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Paketkarte Bayern - Mexiko

  • bayern klassisch
  • 8. September 2008 um 11:40
  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. September 2008 um 11:40
    • #1

    Hallo Gemeinde,

    weil es nicht meine Zeit ist, mir das Stück aber gut gefiel, kaufte ich eine Paketkarte aus Ludwigshafen am Rhein vom 12.2.1914 nach Chihuahua in Mexiko.

    Die vorder- und rückseitige Frankatur betrug 6,60 Mark, weswegen ich davon ausgehe, dass ein Paket dahin (bis 5 kg?) 2,20 Mark gekostet hätte.

    Leider kann ich mit den Notationen wenig anfangen. Wofür steht links die 540 und die blauen Zahlen?

    Was bedeutet "Hamburg direkt"? Welche Routen hätte es denn alternativ gegeben? Wäre die Kostenstruktur dieselbe geblieben?

    Beste Grüsse und vielen Dank sagt bayern klassisch

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  • doktorstamp
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    • 8. September 2008 um 12:30
    • #2

    Da versuche ich mal ohne Gewähr

    540 heisst so viel wie 5,40 Mk (1,80 pro Paket) dies käme bei Päckchem ungefähr hin. Da hat jemand sich verrechnet. Wenn Zollgebühren im vorraus bezahlt waren, waren sie normalerweise woanders schriftlich vermerkt.

    Die blaue Zahl scheint ein Aktenzeichen zu sein.

    Hamburg direkt, dies bedeutet, die Pakete hatten auf ein Schiff zu warten dessen Anlaufhafen in Mexiko ohne Zwischenstationen war.

    Schönes Stück. Nicht gerade häufig, aber wegen der Aussiedlung nach Südamerika sind welche bekannt. Aus Bayern weniger versteht sich.

    mfG

    Nigel

    Sammeln wie es einem Spaß macht

    Einmal editiert, zuletzt von doktorstamp (8. September 2008 um 12:32)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. September 2008 um 12:36
    • #3

    Lieber Nigel,

    hab Dank für deine Interpretation - wenn 1,80 für jedes Paket notwendig waren, wie wurden die restlichen dreimal 40 Pfennig vergütet? Wer hat sie bekommen?

    Aus der Kreuzerzeit würde eine vergleichbare Paketkarte sicher sehr teuer sein - in der Pfennigzeit kann man das für einen dreistelligen Betrag noch erwerben. Eine zweite kenne ich aber auch nicht nach dorthin.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • oisch
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    • 8. September 2008 um 13:14
    • #4

    @Nigel und Bayern Klassisch

    ich glaube nicht, daß sich beim Porto jemand verrechnet hat, sondern halte die 2,20 M pro Paket für korrekt. Als Argument möchte ich hier eine Paketkarte für einen Paket zeigen, das 1917 in der gleichen Gewichtskategorie (- 5 kg) ebenfalls von Ludwigshafen Rhein, diesmal allerdings ins Osmanische Reich befördert wurde. (Nach der Besetzung Serbiens und Rumäniens durch die Truppen der Mittelmächte Ende 1916 bestand zwischen dem Deutschen Reich und der Türkei eine durchgehende Landverbindung über die verbündeten Staaten Österreich-Ungarn und Bulgarien). Auch hier wurde die eingangs erwähnte Frankatur von 2,20 M verklebt (ich gehe mal davon aus dass zwischenzeitlich - also zwischen 1914 und 1917 - keine Gebührenerhöhung bei Auslandspaketen stattgefunden hat. Leider habe ich nur eine Tabelle der bayerischen Inlandspakettarife von Dr. Wolf Becker, fürs Ausland habe ich bisher leider noch nichts Vergleichbares entdeckt). Große Chemie- und Pharmafirmen wie BASF und Knoll verschickten zudem regelmäßig Pakete ins Ausland und hatten sicherlich ihre Fachleute, was die jeweiligen Tarife anbelangte.

    Gruß oisch

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  • doktorstamp
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    • 8. September 2008 um 13:54
    • #5

    Ich wollte damit sagen anfänglich hat jemand sich verrechnet. 2,20Mk pro Paket in diese Gewichtsstufe ist wohl richtig.

    Oft auf Paketkarten findet man das zuzahlende Porto aufgeschrieben. Dieses weicht manchmal vom verklebten Porto ab.

    Die Gebührenerhöhungen von Päckchen und Paketen decken sich nicht gleich überein mit denen der Briefportoerhöhungen.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen das Paketporto von den Erhöhungen 1916 verschont blieb. Es sei denn in Bayern mit noch eigener Posthoheit dies anders geregelt oder gehandhabt war.

    mfG

    Nigel

    Sammeln wie es einem Spaß macht

  • BaD
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    • 8. September 2008 um 14:26
    • #6

    Ich glaube auch, das die 2,20 Mark das Porto für pro Paket gewesen ist. Post ins Ausland blieb immer von der Reichsabgabe vom 1.8.1916 befreit, die alle inländischen Grundgebühren ( mit wenigen Ausnahmen) verteuerte. Es gab Zusatzabkommen, die eine Gebührenermäßigung zur Folge hatten, wenn der direkte Weg auf dem Poststück vermerkt war. So kostete ein Brief bis 20 gr. in die USA vom 1.1.1909 bis 20.5.1915 nur 10 Pf. Aber für ein Paket nach Mexiko halte ich das für unwahrscheinlich. Laut Ankunftsstempel, ich hoffe ich lese richtig, kam das Paket erst im Oktober in Mexiko an, was vielleicht zu einer Rückerstattung geführt hat. Dies ist allerdings eine sehr gewagte Spekulation.

