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BAY: Die blauen Poststempel ...

  • Luitpold
  • 12. Dezember 2008 um 16:36
  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 12. Dezember 2008 um 16:36
    • #1

    Würzburgs betreffend ...
    oder wie man für wenig Geld Bayern sammeln kann

    Wenn es finanziell nicht für eine Rosine, Granate, Perle, Diamant oder gar Kronjuwele der bayrischen Philatelie reicht, gibt es Alternativen, um dennoch Bayern zu sammeln. Oft findet sich bei 1 EURO Briefchen manch interessanter Gesichtspunkt zum “Forschen” - jedenfalls geht es mir so.

    Denn von diesen - oft unbeachteten, weil unfrankierten - Dienstbriefen gibt es jede Menge. Also kostengünstige Voraussetzungen für das Stempel-Sammeln. Aus dem neuesten Posten hier ein Beispiel: eine wunderschön beschriftete Briefadresse (sogenannte Briefhülle ohne Inhalt) mit dem bekannten Einkreisstempel Würzburg Stadt in gemischter Schrift Antiqua/Grotesk ohne Jahreszahl. Die blaue Stempelfarbe verweist auf den Zeitraum 1873/1874. Schön dass der Stempelkollege in Nürnberg solidarisch in blau stempelte.

    Unverhofft ergab sich aufgrund des Absenders eine Bestätigung des Verwendungszeitraums.
    Wissen Sie was ein Archivkonservatorium war? Na, ohne Internet wäre ich nicht drauf gekommen. Es handelt sich um die von 1852 - 1875 gebräuchliche Bezeichnung der heutigen bayrischen Staatsarchive. Also wird der Brief wohl aus 1872 - 1875 stammen, wo auch die blaue Stempelfarbe gängig war (siehe auch Sem-Handbuch “BAYERN - Ortsstempel 1849-1875 - S. 312).

    Jetzt ist dieser Würzburg Stadt-Stempeltyp bisher von 1873 - 1874 bekannt und recht häufig. Die blaue Farbe wurde im Würzburger Stadtpostamt irgendwann ab dem 2. Quartal 1873 benutzt (aus Januar
    habe ich noch schwarze Abdrucke). Erst ab Oktober 1873 (siehe Brief 2) habe ich wieder schwarze Stempelabschläge. Deshalb wurde der “Archivbrief” vermutlich zwischen April und Oktober 1873 gestempelt.

    Herzlich grüßt
    Luitpold

    Bilder

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    Einmal editiert, zuletzt von Luitpold (12. Juli 2010 um 16:38)

  • Bayern-Nils
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    • 12. Dezember 2008 um 17:07
    • #2

    Hallo Luitpold

    Schöne Sachen. Aber Vorsicht, mit deiner Bewerbung kriegst du bald Konkurrenz von mir. :)
    Habe leider keine blaue Würzburgstempeln.
    Danke fürs Zeigen.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 13. Dezember 2008 um 08:19
    • #3

    Lieber Luitpold,

    schöne Sachen kosten bei Bayern oft nur wenig Geld - deshalb sammeln wir es ja auch!

    Noch etwas zu der blauen (violetten) Stempelfarbe:

    Auch bei der Durchsicht einer sicher 6stelligen Zahl von Kreuzerbriefen habe ich noch keinen aus 1875 in dieser Farbe gesehen. Die Literaturangabe "bis 1875" halte ich für falsch.

    Üblich sind 1872 bis 1873. Schon 1874 sind es nur mehr Ausreisser, nachdem die Strafen für die Verwendung anderer als schwarzer Stempelfarbe drastisch angehoben wurden.

    Wer hier einen 1874er Brief und noch mehr einen 1875er mit blauen Stempeln zeigen kann, ist hiermit aufgerufen, dies zu tun.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 13. Dezember 2008 um 13:13
    • #4

    In Würzburg gab es seit 1865 noch ein zweites Postamt am neuen Bahnhof vor den Toren der Stadt. Dort wurden die Stempel mit dem Zusatz Bahnhof in der Abkürzung Bahnh. oder Bhf. seit Dez. 1867 verwendet. Der erste (kleine) Einkreisstempel datiert so um 1869. 1870 wurde erstmals die Postamtsbezeichnung im Stempel mit der römischen Ziffer II dargestellt. Wenn wir uns nun in die “blaue Phase” begeben, die ich in Würzburg bisher nur zwischen 1872 und 1873 nachweisen kann, dann muss man auf die Postamtsbezeichnungen achten.

