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Bayern - Parteisachen waren nicht einfach...

  • bayern klassisch
  • 23. Juni 2008 um 17:23
  • bayern klassisch
    Gast
    • 23. Juni 2008 um 17:23
    • #1

    In Bayern wurde mit der Verordnung Nr. 4083vom 3.4.1871 eingeführt, dass unfrankierte Parteisachen keinen Porto - Zuschlag mehr erhalten sollten, um die Privaten nicht zu benachteiligen. Jedoch gab es eigene Taxen, wie wir noch sehen werden.

    Wie war die Lage davor?

    Briefe innerhalb Bayerns kosteten ab dem 1.1.1868:

    Im Ort oder Lokalbezirk frankiert 1 Kr., über 1 - 15 Loth 2 Kr..
    Dergleichen unfrankiert kosteten sie 3 Kr. bzw. 6 Kr..

    Als Fernbrief bis 1 Loth frankiert 3 Kr., über 1 - 15 Loth 7 Kr..
    Dergleichen unfrankiert kosteten sie 7 Kr. bzw. 11 Kr..

    Durch die neue Verordnung gab es einen Bedarf an Portomarken mit der Nominale von 1 Kr., denn eine unfrankierte Parteisache am Ort oder im Lokalbezirk wäre mit der Portomarke Nr. 1 zu 3 Kr. nicht zu bewerkstelligen gewesen (wüssten die Fälscher von dieser Verordnung, so gäbe es sicher Drittelungen der Porto Nr. 1). Hiermit erklärt sich der Grund, warum es 1 Kr. Portomarken in Bayern gab.

    Was war eine Parteisache? Ein Brief einer Behörde an wen auch immer (oft auch an Behörden gerichtet), in dem etwas benötigt wurde, was eine Partei, also ein Privater = Bürger, benötigte (Taufschein, amtliche Kopie des Testaments usw. usw.).

    Die Privaten hatten sich beschwert, dass sie einen Aufschlag von 130% auf gewöhnliche Frankobriefe abgerechnet bekamen, für den sie nichts konnten.

    Dass dies auch zu Verwicklungen führen konnte, zeigt ein Beispiel aus Hilpoltstein vom 12.6.1874, einer Zeit also, in der das alles längst hätte Usus sein sollen.

    Das dortige Landgericht sandte einen Brief über 15 - 250g "an das württembergische Oberamt Pforzheim". Pforzheim war nie württembergisch, sondern ehemals großherzoglich badisch gewesen. Die badische Posthoheit ging jedoch mit dem 1.1.1872 auf das Deutsche Reich über, so dass es ein Brief ins Reich war.

    Zuerst taxierte er 3 Kr., was völlig daneben war, denn es war ein schwerer Brief mit Anlagen (es sind heute noch Fragmente der Schnur siegelseitig vorhanden). Dann taxierte er mit 11 Kr. für schwere Fernbriefe.

    Als er aber P.S., also Parteisache, las, dachte er sich, dass diese nur den Frankotarif kosteten, strich die 11 und notierte 7 Kr..
    Weil es aber kein Brief innerhalb Bayerns war, und er nicht wusste, ob diese Regelung auch mit Württemberg (!) gelten würde, strich er die 7 durch und notierte jetzt endgültig 11 Kr. - Parteisache hin, Parteisache her.

    Richtig machte es der Expeditor von Rothenburg ob der Tauber am 28.3.1873. Die J.P.S., also Justiz - Partei - Sache, wog einfach und kostete daher unfrankiert nur 3 Kr. im württembergischen Weinsberg.

    Auch in Bayern selbst gab es gelegentlich Probleme: Am 21.1.1873 sandte das Bezirksamt in Feuchtwangen eine J.P.S. nach Weinberg. Zuerst taxierte der Expeditor mit 7 Kr. für unfrankierte Fernbriefe, dann stellte er fest, dass der über 15 - 250g schwere Brief in den eigenen Bestellbezirk lief (er hatte wohl zuerst Weinsberg gelesen) und klebte die Portomarke auf (auf Fernbriefen durften keine Portomarken verwandt werden!).

    Richtig machte man es am 13.11.1874 in Neustadt an der Aisch bei einer portopflichtigen Dienstsache nach Eschenbach bei Markt Erlbach (der Zusatz "gegen Recepiss" bedeutete, dass dem Schreiben ein Rückschein beigefügt worden war, der den Absender 7 Kr. kostete).

