Als Ausgliederung sollten jetzt die beiden Beiträge von mir und lickle hier erscheinen.
Danach geht es weiter mit der Korrespondenz der VMZ aus Württemberg über Bayern nach Österreich.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Als Ausgliederung sollten jetzt die beiden Beiträge von mir und lickle hier erscheinen.
Danach geht es weiter mit der Korrespondenz der VMZ aus Württemberg über Bayern nach Österreich.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
@ Alle
Wenn es im Rahmen dieses Threads zu früheren oder späteren Nachweisen kommt, bitte auch die Rückseite beachten, damit man das Datum dort in Würzburg identifizieren kann. Der Tag des Abgangs ist ja regelmäßig deutlich früher anzusehen.
Hier mal ein blauer vom 9.4.1849 auf interessantem Brief aus Wien vom 3.4.1849 rekommandirt über Bayern nach Württemberg - der O.B.C. - Stempel hätte nicht abgeschlagen werden sollen.
Die Gebühren erklären sich ganz leicht:
Rekogebühr für Österreich bar bezahlt. Die 15 Kr. vorne (von Wien als rheinisch für Bayern gedacht) waren falsch.
Korrekt waren 12 Kr. CM für Österreich und 4 Kr. CM für Bayern und Württemberg.
Diese wurden in 13 Kr. rheinisch und 7 Kr. rheinisch reduziert, so dass er mit 20 Kr. korrekt notiert Württemberg übergeben wurde.
Zu diesen kamen 3 Kr. für den Landboten = 23 Kr. für den Empfänger dieses Portobriefes.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
ZitatOriginal von bayern klassisch
Hallo lickle,die 20 und 3 sind nicht in Bruchform geschrieben, sondern mit einem Rötel - X gestrichen worden; es könnte nur so aussehen, als wäre es ein Bruch.
Das ist meiner Meinung nach ein Bruch. Außerdem ist das Landbestellgeld nie so angeschrieben worden.
ZitatOriginal von bayern klassisch
Die Addition rechts ist 23 - korrekt. Der Postvertrag Bayern - Österreich vom 1.10.1842 war dafür verantwortlich.
Über die 23 brauchen wir nicht diskutieren. Die Gesamtsumme stimmt sowieso.
Hier ist aber der Postvertrag T&T - Österreich von 1843 zuständig!
ZitatOriginal von bayern klassisch
Die Gebühren waren fix: immer 4 - 12 Kr. CM, also 7 - 13 Kr. rheinisch.
Im oben erwähnten Vertrag steht, dass es zwei Gebührensätze gab:
1.) Bis 10 Meilen 6 Kr. CM
2.) Über 10 Meilen 12 Kr. CM
jeweils für den einfachen Brief.
Hinzu kommt eine Transittaxe, die gestaffelt war und in Klassen eingeteilt wurde:
I. Klasse 4 Kr. CM
II. Klasse 8 Kr. CM
III. Klasse 12 Kr. CM
Diese wurde dem oben erwähnten gemeinsamen Porto hinzugeschlagen und floss in die Kasse von T&T, die damit die Transitgebühren an Bayern bezahlte.
In diesem Fall ist es die I. Klasse und wurde so auch auf dem Brief taxiert.
Die Reduktion der einzelnen Taxen kann ich jetzt nicht nachvollziehen, aber die Gesamtsumme 16 Kr. CM -> 20 Kr rhein. stimmt jedenfalls.
ZitatOriginal von bayern klassisch
Wenn du willst, zeige ich dir ein paar Briefe in separatem Thread, aus denen du genau dies erkennen kannst.Liebe Grüsse von bayern klassisch
Nur zu!
Das wäre sicher interessant. Ich lasse mich gerne überzeugen.
Grüßle
lickle
Lieber bayern klassisch,
möchte vorerst zwei Belege von Württemberg nach Österreich vorstellen:
Teilfrankobrief von Calw (Kgr. Württemberg) nach Bozen (Österreich) vom 2. Juni 1819.