    1. Blauer Stempel von 1872 = II
    2. Blauer Stempel von 1873 = Bahnh.

    Wenn wir also einen undatierten Brief mit dem Stempel Wü II in blau haben, so kann dieser zu 99% in 1872 verwendet worden sein. Doch ist ein Wechsel der Stempelfarbe innerhalb des Jahres möglich, wie der Würzburg II von 1872 zeigt: 28. April blau / 21.Mai schwarz /5. August blau. Und Ende 1874 gab’s eine neue Stempeltype Wü II mit 26 mm Durchmesser und Schrift in Grotesk. Und dazwischen wurde wieder zu Wü Bahnh. gewechselt.

    Deshalb ist die exakte - sagen wir lieber bestmögliche - Auflistung aller Stempelübergänge sinnvoll.
    Doch ich höre immer wieder, was soll’s bei den Würzburger Stempeln Neues geben, ist doch alles bekannt.

    Und weil das beste immer am Schluss kommt: 1872 gibt es noch einen Würzburger Stempel ohne jede Amtsbezeichnung! Diesen möchte ich anschließend vorstellen, um damit auch zu zeigen, dass das Stempelsammeln nicht ohne Spannung sein kann, vor allem weil man da auf keine Unterlagen oder Kataloge zurückgreifen kann. SEM, Helbig, Feuser, Winkler haben - weil’s gar nicht anders ging - nur grobe Übersichten erstellen können. Die Feinheiten kommen nur durch eigenes Suchen zu Tage. Und das ist doch Sammeln pur - oder irre ich mich da?

    Viel Spaß dabei wünscht
    Luitpold

    PS

    @ Bayern-Nils

    Du musst nicht unbedingt Würzburg suchen. Wie Du an den Ankunftstempeln auf den gezeigten Briefen siehst, gibt es von vielen Orten blaue Stempel.

    @ Bayern Klassisch

    WIE BEKANNT - SEM hat viele Daten von früheren Werken übernommen, denn wer könnte alles von BAYERN selbst gesehen und aufgelistet haben? Doch für eine evtl. Neuauflage ist mit Sicherheit schon jede Menge Korrekturen notiert. Und die Verwendungszeit der blauen Stempel bis maximal 1874 wäre nur eine Korrektur.
    Für Würzburg kann ich jedenfalls keinen späteren Stempel zeigen.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Luitpold (13. Dezember 2008 um 13:18)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 13. Dezember 2008 um 13:33
    • #5

    Lieber Luitpold,

    mit deiner Stempelsammlung WÜ zeigst du uns allen hier, was man aus einem Sammelgebiet mit Engagement, viel Ahnung, Forscherdrang und gutem Geschmack heraus holen kann, auch wenn man nicht über unbegrenzte Finanzmittel verfügt. Das ist toll!

    Ich finde das prima und kann nur Leuten, die in dieselbe Richtung denken, raten, es ähnlich zu machen, wie du hier. Wo bekommt man sonst Einblicke in die nationale Postgeschichte und kann sich noch ausleben, ohne auf längst ausgetretenen Pfaden zu wandeln oder Unsummen zu investieren?

    Danke fürs zeigen deiner hübschen und durch die fachlich hochstehende Beschreibung gut einordenbaren Briefe sagt bayern klassisch, der leider nur wenig erhellendes dazu beitragen kann ...

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 13. Dezember 2008 um 20:00
    • #6

    Nachdem noch ein Leser - bayern klassisch, wer sonst? - bis hierher ausgehalten hat, nun das Finale.

    Dieser Fahrpostbrief ist sozusagen eine “Granate” für mich. Denn auf diesem Brief sind Brief- und Fahrpoststempel zusammen abgeschlagen. So kann man den Unterschied der Würzburger Poststempel mit nur einem Beleg dokumentieren (auch wenn ich da ein Rätsel auf Postschein habe - aber das steht hier nicht an). Denn die Zweizeiler führte nur das Fahrpostamt, also anders als z.B. in München, wo die Briefpost ebenfalls Zweizeilen- oder Kastenstempel benutzte.

    Und natürlich sind die Stempel aus 1872 in blauer Farbe. Man sieht, auch die Fahrpost ist zu dieser Zeit “blau“.

