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Fälschung? Deutsch-Neuguinea

  • thofoe73
  • 4. Dezember 2008 um 21:29
  • thofoe73
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    • 4. Dezember 2008 um 21:29
    • #1

    Hallo - ich hab ne Frage an die Spezialisten.

    Der Ersttagsbeleg unten ist angeblich aus dem Nachlass eines gewissen Oberst Frantius. Der Beleg stammt aus der britischen Besetzung von Deutsch-Neuguinea (G.R.I.).

    Ich weiss, dass die Einschreibzettel mit Aufdruck als Freimarken verwendet wurden. Aber müsste dann nicht ein englischer Stempel drauf sein?

    Also ich denke, wahrscheinlich falsch.... ?(

    Danke im Voraus für eure Meinungen

    Bilder

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  • Rabaul
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    • 5. Dezember 2008 um 06:20
    • #2

    thofoe73

    Ich halte den Brief für eine Ganzfälschung!

    Die Einschreibzettel wurden erst 1916 mit "G.R.I." überdruckt. Die "Marke" konnte also nicht schon 1914 abgestempelt worden sein.
    Auch den Stempel "Deulon" hat es in dieser Ausführung nicht gegeben.

    Trotzdem finde ich es immer interessant, was sich die Fälscher einfallen lassen!

    Mit freundlichen Sammlergrüßen,
    Rabaul

    http://www.the-papuan-villager.de

  • rolin
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    • 5. Dezember 2008 um 07:04
    • #3

    Ist ziemlich offensichtlich ein falscher Hase.

    mit freundlichen Sammlergrüßen
    rolin

    Einmal editiert, zuletzt von rolin (5. Dezember 2008 um 07:06)

  • thofoe73
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    • 5. Dezember 2008 um 07:26
    • #4

    Rabaul

    Danke für deine Antwort
    aber die Marken wurden laut "Michel" (Britische Besetzung) schon am 1.12.1914 als Freimarken verwendet - mit Überdruck G.R.I. !!!!

    Nichtsdestotrotz denke ich ja auch - dass das teil gefakt ist.

  • stampsx
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    • 5. Dezember 2008 um 10:43
    • #5

    Der Stempel ist aus zwei verschiedenen Vorlagen gefälscht. Der obere Teil ist aus dem Stempel DEULON entnommen, der unetere Teil aus dem Stempel Rabaul * a den es tatsächlich mit * TT. MM. JJ a / s - s V/N. gab

    Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Spanien - Mitglied BDPH,
    AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
    kontakt@stampsx.com - Stempeldatenbank

  • Rabaul
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    • 5. Dezember 2008 um 11:35
    • #6

    Hallo,

    also die Freimarken stehen in meinem Michel unter 17. Okt. 1914. Mit den Einschreibemarken hast du recht: 1. Dezember 1914. In meinem alten St. Gibbons stehen die Einschreibzettel unter 1915 als Ausgabejahr und in einem ganz alten Michel mit 1916.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Rabaul
    So sieht der echte Deulon-Stempel aus:

    Bilder

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    http://www.the-papuan-villager.de

    Einmal editiert, zuletzt von Rabaul (5. Dezember 2008 um 11:50)

  • thofoe73
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    • 5. Dezember 2008 um 12:41
    • #7

    Rabaul

    Danke für deine Mühe.
    Man sieht auch auf dem Beleg, dass das erste "N" von Neuguinea ziemlich weit absteht..weiter als bei deiner Original-Stempelabbildung.
    Also sehr fragwürdig das Ganze = Fälschung, denk ich.

    Gruß Tom

  • Rabaul
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    • 5. Dezember 2008 um 18:48
    • #8

    thofoe73

    Ein Oberst Frantius lebte um 1800 in Polen. Möglich, daß ein Nachkomme diesen Brief erwarb. Möglich auch, daß die Geschichte erfunden wurde. Näheres würde mich schon interessieren.