Der Absender bezahlte 12 Kreuzer (6 Kr für Württemberg; lt. Briefposttarif vom 2.6.1814 bis 1/2 Loth von 12 bis 18 Meilen 6 Kreuzer), sowie 6 Kr für Bayern; ebenfalls bis 1/2 Loth von 12 bis 18 Meilen, lt. Generaltarif vom 1.12.1810.
Der Empfänger bezahlte 14 Kreuzer Conventionsmünze.
Seit 1.6.1817 wurde in Österreich nach durchlaufenen Poststationen gerechnet.
bis 3 Poststationen 6 Kr.
3-6 Poststationen 24 Kr.
6-9 Poststationen 30 Kr.
9-12 Poststationen 36 Kr.
12-15 Poststationen 42 Kr.
wie die 14 Kr.CM zustande kamen, kann ich nicht erklären.
Teilfrankobrief von Schwäbisch Gmünd nach Wien vom 15. Januar 1829.
Bei der Briefaufgabe wurden 2 Gulden 18 Kreuzer bis zur bayerisch/österreichischen Grenze bezahlt.
Der Empfänger bezahlte 14 Kreuzer Conventionsmünze.
Ich kann beides "Franko" wie "Porto" nach den Tarifen vom 1.12.1810, bzw. 1.6.1817 nicht erklären.
Liebe Grüße,
VorphilaBayern
Lieber VorphilaBayern,
zu deinem 1. Brief kann ich aufklären:
Das österreichische Briefpostregulativ vom 1.6.1817 sah eine Spalte für Inlandsbriefe, und eine Spalte für Auslandsbriefe vor!
Daher galt für Auslandsbriefe, wie den deinen, 14 Kr. CM bis zu einem halben Wiener Loth (= 8,75g) über 12 Poststationen.
Die zuvor noch gangbare Währung in Einlösungsscheinen und Kreuzer Wiener Währung waren ab dem 1.2.1818 nicht mehr zu verwenden, so dass nur noch in Kreuzern Conventionsmünze (Kr. CM) taxiert und frankiert werden konnte.
Die von dir errechneten 42 Kr. WW entsprachen aber 14 Kr. CM. ![]()
Dein 2. Brief aus Schwäbisch Gmünd kostete 2 Kr. für Württemberg bis zur bayer. Grenze und von da 18 Kr. bis zur österreichischen Grenze. Der senkrechte Strich war ein Bruch - etwas ungeschickt angebracht.
Dass der Brief einfachen Gewichts war, geht aus der Taxierung von wieder 14 Kr. CM vorne hervor, die hinten oben links auf den Scan wiederholt wurden. Eine 2 Gulden - Frankatur war fast nicht möglich (von Anlagen - Briefen abgesehen, aber die sehen anders aus).
Schöne Stücke und vielen Dank fürs zeigen sagt bayern klassisch
Lieber bayern klassisch,
Frankobrief von Plieningen (Kgr. Württemberg) nach Prag (Österreich) vom 3. Januar 1850.
Der Absender bezahlte die Frankogebühr von 13 Kreuzer bei der Briefaufgabe.
Liebe Grüße,
VorphilaBayern
Lieber bayern klassisch,
vielen Dank für Ihre schnelle und umfassende Erläuterung der Taxen.
Beste Grüße,
VorphilaBayern
Hallo lickle,
ich komme zurück auf meinen Brief aus Wien mit dem Auslagestempel von Würzburg nach Altkrautheim in Württemberg.
Grundsätzliches:
Die Verträge Badens und Bayerns mit Österreich (vom 1.10.1842) waren ausschlaggebend für alle weiteren Postverträge der Donaumonarchie. Daher schrieb ich, dass es ohne den bayerisch - österreichischen PV von 1842 keinen Vertrag von Taxis (Württemberg im Transit über Bayern nach Österreich) gegeben hätte.
