Nööööö ![]()
Guten Abend, Bayern-Nils,
für Würzburger Verhältnisse ist die Korrespondenz an Venino's sel. Erben die größte noch existierende Handelskorrespondenz. Deshalb gibt es davon noch jede Menge. Deshalb kann da auch jeder noch sich bedienen. ![]()
Zu Deinem Brief von 1809 die Frage, ob Du schon selbst "gegoogelt" hast?
Hier zwei Links zu den Orten, die VorphilaBayern Dir nannte:
1806 - 1814 Kitzingen gehört vorübergehend dem Großherzogtum Würzburg unter Ferdinand von Toscana an und wird 1814 endgültig bayerisch.
Schon seit Anfang des 16. Jahrhunderts hatte Posseneim eine Poststation, und da es an der Handelsstrecke Nürnberg-Frankfurt lag, war es schon damals auf Routenkarten eingetragen und von Bedeutung.
Interessant ist doch, dass Kitzingen zum Großherzoglichen Oberpostamt Würzburg gehörte. In einem Buch habe ich auch gelesen, dass das Kitzinger Postamt damals zuständig war für den Postverkehr zwischen Würzburg und Possenheim. Die Orte wurden wohl so gewählt, dass sie für Pferde /Kutschen so erreichbar waren, dass dort der Pferdewechsel vollzogen werden konnte (von Kitzingen nach Würzburg ca. 20 / Kitzingen - Possenheim ca. 15 Km).
Leider findet sich in der "Würzburger Postgeschichte" von H. Scheurer aus dem Jahre 1955 zu diesem Thema keine Aussage.
Aber ich stelle das mal als Frage: es soll Unterschied zwischen dem bayrischen und fränkischen Münzfus gegeben haben (lt Scheurer). Kam es deshalb zu anderen Postgebühren beim Umrechnen?
Eine Franco-Angabe findet sich doch bei Scheurer und zwar von 1802:
Nach Nürnberg 5 Kreuzer.
Das kayserl. Reichs-Postamt Würzburg (um 1800) hatte folgende Gebühren: einfacher Brief nach Possenheim 3 Kr. / nach Nürnberg 4 Kr.
(da keine Währungsangabe gemacht wird - Kreuzer?).
Leider habe ich einen solchen Brief nicht zum Vergleichen.
Jedoch kann ich auch meinen einzigen Brief von Nürnberg nach Würzburg aus dem Jare 1811 zeigen. Man sieht eine 3 (bis Possenheim?) eine 5 (ganz schwach zu erkennen - bis Nürnberg?) - jeoch rückseitig 4 oder 9?
Im übrigen darf ich nochmals die "Würzburger Postgeschichte" zitieren, worin auch zu lesen ist, dass damals "Bei Anstellung der Post Beamten wäre zu wünschen, daß mehr Rücksicht auf ihre Kenntnisse genommen würde, und nicht so leicht ein empfohlener Bedienter vom Chaisen Bocke herab zum Bureau eines Post Secretaires berufen werden könnte. Es würde dann nicht so leicht der Fall eintreten, daß der Herr Post Secretaire fragte, wo ibi ebi, oder Post restante liege, wie es hier vor nicht gar langer Zeit Beispiel gegeben habe". Man meinte damit, dass die Postbeamtenvon der Rechenkunst und Geographie auch wenigstens einige Kenntnis besitzen sollten.
Soviel für heute aus Würzburg.
Einen schönen Sonntag wünscht Allen
Luitpold
PS
Anbei eine "geborgte Karte" mit den erwähnten Orten aus jener Zeit.
Wenn Du die Quelle der Karte siehst, schau dort nach. Es finden sich jede Menge interessanter Landkarten - falls Du nicht schon dort recheriert hast. ![]()