    Wer ähnliche portomoderierte Briefe hat, darf sie gerne hier zeigen.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • VorphilaBayern
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    • 15. November 2008 um 23:02
    • #2

    Lieber bayern klassisch,

    so seltene und schöne Belege wie Sie habe ich nicht.
    Grenzüberschreitende Parteisachen sind sicherlich nicht häufig.
    Möchte daher zwei Belege aus der Gebührenperiode 1.1.1872 bis 31.12.1875 vorstellen:
    Unfrankierte Parteisache in der zweiten Gewichtsstufe von Jettingen (Kgr. Bayern) nach Ebingen (Kgr. Württemberg) vom 6.11.1872.
    Aufgabestempel "POSTABLAGE Jettingen" (Markt) und Halbkreisstempel Jettingen (Bahnhof).
    Der Empfänger bezahlte 7 Kreuzer Porto.
    Nicht weniger interessant ist die Portopflichtige Dienstsache mit Stempel Loffenau Postablage" und Aufgabestempel "Herrenalb" (Kgr. Württemberg) vom 13.9.1873. Der Brief ging nach Rastatt (Baden).
    Es wurde "2f." (zweifache Gewichtsstufe) angegeben und 2 Silbergroschen vermerkt. Anscheinend dachte der Postbeamte Baden rechnet mit Silbergroschen. Dies wurde wieder durchgestrichen und 7 Kreuzer vermerkt.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • VorphilaBayern
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    • 16. November 2008 um 07:31
    • #3

    Lieber bayern klassisch,

    habe noch drei grenzüberschreitende Belege aus der Gebührenperiode vom 1.1.1868 bis 31.12.1871:
    Unfrankierte Parteisache von Kemnath (Oberpfalz) nach Kremnitz in Ungarn (Österreich vom 13. Februar 1869.
    Bei unfrankierter Absendung galt im DÖPV folgendes:
    Bis zum Gewicht von einem Loth (1/30 Zollpfund) einschließlich
    7 Kreuzer, 2 Silbergroschen oder 10 Neukreuzer (Österreich).
    Bei frankierter Absendung hätte der Brief 3 Kreuzer gekostet.

    Unfrankierte Parteisache von Immenstadt (Bayern) nach Pfullendorf (Baden) vom 26. Juni 1870. Der Empfänger bezahlte 7 Kreuzer Porto.
    (bis 1 Loth).

    Unfrankierter Brief von Esselbach (Bayern) nach Mittelberg bei Coburg (Herzogtum Sachsen - Coburg - Gotha) vom 19.8.1871. Der Empfänger bezahlte 7 Kreuzer Porto (bis 1 Loth). Der Brief ging nach Neustadt bei Coburg und wurde dort mit dem Landpostboten zugestellt. Dabei wurde zu den 7 Kreuzer noch ein Landbestellgeld von 2 Kreuzer erhoben (auf der Rückseite vermerkt).

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. November 2008 um 07:58
    • #4

    Lieber VorphilaBayern,

    ganz so "harmlos" sind deine Stücke aber nicht, und ich sage dir auch warum.

    Dein 1. Brief aus Jettingen war eine Regierungssache, die man hätte vom Taxansatz frei lassen müssen. Man hat also das R.S. für Regierungssache als P. S. für Parteisache gelesen. Gezahlt hat man trotzdem ... Tolles Stück!

    Dein 2. Brief hatte schon seine Berechtigung bei der Taxierung. Briefe in den Bereich des Norddeutschen Bundes, auch wenn sie in den Bezirk mit süddeutscher Währung liefen, waren, wenn sie un- oder unterfrankiert waren in der Währung des Bundes (später des Reiches) anzusetzen, also Silbergroschen!

    Wann oder ob man diese Regelung rückgängig machte, weiß ich nicht. Jedenfalls war sie dem württembergischen Aufgabebeamten noch in Erinnerung, als er explizit mit 2 Sgr. taxierte.

    Postgeschichtlich suche ich seit Jahrzehnten nach einem Bayernbrief in den Süden des NDP, der unterfrankiert war ... Dir traue ich zu, dass du solch ein Stück hast.