Erstmals mit dem PV von 1842 verzichtete Österreich (Metternich) auf den Grenzfrankozwang ausländischer Briefe, sondern gab franko und porto "ad locum ad quem" den Vorzug. Der Vertrag mit Taxis war also ein Folgevertrag.
Ausweislich dieses Vertrages gab es 3 Kategorien des Transits:
1) Direkt ausgetauschte Briefe mit einer Gemeinschaftstaxe,
2) indirekt ausgetauschte Briefe mit einem Transitzuschlag für Taxis und
3) indirekt ausgetauschte Briefe mit einem gemeinschaftlich getragenem Transitzuschlag.
Diese Transitzuschläge differierten in ihrer Progression zur Gemeinschaftstaxe.
Für Briefe der 1. Zuschlagsklasse galt der einfache Satz von 1/2 Loth, dann kam für jedes volle Loth der volle Zuschlag hinzu, und dies bis 3 Loth.
Ein Brief mit 2 Loth war also mit 16 Kr. Zuschlag belegt, kostete aber als Brief selbst die dreifache Gebühr.
Ab 3 Loth progressierte der Zuschlag pro weiterem Loth um 8 Kr., so dass ein Brief mit 5 Loth Gewicht das siebenfache Briefporto, aber den 10 fachen Zuschlag kostete.
Alle Briefe waren in Kreuzern CM zu taxieren, was für die Umrechnung große Probleme ergab. Der Faktor von 1:1,25 von Kr. CM zu Kr. rheinisch galt aber nur in der Theorie - in der Praxis sah dies ganz anders aus (wie man ja bei meinem Brief sieht und später noch sehen wird).
Zu den Taxen: Bei 6 Kr. CM - Briefgebühren fielen keine Transitzuschläge an. Wir können sie hier weglassen.
Da die Briefgebühr von Taxis aus halbscheidig angenommen wurde, gab es folgende Taxen:
6/4 = 10 Kr. CM = 13 (manchmal 12) Kr. rh(einisch).
6/8 = 14 Kr. CM = 17 Kr. rh..
6/12 = 18 Kr. CM = 21 (manchmal 22) Kr. rh..
Ergo galt für die Postbediensteten vor Ort bei der Berechnung einfacher Briefe:
3,5 Kr. rh. = bis 10 Meilen = 6 Kr. CM.
7 Kr. rh. = über 10 Meilen = 12 Kr. CM.
12 Kr. rh. = 12 + Zuschlag von 4 Kr. CM.
17 Kr. rh. = 12 + Zuschlag von 8 Kr. CM.
22 Kr. rh. = 12 + Zuschlag von 12 Kr. CM.
Für Württemberg bedeutete dies, dass in die 1. Klasse zu 4 Kr. CM alle Korrespondenzen nach sämtlichen österreichischen Staaten et vice versa mit Ausnahme von Tirol und Voralberg, dem deutschen Küstenlande, Triest, Dalmatien, dem lombardisch-venetianischen Königreiche und der freien Stadt Krakau fielen.
Den Beweis treten an ein Brief aus Stuttgart vom 22.1.1850 nach Wien, der zwar die Notationen "franco" hat, aber nicht bezahlt wurde (hoffentlich hat man wenigstens "poste restante" nicht negiert), der vorne mit 12 / 4 zusammen 16 Kr. CM taxiert wurde.
Der 2. Brief aus gleicher Korrespondenz vom 11.3.1850 war dann auch tatsächlich bezahlt, und zwar siegelseitig mit 13 / 7 Kr. rh., die den 12 / 4 Kr. CM. entsprachen. Das schöne an diesem Brief ist die belegte Reduzierung auf die andere Währung, die mathematisch unsinnig ist und war. Es ist aber unzweifelhaft dieselbe Hand in Stuttgart, die dies vermerkte.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Lieber VorphilaBayern,
da meine Antwort an lickle etwas ausführlicher ausfiel, kam der Brief aus Plieningen leider dazwischen:
Der Absender zahlte 20 Kr. rh., nicht nur 13 Kr.. Siehe mein vorheriges Posting und die beiden Briefe von Stuttgart nach Wien.
