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Posthistorie

  • Kramix
  • 19. September 2008 um 21:41
  • Bernd HL
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    • 14. September 2009 um 06:55
    • #201

    Hallo Gert,

    habe die Sonntagslektüre aus Zeitmangel zwar erst am Montagmorgen gelesen, dafür fängt die Woche hiermit aber supergut an :goodjob: Vielen Dank!!! :bier:

    Zackige Sammlergrüsse aus Lübeck sendet Bernd HL ;)!

  • Kramix
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    • 14. September 2009 um 20:23
    • #202

    So, liebe Forumsfreunde

    @wolleauslauf kommt morgen für einige Tage zu Besuch, daher kann ich nicht für meinen sonntäglichen Bericht garantieren ( zwecks Jever und ähnlich unanständigen Getränken ). Daher ziehe ich vorsichtshalber ein neues Kapitel vor.

    Spionage Marken

    Unter Spionage Briefmarken versteht man möglichst naturgetreue Fälschungen der im Feindesland kursierenden Postwertzeichen. Solche Falsifikate sind für Agentenpost gedacht oder für propagantistische Massensendungen, die in Postsäcken aus Flugzeugen über dem Feindesland abgeworfen werden. Die Produktion von Spionagemarken ist eine Idee des britischen Geheimdienstes, der erstmals während des ersten Weltkrieges deutsche, österreichische und bayerische Fälschungen herstellen ließ. Die Briten und ihr Secret Service überließen die gefälschten Postwertzeichen auch verbündeten Ausländern, wie etwa dem niederländischen Propagandakader " Patrie et liberte " in Den Haag, der die Spionagemarlen zur Überschwemmung der deutschen Front mit Propagandabroschüren in deutsche Sprache einsetzte.
    Gefälscht wurden bayerische Marken mit dem Portrait des Prinzregenten Luitpold, reichsdeutsche Germania - Marken zu zehn und fünfzehn Pfennig ( "@ Germaniafan kann wahrscheinlich mehr dazu einbringen )sowie österreichische Dauermarken von 1916 zu fünf, zewn und fünfundzwanzig Heller. Die gefälschten Germania Marken wurden während der Rheinland - Besetzung von französischen Soldaten aufgebraucht.
    Im 2. Weltkrieg exerzierten die Briten im Verein mit den Amerikanern das falsche Postwertzeichenspiel von Neuem, diesmal jedoch mit Hindenburg- und Hitler Marken. Das amerikanische " Office of Strategic Service " ließ die Hitlermarken zu sechs und zwölf Pfennig in Rom und in der Schweiz drucken und schleuste damit unter anderem alle 14 Tage zwischen 500 und 1000 gefälschte Exemplare der " Frankfurter Zeitung " nach Deutschland. Hört sich wenig an, war aber für den widerstandswillen einige Gruppen unwahrscheinlich wichtig.
    Nur, da das ein kritisches Thema ist, möchte ich mich dazu nicht näher einlassen, bitte um Verständnis.

    So, in ein paar Minuten noch eine Abhandlung über Abstimmungsmarken, dann kann Wolle kommen.

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    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

  • Kramix
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    • 14. September 2009 um 20:40
    • #203

