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Posthistorie

  • Kramix
  • 19. September 2008 um 21:41
  • Kramix
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    • 1. Januar 2014 um 12:26
    • #301

    Zunächst allen ein frohes und glückliches neues Jahr. Da der befürchtete Neujahrskater ausgeblieben ist, heute noch einen Artikel zur Postgeschichte.

    Thema heute: Briefbücher

    Heute Briefe schreiben ist nun wahrlich kein Problem. Jeder, der die Grundschule einigermassen erfolgreich abgeschlossen hat, ist wohl dazu in der Lage. Das war früher wahrlich schwieriger, denn vor allem bei Briefen an hochgestellte Personen und an Behörden mussten bestimmte Vorschriften wie korrekte Anreden und vorgeschriebener Stil peinlichst genau eingehalten werden. Aber man wusste sich zu helfen in Form von “ Briefbüchern, Kanzleibüchlein und anderer Briefsteller “, quasi ein Knigge für gepflegtes und korrektes Schreiben. Schon im Jahre 1531 erschien in Frankfurt ein Ratgeber, der beispielsweise in einem besonderen Kapitel folgenden Inhalt hatte: “ Wie man einem ieden Hohen und Nidern Stands / Geburt oder Ampts halben Schreiben / Seinen gebührlichen Titel geben kann und Brieff und Verschreibungen stellen soll. “ Aber diese Briefbücher gaben auch allgemeine Ratschläge, beispielsweise findet sich in einem Buch aus dem Jahre 1708 der Hinweis, dass die besten Federkiele von den Flügeln der Gänse im Frühjahr genommen werden sollten, denn zu dieser Zeit seien diese durchsichtiger, härter , magerer und vollkommener. Sogar ein Rezept für “ köstliche Schreib-Dinten “ findet sich hier wieder und sieht die folgenden Zutaten vor: Drey Kannen Essig, eine Kanne voll lauteres Wasser, eine Kanne voll lauteren Knabenharns, 1 Pfd. Trocken Vitriol, 10 Loth Gummi Arabicum, 1 Pfd. Guten Gallus, 4 Loth Alaun und eine gute Hand voll Salz. Ja, damals gab es noch keine Firma Pelikan, alles müsste mühsam nach Anleitung und von Hand hergestellt werden. Das zu dem unteren gezeigten Titelblatt gehörende Buch enthält aber nicht nur eine Stillehre, sondern beispielsweise auch ein Verzeichnis von Fremdwörtern, Ortsnamen, Berufsbezeichnungen und vieles mehr. Zahlreiche Musterbriefe sollten dem Benutzer helfen, so zum Beispiel auch die Abfassung eines “ Billets an ein Frauenzimmer so man zu einer Schlittenfahrt “ bittet. Selbstverständlich sind dann auch sofort 2 Muster abgedruckt für eine zusagende und eine ablehnende Haltung des “ Frauenzimmers “. Heute alles viel einfacher, da sagt man einfach: “ Hey Alte, willst Du mit mir Schlittenfahren? “ Manchmal fragt man sich dann schon, was zu welcher Zeit denn wohl mehr Stil und Erfindungsreichtum hatte.
    So viel zu dem kleinen Exkurs in die heute kaum noch bekannte Welt der Briefbücher, in der nächsten Folge dann eine Abhandlung über Wegekarten und Poststraßen.

    Das Original des unten abgebildeten Briefbuchs befindet sich im übrigen im Bundespostmuseum in Frankfurt / M.
    Also, bis zum nächsten Mal
    Kramix

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    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

  • wolleauslauf
    Gast
    • 1. Januar 2014 um 19:18
    • #302

    Na endlich wieder Kramix-Lektüre :D

    Das Lesen hat bei mir heute etwas gedauert, ich brauchte etwas Zeit.

    Euer hochwolgeborenener Sauerländer sei untertänigst bedankt von einem tumpen Bajuwaren der sich auf nächt hier sich einfindliche Historie zu freuen gedenkt !

    Gut gemacht, danke :bier:

    Gruß von Wolle

  • Kramix
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    • 2. Januar 2014 um 15:04
    • #303