Ich hoffe, jetzt ist alles klar.
Liebe Grüsse von bayern klassisch
@bayern klassisch
Vielen Dank für die ausführliche Darstellung, die ich so anhand meiner Literatur und meinen Belegen auch nachvollziehen kann. Natürlich ist der Postvertrag Bayern - Österreich die Grundlage für alle folgenden Verträge und hat somit den Grundstein für den Deutsch-Österreichischen Postverein gelegt. Das war Bayern aber damals nicht ganz so klar, wei Dr. Helbig in seinem Buch "Bayerische Postgeschichte 1806-1870" eindrucksvoll dargelegt hat.
Die "guten" Konditionen, die Bayern mit Österreich ausgehandelt hatte nahmen in der Folge auch andere Vertragspartner von Österreich für sich in Anspruch. Der Vertrag T&T-Österreich enthält die gleichen Grundsätze.
Du schreibst zu dem Brief, dass der OBC Stempel gar nicht darauf abgeschlagen werden sollte. Ich gehe noch ein Stück weiter und sage, dass auch der Auslagestempel von Würzburg da eigentlich nichts zu suchen hat. Es gab nämlich direkte Paketschlüsse zwischen Österreich und T&T/Württemberg. Ich denke, dass der Leitvermerk "Über Würzburg und Künzelsau" den Brief in einen falschen Kartenschluß brachte und deswegen der Auslagestempel überhaupt dort angebracht wurde. Dieser Irrtum führte zu einem weiteren Versehen, nämlich die zusätzliche Taxierung für die württembergische Strecke Mergentheim - Künzelsau. Ein Landbestellgeld in dieser Form halte ich nach wie vor für ausgeschlossen.
Im Anhang habe ich noch ein paar Briefe, die nach dem Postvertrag von 1843 taxiert sind. Nur einer ist meiner Meinung nach nicht ganz korrekt. Wer findet ihn?
Grüßle
lickle
Hallo lickle,
dann sind wir uns ja weitestgehend einig. ![]()
Du hast natürlich Recht, dass der Auslagestempel nicht hätte benutzt werden dürfen. Aber wie du, sehe ich es auch. Man dachte in Wien zuerst an einen bayerischen Brief, daher setzte man ja auch zuerst 15 Kr. an und drückte den O.B.C. - Stempel ab, der auf Briefen nach außerhalb Bayerns nichts zu suchen hatte (das habe ich aber auf Briefen nach Baden und Württemberg aber schon etwa zehnmal gesehen ...).
Mit der Landbotengebühr bzw. dem Postporto werden wir uns nicht einig - aber das macht gar nichts, denn die Postgeschichte ist vielfältig, und vlt. kommt uns noch ein Brief an diese Adresse unter, der von anderswo her geschickt wurde - dann werden wir es sicher genau wissen.
Dein 1. Brief ist wohl falsch taxiert worden - liege ich richtig?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
ZitatOriginal von bayern klassisch
Dein 1. Brief ist wohl falsch taxiert worden - liege ich richtig?
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Du hast natürlich recht. Für Briefe nach Vorarlberg, Tirol, Triest, usw. war kein Transitporto fällig. Die Österreicher haben es gemerkt.
Grüßle
lickle
ZitatOriginal von VorphilaBayern
Teilfrankobrief von Schwäbisch Gmünd nach Wien vom 15. Januar 1829.
Bei der Briefaufgabe wurden 2 Gulden 18 Kreuzer bis zur bayerisch/österreichischen Grenze bezahlt.
Der Empfänger bezahlte 14 Kreuzer Conventionsmünze.