    Mit freundlichen Sammlergrüßen,
    Rabaul

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    Einmal editiert, zuletzt von Rabaul (5. Dezember 2008 um 18:49)

  • doktorstamp
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    • 5. Dezember 2008 um 19:02
    • #9

    Das Wohnort stimmt überein

    MAXIMILIAN Eduard Moritz VON FRANTZIUS, * Münster am Stein 6. Juni 1873, + ... nach 1941, Oberstleutnant z.V., wohnhaft in Göttingen, Herzberger Landstraße 35,

    Sohn des Dr. med. JULIUS VON FRANTZIUS, Königlich preußischer Sanitätsrat, aus Bauditten/ Ostpreußen, und seiner Gemahlin ADOLFINE geb. MOHR aus Amsterdam.

    Quelle: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil B: Alter Adel und Briefadel, Gotha/Thüringen 1941, S. 168.

    mfG

    Nigel

    Sammeln wie es einem Spaß macht

  • Lacplesis
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    • 5. Dezember 2008 um 19:46
    • #10

    Darf ich mal fragen, wie realsitisch es ist, das ein Brief aus der von den Britten besetzten Deutschen Kolonie Neuguinea, im Chaos des Kriegsbeginns, in drei Monaten nach München gelangt?
    Ach ja, sind da eigentlich irgendwo Spuren einer Zensur?

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.

    Voltaire

  • stampsx
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    • 5. Dezember 2008 um 21:37
    • #11

    Ich hätte nicht gedacht, dass jemand diese plumpe Ganzfälschung für eventuell doch echt halten könnte. Der Fälscher hätte auch "An den Papst, Vatikan" schhreiben können. Auch eine öffentlich bekannte Adresse. Kein Teil des "Briefes" stammt aus der Zeit.

    Die Schrift ist von einer Frau die nach 1960 geboren wurde. Achtet einmal auf das "ch" und schaut Briefe an. Wer sucht den ältesten Beleg mit so einer Handschrift?

    Echte Korrospondenz aus der Zeit sieht deutlich anders aus.

    Das ganze Stück ist eine lächerliche Ganzfälschung (Marke falsch, alle Stempel falsch, Briefumschlag nicht zeitgerecht. Ein Fälschung, in etwa, aus der Zeit nach 1985.

    Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Spanien - Mitglied BDPH,
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    2 Mal editiert, zuletzt von stampsx (7. Dezember 2008 um 00:02)

  • thofoe73
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    • 5. Dezember 2008 um 21:54
    • #12

    stampsx

    auf eine Fälschung tippe ich ja auch.

    Ich hab mal auch bei Herrn Jäschke-Lantelme nachgefragt wer so was prüft,
    und ob ne Chance auf Echtheit besteht.

    Seine Antwort war, dass G.R.I. nur von australischen Prüfern, bzw. von der Royal Philatelic Society in London geprüft wird.
    Und dann sagte er noch, dass er die Stempel für "sehr fragwürdig" hält.
    Von einer "lächerlichen Ganzfälschung" erwähnte er nichts....

    Gruß Tom


    doktorstamp + rabaul

    danke für eure sachliche Recherche...macht Spass

    Einmal editiert, zuletzt von thofoe73 (5. Dezember 2008 um 22:13)

  • ubahuga
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    • 5. Dezember 2008 um 23:40
    • #13

    Ohne den Ton von stampx aufzunehmen, Recht mit der Schrift hat er natürlich. Eine mit weiblichen Hormonen geführte Schrift aus den Sechzigern an aufwärts.
    Stempel München falsch, dachte ich gefühlsmässig als Erstes.

    Bei den Daten für den Erstgebrauch von GRI-R-Zetteln als Markenersatz sind die Angaben in den Schriftwerken sehr verschieden. Unter sehr verschieden verstehe ich, sie unterscheiden sich in Monaten.

    Die Mühe, die man ansonsten aufwenden muss den Stempel DEULON auf einem Ganzstück endlich mal zu finden reicht eigentlich vollkommen, um endgültig am gezeigten Stück extrem zu zweifeln. Geschweige denn mit einem 3 d.-GRI-R-Zettel.

    ubahuga 8-)

  • stampsx
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    • 6. Dezember 2008 um 01:37
    • #14

    Lieber ubahuga,

    was ist denn jetzt schon wieder an meinem Ton falsch?

    Das Herr Jäschke-Lantelme höflich ist und sich deshalb erst einmal gewählt ausdrückt, wird von ihm als BPP Prüfer erwartet.