    weiter gehts

    Abstimmungsmarken

    Als Abstimmungsmarken werden Postwertzeichen bezeichnet, die in Gebieten oder Landesteilen erscheinen, deren Zugehörigkeit zu einem bestimmten Staat umstritten ist und deren Bevölkerung durch Abstimmung über ihre zukünftige staatliche Zugehörigkeit entscheiden soll.
    In einer Reihe von Fällen verausgabten diese " Abstimmungsgebiete " eigene Postwertzeichen oder versahen vorhandene in- und ausländische Marken mit besonderen Aufdrucken.
    Da und dort kam es auch zu reinen philatelistischen Machenschaften mit überhöhten Zuschlägen für die eigene Wahlpropaganda.
    In Deutschland gab es Abstimmungsmarken nach dem ersten Weltkrieg, als östliche Landesteile wie Oberschlesien, Marienwerder, Allenstein, das Memelgebiet, aber auch das nördliche Schleswig unter allierte Kontrolle kamen und über ihre zukünftige nationale Zugehörigkeit abzustimmen hatten. Auch die damaligen Saar - Marken müssen mit Einschränkung zu den deutschen Abstimmungsmarken gezählt werden.
    In einigen anderen Ländern gab es ebenfalls Abstimmungs - Postwertzeichen. So z. B. in Österreich und Jugoslawien anläßlich der
    " Kärnten-Abstimmung " oder 1925 in Chile und Peru für das umstrittene Tacua - Gebiet. Etliche Abstimmungsausgaben sind allerdings umstritten, vor allem dann, wenn die Marken auch außerhalb des Abstimmungsbietes Gültigkeit hatten, wie etwa die Marken von Österreich, oder wenn es sich um rein private Emissionen wie 1921 / 1922 in Salzburg handelte.
    Merke: Früher wurden Briefmarken zur Meinungsbildung herangezogen, heute macht das alles Kollege " TED ".

    Einen schönen Abend an alle, vielleicht bis Sonntag, wünscht

    Kramix

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    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

  • bayern klassisch
    Gast
    • 15. September 2009 um 05:37
    • #204

    Hallo Gert,

    ich hoffe, dein Chauffeur findet mein kleines Heim heute morgen und bringt dir ein paar Briefe mit.

    Schöner Bericht und wie immer sehr lehrreich, auch wenn es nicht Bayern betrifft (ja, das gibt es auch noch hier im Forum). :D

    Es freut sich auf deine nächsten Lektionen ganz herzlich
    bayern klassisch

  • Kramix
    Stamm Mitglied
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    • 15. September 2009 um 06:13
    • #205

    Hallo Ralph,

    " kleines Heim " ist gut :D :D :D,

    Gert

    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

  • Kramix
    Stamm Mitglied
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    • 20. September 2009 um 10:21
    • #206

    Hallo an alle,

    wieder mal ist eine Woche vergangen und es ist wieder Zeit für das " Wort zum Sonntag "

    Heute: Schwindelausgaben

    Zu einem besonders traurigen Kapitel in der leider auch an Fälschungen und üblen Geschäftemachern nicht armen Geschichte der Philatelie gehören die sogenannten Schwindelausgaben: Postwertzeichen von Ländern, die es überhaupt nicht gibt. Paradebeispiele für solche Machwerke sind die Marken von Sedang, Maluku Selatan und Nagaland.
    Als Pionier unter den Schwindelmarken - Produzenten gilt der französische Abenteurer Louis de Mayrena, der 1889 seiner blühenden Phantasie das hinterindische Königreich " Sedang " entspringen ließ und sich selbst zu dessen König " Marie I " ernannte. Mit der erdachten Währungseinheit " Math " versehene Briefmarken aus der Luftschloß - Monarchie Deh Sedang ließ der raffinierte Schwindler durch seine " Minister " in Frankreich und Belgien an Sammler und Händler verkaufen.
    Ehe der Schwindel aufflog, war Mayrena längst reich.
    Die 150 hübschen 1955 von der Staatsdruckerei Wien hergestellten Bildermarken mit dem wohlklingenden Landesnamen " Maluku Selatan " nehmen unter den Schwindelausgaben eine beonders unrühmliche Rolle ein, weil hinter diesen wertlosen Bildchen mit Henry Stolow als Initiator einer der - bis zu diesem Zeitpunkt - angesehendsten Briefmarkenhändler New Yorks stand. Zwar hatte es auf den zu Indonesien gehörenden Molukken in den fünfziger Jahren zaghafte Unabhängigkeitsbestrebungen gegeben, doch zur Gründung eines eigenen Staates kam es nie. Dafür hatte Stolow längst Millionen Exemplare seiner farbenprächtigen Exoten unter die leichtgläubigen Sammler gebracht.
    Ein weiteres Kind unter den Schwindelausgaben sind die auf Motivsammler abgestellten, seit 1969 immer wieder bei Tauschtagen und in Händleralben auftauchenden Briefmarken von " Nagaland ". Es gibt zwar eine indische Provinz gleichen Namens, die jedoch keinerlei Eigenständigkeit genießt. Hinter der philatelistischen Makulatur steht vielmehr ein in London residierender " Präsident von Nagaland ", der durch seinen Agenten Freimarken- und Luftpostausgaben in der Phantasie Währung " Chaplee " vertreiben läßt.
    Schwindelausgaben im weitesten Sinne sind aber auch verschiedene Markenprodukte von Scheichtümern am Persischen Golf, wie etwa die Marken der zwischen Sharjah und Fujeira gelegenen Exklave Manama, die als " schädliche Ausgaben " auf dem Index des Weltverbandes der Philatelisten stehen.