    Jetzt bin aber ich wieder an der Reihe:

    Parteisachen außerhalb des Postvereins sind handverlesen, die meisten haben dergleichen wohl kaum einmal gesehen. Dank der freundlichen Mithilfe von Peter Sem konnte ich einen Brief für meine Bayern - Frankreich - Sammlung erwerben, den man nicht an jeder Ecke nachkaufen kann.

    Es ist eine sehr seltene Parteisache aus Nürnberg vom 21.10.1852 über Würzburg und Heidelberg nach Strasbourg in der 3. Gewichtsstufe nach dem Postvertrag vom 1.7.1847. Von Bayern rechts des Rheins kosteten dergleichen Briefe je halbes Loth 9 Kr., hier also 27 Kr., und nach Frankreich in den Grenzdepartements 3 Kr. je halbes Loth, hier also 9 Kr..

    Die 36 Kr. Frankatur ist also korrekt (das befand schon Franz Pfenninger so).

    Anmerkung am Rande: Parteisachen nach und über Frankreich dürfte man, wenn überhaupt, nur frankiert finden, denn französische Behörden, und nur an sie konnten diese gerichtet sein, durften mit Porto belastete Briefe nicht annehmen. Auch ein Grund, warum sie handverlesen sind.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

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  • VorphilaBayern
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    • 16. November 2008 um 11:07
    • #5

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für Ihre wiederum umfangreiche und sehr detailierte Kommentierung meiner Belege.
    Einen unterfrankierten Brief in den Süden des NDP habe ich bisher nicht.
    Vielen Dank für das Zeigen der sehr schönen und sehr seltenen frankierten Parteisache nach Frankreich.
    So etwas habe ich nicht, lediglich eine Parteisache aus der Vorphilazeit nach Frankreich von 1840, siehe Bild. Auf der Siegelseite ist kein Vermerk, oder Stempel.

    Liebe Grüße,
    VorphilaBayern

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  • VorphilaBayern
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    • 16. November 2008 um 11:11
    • #6

    ............... und habe nur zwei Regierungssachen ins Vereinsausland nach Frankreich (1853) und in die Schweiz (1857).

    Liebe Grüße,
    VorphilaBayern

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 16. November 2008 um 11:51
    • #7

    Lieber VorphilaBayern,

    feine Sachen, die du zeigen kannst - aber bei dem 1. Brief aus Germersheim lese ich R. S. und nicht P. S..

    Jedenfalls ist es nicht so deutlich geschrieben, denn auch damals setzte man mit 8 Decimes das Porto eines Briefes der 2. Gewichtsstufe (oben links 10g) an.

    Wunderschönes Stück - oft wurden Dienstbriefe, ob P.S. (denkbar selten) oder R.S. (je später, je seltener) falsch behandelt, weil die Postler einfach überfordert waren und ihre Vorschriften nicht kannten.

    Der 2. Brief aus Kaiserslautern wurde als frankierter Brief von Seiten der Franzosen behandelt (14 A.E.D. = Weissembourg Affranchie Etranger Destination). Oft setzte man in der Pfalz noch den P.D. - Stempel dazu, damit die Franzosen nicht nachtaxierten, denn damit waren sie sehr schnell.

    Der letzte Brief in die Schweiz scheint ganz alltäglich zu sein - nur wenn man einen kaufen möchte, kann es ein wenig länger dauern. Es ist schon sonderbar, wie wenig Dienstbriefe es von Bayern in die CH gibt - es müssten eigentlich Tausende sein ... nur gesehen hat sie noch keiner.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • VorphilaBayern
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    • 17. November 2008 um 18:06
    • #8

    Liebe Sammlerfreunde,

    möchte noch eine grenzüberschreitende unfrankierte J.P.S. "Justiz Partei Sache" von Nördlingen (Bayern) ins 2 Meilen entfernte Bopfingen (Württemberg) vorstellen. In beiden Orten waren gegenüberliegende Grenzpoststationen.
    Seltene Abstempelung mit Aufgabestempel: GÜTER EXPEDITION NÖRDLINGEN 9.8.1860.
    Ankunftsstempel (Rückseite) Doppelkreisstempel Bopfingen ebenfalls vom 9.8.1860.
    Der Empfänger bezahlte 6 Kreuzer Porto.
    Portoperiode im DÖPV vom 1.7.1850 bis 31.12.1861 je 1 Loth bis 10 Meilen frankiert 3 Kreuzer, unfrankiert 6 Kreuzer.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • VorphilaBayern
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    • 21. Dezember 2008 um 07:59
    • #9