    Mein treuer Leser Bayern Klassisch kann sicherlich noch die postgeschichtliche (tarifmäßige) Erläuterung der “Portopflichtigen Dienstsache“ beisteuern , auch wenn das nicht sein Spezialgebiet ist - wie wir wissen. Aber trotzdem weiß er da noch immer meilenweit mehr als ich.

    Der Inhalt des Briefes ist nicht sehr spektakulär und eigentlich wäre das in der heutigen Zeit mit einem Kurzbrief erledigt. Es geht um die Anforderung von Akten beim Stadtgericht Würzburg. Mit diesem Schreiben wurden sie übersandt. Die durchgestrichene Zahl 66 ist die Würzburger Aktennummer. Aber die 333 ? Auch wenn beim Fahrpoststempel der Tag nicht klar ist - 2 Ziffer fehlt, dürfte es sich um 22. Juni handeln. Innen noch Hinweise zum Porto von 11 Kr.

    Ach ja, der Würzburger Einkreisstempel ohne Amtsbezeichnung in enger Antiqua mit Jahreszahl wurde nur 1872 im Stadtpostamt eingesetzt. Davor Wü I danach Wü Stadt. Damit es nicht langweilig wird gab’s Mitte 1871 noch den Wü I Stempel in weiter Antiqua ohne Jahreszahl und Postamtsbezeichnung.
    Alles klar? Ich frage mich schon, was dieses Durcheinander verursachte. Da es nicht nur einen Stempel im ganzen Postamt gab, und vielleicht mal ein Stempelgerät kaputt war, dann wäre doch noch ein zweites gleiches vorhanden gewesen. Man hätte dann doch nicht gleich den Stempeltyp wechseln müssen. Aber bisher konnte ich noch keine zwei unterschiedliche Stempel Typen vom gleichen Tag finden.

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 13. Dezember 2008 um 20:26
    • #7

    Lieber Luitpold,

    mach dir keine Sorgen - den knacke ich! :D

    Allerdings erst morgen, und einige Überraschungen bietet der Brief auch für dich, da gehe ich jede Wette ein ...

    Liebe Grüsse und bis morgen von deinem treuen Leser bayern klassisch :)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 13. Dezember 2008 um 21:45
    • #8

    Lieber Luitpold,

    dein Brief ist in der Tat etwas besonderes, und zwar auf mehrfache Weise.

    Ich versuche erst einmal seinen Laufweg zu fixieren:

    1. Kostenlose Aufgabe als Dienstbrief in Würzburg bei der Fahrpost (Zweizeiler vom 2.6.) mit "66 gr." und der Manualnummer 8 (über dem Zweizeiler) nach Nürnberg.
    Der Vermerk "portopflichtige Dienstsache" stand noch nicht da.

    2. In Nürnberg wurde er bearbeitet und wieder - ohne äußerliche Postaufgabe und Behandlung - nach Würzburg remittiert.

    3. Erneute Aufgabe in Würzburg, nun bei der Briefpost (Einkreiser vom 22.6.) und, da mit Akten versehen, jetzt "333 gr." schwer als portopflichtige Dienstsache mit 11 Kr. taxiert (Briefpost der Behörden bis 1 Pfund = 500g frankiert = 7 Kr., unfrankiert = 11 Kr.), die rechts neben den gestrichenen 66 gr. stehen.

    Jetzt zum Inhalt, also der Transkription desselben:

    "Die mit Schreiben vom 19./21. Juny l.(aufenden) J.(ahres) anher vorgelegten Acten ?? Betreffe, werden anmit remittirt. Nürnberg den 21. August 1872, K.(önigliches) App.(ellations) Ger.(icht) Gerichtsschreiberey
    z. a. Wolz v. n."

    Links sehen wir den Kostenbaum:

    "Taxe 20x (für die Ausfertigung)
    PDSt. 3x (Stempelgebühr)
    ..................................................

    23x T.R.N. (Tages - Rückstands - Anweisung) mit der Nr. 786

    Ins.(inuation) 4x (gerichtsverwertbare Zustellung durch eigenen Boten oder einen vereidigten Postboten)
    Porto 11x (siehe Brief!)."