    Bis nächste Woche, allen noch einen schönen Sonntag

    Kramix

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    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

  • wolleauslauf
    Gast
    • 20. September 2009 um 13:42
    • #207

    Hallo Gert,

    nachdem ich erst Deine Pflaumen verarbeiten und einfüllen mußte, kam ich heute etwas später zu Deinem "Wort am Sonntag " :D

    Hatte aber keine Angst, dass ich was versäume, denn ich kenne unterdessen die Qualität Deiner Beiträge. :D Danke dafür :bier:

    @ Ralph,

    ich habe Dein bescheidenes Heim gefunden, auch wenn ich dreimal an der Kreuzung vorbeigefahren bin :D
    Irgendwann komme ich nochmal, wenn Du zuhause bist !!!

    Sammlergrüße von Wolle

  • bayern klassisch
    Gast
    • 20. September 2009 um 19:16
    • #208

    Hallo Gert,

    klasse Beitrag von dir - super gemacht.

    Wie klein mein Heim sein muss, kannst du erkennen, dass Wolle dreimal dran vorbeigefahren ist. :D

    Dann bis zum nächsten mal ihr beiden. :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Kramix
    Stamm Mitglied
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    • 27. September 2009 um 11:12
    • #209

    Hallo, wieder mal ein Sonntagsgruß an alle Forumianer.

    So, die Kreuzchen sind gesetzt, das Brötchen hat gemundet, Schalke hat gewonnen, also beste Voraussetzungen für eine neue Folge der Posthistorie. Heute möchte ich eine Geschichte vorstellen, die der Feder des Baron von Münchhausen entsprungen sein könnte, aber in allen Teilen geschichtlich und historisch erwiesen und durch Fakten belegt ist. Es handelt sich um einen Mann, von dem jeder Philatelist ( nicht Sammler ) schon mal etwas gehört hat, nämlich um:

