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Bayern - Frankreich 1858

  • bayern klassisch
  • 22. November 2008 um 09:59
  • Bayern-Nils
    Stamm Mitglied
    Beiträge
    2.482
    Geschlecht
    Männlich
    Geburtstag
    29. April 1962 (63)
    • 16. August 2010 um 09:28
    • #81

    Hallo bayern klassisch

    Schöner Brief. :)
    Entweder hat der Absender kein 12 Kreuzer im Geldbeutel oder die Marken sind abgefallen. (Letzte Alternativ ist wohl nicht hier die richtige.)

    Dann dürfte auch kein "Franko" da stehen, weil es einen Portobrief geworden ist.

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. August 2010 um 10:49
    • #82

    Hallo Nils,

    das hast du fein beobachtet. Offenbar wollte der Absender ja frankieren (12 Kr.), ließ ihn dann aber unfrankiert abgehen, so dass er 6 Decimes = 18 Kr. kostete. Ein teurer Spaß.

    Nach der Vorschrift durfte die Post bei derlei Briefen einen falschen Frankovermerk nicht streichen; das musste allein der Absender machen, aber ob man sich immer 100%ig an diese Vorschrift hielt, ist natürlich eine andere Sache (welcher Postkunde hatte schon eine Feder und Tinte im Rockmantel, wenn er zur Post marschierte?).

    Jedenfalls habe ich auch bei längerer Marktbeobachtung nur ganz wenige Briefe gesehen, bei denen der Franko - Vermerk wieder gestrichen wurde.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    878
    • 16. August 2010 um 12:14
    • #83
    Zitat

    Original von bayern klassisch
    Nach der Vorschrift durfte die Post ... bayern klassisch


    Weil ich zufällig in einem Werk von 1858 über die "Benutzung der kgl. Post in Bayern" lese, hier (kopiert) folgendes:

    "In Briefkästen eingelegte Sendungen mit der Bezeichnung „frei" oder „franco", welche weder mit den zur Frankierung erforderlichen Marken versehen sind, noch nach Siegel oder Unterschrift erkennbar von einem zur portofreien Absendung berechtigten Aufgeber herrühren, werden, insoferne nicht ein Frankierungszwang besteht, unter Anrechnung der treffenden Taxe als unfrankiert abgesendet.Unfrankierte oder ungenügend frankierte Sendungen mit oder ohne die Bezeichnung „frei", welche gemäß §. 13 dem Frankierungszwange unterliegen, dürfen zwar im Innern von Bayern und nach dem Postvereinsgebiete versuchsweise unter Anrechnung der treffenden Taxe an ihren Bestimmungsort abgesendet, an die Adreßbehörde aber nur gegen Entrichtung der Taxe oder gegen Rückgabe des Couverts und amtliche Bestätigung des Namens und Wohnortes des Absenders abgegeben werden.
    Bei der Bestimmung nach dem Postvereinsauslande dagegen ist deren Absendung unstatthaft."

    Ich denke, dass es gerade in München einige Briefkästen gab und nicht jeder Bürger oder Reisende die Post aufsuchte, um den Brief am Schalter persönlich abzugeben. Möchte diese Bemerkung nur als Anregung verstanden wissen - denn Wissen tue ich es selbstverständlich nicht.

    Luitpold

    3 Mal editiert, zuletzt von Luitpold (16. August 2010 um 12:19)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. August 2010 um 12:29
    • #84

    Lieber Luitpold,

    ich weiß auch nicht, wie viele Briefkästen es in München gab, aber Briefe aus einem solchen erhielten den Vermerk "Boite". Mein Brief trägt diesen Vermerk nicht, so dass ich mir nicht sicher bin, ob er wirklich eingeworfen wurde.

    Ich könnte mir vorstellen, dass der Absender bei einem Franko von 12 Kr. etwas sparsamer wurde und die Kosten lieber den Empfänger tragen ließ.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    878
    • 16. August 2010 um 18:12
    • #85

    Lieber bayern klassisch,

    warum gibt es so wenig (erhaltene?) Briefe mit diesem von Dir genannten Vermerk?

    Auf die Anzahl der vorhanden (gewesenen) unfrankiert eingelegten Briefe lässt die von mir zitierte "Benutzungsanleitung" schließen (mit aller Vorsicht). Denn zuwas braucht ma so eine Verordnung, wenn das Problem nicht vorhanden ist? Oder regelte man auch damals schon im Voraus alles bis in's Kleinste?

    Auch wenn Du kein Freund von Sekundärliteratur bist, aus einer solchen (von mir zusammengefassten) subjektiven Einschätzung der "Arbeitsmoral" einiger Postbeamten.

    Diese kamen oft vom Militär und suchten bei der kgl. Post ihren "Ruhestandsposten". Dort gab es für die oberen Beamten immerhin eine Pension. Da sie eben Offziere mit Standesdünkel waren, machten sie ihren Job ohne Begeisterung.

    Auch sehe ich die häufigeren Ermahnungen und Androhungen von Ordnungsgeldern in den VO-Blättern Indizien für die "sorgfältige Arbeit" der Postler.