    Ich sage wie es ist. Das lächerlich bezieht sich auch nicht auf die Schreiber im Forum, sondern auf den Fälscher. Der Fälscher macht sich die Mühe und verwendet eine echte Anschrift. Das ist sicher kein Problem. Man nimmt einfach den nächstbesten billigen Brief aus der Zeit und schreibt die Anschrift ab. Das kann eine billige Ortsganzsache sein, Hauptsache die Anschrift ist aus der Zeit. Nun übt er Anschriften schreiben. Er merkt, das schnörkelig schreiben liegt ihm nicht. Also fragt er seine Frau. Die macht immer so schöne Rundungen. Also darf sie die Anschrift schreiben.

    Ich will nicht behaupten, dass ich jede Handschrift richtig zuordnen kann, aber es gibt selbst Unterschiede zwischen Handschriften die in Österreich oder der Schweiz gelernt wurden und Handschriften aus Deutschland. Zu jeder Zeit und regional unterschiedlich, gab es spezielle Buchstaben, Auslassungen oder Verzierungen. Auch wo ein Buchstabe begonnen wird, ist oft unterschiedlich.

    Halten wir fest, die Anschrift ist lächerlich!

    Betrachten wir die Stempel. Es gibt gute und schlechte Fälschungen. Der München AK Stempel ist etwa Mittelklasse. Der DEULON Stempel ist grottenschlecht. Möchtest du bessere Stempelfälschungen sehen? Schau bei Schlegel auf der Homepage. Da sind einige gute Stempelfälschungen zu sehen.

    Möchtest du wissen woran man "grottenschlecht" erkennt? Davor kommt noch miserabel, saumaßig, elend und viele andere Attribute. Grottenschlecht ist es, wenn man einen Stempel erfindet, den es echt nie gab.

    Das ist einfach oberlächerlich. Die Fälschung ist ein lächerlicher Witz.

    Der Fälschung angemessen habe ich meine Worte wohlüberlegt, gewählt.

    Die Schreiber haben völlig berechtigte Fragen gestellt und niemand muss wissen, das es den Stempel mit dieser Datumstype, nie gab.

    Niemand muss mein Hobby für Papiersorten und Handschriften teilen. Trotzdem muss mir die Frage erlaubt sein, ob man nicht andere Briefe aus 1914 kennt.

    Der Sinn der wohlüberlegten Frage ist, die Neugier auf solche Belege zu lenken. Dann fragt man bei der nächsten Fälschung in dieser Art nicht mehr nach, sondern haut sich vor Lachen auf die Schenkel

    Schauen wir auf das Jahr 1914:

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    Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Spanien - Mitglied BDPH,
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    2 Mal editiert, zuletzt von stampsx (6. Dezember 2008 um 12:17)

  • stampsx
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    • 6. Dezember 2008 um 01:43
    • #15

    Wie schrieben denn die Jungs 1914 aus Übersee?

    Guckst du hier:

    [Blockierte Grafik: http://stampsx.com/nordphila/auktion/jpg/0240186.jpg]

    Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Spanien - Mitglied BDPH,
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    Einmal editiert, zuletzt von stampsx (6. Dezember 2008 um 01:57)

  • stampsx
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    • 6. Dezember 2008 um 01:50
    • #16

    Ich habe auch noch eine Schrift gefunden, 1914, Afrika, schnörkelig, der die Fälschunge nachempfunden gewesen sein könnte:

    [Blockierte Grafik: http://stampsx.com/foto_service/5521-1228528174-schrift-1914.jpg]

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  • thofoe73
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    • 6. Dezember 2008 um 07:31
    • #17

    guten Morgen stampsx

    ich danke dir für deine ausführlichen Erklärungen bezüglich des Briefes.
    Aber du mußt schon entschuldigen, dass mir als normalem Laiensammler
    (Fachrichtung Wald und Wiesen) solche Sachen (Stempeltype, Schrift) nicht immer gleich in mein kurzsichtiges Auge springen... deshalb frage ich ja hier im Forum nach....

    Was für dich gleich ersichtlich scheint - ist für mich erstmal weit weg.

    Also nochmal Dankeschön für deine Hilfe und Gruss nach Spanien

    Tom

  • uli
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    • 6. Dezember 2008 um 09:42
    • #18
    Zitat

    was ist denn jetzt schon wieder an meinem Ton falsch?