    Ferrary - den König der Sammler

    Philipp la Renotiere von Ferrary`s ( seltsamerweise wird er von fast allen deutschen Autoren seines "y" entkleidet und als Ferrari geschrieben und außerdem sogar mit einem zusätzlichen "de" vor "la" versehen - sogar vom Deutschen Postarchiv ) Vorfahren mütterlicherseits stammten aus Genua, wo sie im späten Mittelalter als Geldverleiher zu großem Wohlstand kamen. Philipps etwas eigene Art der Lebenseinstellung geht zweifellos auf einen frühen Vorfahr zurück, der im Greisenalter Goldmünzen und Barren in einem unterirdischen Gewölbe hortete, zu dem nur er den Schlüssel besaß. Allabendlich ging der alte Mann zu seinen Schätzen und verbrachte dort Stunden der Andacht ( wie Dagobert Duck ). Allerdings vergaß er bei einem der Besuche, nach dem Öffnen der Tür den Schlüssel abzuziehen und mit in das Gewölbe zu nehmen, denn zum Öffnen der zentnerschweren Tür mußte von innen auch zuerst das Schloß geöffnet werden. Alle Versuche von ihm, die Dienerschaft zu alarmieren, blieben erfolglos und erst am nächsten Morgen fand man den alten Mann inmitten aufgerissener Säcke voller Gold und Dukaten- allerdings nicht mehr unter den Lebenden.
    Sein Sohn vermehrte das Vermögen, indem er den Adeligen Geld verlieh und in Anleihen investierte ( also ein früher Warren Buffett ). Er half den Mächtigen von Genua und der Lohn war der Titel eines Herzogs von Galliera. Aber auch dieser Herzog war der Sohn seines Vaters: Als er starb, hinterließ er seiner Witwe lediglich - seine Bibliothek. In dieser Bibliothek, die nur er betreten durfte, standen 300 riesenhafte Folianten, in Leder gebunden und mit Goldornamenten verziert. Auf der Suche nach dem Erbe - bei den Banken waren nicht die erwarteten Riesensummen hinterlegt - schaute die Herzogin eines Tages auch in die Bibliothek, nahm einen der Folianten vom Regal und öffnete ihn. Was war das für ein Erlebnis: Jeder dieser 300 Bände enthielt tausend Seiten, und jede Seite bildete ein vorsichtig einmontierter Schuldschein von 1000 Ducatos oder Scudos oder Lira oder Fiorinos: Alle Staaten Italiens waren dem Herzog verschuldet. Die 300 Bände hatten insgesamt einen Goldwert von 120 Millionen Goldfranken - ein unvollstellbarer Betrag zu jener Zeit..
    Kein Wunder, daß der in Genua geborene Sohn der Herzogin von Galliera niemals im Leben unter finanziellen Problemen leiden mußte. Als Kind war Philipp dauernd von Krankheiten befallen, scheu und unsicher und zeigte Anzeichen, die heute wahrscheinlich zur Diagnose der Schizophrenie führen würde. Auch die Tatsache, daß er sich im Alter von 40 Jahren von dem österreichischen Adeligen Emmanuel Ritter von Kriegsfeld de la Renotiere adoptieren ließ und die Namen Renotiere und Ferrary zusammenfügte, zeigt von Unstetigkeit und Flucht vor seinem eigenen Ego.
    Nach seiner Jugend jedenfalls zog Ferrary nach Paris, wo er in einem prächtigen Palast an der Rue de Varenne - der übrigens auch von Talleyrand bewohnt worden war - eigens zwei riesige Säle für seine Briefmarkensammlung herrichten ließ. " Monsieur Philipp ", wie man den 1854 geborenen Italiener auf seinen Wunsch hin stets nannte, hatte das Briefmarkensammeln sozusagen als Kind, von Krankheit gequält, begonnen. Es war zunächst der Versuch der Mutter, ihn mit etwas zu beschäftigen, das dauernd neue Ablenkung bringen konnte. Wohin das einst führen sollte, konnte weder sie noch der Knabe ahnen, denn aus dem spielerisch sammelnden Jungen wurde ein fanatischer Sammler.
    Ferrary kaufte in der ganzen Welt einzelne Raritäten und ganze Sammlungen zusammen, die sein versierter Sekretär Arthur Maury ordnete und pflegte. Ferrary sicherte sich für den Aufbau seiner einmaligen Sammlungen die Mitarbeit der bedeutendsten Händler und Philatelisten seiner Zeit. So unbestrittene Kenner wie Jean Baptiste Moens, Pierre Mahe, Thomas Ridpath - der ihm die berühmte British Guiana besorgte - und Philipp Kosack besorgten dem fanatischen Sammler weltberühmte Raritäten wie die blaue und rote Mauritius, die " Missionare " von Hawaii, den Baden-Fehldruck, die Drei-Skilling-Banco und den einzigen bekannten Sachsen-Dreier-Bogen. Selbst die kostbare Postwertzeichen Kollektion des Baron Rothschild ließ sich Ferrary nicht entgehen.
    Neben den Briefmarken galt Ferrarys zweite Schwäche Deutschland und den Deutschen. Auch die Adoption durch Ritter von Kriegsfeld wurde hauptsächlich von ihm vorgenommen - und im übrigen äußerst großzügig honoriert ( kennt man heute ja auch )- um enger mit seinem " deutschen Vaterland " verbunden zu sein. Dieser Schritt wurde ihm jedoch beim Ausbruch des 1. Weltkriegs zum Verhängnis. Als " feindlicher Ausländer " mußte sich Ferrary in die Schweiz absetzen und konnte lediglich einige Alben griechischer Marken mit sich nehmen. Seine einmalige Sammlung jedoch, die er testamentarisch dem Berliner Reichspostmuseum vermacht hatte, wurde von den Franzosen beschlagnahmt und nach Kriegsende zu Gunsten des deutschen Reparationskontos aufgelöst und für 30 Millionen Francs versteigert. Bei einer Versteigerung unter normalen Verhältnissen in London oder New York wäre der Erlös sicher um ein Vielfaches höher gewesen. Ferrary jedenfalls blieb das allzu schlimme Ende seines Lebenswerkes erspart. Er starb noch während des Krieges am 20. Mai 1917 im Alter von 69 Jahren, vermutlich an " gebrochenm Herzen ".
    Inzwischen hat sich die Ansicht festgesetzt, daß Frankreich juristisch absolut keine solide Rechtsgrundlage zur Beschlagnahme der Sammlung besaß. Die Frage, ob Philipp la Renotiere von Ferrary jemals durch die Adoption die österreichische Staatsangehörigkeit de facto, de jure oder de forma erworben habe, wurde niemals zufriedenstellend geklärt. Aber es handelte sich bei Ferrary`s Sammlunfgen um einen so bedeutenden Vermögenswert, daß die ethischen Erwägungen gegenüber den materiellen zurückgedrängt wurden.
    Tatsache ist, daß es bisher niemals eine so umfangreiche und wertvolle Sammlung gab und es auch zukünftig nicht mehr geben wird.