    Liebe Sammlerfreunde,

    möchte folgenden Beleg zeigen:
    Parteisache von der königl. Filial Bank in Passau mit "einen Bankschein", somit als Wertbrief nach Grafenau. Postamtlich verschlossen "Rückseite schwarzes Siegel des Postamts Grafenau - Nach dem Tode von König Ludwig I. am 29. Februar 1868 waren 3 Monate Staatstrauer angeordnet und auch die Postamtssiegel mußten in schwarz sein - somit müßte der Brief vom 4.5.1868 sein, denn lt. Winkler war der Straubinger Stempel (Rückseite) von 1866 bis 1869 in Verwendung). Der Brief ging dann nach Arnstorf und der Empfänger zahlte 7 Kreuzer Porto.


    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 21. Dezember 2008 um 08:06
    • #10

    Lieber VorphilaBayern,

    deine beiden letzten Parteisachen sind Augenweiden mit postalischer Relevanz der besonderen Art.

    Nur eine kleine Korrektur sei mir gestattet: Der letzte Brief war kein Fahrpostgegenstand, da man Wechsel, Bankscheine, Staatsverschuldungen oder Obliagationen nicht als Valoren angesehen hat.

    Andernfalls hätte er eine abweichende Taxe und eine Manualnummer nebst Gewichtsangabe erhalten. Dennoch ist es immer etwas besonderes, dergleichen Vermerke zu finden; "mit Bankschein" habe ich leider keinen Brief.

    Danke fürs zeigen dieser kleinen Pretiosen sagt bayern klassisch

  • VorphilaBayern
    Stamm Mitglied
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    7. August 1955 (70)
    • 21. Dezember 2008 um 08:40
    • #11

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für Ihre ausführliche Kömmentierung und Richtigstellung der weitergesandten Parteisache.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

  • Luitpold
    erfahrenes Mitglied
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    • 15. Juli 2009 um 13:24
    • #12

    Hallöchen Allerseits,

    da sucht man Wendebriefe und - huch :) - Frage: Fahrpost oder Briefpost - finde ich eine portopflichtige Parteisache (hs. 7 x Porto) jeoch mit dem Fahrpoststempel Würzburg ( (13 x 35 mm von 1866). Da kein Briefpoststempel mit auf der Briefhülle ist, kann man deshalb davon ausgehen, dass er mit der Fahrpost befördert wurde ?(

    Luitpold

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 15. Juli 2009 um 14:17
    • #13

    Hallo Luitpold,

    schönes Stück - Glückwunsch! :)

    Also mit der Briefpost hatte er nichts zu tun, denn er wog "13 L", also 13 Loth und war daher prinzipiell ein Fahrpostbrief (wenngleich Dienstbriefe bis 1 Pfund mit der Fahrpost befördert werden konnten - aber nicht mussten!).

    Üblicherweise waren Briefe über 4 Loth nur für die Fahrpost vorgesehen (galt nur innerbayerisch und nicht im Postvereins- oder Auslandsverkehr).

    Zu den 7 Kr. Postporto kamen noch 4 weitere Kreuzer, so dass der Empfänger 11 Kr. zahlen musste ("Jenseitige Parteisache").

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • abrixas
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    • 15. Juli 2009 um 17:55
    • #14

    Dank der ausführlichen Erklärungen von @bayern klassisch werde ich wohl den Text dieser Albumseite neu schreiben dürfen. Besten Dank, Ralph. :)

    Aber zeigen wollte ich das gute Stück trotzdem. ;)

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 15. Juli 2009 um 18:03
    • #15

    Hallo Abrixas,

    kein schlechtes Stück, fürwahr!

    Weil ich es nicht sicher erkennen kann: Sind das 2 verschiedene Stempelabschläge?

    Üblich war zuerst die Stempelung des Briefes und später das Aufkleben der Portomarke und die Entwertung dann.

    Passierte dies alles innerhalb einer Stunde (eher unüblich), dann sind beide Stempel bildgleich. Passierte es später, dann zeigen die Stundenangaben i. d. R. andere Zeiten. Könntest du mal nachschauen, wie das hier war?