    Lieber Jürgen,
    die Formulierung

    Zitat

    Habt ihr noch keine echten Briefe aus der Zeit gesehen? Das ganze Stück ist eine lächerliche Fälschung.


    ist mehr als unglücklich, weil ein Leser sehr leicht meinen kann einen verächtlichen Ton rauszuhören, a la "Mann, seid ihr unwissend!". Ich glaube aber, dass das so hart nicht von dir gemeint war.


    Gruß
    Uli

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  • ubahuga
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    • 6. Dezember 2008 um 11:34
    • #19

    Mit zum Ton gehören die geradezu manisch eingestreuten, fett geschriebenen Wörter und Sätze. Das gibt den eh schon oberlehrerhaft daher kommmenden Beiträgen noch eine zusätzliche Note der Arroganz.

    Lieber stampx, falls Dir das noch nie jemand gesagt hat, hier extra für Dich:
    Fett Geschriebenes bedeutet im Internet gleich viel, wie die Lautstärke erhöhen, einen lauteren Ton anschlagen.

    Bei Deinen Beiträgen steht da - so betrachtet - zwischen den Zeilen: Ich muss es Euch laut und fett rüber bringen, damit Ihr Dummen das vielleicht versteht.
    Das kommt einer Anmassung gleich.

    ubahuga 8-)

    Einmal editiert, zuletzt von ubahuga (6. Dezember 2008 um 11:35)

  • stampsx
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    • 6. Dezember 2008 um 13:05
    • #20

    Lieber ubahuga,

    du verwechselst einen Chat mit einem Forum. Ich schreibe nicht deshalb Fett um zu brüllen, sondern um das wesentliche hervorzuheben. Das ist ein anerkanntes Stilmittel.

    Meine Hervorhebungen sind wesentlich dezenter als deine stark vergrößerte Schrift. Aus zurückliegenden Beiträgen von dir über mich persönlich, statt über philatelistische Fragen, kann man auch entnehmen, dass es dir darum geht mich in welcher Form auch immer, zu diskreditieren.

    Zu dem Einschreibezettel selbst, Mi.-Nr. 16a, echt gestempelt 15.000,- und selbst ungebraucht noch mit 13.000,- notiert, ist zu sagen:

    1. Das Papier ist extrem schlechter als bei Originalen
    2. Die Schrift weicht extrem in Form und Größe ab

    Genau genommen scheint es aus heutiger Sicht schwieriger eine so stark abweichende Fälschung herzustellen, als ein dem Original ähnlicheres Stück.

    Für unter 100,- Euro kann man Originale der 16b, d oder g kaufen. Diese Fälschung ist hergestellt worden, um in Posten eingearbeitet zu werden, die von Schnäppchenjägern gekauft werden sollen, die auf unscharfen Fotos die 16a auf Brief zu erkennen glauben sollen. So ein Stück könnte 20.000 Euro bringen und wäre mit drei Fotoattesten versehen.

    Ein Sammler des Gebiets kann mit der Fälschung nicht getäuscht werden. Dafür ist der Einschreibezettel zu sehr "frei gestaltet".

    Wenn ich also das gezeigte Stück betrachte und weder Marke noch Stempel je gesehen habe, stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist auf den Beitrag zu antworten. Die interessanten Antworten haben durchaus Sinn, führen aber dem Ziel zu erkennen ob echt oder falsch, nicht näher.

    Ich denke ich mache einmal eine Pause hier. Ich habe volles Verständnis dafür, dass der Zweck vieler Foren die freie Unterhaltung über solche Objekte ist. Oft werden nur falsche Vermutungen von Gleichgesinnten bestätigt. Diese Bestätigung wird natürlich auch gesucht. Ich halte das für kontraproduktiv. Deshalb schreibe ich in Foren.

    Was du zwischen den Zeilen liest, ist dein Problem. Es steht nicht da und ist nicht so gemeint, wie du es hier interpretieren willst, um mir Anmaßung vorwerfen zu können.

    Ein letzter Versuch, zu erklären, warum ich zum Beispiel das Wort "lächerlich" verwendet habe.

    Ein Brief besteht aus vielen Teilen. Hier der Einschreibezettel als Briefmarke, Aufgabestempel und Ankunftsstempel und die handschriftliche Anschrift.