    So, heut wars mal etwas länger, in der nächsten Woche etwas über die Sammlungen von Königin Elizabeth, Zar Nikolaus II, Charles Schwab, König Carol von Rumänien und König Faruk von Ägypten.

    Ein schönes Restwochenende wünscht allen Lesern

    Kramix

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    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

    Einmal editiert, zuletzt von Kramix (27. September 2009 um 14:34)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 27. September 2009 um 15:33
    • #210

    Hallo Gert,

    erstklassige Hintergrundinformationen, gepaart mit deiner bekannt lockeren Schreibe und einem Schalker Auswärtssieg (und Bayern - Niederlage :D) - was will man mehr ... :) :) :)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • wolleauslauf
    Gast
    • 27. September 2009 um 19:23
    • #211

    Hallo Gert,

    wie von Dir gewohnt:

    Wo oben Kramix drübersteht, ist unten Qualtität geschrieben ;)

    Danke und ein herzliches :bier: von

    Wolle

  • Bernd HL
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    • 27. September 2009 um 20:53
    • #212

    Hallo Gert,

    wie immer :goodjob: :bier:


    Aber das:

    Zitat

    Original von Kramix

    ... Schalke hat gewonnen,

    lass mal um Gottes willen nicht @ Max und Moritz lesen :D


    duck und wech....

    Zackige Sammlergrüsse aus Lübeck sendet Bernd HL ;)!

  • wolleauslauf
    Gast
    • 27. September 2009 um 21:12
    • #213

    Hallo Bernd,

    mein ganz "spezieller" Forumsfreund dagegen freut sich wieder, aber so lange er sich freut, pöbelt er mich nicht an :D

    Grüße von Wolle, auch nach Lübeck ein herzliches :bier:

  • Kramix
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    • 4. Oktober 2009 um 09:16
    • #214

    Hallo und einen schönen Sonntag allen Forumianern,

    bevor ich gleich zu einer Pilz(s)wanderung starte, hier noch schnell Teil 2 des Berichtes über berühmte und bekannte Briefmarkensammler.

