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Postüberwachung in der DDR

  • doktorstamp
  • 6. Dezember 2008 um 03:11
  • doktorstamp
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    • 6. Dezember 2008 um 03:11
    • #1

    Das “Stasi” Museum Leipzig

    Der Staatsicherheitsdienst überwachte täglich zirka 1.500 bis 2.000 Briefe die in dem Raum Leipzig eingingen oder aufgegeben worden waren. Die Briefe waren ausgesucht, bestimmte Adressen oder Personen, die schon unter Verdacht standen, oder Herkunft der Briefe. Das Postgeheimnis war also regelrecht vom Staat misachtet.

    Abteilung M hat zu diesem Zweck ein Lagerhaus eingerichtet, in dem sie versuchten ein Exemplar der Handschrift eines jeden, der Briefe in den Ausland schickte zu bekommen.

    Um es besser einzuheften und Aktenkundiger zu machen waren auch ihre Ausweise kopiert. Diese Kopien waren von hilfswilligen Polizisten erworben, und mit den Handschriftexemplaren mitreingeheftet. Binnen Leipzig umfassten diese einige
    100.000 Adressen.

    Besonders sorgfältig ging die Abteilung mit Korrespondenz aus nicht Kommunistischen Ländern vor, bares war aus den Briefen entnommen. Zwischen 3-5% aller Briefe waren niemals zugestellt. Allerdings passend von der Stasi eingeheftet für den Fall……….

    Einige Geräte die bei der Postüberwachung Einsatz fanden sind in dem Museum erhalten.
    Zum Aufmachen, zum Verschliessen, Kopiergeräte, Pressen (um die Briefe wieder flach zu kriegen).

    Alle verdächtigten Inhalte waren entweder im Original oder als Photokopie an anderen Zuständigen weitergeleitet. Alle in Leipzig eingehende Telegramme waren im Stasibezirkshauptquartier kopiert.

    i. Die Abteilung beschäftigte 800 Arbeiter, hiervon waren 85 mit der Aufgabe Briefe zu öffnen, kopieren, und zu verschliessen beauftragt.

    ii. Briefe waren mittels Dampf geöffnet.

    iii. Die Stasi hat selbst Briefe an möglichen Dissdenten gerichtet, hierzu waren sie mit Marken (Echt) und ein Arsenal an Falschstempel ausgerüstet.

    iv. Alle Briefe Richtung West Deutschland waren eine Kontrolle unterzogen.

    v. Um Platz zu sparen waren die Inhalte manche Briefe auf Mikrofilm abgelichtet.

    vi. Verschiedene Lampen fanden Verwendung in dem Kampf gegen Geheimschrift.

    vii. Wie bereits geschrieben bares war sofort beschlagnahmt, umgekehrt das Ostgeld war auch entfernt. Der Staat hatte die Wahrung nötig.

    viii. Einige Briefe waren ohne Grunde in den Akten aufgenommen.


    Dieser Artikel habe ich mit Genehmigung des Autors Jeremy Martin übersetzt.
    Er erschien in dem Rundbrief The Society of Postal Historians. Leider sind die beigefügten Bilder zu schwammig weiterzugeben.

    Einige Fragen hatte ich; Nämlich sind die Stempel sichergestellt, oder besser vernichtet.
    Abschläge der von der Stasi verwendeten Stempel sind uns erhalten geblieben.

    Wer kennt näheres hierzu?


    mfG

    Nigel

    Sammeln wie es einem Spaß macht

  • Jurek
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    • 6. Dezember 2008 um 09:11
    • #2

    Vielen Dank für diese interessante Übersetzung.
    Leider finde ich dabei keine Quellenangaben, aus denen der Herr Jeremy Martin schöpfte. Das wäre nämlich auch dazu wichtig.

    Zitat

    Abschläge der von der Stasi verwendeten Stempel sind uns erhalten geblieben.


    Haben Sie diese (auch wenn als schwammige Bilder)?
    Ich bin an allen Falschstempeln der DDR interessiert, egal auch von wo sie kommen.
    Thematisch Auflistung – umso besser.

    Darüber weiß ich leider (noch) nichts…

    Beste Sammlergrüße!