    Menschlich halt, und ich mein ja nur ;)

    Besten Gruß
    Luitpold

    Einmal editiert, zuletzt von Luitpold (16. August 2010 um 18:13)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. August 2010 um 18:35
    • #86

    Lieber Luitpold,

    das Problem geht noch etwas tiefer: Trug ein von der Aufgabepost angenommener Brief einen Franko - Vermerk, galt er juristisch als frankiert.

    Es gab ja viele Staaten, die bar frankierten und wenn "frei, franco, markiert" usw. links unten stand, musste man sich auch darauf verlassen können, dass der Brief, mit Marke(n) oder bar, frankiert worden war.

    Frankobriefe waren von Portobriefen in der Briefkarte zu unterscheiden - war unklar, was es mit dem Brief auf sich hatte, hatte man ein Problem.

    Lagen unfrankierte Briefe in der Boite, trugen aber einen Frankovermerk, so waren sie dem Absender zur Korrektur der Adresse zurück zu geben, wenn man diesen ausfindig machen konnte (und man hätte oft können).

    Warum? Weil die Aufgabepost für die ordnungsgemäße Behandlung der Briefe verantwortlich war.

    Ein Empfänger verstand nicht immer, warum er Geld (Porto) für einen Brief bezahlen sollte, der nominell "frankiert" eingeliefert worden war.

    Weil du zu Recht die "Contraventionen" bei der bayer. Post ansprachst:

    Es gab Fälle, da machten Postbedienstete die Marke(n) ab, ehe sie die Briefe zur Expedition brachten. Nun musste der Expeditor erkennen, ob eine Unterschlagung durch einenr seiner Leute statt gefunden hatte, oder sich der Absender nur als finanziell klamm erwies bzw. nicht wußte, was er tat.

    Bekannt ist auch, dass ärmlichere Expeditoren Frankobriefe annahmen, die Gebühr in die eigene Tasche steckten und den mit "franco" bezeichneten Brief unfrankiert abspedierten.

    Auch hier hatte die Postkontrolle Mühe zwischen Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden. Ging dann solch eine Tat vor Gericht, war die Beweislage schwierig.

    Einfach machte man es sich dagegen bei abgefallenen Marken - kam ein Brief ohne an, wurde er wie ein Portobrief taxiert, auch wenn fest stand, dass er zuvor voll frankiert gewesen sein musste.

    Die Einschreitungen gegen Postbedienstete sind Legion - trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass die allermeisten Beamten und Bediensteten aufrichtige, ehrliche und gründliche Menschen waren, denen die Verfehlungen dieser Subjekte weh getan haben. Und Lausbuben gabs ja auch damals schon überall, nicht nur bei der Post ... ;)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • bayern klassisch
    Gast
    • 9. Oktober 2010 um 17:31
    • #87

    Hallo,

    ach herrje, warum habe ich denn diesen wohl gekauft? Der ist doch wahrlich nichts besonderes, oder?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Bilder

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    • 9. Oktober 2010 um 17:43
    • #88

    Ach, bei Dir ist der gelandet, den hatte ich auch gesehen. Meine Französischkenntnisse sind zwar quasi nicht vorhanden, mir ist aber der Vermerk oben aufgefallen: ci joint ech(antill)on sans valeur. Dürfte wohl heißen: mit anhängendem Muster ohne Wert. Ist nach Frankreich sicher nicht häufig.

    Viele Grüße

    kreuzer

  • mikrokern
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    • 9. Oktober 2010 um 17:48
    • #89

    Hallo,

    Mist, da war kreuzer schneller...
    Hatte aber auch nur das "sans valeur" entziffern können, mit dem selben Resultat des "Musters ohne Wert".
    kreuzer: chapeau, was Dein Französisch betrifft...

    Gruss

    µkern

  • bayern klassisch
    Gast
    • 9. Oktober 2010 um 17:55
    • #90

    Hallo ihr zwei,

    natürlich habt ihr das sofort erkannt - nein, häufig ist etwas anderes, denn das ist der einzige, den ich vorweisen kann. Eine Gebührenmoderation fand nicht statt - die galt nur für schwerere als einfache Briefe, aber so einen finde ich auch noch. ;)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • bayern klassisch
    Gast
    • 18. Oktober 2010 um 14:19
    • #91

    Lieber Sammlerfreunde,

    manche Briefe machen mehr Spaß als andere. Der hier macht mir sehr viel Spaß. :)

    Wer kann mir erklären, was das Besondere an ihm darstellt und warum er heute so aussieht, wie er aussieht?

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • Michael D
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    • 18. Oktober 2010 um 14:47
    • #92

    Lieber bayern klassisch,

    verdachtsweise von unterwegs:
    Portobrief poste restante über Lyon-Paris-Strasburg nach München gesandt (18 Kr.). Von dort nach Nürnberg nachgeschickt für zusätzliche 6 Kr..

    Sehr schöner Brief !

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 18. Oktober 2010 um 15:12
    • #93

    Lieber Michael,

    so war es - aber es gibt 2 Besonderheiten, die du noch nicht beschrieben hast.