    Hallo an alle,

    na ja, die geplante Folge über Wegekarten und Poststraßen muss entfallen, ich habe die Unterlagen irgendwie verlegt, vermutlich noch eine kleine Nachwirkung der Silvesterbowle. Macht nichts, das Thema Posthistorie bietet ja schließlich genügende Ausweigmöglichkeiten.
    Daher Heute: Etwas über Telagrafie und Telegrafen, ich weiß, ein trockenes Thema, dennoch hoffe ich, einige Informationen rüberbringen zu können:
    Allgemein bekannt ist, dass Perser und Griechen bereits im 5.
    Jahrhundert v. Christus in der Lage waren, Nachrichten durch bestimmte Signale und Fackelzeichen zu übermitteln, und das hatte nun wahrlich nichts mit den von Karl May so gerne propagierten “ Rauchzeichen “ der Indianer zu tun, denn die waren wirklich nichts anderes als Schall und Rauch. Optische Telegrafie, die zuerst ausschließlich politischen und militärischen Zwecken diente, wurden erwiesenermaßen erst nach der französischen Revolution benutzt. Verantwortlich dafür war der Franzose Claude Chappe, der sich bereits 1790 mit einem Telegrafen beschäftigte, diesen dann schließlich 1792 der Nationalversammlung vorführte, von dieser aber de facto erst mal “ einen Tritt in den Ar… “ bekam, weil man das Projekt für undurchführbar hielt. Dennoch, durch Hilfe von privaten Gönnern und Investoren wurde schließlich 1794 eine optische Telegrafenlinie von Paris nach Lille über 225 km eröffnet. Das Prinzip war so einfach wie genial: Der Telegrafenapparat bestand aus einem Mast, an dem oben ein zweiarmiger Hebel angebracht war und an beiden Enden des Hebels befand sich je ein einarmiger Flügel., so dass die beweglichen Teile von einem Stationszimmer aus in jede beliebige Stellung gebracht werden konnten.
    Das Netz der optischen Telegrafenlinien wurde dann im Lauf der Jahre in Frankreich wesentlich erweitert und im Jahr 1813 baute Abraham Chappe sogar eine Linie von Metz nach Mainz. Sogar Napoleon, der sich damals auf dem Rückzug durch Deutschland befand, war ein ständiger Nutzer dieser Telegrafenlinie, die aber dennoch nach dem Rheinübergang bei Caub ihren Betrieb aus Kostengründen einstellen musste.
    In stark verbesserter Form fand dann dieser optische Telegraf 1833 in Preußen seinen Eingang und wurde dort auf der Linie Berlin – Koblenz bis 1849 benutzt. Gebaut wurde diese Linie nach Vorschlägen des Geheimen Postrats Pistor und unterstand der Leitung des zum Telegrafendirektor ernannten Major O`Etzel vom Großen Generalstab. Allerdings hatte diese Verbindung einen Haken denn es durften auf dieser aus 61 Stationen bestehenden Linie nur amtliche Depeschen übermittelt werden, sowie Nachrichten, die von bevorzugten Mitgliedern des preußischen Kabinetts abgeschickt wurden ( man sieht damals wie heute, dass Politiker und Abgeordnete sich schon immer besondere Privilegien herausnahmen ). Die Technik dieser Stationen war ebenso simpel wie einfach: An einem drehbaren Mast waren 3 schwenkbare Flügelpaare angebracht, deren Stellung von dem Telegrafisten mittels Fernrohr abgelesen und für die nächste Station nachgebildet wurden, allerdings war die Bedeutung der Zeichen den Telegrafisten nur in Ausnahmen bekannt ( merke an: Schon damals wurde das gemeine Volk für dumm gehalten ), erst an den Endstellen wurde sie von besonders vertrauenswürdigen Mitarbeitern mittels eines Codebuches entziffert und in Klarschrift übertragen. Allerdings hatten diese optischen Telegrafen einen großen Nachteil: Die Gebrauchsfähigkeit dieser Technik war stark von der Tageszeit und der Witterung abhängig, so dass die durchschnittliche Nutzungszeit bei maximal 6 Stunden pro Tagn lag. So konnte es also durchaus vorkommen, dass Sonderwünsche von Kabinettsmitglieder nicht zeitgerecht übermittelt werden konnten – nach unbestätigten Berichten soll sich Otto von Bismarck über diese Leitung des öfteren eine frische Lieferung von Bodenseefelchen bestellt haben, allerdings mit wenig Erfolg, da dieses Produkt dann nach Lieferung an ihn mehr den Tiefkühlprodukten der heutigen Discounter entsprochen hat ( Bismarck war übrigens gegenüber landläufiger Meinung nicht der Namensgeber für diesen wohlschmeckenden Fisch, genauso wenig wie Albert Hammond der Erfinder der Hammondorgel ist oder Goethe der Erfinder der gleichnamigen Straße bei Monopoly ).Sei es drum, bei dieser geringen Telegrafierleistung war es logisch, dass nach Einführung des elektrischen Telegrafen diese Dinosaurier der Posthistorie zum Untergang verdammt waren, aber das ist ein neues Kapitel nächsten Sonntag: Der elektrische Telegraf von Gauß und Weber
    Bis dahin schöne Tage
    Kramix

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    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

  • wolleauslauf
    Gast
    • 3. Januar 2014 um 17:46
    • #304

    Hallo,

    wiedereinmal sehr interessant !!! Danke :bier:

    PS: Man könnte ja beim Monopoly die Goethestraße durch Kramixallee erstzen und jeder der drauf kommt, muss sofort ins Gefängnis und darf nicht über Los gehen :P :D ;)

    Grüße von Wolle

  • Kramix
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    • 5. Januar 2014 um 11:41
    • #305

    Damit Wolle pünktlich zu seinem heißgeliebten Sonntagsfrühschoppen erscheinen konnte, die heutige Folge etwas später als gewohnt.