    Ich habe in meinen Ratgebern von vielen Marken unterschiedliche Fälschungen gezeigt und beschrieben. Dabei kann man eine wirklich stark unterschiedliche Qualität der Fälschungen feststellen. Vereinfacht gesagt, an einer Speratifälschung müssen wir mit der 10fach Lupe nach Pünktchen suchen, an einer Fournierfälschung schauen wir mit bloßem Auge nach bekannten Abweichungen. Moens und Goldner haben uns mit Neudrucken von teils originalem Druckmaterial beglückt und verschiedene Fälscher haben auf ihrem Spezialgebiet täuschend echte Fälschungen fabriziert, die zeitnah auch als echt geprüft wurden.

    Nun kommen Opernsänger und verarmte Möchtegernbriefmarkenhändler daher und fertigen in falschen Druckverfahren, mit Umdruckmaschinen, Fotokopierern und Computerdruckern Fälschungen aller Art an. Dabei sind dann Fälschungen die man aus 1 Meter, 2 Meter, 3,50 Meter und 5 Meter Abstand identifizieren kann.

    Wenn man die Qualität von Fälschungen benoten würde, sagen wir den Schulnoten entsprechend von Note 1+ bis zur 6-, dann käme der Brief aus eine glatte 6.

    Nur komplett handgemalt wäre noch schlechter.

    Dabei ist doch von keinem der Schreiber in dem Thread zu verlangen, eine Note abzugeben, wenn er Mangels Vergleichsmöglichkeit kein Urteil finden kann.

    Wenn ich doch aber weiß, dass die Fälschung in jedem Detail besonders schlecht ist, weshalb soll ich das nicht zum Ausdruck bringen?

    Nimm ein anderes Beispiel, stell dir einen Schachlehrgang an der Volkshochschule vor. Eine Stellung wird vorgegeben und der Kursleiter schreibt die Vorschläge an die Tafel und eine Art Benotung dahinter. Dabei ist üblich hinter fragwürdige Züge ein oder auch mehrere Fragezeichen zu machen. Grottenschlechte Züge werden mit drei Fragezeichen in extra groß und fett markiert. Das ist nicht anmaßend, denn es geht dem Kursleiter nicht darum sein Selbstbewusstsein zu stärken, sondern es geht darum, den besonders schlechten Zug (vielleicht ein Selbstmatt?) besonders hervorzuheben.

    Du darfst doch auch nicht vergessen, in Foren ist keine homogene Leserschaft. Jeder hat einen individuellen Eindruck von einem Beitrag, den er gerade liest.

    Viele Leser mögen meine Beiträge, so wie sie sind. Die Zahl derer die sich dafür outen ist aber gegen Null zurückgefallen. Das hat gute Gründe. Wer will sich als "die herren claqueure" verspotten lassen, wie in meinem Chat-Café (2008-12-05 10:54:15).

    Hilf mir doch, was soll ich machen? Tatsachen im konjunktiv schreiben? Absichtlich falsche Behauptungen aufstellen und dabei ganz lieb schreiben? Dafür wurde sogar ein Lied geschrieben. Es ging ungefähr so: "piep, piep, piep, wir haben uns alle lieb". Viele glauben sicher, der Komponist wäre geistesgestört. Ich glaube, er wollte uns etwas damit sagen. Aber auch im Fall dieses Liedes, wird sich jeder eine eigene Meinung bilden.

    Ich überlasse dir nun das Feld. Dann kannst du in Ruhe, als selbsternannter Oberlehrer, deinen Jünger beibringen, wie anmaßend ich doch bin.

    [Blockierte Grafik: http://stampsx.com/foto_service/5521-1228566412-gri-3p-rabaul.jpg]
    [Blockierte Grafik: http://stampsx.com/foto_service/5521-1228571644-gri-deulon-3d-r-zettel-falsch.jpg]

    Ergänzung zu den Ergänzungen:
    Bilder eingefügt, die Abweichungen in Papier, Zähnung, Schrift und Größe zeigen

    Jürgen Kraft, Apt. 17, 38612 El Medano, Spanien - Mitglied BDPH,
    AIJP (Association Internationale des Journalistes Philatéliques)
    kontakt@stampsx.com - Stempeldatenbank

    5 Mal editiert, zuletzt von stampsx (6. Dezember 2008 um 15:14)

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