    Nach dem PV von 1858 kosteten unfrankierte einfache bis 10g wiegende Briefe von F nach BY 18 Kr.. Bei Portobriefen durfte die AUFGABEPOST jedoch nie taxieren!

    Hier nahm man in Lyon seinen 18 DECIMES Portostempel (für französische Portobriefe der 6. Gewichtsstufe!) und schlug ihn ab, weil man wusste, dass er in Bayern 18 KREUZER kosten würde. Der "F" - Stempel dokumentierte, dass der Brief von einem der Landbriefträger Lyons in dem Briefkasten des Ortes "F" eingeworfen worden war.

    In München war man es gewohnt, solche Stempel zu sehen, auch wenn es postvertraglich falsch war, und stempelte ihn am 4.8.1863 siegeleitig Eingang. Nun war der poste restante gestellte Brief ab diesem Datum 3 Monate lang zu lagern. Für den Empfänger bedeutete dies, dass er neben dem Porto von 18 Kr. (10,8 Kr. für Frankreich, 7,2 Kr. für Bayern) noch 4 Kr. Lagergebühr bei der Abholung zu entrichten hatte.

    In der Zeit vom 5. bis 8.8. muss aber in München ein schriftlicher Auftrag des Empfängers eingegangen sein, alle Sendungen, auch die poste restante gestellten, umgehend nach Nürnberg weiter zu leiten. Dieser Brief hatte die Restantenummer 201 (links oben) erhalten.

    München beließ nun die franz. 18 Kr. und notierte / 6 Kr., da poste restante Briefe als ausgeliefert angesehen wurden und eine Weiterleitung über 12 Meilen innerhalb Bayerns 6 Kr. nach sich zog. Nach der Instruktion hätte man bei weiter zu leitenden poste restante Briefen unter der Adresse notieren müssen "Auf Verlangen nach .... ", was hier unterblieb.

    Die 4 Kr. Lagergebühr waren durch die Weiterleitung Historie.

    Nürnberg erhielt den Brief am 9.8. und addierte die beiden Gebühren korrekt auf 24 Kr.. Nun wurde er 3 Monate lang bei der dortigen Hauptbriefpostexpedition in der Stadt aufbewahrt (die Nr. 63 unten links halte ich für keine Nürnberger Restantenummer, sondern für eine private des Empfängers) und irgendwann vom Empfänger abgeholt (diese Briefe sollten alphabetisch nach dem Nachnamen aufbewahrt werden, um eine schnelle Zuordnung treffen zu können).

    Die 4 Kr. Restantegebühr sollten auf den Brief geschrieben werden, was man hier aber, wie so oft, unterließ. Insgesamt waren also 28 Kr. zu berappen - nicht eben wenig für unter 10g ...

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
    Stamm Mitglied
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    • 18. Oktober 2010 um 15:54
    • #94

    Lieber bayern klassisch,

    danke für die interessanten Detailinformationen.
    Der französische 18-Stempel war mir aufgefallen, aber ich hatte keine vernünftige Erklärung dafür. Die von dir beschriebene Vorgehensweise ist natürlich absolute spannend, ... :O_O:
    ... aber für einen an die korrekt arbeitenden preußischen Postbeamten gewöhnten Sammler zu abwegig, als das man auf so eine Interpretation kommen würde. :oneien:

    Auch die anderen Besonderheit - Entnahme in Frankreich aus einem Briefkasten durch einen Landbriefträger - ist sehr schön.
    Den Umgang mit der Lagergebühr werde ich (hoffentlich) merken.

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • bayern klassisch
    Gast
    • 18. Oktober 2010 um 16:00
    • #95

    Lieber Michael,

    weil ich es hier mal falsch ( :ups: :ups: :ups: ) geschrieben hatte: Die poste restante Gebühr betrug 4 Kr. bis zum 14.8.1867 (nicht bis zum 31.12.1867).

    Ich bitte um Nachsicht.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Michael D
    Stamm Mitglied
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    5. August
    • 18. Oktober 2010 um 18:16
    • #96

    Lieber bayern klassisch,

    danke für die genauen Angaben.
    Bei ein paar tausend Postings sei dir ein Vertipper zugestanden .. :D;)

    Viele Grüße
    Michael

    Preußen und Transite

  • Bayern-Nils
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    • 18. Oktober 2010 um 18:20
    • #97

    Hallo bayern klassisch

    Ein herrlicher Brief.
    Danke fürs Zeigen :)

    Michaels Lösung habe ich auch gehabt. Aber den Rest war für mich neu beziehungsweise vergessen ;)

    Viele Grüsse
    Nils

    NEH

  • peterhz
    aktives Mitglied
    Beiträge
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    Geschlecht
    Männlich
    • 21. November 2010 um 20:27
    • #98

    Hallo zusammen,

    zum Sonntag noch einen einfachen Brief nach Frankreich, frankiert mit 2 Exemplaren der 4II aus Nürnberg nach Paris vom 18.08.1858 .


    schönen Gruss

    peter

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