Aus aktuellem Anlass möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf Falschstempel auf Berliner Marken hinweisen. Am gestrigen Sonntag habe ich auf dem Tauschtag in Neumünster wieder reichlich „nachgestempelte“ Berliner Dauerserienmarken gesehen. Betroffen sind die Serien von den kleinen Bauwerken bis hin zu SWK und Frauen in Einheiten, bei letzteren auch Einzelmarken. Mit Einheiten meine ich Paare und Randstücke/Ecken aller Art. Auch Einzelmarken und Zusammendrucke aus den Markenheftchen sind betroffen.
Hier im Bild zeige ich die Stempel von Essen und Presseck, jeweils mit dem Unterscheidungsbuchstaben „zz“. Das sind Stempel von Postagenturen, die erst nach Inbetriebnahme der Briefzentren bzw. Einführung der 5-stelligen Postleitzahl eröffnet wurden. Diese Stempel mit den doppelten Buchstaben aus dem hohen Alphabet beginnend mit z, y oder x sind allesamt mit der 5-stelligen Postleitzahl versehen, die natürlich immer geschickt nicht mit auf der Marke abgestempelt worden ist. Da ja allgemein bekannt ist, dass Berliner Marken am 31.12.1991 ihren letzten Gültigkeitstag hatten, sind diese Stempel rückdatiert worden und somit die Marken komplett wertlos geworden. Warum wohl sonst ist die Marke mit dem Unterrandstück quer gestempelt worden? Es ist erschreckend, welche Massen an Marken mit solchen falschen Stempeln auf dem Markt im gesamten Bundesgebiet kursieren. Bei einem Sammler habe ich ein komplettes Lagerbuch mit diesem Material gesehen. Dem habe ich die schlechte Nachricht geben müssen, dass alles wertlos sei. Der arme Mann ist vor Schreck ganz blass geworden. Die „Sammlung“ hatte er für viel Geld über eine Auktion bezogen und nun ist alles nichts mehr wert.
Als 2. Bild ein ganzer Postagenturstempel von Lübeck Unterscheidungsbuchstabe zw, an dem man die 5-stellige Postleitzahl erkennen kann.