    Mit besten Grüssen BaD

  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. September 2008 um 14:36
    • #7

    Hallo Bernd,

    ich verstehe auch nicht, warum die Beförderung 8 Monate und eine Woche gedauert hat. Zumal, wie Nigel schreibt, der direkte Weg ja der schnellste gewesen sein sollte.

    Vielleicht hat ein Sammler aus vergleichbarer Zeit und Portoperiode Paketkarten nach dorthin.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • doktorstamp
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    • 8. September 2008 um 14:59
    • #8

    Direkt heisst nicht immer den schnellsten Weg.

    Ich gehe davon aus die Pakete haben auf ein Schiff mit direktem Anlauf nach Mexiko warten mussen. Was wohl eine Zeit lang in Anspruch nehmen würde.

    Dies ist zum Teil noch mit dem heutigen Flugverkehr zu vergleichen.

    Will ich direkt fliegen dann habe ich mich auf die Gesellschaften umzustellen, bis ich direkt hinfliegen kann. Ansonsten fliege ich sofort muss aber mit Zwischenlandungen und Umsteigen rechnen.

    Da auch vermutlich eine Gebührenermässigung in Betracht kommt, wird es sich wohl nicht um die schnellste Beförderung handeln.

    mfG

    Nigel

    Sammeln wie es einem Spaß macht

  • BaD
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    • 8. September 2008 um 15:08
    • #9

    Die Worte " direkter Weg" konnten bei selten angelaufenen Ländern anscheinend sehr viel Zeit kosten, denn direkter Weg bedeutete: Ohne Vermittlung fremder Länder . Somit war ein Transport z.B. über die USA ausgeschlossen.

    Mit besten Grüssen BaD

  • bayern klassisch
    Gast
    • 8. September 2008 um 15:16
    • #10

    Hallo Nigel und Bernd,

    danke für die Erklärungen zum direkten Weg - aber rechtfertigt das eine Laufzeit von über 8 Monaten?

    Bedeutete dies dann, dass von Hamburg nur alle 8 Monate ein Schiff nach Mexiko direkt auslief?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies im Sinne des Absenders war, und ein Zahlungsziel für die Waren über einen so langen Zeitraum ist doch eher unwahrscheinlich.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Einmal editiert, zuletzt von bayern klassisch (8. September 2008 um 15:17)

  • Minimarke
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    • 8. September 2008 um 15:42
    • #11

    Ich glaube ich muss doch noch ein Buch schreiben über die Grundsätze der Portoermittlung im Paketverkehr!! Türkei und Mexiko zu vergleichen, obwohl sogar zeitlich auseinander, ist schon an den berühmten, und zwar sehr langen, Haaren herbeigezogen!

    Lt. Vergütungstabellen von 1913 betrug das Franco von Deutschland nach Mexiko 2,20 für Pakete bis 5 kg, bei direktem Weg über Hamburg.

    Über Frankreich wären es dann 2,40 gewesen.

    Der deutsche Anteil betrug pro Paket 0,5 Golfranken. Also gesamt 1,50 Goldfranken.

    1,5 Goldfranken entsprechen bei einem Kurs von 0,80 Mark, 1,20 Mark.

    Diese 1,20 von den 6,60 abgezogen beträgt dann 5,40 als Weiterfanko, wie immer in ROT ausgeworfen.

    Die Blauen Ziffern 18480 - 82 sind die Umzeichnungsvermerke der Transportgesellschaft für die Drei Pakete!

    Aus meiner Sicht handelt es sich bei dem Stempel vom 18 Oktober um einen provaten Stempel. Der kann auch später anebracht worden sein, eventuell nach beantwortung des Vorganges.


    In der Hoffung gedient zu haben!
    MINIMARKE

  • doktorstamp
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    • 8. September 2008 um 15:44
    • #12

    Da herrschte andere Vorstellungen wie wir sie heute empfinden.

    Es drängte nicht so sehr. Kann mir gut vorstellen die Pakete haben um drei oder vier Monate auf ihr Schiff warten mussen. Fahrzeit dürfte auch um die 4-6 Wochen gedauert haben. Be und Entladung eines Schiffes nimmt auch seine Zeit in Anspruch. Sogar heute noch.

    Fahrzeiten aus der BWI sind von 15 Tagen bis 6 Wochen und mehr bekannt und belegt.