    Es hat zwar nicht direkt mit Briefmarken zu tun, aber für die Geschichte der Post war es ein Meilenstein:

    Der Telegraf von Gauß und Weber

    Karl Friedrich Gauß, geboren am 30. April 1777 in Braunschweig, war Sohn eines Handwerkers und zeigte schon in seiner Kindheit eine herausragende Begabung für Mathematik und technische Dinge. Aus diesen Gründen durfte er dann auch das Braunschweiger Gymnasium und später das Collegium Carolinum, die dann später zur Technischen Hochschule wurde, besuchen.. Ab 1795, also im Alter von nur 18 Jahren, studierte er dann an der Universität Göttingen. Seine phantastischen Leistungen auf dem Gebiet der Mathematik verhalfen ihm dann später zu der ehrenhaften Bezeichnung “ Princeps Mathematicorum – Fürst der Mathematiker “.
    Schließlich wurde Gauß im Jahre 1807 Direktor der Sternwarte in Göttingen, wo er auch bis zu seinem Tod im Jahr 1855 blieb. Unter anderen erfand er das Magnetometer und untersuchte den Erdmagnetismus, ließ sich dazu eigens nicht unweit von der Sternwarte ein eigenes Observatorium errichten, bei dessen Bau kein Eisen verwendet werden durfte, um die magnetischen Felder nicht zu zerstören.
    Bedingt durch seine Untersuchungen und Versuche wurde Gauß im Verein mit Wilhelm Weber – 1804 bis 1891 – zwangsläufig dazu geführt, auch den Galvanismus, die Elektrodynamik und die Induktion zu studieren.. Durch ständige Verbesserungen an dem Magnetometer wurde dieser schließlich zu einem hochempfindlichen Galvanometer, der auch für feinste elektronische Untersuchungen einsetzbar war. Im Jahr 1833 verband dann Wilhelm Weber die Forschungslabors im Physikalischen Kabinett und in der Sternwarte, später auch die im magnetischen Observatorium, über die Häuser der Stadt Göttingen hinweg auf eine Entfernung von 1000 Meter durch eine doppelte Drahtleitung. Angeblich sollen einige honorige Göttinger Bürger ob dieses “ Teufelswerkes “ die Ausweisung von Gauß aus Ihrer Stadt beantragt haben, konnten sich aber mit diesem Ansinnen nicht gegen die Stadtoberen durchsetzen. Schließlich baute Gauß noch einen so genannten “ Kommutator , mit dem er den Strom schnell schließen, unterbrechen oder in seine Richtung umkehren konnte. Dabei entdeckten die beiden Forscher zwangsläufig, dass sich so auch Signale übertragen ließen. Durch einen kleinen Spiegel am Galvanometer wurde nach rechts oder links abgelenkt und die dadurch möglichen Signalkombinationen konnten dann für bestimmte Mitteilungen verwendet werden.. Schließlich war man soweit, dass man sogar ganze Sätze austauschen konnte. Danach war Gauß überzeugt, dass unter Anwendung von hinlänglich starken Drähten auf diese Weise auf einen Schlag Mitteilungen von Göttingen nach Hannover oder von Hannover nach Bremen telegrafiert werden könnten, zu dieser Zeit eine absolute Sensation und Revolution. ( man sieht, wie bescheiden man damals war )
    Die Telegrafentechnik ist zwar später auf anderen Wegen als auf dem von Gauß und Weber fortgeschritten, diesen beiden Forschern gebührt aber ganz sicher der Verdienst, als erste einen elektromagnetischen Telegrafen gebaut und benutzt und damit das gesamte Postwesen revolutioniert zu haben.
    So, das war ein bisschen viel Technik für heute, nächste Woche garantiert kein so trockenes Thema, was es wird, darüber hüllen wir noch das Mäntelchen des Schweigens.
    Ein schönes Restwochenende wünscht
    Kramix

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    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

  • Braunbear
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    • 5. Januar 2014 um 12:16
    • #306

    Ich bedanke mich für diesen tollen Geschichtsbeitrag von dir! Vom Karl Friedrich Gauß kannte ich nur dass er ein Mathegenie war, aber mit Telegrafie?! Das war mir neu!

    Ich hoffe dass es noch weitere spannende Geschichten rund um die Posthistorie folgen werden!

    Herzlichst, Thomas

    :cool: Sei wie eine Briefmarke: Halte dich an irgendwas fest, bis du am Ziel bist.
    (Josh Billings, amerik. Schriftsteller, 1818-1885)

  • wolleauslauf
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    • 5. Januar 2014 um 13:19
    • #307

    Hallo mein lieber Kramix,

    fast wäre es Dir gelungen, mir meinen Frühschoppen zu versauen :D
    Du kannst Dich bei Reiner bedanken, der unter meinem Fenster schrie, ich sollte kommen und Deinen komischen Kommentar später lesen :D ;) :P
    ( Er hat halt keine Ahnung von Postgeschichte :D )

    Ich bin aber seinem Rat gefolgt und habe mich hinterher genauso über Deinen neuen Report gefreut !!!!