  • doktorstamp
    Stamm Mitglied
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    • 6. Dezember 2008 um 10:15
    • #3

    Anregung für den Artikel war ein Besuch in das Museum, als er sich als Posthistoriker offenbarte, war er von einer Mitarbeiterin des Museums begleitet.

    mfG

    Nigel

    PS später werde ich es mit den Stempeln versuchen

    Sammeln wie es einem Spaß macht

  • Jurek
    Stamm Mitglied
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    1.039
    • 6. Dezember 2008 um 11:01
    • #4

    D a n k e !

    Gerade aus BDPh-Forum „geklaut“:
    Könnte man dort (gemeint dieser Link) diesbezüglich weitere Infos erfahren?

    Mahlzeit! ;)

  • wolleauslauf
    Gast
    • 6. Dezember 2008 um 12:28
    • #5

    Hallo Forumsfreunde,

    danke auch an Nigel für dieses interessante Thema !!!

    Wer noch eine alte "Philatelie" Juli-August 2002 hat kann hier auch einiges darüber nachlesen.

    Es wurden ja auch private und öffentliche Briefkästen durch "als Postbeamte" verkleidete Mitarbeiter regelmäßig entleert, kontrolliert und mit mobilen Einsatzkoffern geöffnet und wieder dem Postverkehr zugeführt.
    Alles was konfisziert wurde, kam natürlich auf die Liste und diese Personen ( und deren Adressen ) wurden in der Anschriftenfahndung auf Fahndungstafeln namentlich zur schnelleren Auffindung erwähnt.
    Dies waren im Schnitt immer ca. 2.800 Adressen.
    Bei der Paketfahndungsstelle wurden täglich ca. 4000 Pakete durchsucht, teilweise geöfnnet und geplündert.
    Alle auffälligen Fahndungskriterien, wie äußere Auffälligkeiten, besondere Anschriften und auch Handschriften wurden sofort registriert und zur weiteren Überprüfung durch teilweise "nenötigte" freiwillige Mitarbeiter weiter geleitet.
    Zwischen der Öffnung der ungarischen Grenze am 11. 9. 89 verließen ja bekanntlich mehr als 50.000 DDR Bürger ihre Heimat. Sogar noch in dieser Zeit war die Stasi noch voll aktiv und verhinderte mit aller Gewalt jeglichen Postverkehr an die "Flüchtlinge - und damit Staatsfeinde" als auch andersrum von denen an die Angehörigen in der DDR.
    Jeder zwischenmenschliche Kontakt wurde mit allen verfügbaren Mitteln abgewürgt. Postkarten mit der Berliner Mauer wurden nie zugestellt, im Gegenteil der Empfänger wurde sofort registriert und kam auf die Fahndunstafel. Feindpropaganda war einfach verboten !

    Traurige Zeiten, sind wir froh, daß es vorbei ist.

    Anmerkung: Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

    Sammlergrüße von Wolle

  • italiker
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    • 6. Dezember 2008 um 12:50
    • #6

    Der Bundesbeautragte für die Unterlagen des Staatsicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) hat in einer Vielzahl von Ausarbeitungen und Dokumentationen das "Wirken" des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) aufgearbeitet und öffentlich gemacht. Hinzu kommen Ausarbeitungen der Regionalstellen des BStU an den ehemaligen Sitzen der Bezirksverwaltungen des MfS.
    Die Publikationen können beim BStU direkt oder über den Buchhandel bestellt werden.

    Einmal editiert, zuletzt von italiker (6. Dezember 2008 um 12:51)

  • Jurek
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    • 6. Dezember 2008 um 13:25
    • #7

    Deswegen gab es auch keine Arbeitslosigkeit in der DDR, weil alle waren irgendwie involviert in System von emsiger Beschäftigung mit Mitbürgern zum Wole des Sozialismus etc., - gar Ehemänner bei ‚ausspionieren’ ihrer Ehefrauen u.ä.
    = Ein makabrer „Witz“! …
    Als ich damals die DDR gen Westen verlassen hatte, hatte auch ich einen „Schoßhund“ (der mich auch mal in Berlin bestimmt ansprach und gar Foto von mir machte) der mir auf Schritt bis zur Grenze folgte… = Zufall?