    Noch etwas zu der Karte. Absender war Selbstbucher, Leider fehlt das Koupon was diese Aussage bekräftigen wurde.

    mfG

    Nigel

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  • Minimarke
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    • 8. September 2008 um 15:54
    • #13

    Herr Dr. da muss ich Ihnen leider wiedersprechen! Ankunft 19 Oktober bedeutet dass das Paket fast ein halbes Jahr in Hamburg gelegen ist. So selten fuhren die Schiffe dann auch wieder nicht!
    Ausserdem wäre das Paket dann wegen des Kriegsausbruch und der Paketsperre noch später angekommen!

  • Minimarke
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    • 8. September 2008 um 16:12
    • #14

    Ich habe soeben meine Karten nach Mexiko kontrolliert, und keine einzige trägt einen Ankunftsstempel!
    Der Stempel ist damit aus meiner Sicht eindeutig privater Natur, und taugt nicht zur Festlegung der Laufzeit!

  • BaD
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    • 8. September 2008 um 19:35
    • #15

    Hallo Minimarke,

    danke für die Erläuterungen.

    Das mit dem Buch wäre eine gute Idee, denn es gibt zu dem Thema wohl leider nichts. Vor Jahren war im Infla-Bericht ein Artikel, wo 3 Paketkarten ins Ausland erläutert wurden. Dies aber nur am Rande, denn der Verfasser hatte diese bei der Versteigerung der Peschl-Sammlung mit Frankaturen der Bayern 170 A gefunden. Sonst habe ich nirgendwo etwas über diese Auslandsgebühren für Pakete oder gar über deren Verrechnung gelesen.
    Es findet sich immer fast gleichlautend: „ Es gab häufig Sonderabkommen, deshalb wird auf die Bearbeitung der Auslandstarife der Paketkarten verzichtet“ oder „ Auslandspaketgebühren sind für viele Länder unterschiedlich. Wegen des Platzbedarfes und des relativ geringen Aufkommens werden sie nicht berücksichtigt“ .
    Nun wird niemand Paketkarten wie eine Portostufensammlung bei der Briefpost sammeln, es sind meist nur Destinationen, Einzel-, Vielfach- oder Massenfrankaturen oder besondere Freimachungsarten gesucht. Schade eigentlich, denn bei Paketkarten gibt es weder philatelistische Mache und kaum Manipulationen.

    Mit besten Grüssen BaD

  • lickle
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    • 8. September 2008 um 19:45
    • #16
    Zitat

    Original von BaD

    Nun wird niemand Paketkarten wie eine Portostufensammlung bei der Briefpost sammeln, es sind meist nur Destinationen, Einzel-, Vielfach- oder Massenfrankaturen oder besondere Freimachungsarten gesucht.

    BaD

    Da täuschst Du Dich aber gewaltig, gell minimarke?

  • BaD
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    • 8. September 2008 um 20:10
    • #17

    Beii Auslandspaketkarten wird es ohne Literatur keine neuen Sammler geben. Hier ein Beispiel. Paketkarte mit 60,20 Mark frankiert. In der Wertangabe Rätsel, was stimmt nun? Als echt geprüft INFLA, aber ohne Zierstempel. Was nun, also eine schöne Massenfrankatur, für was aber, keine Ahnung.

    Mit besten Grüssen BaD

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    Einmal editiert, zuletzt von BaD (8. September 2008 um 21:01)

  • Minimarke
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    • 8. September 2008 um 20:12
    • #18

    Paketkarten kann Mann sehr wohl nach Portostufen sammeln. Mann muss nur wissen was mann sammeln will.
    Und mann muss so blöd sein wie ich und mehr als 50% seines Budgets für Literatur ausgeben!
    AUs meiner Sicht sind Einzel/Mehrfachfrankaturen völlig uninteressant, deswegen wurde das Paket auch nicht schneller befördert.
    Und das mit dem kompliziert kan man so auch nicht stehen lassen. Ich würde eher sagen aufwendig. Aber wenn jemand sich ernsthaft mit Postgeschichte befasst wird es immer aufwendig.
    Zu meiner grossen Freude gibt es noch Zwei/Drei die so ähnlich denken :)
    Sonst würde ich es doch irgendwann aufgeben.

    Gruss
    MINIMARKE

  • Minimarke
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    • 8. September 2008 um 21:08
    • #19

    Bad - Ich kann das Eilboten Dringend bei deiner Paketkarte nicht finden. Aber ich befürchte dass die Frankatur nicht komplett ist.

    Lt. einem Bericht im Rundbrief der Arge Bayern setzt sich das Porto wie folgt zusammen:
    WPV - Tarif 24 Mark.

    Versicherungsgebühr 1,80 M je 240 M = bei 10.000 Mark 75,60.

    Bedeutet eine Gesamtgebühr von 99,60 Mark.

    Also auch ohne Eilboten Dringend fehlt da schon was!

  • BaD
    erfahrenes Mitglied
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    • 8. September 2008 um 21:15
    • #20

    Es solle jeder das sammeln, was ihm Spass macht. Ich wünsche dir noch viel Freude beim sammeln und forschen. Hier noch eine Mehrfachfrankatur, die 28 mal die 157 machen mir Freude, für dich sind höchstens die 15 Kilo interessant, aber das ist wohl nichts besonderes.

    Mit besten Grüssen BaD

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