Würzburgs betreffend ...
oder wie man für wenig Geld Bayern sammeln kann
Wenn es finanziell nicht für eine Rosine, Granate, Perle, Diamant oder gar Kronjuwele der bayrischen Philatelie reicht, gibt es Alternativen, um dennoch Bayern zu sammeln. Oft findet sich bei 1 EURO Briefchen manch interessanter Gesichtspunkt zum “Forschen” - jedenfalls geht es mir so.
Denn von diesen - oft unbeachteten, weil unfrankierten - Dienstbriefen gibt es jede Menge. Also kostengünstige Voraussetzungen für das Stempel-Sammeln. Aus dem neuesten Posten hier ein Beispiel: eine wunderschön beschriftete Briefadresse (sogenannte Briefhülle ohne Inhalt) mit dem bekannten Einkreisstempel Würzburg Stadt in gemischter Schrift Antiqua/Grotesk ohne Jahreszahl. Die blaue Stempelfarbe verweist auf den Zeitraum 1873/1874. Schön dass der Stempelkollege in Nürnberg solidarisch in blau stempelte.
Unverhofft ergab sich aufgrund des Absenders eine Bestätigung des Verwendungszeitraums.
Wissen Sie was ein Archivkonservatorium war? Na, ohne Internet wäre ich nicht drauf gekommen. Es handelt sich um die von 1852 - 1875 gebräuchliche Bezeichnung der heutigen bayrischen Staatsarchive. Also wird der Brief wohl aus 1872 - 1875 stammen, wo auch die blaue Stempelfarbe gängig war (siehe auch Sem-Handbuch “BAYERN - Ortsstempel 1849-1875 - S. 312).
Jetzt ist dieser Würzburg Stadt-Stempeltyp bisher von 1873 - 1874 bekannt und recht häufig. Die blaue Farbe wurde im Würzburger Stadtpostamt irgendwann ab dem 2. Quartal 1873 benutzt (aus Januar
habe ich noch schwarze Abdrucke). Erst ab Oktober 1873 (siehe Brief 2) habe ich wieder schwarze Stempelabschläge. Deshalb wurde der “Archivbrief” vermutlich zwischen April und Oktober 1873 gestempelt.
Herzlich grüßt
Luitpold