    Nachdem ich letzte Woche etwas über den " König der Sammler ", Renotiere von Ferrary, berichtet hatte, geht es heute mit königlichen Sammlern und Sammlungen weiter.
    Die heute wohl bedeutendste und wertvollste Sammlung befindet sich nach übereinstimmenden Einschätzungen von Experten im Besitz des Hauses Windsor, also des englischen Könighauses. Obwohl Informationen über diese Sammlung nur sehr spärlich an die Öffentlichkeit dringen - die Queen wäre über Preisgabe von Details sicher " not amused " -, wird der Wert der Sammlung auf etwa 125 Millionen Euro geschätzt, der größte Anteil am Privatvermögen der Queen. Diese Sammlung wurde vor allem in der Zeit des Königs George V. zusammengetragen und umfaßt inzwischen mehr als 500 Einzelalben, 20.000 lose Blätter mit vorgeordneten, mehrfach vorhandenen Marken und mehrere 1000 Mappen für ganze Briefmarkenbogen. Ganze Bogen der seltensten Marken Großbritanniens und seiner Dominions und aller englisch-sprechenden Länder sind in einer einzigartigen Erhaltung vorhanden. Also ohne Übertreibung heute die größte und wertvollste bestehende Briefmarkensammlung und wohl die Sammlung, die am ehesten dem Begriff einer " Generalsammlung " nahe kommt.
    Ebenfalls eine Kollektion von unschätzbarem Wert hatte der russische Zar Nikolaus II. wobei der größte Teil der Sammlung aus ererbtem Material bestand. Allerdings kaufte der Zar äußerst geschickt viele wertvolle Marken hinzu und hatte zudem die Angewohnheit, seinen vielen Staatsgästen vor deren Besuchen diskrete Hinweise zukommen zu lassen, an welchen Marken und Exponaten er interessiert sei: Da sage noch einer, er wäre kein geschickter Taktierer gewesen.
    Allerdings verschwanden Teile seiner Sammlung nach der Oktober Revolution und sind teilweise bis heute noch nicht wiedergefunden worden, der Rest seiner Kollektion wurde in New York versteigert.

    König Carol II von Rumänien baute ebenfalls die von seinem Vater begonnene Briefmarkensammlung stetig weiter zu einer der zwar nicht größten, aber werthaltigsten Sammlungen aus. Da er das Glück hatte, diese Exponate bei seinem Gang ins Exil im Jahre 1940 mitnehmen zu können, konnte er sein sowieso nicht unbeträchtliches Vemögen durch den Verkauf seiner Sammlungen beträchtlich erhöhen.

    Einer konnte seine Riesensammlung allerdings nicht vor dem Zugriff anderer Personen retten. König Faruk von Ägypten hatte die von seinem Vater Fuad angelegte Sammlung unter erheblichen materiellen Opfern bedeutend erweitert, mußte aber bei seiner Flucht ins Exil in Paris alles in Ägypten zurücklassen. Der Gesamtertrag der von der ägyptischen Regierung Naguib durch die Firma Harmer zwangsversteigerten Sammlung war knapp 400.000 Dollar, ein Drittel der erhofften und auch gerechtfertigten Summe.

