Hallo zusammen!
Heute ist meine postgeschichtliche Heimatsammlung „Heidelberg“ ein ganzes Stück gewachsen – ich konnte eine sehr interessante alte Heidelberg-Sammlung aus einem Nachlass erwerben. Der Schwerpunkt liegt allerdings im vorphilatelistischen Teil, wo ich leider ziemlich unbedarft bin: weder besitze ich die nötige Literatur, noch kann ich die alten Handschriften lesen. Natürlich muss sich das ändern, aber zunächst zähle ich auf Euere bewährte Hilfe! (Hoffentlich liest Du das, BK – zieh Dich schon einmal warm an ...)
Aber ich will mit meinen Fragen nicht mit der Tür ins Haus fallen – zuerst möchte ich Euch etwas zeigen: am 17. Juni 1850 schickte ein schottischer Heidelberg-Besucher eine Lithographie als Faltbrief nach Hause – ich sehe darin einen richtig frühen Ansichtskarten-Vorläufer.
Viele Grüße
balf_de
Ansichtskarten-Vorläufer ?
-
-
Schönes Stück, sowas habe ich noch nie gesehen!
-
Hallo balf_de,
schönes Stück! Es war ein Portobrief, der den Empfänger 1 Shilling und 1 Penny gekostet hat und über Strasbourg, Paris und Calais gelaufen sein dürfte.
In wieweit meine dürftigen Kenntnisse dir helfen können, kann ich nicht einschätzen.
Ich würde das aber nicht einen Ansichtskartenvorläufer nennen, sondern Ansichtsbriefvorläufer.

Dergleichen habe ich mal um 1820 gesehen, von Wildbad in Württemberg.
Es ist aber sehr interessant und schön zu sehen, wie sich Heidelberg in längst vergangener Zeit präsentierte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch, der hier nur zufällig gesehen hat, dass er angesprochen wurde ...

-
Hallo BK !
Jetzt weiß ich endlich, was ein Ansichtsbrief ist!
Vielen Dank für Deine Analyse - dass Du aus diesen Zeichen das Porto herauslesen kannst, ist wirklich virtuos zu nennen!
Liebe Grüße
balf_de -
Hallo balf_de,
solche Bildbriefe sind auch auf Auktionen ab und zu zu finden. Je nach Stadt/Motiv kann das schon mal was kosten (z.B. bei Deider in München - Ansicht aus München ist entsprechend gefragt). Zur Entwicklung dieser Bildbriefe bis zur Ansichtskarte konnte ich leider noch nichts in Erfahrung bringen. Bildelemente übernahmen aber auch gerne Firmen, die außer ihrem Firmenwappen auch Ihre Firmengebäude (Fabriken) auf den Firmenbriefbogen (Rechnungen) stolz präsentierten.
Sicherlich hast Du solche Briefe vorliegen.Beste Grüße
Luitpold -
Ansichtsbrief würde ich den alten Brief-Kopf nicht nennen. Er wurde in einem neutralen Brief verschlossen versandt. Bei einem Ansichtsbrief müßte außen am Brief auf der Vorder- oder Rückseite eine Orts- oder Motiv-Ansicht gedruckt sein.
Man könnte den Brief-Kopf aber gewissermaßen schon als Vorläufer der Ansichtskarte bezeichnen. Die erste Ansichtskarte Deutschlands stammt übrigends aus dem Jahre 1866 und wurde von Worms aus verschickt.
-
Hier eine Abbildung von einem "Ansichtsbrief". Leider ist er nicht frankiert, trägt eine Verschluß-Vignette und wurde im Juli 1865 zum Sängerbundfest in Dresden verausgabt
-
Hallo kartenhai,
wunderschön, auch ohne Marke(n), nicht wahr?
Die hohe Ästhetik der Romantik schlägt hier nochmals voll durch. Toll!!
Weil mein Scanner mosaischen Ursprungs sein muss, da er alles abschneidet, was etwas absteht, hier nur 90% eines Briefinhalts aus dem New York von 1855 - wenn ich mir da unsere Städte um diese Zeit betrachte, komme ich schon wieder auf das Biedermeier zu sprechen - diese Stadt war schon damals atemberaubend, und sie ist es noch heute ...
Liebe Grüsse von bayern klassisch
-
Wolffi
13. April 2021 um 15:12 Hat das Thema aus dem Forum Altdeutschland nach Ansichtskarten verschoben.