    Wie Thomas schon schrieb, weiter so :bier:

    Sammlergrüße von Wolle

  • Online
    heckinio
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    • 5. Januar 2014 um 18:06
    • #308

    Danke Kramix für Deine interssanten Beiträge.
    Carl Friedrich Gauß war übrigens auch ein ganz hervoragender Geodät.
    Zu empfehlen ist hierzu der Roman "Die Vermessung der Welt" Es ist 2005 auf Deutsch erschienen. Thema ist die fiktive Doppelbiografie des Mathematikers und Geodäten Carl Friedrich Gauß und des Naturforschers Alexander von Humboldt.

    Gruß heckinio

  • Kramix
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    • 12. Januar 2014 um 12:14
    • #309

    So, hier ist wieder das Wort zum Sonntag.

    Nachdem wir in der letzten Folge der Postgeschichte etwas über den Gaußschen Telegraphen erfahren hatte, ein weiterer Bericht zu Post und Technik.

    Da die Telegrafie sich ständig weiterentwickelte, gab es schon bald die ersten Versuche, den elektrischen Strom oder auch Telegrafiesignale über größere Strecken zu leiten, allerdings war die große Frage, ob die Führung der Leitungen ober- oder unterirdisch vorgenommen werden sollte. Als im Jahr 1848 mit dem Bau der ersten großen Telegrafenlinie zwischen Frankfurt und Berlin begonnen wurde, verlegte man zunächst die Leitung von Berlin nach Eisenach unterirdisch entlang der bereits fertiggestellten Bahnstrecken, wobei als Isoliermaterial Guttapercha verwendet wurde. Allerdings sollte sich sehr schnell herausstellen, dass diese Schutzschicht wegen noch nicht ausgereifter Fabrikationsverfahren unzureichend war, es entstanden Nebenanschlüsse, die die Reichweite der Telegrafie jedoch stark beeinträchtigten.. Zwischen Eisenach und Frankfurt waren die Bauarbeiten an der Bahnstrecke allerdings noch nicht beendet, deshalb verlegte man dort eine oberirdische Leitung. Sie bestand aus etwa 2 mm starkem Kupferdraht, der auf Holzstangen mit Glas- oder Porzellanknöpfen befestigt war, also quasi die Urahnen unserer Telegrafenmasten.. Durch diese Lösung sollte man sich allerdings sehr schnell Probleme anderer Art einhandeln, an die man vorher überhaupt nicht gedacht hatte, denn der verhältnismäßig hohe Materialwert verlockte natürlich “ findige Köpfe “ zu Diebstählen, auch in heutigen Zeit ein durchaus beliebter Zeitvertreib. Ein besonders pfiffiger Dieb schnitt zum Beispiel in der Nähe von Gießen ein Stück Draht aus einer oberirdischen Leitung und hängte dafür eine ähnliche Schnur ein, um das Auffinden der Stelle zu erschweren. Manche Diebstähle hatten gar politische Hintergründe und Motive, denn mancher Bürger betrachtete in diesen kritischen Jahren 1848/49 die Telegrafie als volksfeindliche Anlage, mit der die Behörden im Notfall schnell Truppen herbeirufen könnten.
    Wegen der gravierenden Mängel bei dieser ersten großen Leitung entschloß sich dann das preußische Handelsministerium – dem das Telegrafenwesen bekanntlich unterstand – verschiedene Veränderungen vorzunehmen, denn die unterirdischen Leitungen sollten generell den oberirdischen weichen, aber an Stelle des teuren Kupferdrahts verwendete man seit 1851/52 den wesentlich billigeren Eisendraht. Aber auch diese neuen Leitungen hatten noch ihre Macken bzw. Kinderkrankheiten, denn der Draht musste wegen der geringeren elektrischen Leitfähigkeit des Eisens dicker sein, etwa 5 mm statt nur 2 mm bei Kupferleitungen. Zwangsläufig waren dann wegen des größeren Gewichts natürlich auch stärkere Masten notwendig. Versuche, den Eisendraht mittels Asphaltlack oder Leinöl gegen Rost zu schützen, schlugen ebenfalls fehl. Erst ca. 20 Jahre später brachte die Verzinkung des Eisendrahts dann eine Lösung des Problems. Eins konnte man allerdings nicht beeinflussen: Die Empfindlichkeit der oberirdischen Leitungen gegen Witterungseinflüsse. So war es an der Tagesordnung, dass bei Sturm oder Reifbildung die Drähte serienweise brachen. Also erinnerte man sich wieder an die guten alten Guttapercha - Erdkabel, mit denen man schließlich in der Zwischenzeit viele Erfahrungen gesammelt hatte.. Als Kupferleiter wurden jetzt Litzen aus 3, 4 oder 7 Drähten verwendet, die biegsamer waren und nicht so leicht brachen. Und auch die Guttapercha – Hülle war durch neue Produktionsmethoden qualitativ bedeutend besser geworden. Schließlich erhielten die Kabel noch einen Schutzmantel aus Eisendrähten, so dass man zwischen 1876 und 1881 ein unterirdisches Telegrafenkabelnetz bauen konnte, das die großen Städte des Reiches miteinander verband. Schließlich wurde dieses Netz nach1889 auch auf Bayern und Württemberg ausgedehnt und umfasste nach seiner Fertigstellung im Jahr 1891 fast 6000 km Linie mit mehr als 40000 km Leitungen. Für heutige Verhältnisse im Zeitalter der Glasfaserkabel und Richtfunkstrecken sicherlich nur “ Peanuts “, in der damaligen Zeit aber eine gewaltige Leistung, die der Deutschen Post über Jahre hinweg einen technischen Vorsprung in Europa sichern sollte.
    So, bis nächsten Sonntag und ein schönes Restwochenende wünscht
    Kramix

    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

  • wolleauslauf
    Gast
    • 12. Januar 2014 um 12:30
    • #310

    Danke mein sauerländischer Freund !!!!!