    Charles Schwab, der einstige Beherrscher der Bethlehen Steel Corporation, dem vor dem 1. Weltkrieg größten Stahlerzeuger der Welt, besaß eine für einen Privatmann äußerst wertvolle Sammlung, bis heute unerreicht an höchstwertigen Stücken der Postmeister Ausgaben.
    Weiter bedeutende Sammlungen befanden sich in den Händen von Arthur Hind, Colonel Greens, Alfred Capary, dem Schweizer Tabakmillionär Burrus oder dem amerikanischen Kardinal Spellmann.
    Große Schätze, die sich nicht in privater Hand befinden, hat auch das Reichspostmuseum in Berlin aufzuweisen, obwohl große Verluste an Beständen während der Weltkriege und der Nachkriegsazeit den Bestand erheblich dezimeirt haben. Erwähnenswert auch noch das " Museum für Kommunikation " in Bern, das im Besitz eine der größten öffentlich zugänglichen Briefmarkensammlungen der Welt ist.
    Der momentan wohl bekannteste Sammler ( was nicht heißt, das er viel Sachverstand haben muß ) ist der französische Staatspräsident Sarkozy, der zur Unterstützung seiner Sammelleidenschaft eigens einen philatelistischen Zirkel im Elysee-Palast gegründet hat.
    Beginnen kann man eine Briefmarkensammlung mit einer einzelnen Marke, postfrisch, ungebraucht oder gestempelt. Das ist dann der Anfang. Und das Ende ? Für einen wirklichen Philatelisten hört das Sammeln erst mit seinem Tode auf - denn vollenden läßt sich eine Sammlung nie. Und wenn sie komplett ist, dann fehlt immer noch eine letzte kleine Abart ( oder MückensChiss ? :D )

    In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag, bis zum nächsten Mal

    Kramix

    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

  • Abarten-Hannes
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    30. März 1939 (87)
    • 4. Oktober 2009 um 09:57
    • #215

    Einfach wieder ein herrlich anschaulicher Bericht, lieber Kramix!
    Vielen Dank für Deine Sonntags-Postille, in der so viel Mühe steckt (die man aber nicht bemerkt, weil Du so schön locker schreibst!)

    So ganz mithalten kann mit den genannten Sammlern zwar niemand von uns, aber man wird ja noch träumen dürfen...[Blockierte Grafik: http://www.smilietv.philaforum.com/upload/48/1207471270.gif]

    Einen gemütlichen Sonntag wünscht Dir
    Abarten-Hannes

  • wolleauslauf
    Gast
    • 4. Oktober 2009 um 11:37
    • #216

    Hallo Gert,

    hast Dir mit Deinem Beitrag wieder mal :bier: :bier: :bier: verdient !!!!

    Eine Komplettsammlung werden wir alle Normalsammler garantiert nicht schaffen ( außer das Vordruckalbum voll zu bekommen :D )

    Aber bei "Mückenschissen" könnte ich eventuell aushelfen :D ;) :P

    Schönen Pil(s)ztag wünscht Dir

    Wolle

  • Ron Alexander
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    • 4. Oktober 2009 um 11:38
    • #217

    Huhu,

    Kann mich nur anschließen, sehr interessant! Viele Dank, wieder etwas dazugelernt.

    Grüße
    Ron

    Sammelgebiet:
    Französische Besatzungszone Württemberg
    Stetig auf der Suche nach Besonderheiten und Abarten der FZ Württemberg

  • -steppenwolf
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    • 4. Oktober 2009 um 11:47
    • #218

    Hallo Kramix,
    ein sehr gut recherchierter Beitrag.
    Kann Abarten-Hannes nur beipflichten. :)

    LG-steppenwolf

  • bayern klassisch
    Gast
    • 4. Oktober 2009 um 18:40
    • #219

    Hallo Gert,

    wieder klasse formuliert mit bekannte lockerer Schreibe von dir. :)

    Wer komplett wird, hat das falsche Sammelgebiet. Von daher ging es diesen Atom - Sammlern auch nicht anders als uns. Und von der Queen wird kolportiert, dass sie bis heute noch immer keinen offenen von einem geschlossenen Mühlradstempel unterscheiden kann ... :D

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Bernd HL
    Stamm Mitglied
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    Männlich
    • 4. Oktober 2009 um 20:49
    • #220

    Moin Gert,

    komme jetzt erst zur Sonntagslektüre, kann und muss michden Vorschreibern vorbehaltlos anschliessen: Wie immer :goodjob: und :] :] :]

    Zackige Sammlergrüsse aus Lübeck sendet Bernd HL ;)!

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