  • italiker
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    • 6. Dezember 2008 um 15:54
    • #8

    Die Meldung, die Nigel da ins Forum gestellt hat, kann leicht dahingehend mißverstanen werden als ob es die Briefüberwachung nur durch die Bezirksverwaltung (BV) Leiipzig des MfS gegeben habe. Tatsächlich jedoch führten alle BVs und das Zentrum in Berlin die Briefüberwachung durch, also flächendeckend in der gesamten DDR. Dies betraf natürlich sowohl eingehende als auch ausgehende sowie innerstaatliche Post.
    italiker

    2 Mal editiert, zuletzt von italiker (6. Dezember 2008 um 15:55)

  • wolleauslauf
    Gast
    • 6. Dezember 2008 um 17:02
    • #9

    Hallo italiker,

    ich glaube nicht, daß Nigel was falsches beschrieben hat.

    Er hat zitiert und Quellenangaben gemacht.
    Jeder der sich mit diesem Thema befasst ( z. B. wir beide - es gibt garantiert noch Viele mehr ) weiß, daß es selbstverständlich auch innerhalb der DDR die gleichen Bespitzelungen ( und auch Kontrollen ) gegeben hat.

    Auch mit Deiner Vollbeschäftigung hast Du Recht !!! ;)
    Wenn man von 18 Millionen Einwohnern die Alten, Kinder, Kranken und eingesperrten "Systemkritiker- und Staatsfeine abzieht, bleiben nur noch
    ca. 65 % übrig. Wenn davon noch 40 % für die Sicherheit eines nationalen ca.1350 km langen und 100 erte Metern teileise km tiefen
    anifaschistischen Schutzwalles gebraucht wurden, wieviele Werktätige haben dann noch produziert ???

    Du weißt es, ich weiß es, aber deshalb gibt´s ja auch Gott sei Dank DDR Marken mit Plattenfehlern und genau die sammle ich :D
    Der Rest ist Gott sei Dank Vergangenheit !
    Wir sollten Politik und Philatelie manchmal etwas trennen, läßt sich halt leider nicht immer vermeiden, speziell bei diesem Thema !!!

    Sammlergrüße von Wolle

  • doktorstamp
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    • 8. Dezember 2008 um 13:53
    • #10

    Ich habe das Bild in der Farbwiedergabe etwas geändert.

    Wie gesagt wo diese Stempel heute weilen, keine Ahnung.

    In dem Museum sind kleine Flugblätter erhältlich, vielleicht konnte ein Forumsmitglied aus Leipzig welche holen und hier einstellen. Das Museum befindet sich in Dittrichring 24.

    mfG

    Nigel

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    Sammeln wie es einem Spaß macht

  • Potschtabrief
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    • 8. Dezember 2008 um 14:05
    • #11

    Hallo ,ich würde gerne helfen da ich die Möglichkeit habe (aus Leipzig etwas zu besorgen)!
    Leider muss ich zugeben das ich nicht so recht verstehe ,was du genau suchst !
    Wenn du mir genau beschreibst ,was du möchtest ,kümmere ich mich gerne darum !

    MFG Potschtabrief

  • doktorstamp
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    • 8. Dezember 2008 um 14:23
    • #12

    Dabei habe ich an die Mitteilungsblätter* des Museums gedacht, sowie ein Forumsmitglied eventuell hätte doch da mit einer Kamera Aufnahmen machen können.

    * Diese sind in mehreren Sprachenerhältlich, und wie ich zu verstehen habe einigermassen anders verfaßt.

    mfG

    Nigel

    Sammeln wie es einem Spaß macht

  • Jurek
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    • 8. Dezember 2008 um 16:30
    • #13

    Erstmal danke Herr Nigel.

    Frage: Wäre die Auflösung von dem Bild nicht möglich die so zu erhöhen, dass ich das besser vergrößern könnte? =(abfotografiert oder gescannt?). – Oder in zwei Hälften?
    Oder auch per E-Mail-Anhang => Briefm@web.de ? ;)

    Oder doch warten bis der Sammlerfreund Potschtabrief das als bessere Variante besorgt? …

    Beste Sammlergrüße!

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