Ich kann beides "Franko" wie "Porto" nach den Tarifen vom 1.12.1810, bzw. 1.6.1817 nicht erklären.Liebe Grüße,
VorphilaBayern
Der Frankobrief wäre mit 2Fl18xr wohl deutlich zu hoch taxiert. Wie @bayern klasssich schon schrieb ist der Bruch etwas ungeschickt geschrieben worden. Nur die 2 Kreuzer bis an die bayerische Grenze stimmen auch nicht. Von Gmünd bis an die bayerische Grenze sind es mindestens 4 Kreuzer. 2 Kreuzer kosteten einfache Briefe bis 3 Meilen Entfernung. Der Transit durch Bayern kostete 8 Kreuzer. Wenn man also das Gekrakel in 4 / 8 umdeutet würde es passen.
Im Anhang sind 3 Briefe, die das untermauern sollen. Der erste Brief aus 1842 von Schwechat nach Eutingen zeigt Rücksetig das österr. Franko von 14 Kr. CM und vorderseitig 8 Kreuzer für Bayern (Transit) und 6 Kreuzer für Württemberg (Strecke Ulm - Horb). Das Bestellgeld wurde hinzu addiert und mit Bleistift vermerkt.
Der zweite Brief aus dem Jahr 1837 ebenfalls von Schwechat nach Eutingen zeigt nur den Taxansatz von 14 Kreuzern. Das ist ungewöhnlich.
Der dritte Brief aus Horb ist ein Franko-Dienstbrief nach Raudnitz bei Prag. Zuerst wurde 12 / 16 angeschrieben, jedoch genoß der Brief innerhalb Württembergs Portofreiheit. Die 12 wurde also wieder gestrichen und nur der bayerische Transit kostete 16 Kreuzer für einen Brief der zweiten Gewichtsstufe. In Österreich war der Brief ebenfalls portofrei.
Grüßle
lickle
Lieber lickle,
Lieber bayern klassisch,
vielen Dank für die Abbildungen der schönen und interessanten Belege, sowie den umfassenden Beschreibungen.
Habe zwei Belege gescannt, diesmal von Baden nach Österreich.
Teilfrankobrief von Mannheim (Baden) nach Wien vom 16.10.1841 mit Durchgangsstempel von Augsburg und Ankunftsstempel von Wien,
sowie einen Dienstbrief von Bischofsheim an der Tauber (Baden) der bis zur bayerischen / österreichischen Grenze gebührenfrei war. Der Empfänger in Wien mußte jedoch das innerösterreichische Porto tragen.
Beste Grüße,
VorphilaBayern
Lieber VorphilaBayern,
ZitatDer Empfänger in Wien mußte jedoch das innerösterreichische Porto tragen
was mit 42 Kr. ja nicht eben wenig war.
Feine Stücke, die das Herz jedes Postgeschichtlers höher schlagen lassen.
Auch lickle hat ja eine ganz große Kiste, deren Inhalt man hier bewundern kann. An euch beide vielen Dank für die schönen Stücke. ![]()
Jetzt bin aber ich wieder dran:
1) Ein portofreier Justizgegenstand aus Hanau vom 30.7.1843 nach Wien wurde im geschlossenen Transit durch Bayern weder von Taxis, noch von Bayern, noch von Österreich taxiert - und so war es richtig. So schöne Dienstbriefe muss man suchen.
2) Einen vergleichbaren Weg lief ein Privatbrief aus Frankfurt vom 24.9.1849. Die Porti habe ich ja zuvor schon geschildert, in Wien zahlte man dafür 20 Kr. CM.
3) Um die Württembergische Franktion mit einem Portobrief aus Württemberg über Bayern nach Preußen zu erfreuen, zeige ich mal einen vom 24.11.1847 aus Stuttgart nach Bialokosz (konnte kein Schwabe und Bayer damals aussprechen!). Württemberg taxierte ihn mit 4 Kr. bis zur bayer. Grenze. In Nürnberg wurden diese verauslagt und mit den bayer. 8 Kr. für den Transit notiert. Diese 12 Kr. reduzierte man in 3 1/2 Sgr. (oben rechts) und addierte in Berlin (BAYERN) 5 Sgr. für Preußen auf den Gesamtbetrag von 8 1/2 Sgr. hinzu.