    War, wie von Dir gewohnt, wiedermal sehr informativ ! :] :] :] :] :ok:

    Grüße von Wolle

  • Kramix
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    • 19. Januar 2014 um 10:06
    • #311

    Schon wieder Sonntag, d.h. eine neue Folge der Serie Post und Technik ist fällig.

    Thema heute: Der Bruch des transatlantischen Kabels

    Nachdem die ersten Kinderkrankheiten bei der ober- bzw. unterirdischen Verlegung von Telegrafenkabeln wenigstens halbwegs beseitigt waren, dachten findige Leute – vor allem Unternehmer – daran, solche Kabel auch im Wasser, sprich in Meeren zu verlegen. Gedacht, getan. Das erste für den öffentlichen Telegrafenverkehr vorgesehene Seekabel wurde 1851 verlegt, na wo schon? Natürlich zwischen Calais und Dover. Doch schon wenige Jahre später, nämlich 1858, nahm man das erste transatlantische Kabel in Betrieb, allerdings nur für relativ kurze Zeit. Mit Hilfe dieses Kabels konnte beispielsweise die englische Regierung kanadische Truppen, die wegen eines Aufstandes in einem indischen Bundesstaat nach Indien verschickt werden sollten, durch ein Kabeltelegramm noch rechtzeitig zurückhalten – der Aufstand war bereits niedergeschlagen - und der britischen Regierung somit mehr als 40.000 Pfund Sterling an Kosten sparen, damals eine nicht zu unterschätzende Summe, auch für das britische Empire.
    Am 23. Juli 1865 begann dann in Valentia im Westen Irlands die Auslegung eines weiteren transatlantischen Kabels. Dieses hatte sieben Kupferadern und einschließlich der Isolierung und Bewehrung einen Durchmesser von ca. 30 mm. Zusätzlich waren die küstennahen Enden des Kabels wegen der höheren Gefahr von Beschädigungen noch mit zusätzlichen Stahldrähten versehen. Für die Auslegung des Kabels hatte man die “Great Eastern“ eingesetzt, die als Passagierschiff 1858 vom Stapel gelaufen und komplett aus Eisen gebaut war. Mit 215 m Länge, 26 m Breite und 18 m Tiefgang sollte sie für fast 40 Jahre das größte Schiff der Welt bleiben. Um eine Vorstellung von diesem Koloss zu haben: Sie konnte 4000 Passagiere befördern und über 12000 Tonnen Kohle bunkern. Allerdings war der Einsatz als Passagierschiff ein völliger geschäftlicher Fehlschlag, mangels zahlungskräftiger Kunden. Nach nur wenigen Jahren Atlantikfahrt diente sie zehn Jahre als Kabelleger und wurde schließlich zu einer schwimmenden Vergnügungshalle auf dem Mersey River.
    Allerdings traten schon kurz nach Beginn der Kabellegung etliche Probleme auf, die aber allesamt beseitigt werden konnten, leider musste bei der Suche nach einem weiteren aufgetretenen Fehler ein Teil des Kabels wieder hochgenommen werden. Es kam, wie es nicht kommen sollte: Am 2. August 1865 um 12.35 Uhr Schiffszeit brach das Kabel, für alle Beteiligten und vor allem für die privaten Investoren eine mittlere Katastrophe. Nach langen Vorbereitungen und ausgedehnten Sucharbeiten konnte das Kabel dann schließlich im September 1866 aufgenommen und repariert werden und funktionierte ab dieser Zeit für viele Jahre ohne jedwede technische Störung. Heute sind die vielen inzwischen verlegten Kabel neben den Funkverbindungen zwar noch eine Möglichkeit der weltweiten Nachrichtenübermittlung, ihre Bedeutung tendiert aber im heutigen High-Tec-Zeitalter praktisch gegen Null.

    Als Scan angehängt ein Holzstich zu diesem Thema, das Original befindet sich im Bundespostministerium in Frankfurt/M.

    Bis zur nächsten Folge, allen ein schönes Restwochenende wünscht
    Kramix

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    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

  • wolleauslauf
    Gast
    • 19. Januar 2014 um 10:53
    • #312

    Danke :bier:

    Nächste Woche kommt dann hoffentlich die Verlegung einer Bierleitung vom Sauerland nach Mittelfranken, evtl. mit Anbindung an die neue geplante Stromtrasse :D
    Machs gut alter Haudegen !