    So, lieber Luitpold, ich hoffe du bist zufrieden mit mir. ;)

    Wenn du den weg wirfst, dann bitte in meine Rundablage, gell?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • VorphilaBayern
    Stamm Mitglied
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    7. August 1955 (70)
    • 14. Dezember 2008 um 08:19
    • #9

    Hallo Luitpold,

    herzlichen Dank für Ihre ausgezeichnete Bearbeitung und Zeigen der blauen Stempel von Würzburg. Muß erst meine Sachen durchsehen, ob ich etwas ergänzen kann.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

    Einmal editiert, zuletzt von VorphilaBayern (14. Dezember 2008 um 08:19)

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
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    879
    • 14. Dezember 2008 um 11:38
    • #10

    Hallo Bayern Klassisch,

    Das mit dem zweifachen Versenden des Briefes dachte ich auch zuerst. Doch sieh die Innenseite. Da findet sich leider kein Datum vom 2. Juni. Bei dem Briefbogen handelt es sich um einen Doppelbogen Stempelpapier, der unversehrt erhalten ist (3 Seiten sind unbeschrieben!) und ein komplettes Wasserzeichen zeigt: F.P.CHRISTGARTEN.1869.
    Für solch archivfrisches Altpapier zahle ich gerne noch 3 Kreuzer! Ein Traumbrief - siehe die Schönschrift - für jeden, der nicht nur auf Markenbriefe steht. Deshalb wird es für Deine Rundablage - die ist doch schon übervoll! - leider nichts werden.
    Dennoch DANKE, DANKE und auf ein nächstes Mal.

    Abschließend, das finde ich immer hübsch, ein blaues Briefchen aus Nürnberg. Ach ja, Nürnberg ist noch besser als Würzburg, da größeres Hauptpostamt. Und trotz der hervorragenden Arbeit von Herrn Quast gibt es auch hier keine Details in den Stempelverwendungen.

    Hallo VorphilaBayern,

    Freut mich sehr, dass Du diese kleine Stempel-Vorstellung gelesen hast. Deine Beiträge lese ich auch gerne und bin immer erstaunt, was Du so alles aus „der Kiste zauberst“. Hoffentlich finden noch recht vielen „Vorstellungen“ statt.

    Viele Grüße
    Luitpold

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 14. Dezember 2008 um 11:56
    • #11

    Lieber Luitpold,

    dein Brief ist todsicher zweimal versandt worden, egal was innen als Inhalt oder Teilinhalt noch vorhanden ist.

    Er hat 2 verschiedene Stempel mit 2 verschiedenen Stempeldaten.

    Er hat 2 ganz unterschiedliche Gewichtsangaben.

    Diese Indizien weisen m. E. eindeutig auf eine mehrfache Versendung hin.

    Wenn er in einem Amtspaket oder als Anlage erstmalig von Nürnberg zurück gesendet wurde, muss bzw. kann das von innen und außen unsichtbar bleiben.

    Es wäre mal interessant fest zu stellen, welche Ortsstempel es in Bayern überhaupt in blau bzw. violett überhaupt gibt.

    Meines Erachtens ist das nicht bzw. so gut wie nicht erforscht - die mir vorliegenden Literaturangaben sind allenfalls geeignet, sich reich zu rechnen, in dem man "unbekannte" Stempelfarben bekannter Orte mit pauschalen Preiszuschlagen tarifiert, ohne auf deren relative Selten- oder Häufigkeit eingegangen zu sein.

    Dort, und noch auf vielen anderen Gebieten Bayerns sowieso, bietet sich jedem ernsthaften Philatelisten noch ein weites Feld, um mit Theodor Fontane zu sprechen ...

    Packs an Luitpold - was die Stempelkunde angeht, kann dir so schnell keiner das Wasser reichen. :) Und deine neuen Erkenntnisse können ja an zwei Stellen gebührend Erwähnung finden.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    879
    • 14. Dezember 2008 um 19:09
    • #12

    Hallo Bayern Klassisch,

    ungewöhnlich ist aber doch, dass der 1. Stempel nicht durchgestrichen wurde. So wie ich gelesen habe, bat der Würzburger um eine Empfangsbestätigung. Diese wurde auf diesem Brief gebeben. Da hast Du schon recht. Es fehlt halt der Nürnberger Briefbogen bzw. Begleitbrief. Die Nürnberger waren halt nicht so knausrig, den Brief aus Wü umzufalten, wie es sehr oft gemacht wurde. Danke, ich wollte Dir auf keinen Fall widersprechen (wie käme ich Laie dazu :D).