    Nicht dass du deine Beschreibung dann nochmals änderst ... ;)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • abrixas
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    • 15. Juli 2009 um 19:36
    • #16

    Hallo Ralph,
    Hier nochmal die beiden Stempel. Ich würde sagen, dass diese zur gleichen Zeit abgeschlagen wurden.

    Gruß
    Klaus

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  • bayern klassisch
    Gast
    • 15. Juli 2009 um 19:45
    • #17

    Hallo abrixas,

    sieht so aus - wenn du mal auf vergleichbare Belege achtest, wirst du den von mir geschilderten Fall mit unterschiedlichen Stempeln nachvollziehen können.

    Aber von Weilheim muss man erst einmal einen schönen Brief mit der P1 haben - Glückwunsch zu dem Klasse - Brief.

    Falls du keinen finden solltest, hätte ich einen zum zeigen, der auch nicht schlecht aussieht ... ;)

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • VorphilaBayern
    Stamm Mitglied
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    7. August 1955 (70)
    • 15. Juli 2009 um 20:26
    • #18

    Liebe Sammlerfreunde,

    aus meiner Heimatsammlung eine Parteisache
    "gegen Recepisse" vom Bezirksamt Kemnath
    an die Gemeindeverwaltung Kaibitz.
    Kaibitz lag im Landbestellbezirk von Kemnath.
    Die aufgeklebte Portomarke "P1" wurde in
    diesem Fall nicht entwertet.
    Vor ca. 20 Jahren wurden zwei fast gleiche
    Briefe bei einer Auktion angeboten.
    Beide Briefe hatten Atteste.
    Beim anderen Brief war die Portomarke gestempelt.
    Ich habe ihn nicht bekommen. Der Brief wurde auf
    über 800 DM (ohne Aufgeld) hochgejagt.
    Diesen Brief bekam ich zum Untergebot
    von 90 DM (ohne Aufgeld).

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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    Einmal editiert, zuletzt von VorphilaBayern (15. Juli 2009 um 20:28)

  • bayern klassisch
    Gast
    • 15. Juli 2009 um 20:39
    • #19

    Lieber VorphilaBayern,

    mit dem Vermerk "gegen Recepisse" wurden üblicherweise den Briefen Rückscheine beigefügt. Dafür bedurfte es der Einschreibung des Briefes selbst.

    Nur bei Lokal- und Ortsbriefen war die Einschreibung eines Briefes mit Rückschein nicht notwendig, weil ja der Stadt- oder wie hier Landpostbote keiner Sicherheitsüberwachung bedurfte (von der Hand in die Hand).

    Dass Briefe mit der P1, wenn diese abgestempelt wurde, wesentlich höher bezahlt wurden und werden, als mit unentwerteten Marken, ist eine Vorliebe einstiger und heutiger Sammler.

    Die P1 war nicht zu entwerten vorgeschrieben worden und dein Brief ist postgeschichtlich genauso wertvoll wie der, der 800 DM gekostet hat.

    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • VorphilaBayern
    Stamm Mitglied
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    Geburtstag
    7. August 1955 (70)
    • 16. Oktober 2009 um 10:40
    • #20

    Liebe Sammlerfreunde,

    folgende unterfrankierte Parteisache
    möchte ich zeigen:

    Frankiert mit 3 Kreuzer, statt 9 Kreuzer
    von Altmannstein (Oberpfalz) nach
    Bassenheim bei Koblenz (Preußen)
    an das Fürstlich Hohenzollerische Rentamt.
    Dies kommt daher, daß die Burg und das
    Rittergut Bassenheim von Hugo Graf Waldbott
    von Bassenheim 1861 zwangsversteigert wurde
    und Fürst Karl Anton von Hohenzollern dies
    ersteigerte.
    Es wurden "3", "7" und "11" Kreuzer angeschrieben,
    die allesamt wieder gestrichen wurden. Auf der
    Siegelseite ist vermerkt, daß die Gemeindeverwaltung
    Tettenwang 6 Silbergroschen zu zahlen hatte. Also
    müßte der Brief wieder an den Absender zurückgegangen
    sein.
    Warum der Brief den weiten Weg über München nahm,
    kann ich nicht sagen.

    Beste Grüße,
    VorphilaBayern

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    Einmal editiert, zuletzt von VorphilaBayern (16. Oktober 2009 um 10:51)

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