    Gruß von Wolle

  • Filli
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    • 19. Januar 2014 um 16:57
    • #313

    Kramix

    Wie kommst Du zu dieser Einschätzung?

    >>Heute sind die vielen inzwischen verlegten Kabel neben den Funkverbindungen zwar noch eine Möglichkeit der weltweiten Nachrichtenübermittlung, ihre Bedeutung tendiert aber im heutigen High-Tec-Zeitalter praktisch gegen Null.<<

    (Fast) der gesamte Internetbetrieb läuft über herkömmliche oder Glasfaserkabel. Oder meinst Du damit nur die alte Form der Telefonie/Telegrafie mit "...gegen Null?...?

    Suche alle Ausgaben der "USA-Freimarken mit Plattennummern" (nur 4er-Stücken und größer)  nach Absprache. Dito.  diverse "USA- Fiskalausgaben" - oder auch USA-MH jeglicher Art bis zu MI 140 - zum Kauf. Basis: MI-Katalog (bzw. Scott-Katalog)

  • Kramix
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    • 19. Januar 2014 um 17:41
    • #314

    Filli
    Oder meinst Du damit nur die alte Form der Telefonie/Telegrafie mit "...gegen Null?...?

    Genau das wollte ich ausdrücken, ist aber unglüclich und mißverständlich formuliert worden. Danke für den Hinweis.

    Kramix

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  • Claude D.
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    20. Februar 1963 (62)
    • 19. Januar 2014 um 22:53
    • #315

    Und noch die passende Briefmarke zum 100-Jahr-Jubiläum des ersten transatlantischen Kabels

    Liebe Grüsse,
    Claude

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  • Kramix
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    • 26. Januar 2014 um 09:57
    • #316

    Thema heute: Der Telegraph von Samuel Morse

    Dieser Telegraph war im Prinzip nichts anderes als eine Kombination aus einem Farbschreiber und einer Morsetaste, die Kunst war nur, dieses Prinzip zu erkennen und in die Praxis umzusetzen. Dazu benötigte man schon eine Menge an Phantasie und an Vorstellungsvermögen, und gerade daran mangelte es Samuel Finley Morse nicht. Geboren wurde er am 27 April in Charlestown ( Mass. ) als Sohn eines christlichen Geistlichen. Als Jugendlicher begann er seine wissenschaftliche Ausbildung im Jahre 1805 auf dem Yale College – der heutigen Yale Academy – in Newhaven ( Conn. ) und zeigte dabei eine ganz besondere Begabung für Chemie und Physik. Da ihn aber dieser trockene wissenschaftliche Stoff zunächst nicht sonderlich interessierte, wandte er sich nach einer Lehre als Buchhändler den schönen Künsten zu, insbesondere der Malerei, wobei er sich in Amerika einen gewissen Ruf vor allem als Portraitmaler und Bildhauer erwarb. 1811 fuhr Morse zum 1. Mal nach Europa, hauptsächlich um Studien im Bereich der Malerei durchzuführen und kehrte im Jahr 1815 nach Amerika zurück, wurde als Maler immer bekannter, so daß er 1825 Mitbegründer und ein Jahr später sogar Präsident der National Galery of Design in New York wurde. Im Jahre 1829 zog es ihn zum zweiten Mal nach Europa, wo er allerdings 3 glücklose Jahre als Maler verbrachte. So war es nicht verwunderlich, dass er dann schließlich einer Berufung als Professor der Kunstgeschichte an die Universität in New York folgte. Bei der Rückfahrt nach Amerika traf er an Bord des Schiffes den Physiker Professor Jackson aus Boston, der ihm von neuen elektromagnetischen Versuchen berichtete. Noch auf dem Schiff bracht Morse daraufhin den Entwurf zu einem Telegrafenapparat zu Papier, und zwar genau am 13. Oktober 1832, der Geburtsstunde des Morseapparates. In New York arbeitete er dann unermüdlich an seiner Erfindung, die er erstmals seinen Freunden 1835 vorführte und diese dann schließlich nach weiteren Verbesserungen der Universität präsentierte. Aber es sollte noch eine Weile dauern, bis erstmals über eine längere Strecke – 65 km von Baltimore nach Washington – eine Meldung übermittelt werden konnte.
    Bei der Morsetelegrafie werden mit einer Taste Ströme von kürzerer oder längerer Dauer in die Leitung gegeben, die auf der Empfängerseite über ein Magnetsystem ein Schreibrädchen entsprechend kurz ( Punkt ) oder lang ( Strich ) an ein durch Federwerksantrieb gleichmäßig weiterbewegtes Papierband drücken. Die Bedeutung der dabei entstehenden Zeichenkombinationen sind in einem sogenannten Morsealphabet hinterlegt, das in der heutigen Form auf einer Weiterentwicklung durch den Deutschen Friedrich C. Gerke beruht.
    Auf dem anhängenden Bild der Telegrafenstation – die im Original im Bundespostministerium in Frankfurt steht - rechts vorn die Taste zu sehen. Mit dem Knebel links vorn wird das Federwerk aufgezogen, das den Papierstreifen bewegt. Das ( im Bild verdeckte ) Schreibrädchen läuft dauernd in einer Farbwanne und wird mit Hilfe von Magneten in der Mitte des Bildes über den geschwungenen Hebel gegen das Farbband gedrückt.
    Mit diesen relativ einfach aufgebauten und weitgehend störungsfrei arbeitenden Morseapparaten wurde fast über ein Jahrhundert ein großer Teil des elektrischen Nachrichtenverkehrs abgewickelt, sie sind aber heute längst durch modernere Systeme und Techniken überholt.
    So, das wars mal wieder für heute, ein schönes Restwochenende noch wünscht