    Vielleicht sollte mal eine Liste erstellt werden, was alles noch unerforscht ist. Das mit den blauen Stempeln kann doch ein Nebeneffekt sein, da viele Briefe wegen der Markenfrankatur im Album stecken und nicht wegen der Stempel. Allein wenn diese Daten notiert würen, kämen wir schon sehr schnell weiter - siehe 7 Kr. Frankaturen.

    Tja, wenn ich günstig blaue bekomme, warum nicht. Von München und Gerolzhofen habe ich gerade je einen als Ankunftstempel gefunden. Du könntest doch auch Deine Briefe mal umdrehen (1872 - 1873 ist ja noch Deine Zeit). ;)

    Ja, ja, ich weiß, Du hast sonst nichts besseres zu tun .... 8-) war nur ein Scherz :)

    Beste Grüße
    Luitpold

  • bayern klassisch
    Gast
    • 14. Dezember 2008 um 19:13
    • #13

    Lieber Luitpold,

    ich werde mal über die Feiertage nachsehen, was ich blaues habe.

    Eine Rosine ist dabei - aber nicht aus den siebziger Jahren ... soviel sei dir verraten.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Erdinger
    aktives Mitglied
    Beiträge
    345
    • 15. Dezember 2008 um 15:35
    • #14

    Lieber Luitpold,

    du hast noch mehr Leser ...

    Die Fragezeichen bei der Transkription des schönen Fahr- und Briefpostzwitters kann ich noch eliminieren.
    "Die mit Schreiben vom 19./21. Juny l.(aufenden) J.(ahres) anher vorgelegten Acten in rubr.(iziertem) Betreffe, werden anmit remittirt. Nürnberg den 21. August 1872, K.(önigliches) App.(ellations) Ger.(icht) Gerichtsschreiberey
    z. a. Wolz v. n."

    Der Gerichtsschreiber hat ja einen interessanten Namen ...

    Auf die Gefahr hin, mir ein blaues Auge zu holen (weil ich einen Beleg ganz ohne blaue Stempel einstelle) - der folgende Beleg müsste meines Erachtens auch zweimal gelaufen sein ...

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b4p7ht9cqi933eguo.jpg]

    Wenn ich es heute abend schaffe, halte ich auch mal nach blauen Stempeln Ausschau!
    Viele Grüße vom
    Erdinger

  • bayern klassisch
    Gast
    • 15. Dezember 2008 um 16:15
    • #15

    Hallo Erdinger,

    leicht off-topic, aber du hast recht, er ist auch zweimal gelaufen.

    Luitpold vermutet, dass man den jeweils alten Aufgabestempel durchstrichen hätte - hat man aber nicht, jedenfalls nicht immer. Den Beweis treten eure beiden Briefe an.

    Deiner wog mal 1, mal 2 Pfund. Dass er 2 Manualnummern hat, beweist jedoch nichts. Es gibt auch Briefe aus näherer Distanz, die 3 Manualnummern aufweisen, und ein andermal nur eine einzige.

    Liebe Grüsse und danke fürs ergänzen des Textes sagt bayern klassisch

  • Bayern-Nils
    Stamm Mitglied
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    29. April 1962 (64)
    • 15. Dezember 2008 um 16:33
    • #16

    Hallo Alle

    Danke Luitpold und Erdinger fürs Zeigen. Schöne Briefe.

    Ich habe eine Frage zum Thema blaue Stempeln. Es ist nur klar dass man nur mit Schwarz stempeln dürfte. War es auch gegen die Verordnungen die blaue Stempelfarbe als Ankunftsstempel zu benutzen? Soll wohl auch als Postzweck rechnen?

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 15. Dezember 2008 um 17:42
    • #17

    Hallo Nils,

    die Verwendung anderer als schwarzer Stempelfarbe war untersagt. Da spielte es keine Rolle, ob der Aufgabe- oder Ankunftsstempel blau oder violett war. Es war alles gegen die Vorschrift.

    Ein Beispiel einer sehr seltenen Verwendung der violetten Stempelfarbe zeigt ein Kuvert aus Charleville vom 16.3.1872 nach München.

    Nach dem Rückmarsch der bayer. Armee aus Frankreich am 6.6.1871 verblieb nur ein Teil der 2. bayerischen Division als Besatzungsarmee zurück, dem die Feldpostexpedition IV unterstand.

    Nur vom 27.10.1871 bis zum 23.7.1873 wurden im belgisch - luxemburgischen Grenzgebiet bei Charleville zwei Typen des dreizeiligen Rahmenstempels benutzt, die alle selten sind. Bis zur Demobilisierung am 5.8.1873 wurden sie in schwarz (üblich), blau (selten) oder violett (hier: sehr selten) abgeschlagen.