4) Umgekehrt lief ein 2 3/8 preußisch Loth schwerer Brief aus Steinau vom 20.9.1840 über Hof nach Tübingen. Preußen setzte 3 mal 7 = 21 Sgr. an Porto bis Hof an. Diese reduzierte Hof mit 1 Gulden 14 Kr. und schlug darauf den Auslagestempel ab. Mit 3 mal 8 Kr. Transit für Bayern kamen dann 24 Kr. hinzu, so dass er bis zur württembergischen Grenze 1 Gulden 38 Kr. kostete. Diese wurden von Taxis oben rechts notiert, und im Nenner das Porto bis zum Empfänger mit 3 mal 5 Kr. = 15 Kr. hinzuaddiert.
Der Empfänger freute sich über die "geringen" Kosten von 1 Gulden und 53 Kr. sicher nur innerlich. ![]()
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Lieber bayern klassisch,
vielen Dank für Deine gezeigten Belege,
die allesamt schön und interessant sind,
sowie für Deine wiederum ausführliche Beschreibung.
Ich möchte noch einen Portobrief von Meersburg (Baden) nach Graz (Österreich) vom März 1850 vorstellen.
Die Parteisache wurde beim Empfänger mit der Begründung nicht angenommen: "Wird nur franko angenommen". Dann wurde der Brief in Graz amtlich geöffnet, die Adresse auf der Anschriftseite vermerkt und der Brief mit einen zusätzlichen Siegel (rechts neben dem Stempel Graz) verschlossen. Dann ging der Brief wieder zurück nach Meersburg. Der Absender mußte dort das Porto von 28 Kreuzer bezahlen.
Interessant ist auch, daß die beiden Stempel OE.BAD.G. in blau und BAD.Oe. in rot gleichzeitig auf einen Brief abgeschlagen sind.
Beste Grüße,
VorphilaBayern
Lieber VorphilaBayern,
ein phantastischer Brief - ich kenne keinen vergleichbaren mit beiden Stempeln. Alle Achtung. ![]()
Ob du aber mit der Interpretation, dass er in Graz geöffnet wurde, richtig liegst, kann ich nicht bestätigen.
Die Weigerung der Zahlung des auf einem Brief lastenden Portos galt der Verweigerung der Annahme selbst.
Öffnen durfte nur die Absendepostanstalt, bzw. die Commission für Retourbriefe oder dafür speziell vereidigte Beamte. Der "normale" Beamte durfte dies nicht, auch nicht in Österreich.
Ein anderer modus operandi wäre mir unbekannt (aber bei AD lernt man ja fast täglich dazu ... :D).
Liebe Grüsse von bayern klassisch
Lieber bayern klassisch,
Sie haben natürlich recht.
Öffnen durfte nur die Absendepostanstalt, bzw. die Commission für Retourbriefe.
Beste Grüße,
VorphilaBayern
Liebe Sammlerfreunde,
möchte einen gebührenfreien Dienstbrief von Wien nach Neresheim vom 14. September 1851 zeigen. (Das Königreich Württemberg trat am 1. September 1851 dem Deutsch - Österreichischen - Post Verein bei.)
Der Brief ging über Nördlingen, Kgr. Bayern - Rückseite Durchgangsstempel, nach Neresheim (Kgr. Württemberg).
Beste Grüße,
VorphilaBayern
Liebe Sammlerfreunde,
noch ein Dienstbrief von Österreich nach Württemberg. In Österreich portofrei und durch Bayern und in Württemberg portopflichtig.
Dienstbrief von Neustadt (Österreich) nach Schwäbisch Gmünd (Württemberg) vom 26. März 1847.
Der Brief war in Österreich portofrei. Durch Bayern und in Württemberg jedoch portopflichtig, jeweils 15 Kreuzer, dazu kam noch das Bestellgeld in Schw. Gmünd von 1 Kreuzer. Der Empfänger bezahlte somit 31 Kreuzer Porto.
Beste Grüße,
VorphilaBayern