    Kramix

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    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

  • wolleauslauf
    Gast
    • 26. Januar 2014 um 12:23
    • #317

    Hallo mein lieber Freund,

    ... --- ... , da ist mir das Telefon lieber :D, sonst würde es ewig dauern :bier:

    Sammlergrüße und danke für den Bericht sagt Dir
    Wolle

  • valgrande
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    • 26. Januar 2014 um 19:28
    • #318

    Hallo Kramix,

    danke für den ausführlichen Artikel, ist doch wieder sehr interessant, ebenso wie dieses Thema.

    Da ich Morse und den Morseapparat u.w. als Motivthema sammle, möchte ich einige Marken aus meinem Fundus mit hier einstellen.

    Gruß von
    valgrande

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    2 Mal editiert, zuletzt von valgrande (26. Januar 2014 um 19:31)

  • Kramix
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    Männlich
    • 1. Februar 2014 um 11:41
    • #319

    Damit “ Wolle “ morgen pünktlich zu seinem heißgeliebten Frühschoppen erscheinen kann und ich ebenso pünktlich zum Skispringen in Willingen anreisen kann, ziehe ich den sonntäglichen Bericht der Serie Post & Technik vor.

    In der letzten Folge hatte ich den Telegrafen von Morse vorgestellt, heute etwas über den Typendrucktelegraf von Hughes.

    Geboren wurde David Edward Hughes im Jahre 1831 in London, wo er auch die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte. Doch 1838 wanderte er mit seiner Familie – die sich durch diese Auswanderung bessere Lebensbedingungen wünschte – nach Amerika aus und widmete sich dort der Musik – mit mäßigem Erfolg – und den Naturwissenschaften. Schon 1851, und das zeigt sein ungewöhnliches Talent, wurde er Lehrer für Physik und Mechanik an einem College im Staat Kentucky. Er war fasziniert von dem Morsetelegraf, aber selbstsicher wie er war, erkannte er bei seinen Studien der Telegrafie, dass er diesen Apparat verbessern würde. Gesagt, getan, die nächsten Jahre verbrachte er mit der Verbesserung des Morsetelegrafen und einer Neuentwicklung. Hughes war nicht nur ein genialer Techniker, sondern er hatte auch das gewisse Händchen für wirtschaftliche Aspekte, denn er hatte erkannt, dass die American Telegraph Company sehr hohe Monopolgebühren für die Verwendung des Morseapparates erhob. Clever wie er war, begann er mit der Entwicklung eines Apparates, der lesbare Buchstaben schreiben sollte, nicht nur Striche und Punkte wie das Gerät von Morse. Sein unermüdlicher Erfindungsdrang hatte auch überraschend schnell WErfolg,, denn sein neuer Apparat wurde schon 1855 von verschiedenen kleinen Telegrafengesellschaften eingesetzt, aus diesen kleinen Gesellschaften entwickelte sich – nicht zuletzt durch dieses Gerät – die Western Union Telegraph Company, auch heute noch ein renommierter Name im Finanzsektor. Hughes selbst machte dann einen Trip nach Europa, um dort Werbung für seinen neuen Apparat zu machen., aber die Engländer zeigten ihm zunächst die kalte Schulter, während die französische Verwaltung sein Gerät nach einjähriger Probezeit im Jahre 1861 einsetzte, 1862 folgte dann Italien und dann sogar der “ Nabel der Welt “, England.
    Damit war der Durchbruch geschafft, denn sogar Preußen übernahm im Jahr 1866 seine Technik, es folgte Russland, Österreich, Württemberg und Bayern ( die Reihenfolge soll keine Wertung sein, es liegt mir fern, einen Bayern bzw. Franken zurückzustufen )
    Mit den insgesamt 28 schwarzen und weißen Tasten – es handelt sich nicht um ein Klavier – können die Buchstaben, und nach Betätigung einer Umschalttaste, - wie auf den heutigen PC-Tastaturen, - auch die Ziffern und Satzzeichen geschrieben werden. Beim Drücken einer Taste tritt ein Stift aus einer runden Scheibe heraus und schließt einen elektrischen Kontakt mit einer ständig über der Scheibe rotierenden Schlitten. Dadurch wird ein Stromimpuls über die Leitung zu dem entsprechenden Empfänger gegeben, und wenn dieser genau synchron läuft, wird dort der entsprechende Buchstabe von einem ebenfalls ständig rotierenden Typenrad über ein Farbband auf einen Papierstreifen abgedruckt.. Allerdings hatte die ganze Geschichte einen kleinen Haken: Die rotierenden Teile des Hughesapparates wurden durch ein Gewicht angetrieben, das durch Pedaldruck immer wieder aufgezogen werden musste ( unsere Nähmaschine lässt grüßen ). Später verwendete man allerdings einen kleinen Elektromotor, der dann eine gleichmäßige Funktion ermöglichte.
    Ein Beweis für die Funktionsfähigkeit dieser Gerätee ist die Tatsache, dass diese bis weit in den 2. Weltkrieg eingesetzt wurden, denn sie waren robust, zuverlässig und fielen äußerst selten auf Grund technischer Defekte aus, bis auf eine wesentliche Tatsache: Bei den Gegenstationen musste ein absoluter Gleichlauf gewährleist sein, sonst lief nichts. Eine Tatsache, die sogar dem “ Nasenbär aus Braunau “ unangenehm aufstieß, er machte eine Weiterentwicklung dieser Technik zur Geheimen Kommandosache, stieß aber bei seinen Technikern und Funktionären auf Widerstand, da sie diese Technik nicht als kriegsentscheidend einstuften.
    Hughes allerdings hatte sein Schäfchen im Trockenen, verdiente gutes Geld, machte sich aber auch auf anderen Gebieten der Nachrichtentechnik einen Namen. So hatte er sich schon früh mit dem Telefon von Philipp Reis beschäftigt und er verwendete die Erkenntnisse des deutschen Erfinders bei der Entwicklung des Kohlemikrofons, das 1878 fertig gestellt wurde. Hughes verzichtete darauf, ein Patent dafür anzumelden, um die Entwicklung dieser Technik nicht zu blockieren. Kein Wunder, durch seine Erfindung des Typendrucktelegrafen hatte er eines erreicht: “ Money is not my problem “