    Dass hinten München einen farbigen Ankunftsstempel abschlug, setzt dem ganzen die Krone auf.

    Als zweites zeige ich einen Dienstbrief aus Neustadt an der Donau ( oisch kann aufatmen, nicht Neustadt Haardt), der auch einen blauen Aufgabestempel trägt. Er datiert jedoch vom 16.4.1864, was ganz außergewöhnlich ist.

    Wenn wir auf die Mühlräder Neustadts an der Donau schauen, so finden wir den gM 348 auch in blau. Datierbare Briefe mit ihm kosten 3.000 Euro Zuschlag (!), so dass ich leider kein Verwendungsdatum in diesem Bereich angeben kann. Es dürfte sich aber nur um eine kurze Zeitspanne gehandelt haben, die man blau stempelte.

    Diese blauen (violett kenne ich vor 1871/72 nicht) Stempel sind sehr selten (wie auch rote oder grüne, die ganz vereinzelt von anderen Orten vorkommen).

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 15. Dezember 2008 um 18:00
    • #18

    Nachtrag:

    Zuerst ein rot-brauner Halbkreiser von Windsheim, datiert 6.1.1855. Ab 1861, als die Chargéstempel in rot abzuschlagen waren, konnte man sich als Expeditor schon mal im Stempelkissen irren und einen roten oder rot-schwarzen Abschlag eines Halbkreisers produzieren. 1855 aber muss ihn etwas geritten haben, in Richtung rot-braun zu tendieren. Eine Beeren - Auslese ist nicht aus zu schließen. Schließlich wurden die Stempelballen (heute nennt man das Stempelkissen) amtlich geliefert, waren also kostenlos, nur die Stempelfarbe musste von der Behörde bezogen werden und war kostenpflichtig; da konnte man mit Beeren oder anderen Farbfrüchten die Sache schon etwas strecken.

    Einen anderen Halbkreiser aus Bärnau zeigt eine ganz pastellfarbene, fast fliederfarbene Variante. Er datiert vom 28.2.1873.

    Zwei Postkarten sollen die in meinen Sammlungen spätesten Farbabschäge zeigen:

    Kirchheim a. d. Eck vom 23.11.1874 in violett und Nittenau in blau von 12.6.1874. Unter tausenden von Belegen waren das die spätesten, die ich finden/kaufen konnte, doch können durchaus noch spätere vorhanden sein. Nur aus 1875 habe ich noch keine gesehen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • VorphilaBayern
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    7. August 1955 (70)
    • 15. Dezember 2008 um 18:10
    • #19

    Liebe Sammlerfreunde,

    habe meine Heimatbelege durchgesehen und kann folgendes zeigen:

    Grünwald bei Vilseck (aufgelöster Ort im Truppenübungsplatz Grafenwöhr) hatte von Oktober 1830 bis 31.12.1876 eine Postexpedition und stempelte durchgehend gerne immer wieder blau.
    Einzeiler nach Horlach von 1844.
    Halbkreisstempel nach Wien 25.1.1850.
    Im Landbriefkasten von Altneuhaus (ebenfalls aufgelöster Ort im TrÜbPl. Grafenwöhr) lag ebenfalls ein blaues Stempelkissen - Datum des Landbriefkastenstempels "G9" vom 4.9.1866.
    Auch in der kurzen Zeit der Pfennigzeit (wie genannt wurde zum 1.1.1877 die Postexpedition aufgelöst) wurde blau gestempel. Aufgabeschein zur Postanweisung vom 8.5.1876.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • VorphilaBayern
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    Geburtstag
    7. August 1955 (70)
    • 15. Dezember 2008 um 18:20
    • #20

    Liebe Sammlerfreunde,

    zwei Belege zu Auerbach Oberpfalz:
    Blauer Stempel:
    Regierungssache als Ortsbrief vom 31.1.1871 mit Ankunftsstempel vom 1.2.1871. (Auerbach hatte 1880 - 1.800 Einwohner).

    Violetter Stempel:
    Regierungssache von Auerbach nach Amberg vom 6.11.1873.

    Und noch:
    Postablage Kohlberg (Oberpfalz) in blau vom 18.4.1874 auf Regierungssache nach Neustadt an der Waldnaab mit Einkreisstempel Luhe.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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