertet“ selbst hergestellt und bestens geprüft.
geprüft Schlegel extreme Vorsicht, Fa. Schlegel ist ein Multi auf dem Prüfsektor, es existieren viele zumindest zweifelhafte Prüfzeichen aus dem Hause oder von Fälschern.
Faux teils mikroskopisch kleiner Aufdruck auf Nachdrucken, oftmals aus Asien. Beliebt besonders an der Stelle, wo bei Originalen das Stecherzeichen sitzt. Absolut wertlos.
800.--MM allein beste Berlin-Blocks Formaljuristisch korrekt, jedoch Betrug am Sammler, denn es ist nicht angegeben, welcher Michel-Katalog zugrunde gelegt wurde. Man könnte sonst leicht darauf kommen, dass es sich um den einmalig in 1992 erschienenen Vignettenkatalog handelt, und auch der Michelwert sich auf Vignettenblocks bezieht. Besonders beliebt bei Blüm, Goldhahn und Konsorten.
Auktionszuschlag von... Beliebtes Spiel: Makulatur wie z.B. geschnittene 10Pf Tag der Marke 1975 wird für 1000 DM Ausruf in Auktionsfirma gegeben und vom Einlieferer auf 2000 hochgesteigert. Kosten für Einlieferer steuerlich absetzbare 600.--DM. Dafür kauft er sich ein vorzügliches Argument, seine eigentlich für 50.--DM nicht absetzbare Ware für 1000.--DM an den Sammler zu bringen.
Variabler Inhalt: Was geliefert wird, hat nichts mit dem Inhalt der Anzeige zu tun.
undurchsucht: Vielleicht nicht vom Händler oder Auktionator, aber garantiert x-mal vom Einlieferer/Vorbesitzer
branchenüblich vom Umtausch ausgeschlossen Bei mir wirst Du genauso beschissen wie nebenan.
Rückgabe gegen Gutschrift Wenn ich den Krempel nicht will, der mir zugeschickt wurde, bekomme ich nicht mein Geld zurück, sondern einen Gutschein für noch übleren Krempel.
Dachboden-/Kellerfund Vor zehn Jahren wollte den Schrott niemand, jetzt versuchen wir es noch mal, einen Dummen zu finden
unberührter Nachlass Finger weg von dem Mist, lässt sich auch nicht mit riesigem Nachlas verkaufen
wie eingeliefert Ich bin doch nicht verantwortlich, wenn meine Einlieferer nur Schrott einliefern
nach Angaben für den Auktionator nicht nachvollziehbar, wie der Einlieferer auf solch riesigen Michelwert kommt.
erste Spalte ruhig weiterlesen, aber keineswegs bestellen, denn nun folgt eine blumige und weitschweifende Darstellung, warum die Marken nicht postfrisch sind. Einwandfreier Gummi, erforderlichenfalls verschönt, in absolut schalterfrischer Qualität, handkontrolliert, usw. usw., aber nie das Wort postfrisch oder die geschützten „**“