    Als Scan angehängt ein Bild zu diesem Thema, das Original befindet sich im Bundespostministerium in Frankfurt/M. Zur Erinnerung an diese Erfindung gibt es eine Briefmarke der DDR aus dem Jahr 1990, Mi Nr. 3332. Vermutlich hat “ Wolle “ auf dieser Marke inzwischen schon ca. 10 Plattenfehler entdeckt, aber mir fehlt diese Marke noch in gestempelter Ausführung in meiner Sammlung, also, alter Hallodrie: Zurücklegen

    Bis zur nächsten Folge, allen noch ein schönes Restwochenende wünscht

    Kramix
    Sorry, mein Rechner spinnt, ich kann keine Dateianhänge einfügen bzw. erhalte falsche Dateien, momentan fordert er immer wieder von mir chinesiche Sprachoptionen, obwohl ich kein Freund von Hunde- und Katzenfleisch bin. Na vielleicht klappts ja gleich.<<<<<<<s

    Hurra, es scheint zu klappen, die Chinesen sind eliminiert Hier also das Bild des Telegrafen:

    Bilder

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    Geld kann Leben nicht kaufen ( Bob Marley )

    3 Mal editiert, zuletzt von Kramix (1. Februar 2014 um 19:16)

  • wolleauslauf
    Gast
    • 1. Februar 2014 um 12:52
    • #320

    Hallo Gert,

    ich danke Dir, dass Du an meinen Frühschoppen denkst, ich werde Eins auf Dein persönliches Wohl mit beinhalten :D :P :bier:
    Vielen Dank für Deinen Beitrag !!!

    Zum Thema Katzen und Hunde möchte ich anfügen, dass eigentlich jedes Tier für die Existenz des humanen Lebens zum Vertehr geeignet ist, wir schlachten ja auch Säue und Rinder. Einen Unterschied zwischen Sau und Hund sehe ich nicht unbedingt, wenn meine Kinder am verhungern wären.

    Die Tötungsweise und die Nichtnotwendigkeit zur Erfüllung eines Rituals
    ( wie die Schächtung bei den Juden ) finde ich dagegen aber als absolut verwerflich, denn diese Viecher könnte man auch humaner ins Jenseits befördern um sie zu vertehren, da braucht man kein kochendes Wasser und Schläge um das Fleisch durch den Adrenalinschock des Tieres weicher zu machen !!!!
    Ich verabscheue dies zutiefst, obwohl ich gerne mal Schlangenfleisch essen würde um zu wissen, wie es schmeckt, da muss man aber keine Schlangen züchten und quälen, sondern nur die einfangen, die die Menschheit zu tausenden bedrohen, das bringt aber wahrscheinlich kein Geld, also uninteressant X(

    Natürlich habe ich die Marke 3332 auch mit Fehlern :D ;)
    Ich hänge mal was unten mit an !

    Viel Spaß beim Ausflug, entspanne Dich, damit wir nächste Woche wieder was zum Lesen haben :D ( Nicht vor 11.00 Uhr, ich warne Dich !!! )

    Liebe Sammlergrüße von Deinem Sammlerfreund
    Wolle

    Bilder

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