Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 7. Januar 1946 aus Ludwigslust (OPD Schwerin - Sowjetische Besatzungszone) nach Berlin (Magistratspost Groß-Berlin). Der Brief wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 12 Reichspfennigen (1 x Mi.-Nr. 16 - Ausgabe vom 28. August 1945) frankiert und mit dem Zweikreisstegstempel LUDWIGSLUST / a abgeschlagen.
Beiträge von Briefmarkentor
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Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 7. Januar 1946 aus Greifswald (OPD Schwerin - Sowjetische Besatzungszone) nach Itzehoe (RPD Kiel - Britische Besatzungszone). Mangels vorrätiger Postwertzeichen wurde der Brief mittels Barfrankatur (Stempel "Gebühren verrechnet") freigemacht und mit dem Zweikreisstegstempel (4) GREIFSWALD 1 / e abgeschlagen.
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Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 5. Januar 1946 aus Hagenow (OPD Schwerin - Sowjetische Besatzungszone) nach Schwerin (OPD Schwerin - Sowjetische Besatzungszone). Der Brief wurde portorichtig in Einzelfrankatur (1 x Mi.-Nr. 16 - Ausgabe vom 28. August 1945) frankiert und mit dem Zweikreisstegstempel (3) HAGENOW (MECKL) 1 / a abgeschlagen.
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Inlandspostkarte im Fernverkehr vom 4. Januar 1946 aus Schwerin (OPD Schwerin - Sowjetische Besatzungszone) nach Hamburg (RPD Hamburg - Britische Besatzungszone). Die Postkarte wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 6 Reichspfennigen (Ganzsache Mi.-Nr. P 5 - Ausgabe vom 28. August 1945) frankiert und mit dem Zweikreisstegstempel SCHWERIN (MECKL) 1 / ac abgeschlagen.
Der Text lautet wie folgt:
Schwerin, d 29./12.45.
Am Heidensee 8.
Meine liebe Margot, zum neuen Jahr sende ich
Dir und deinem lieben Mann meine herzlichs-
ten Glückwünsche. Möge dasselbe bessere Zeiten
bringen. Wie geht es Euch gesundheitlich? Was
habt Ihr für Nachrichten von Ruth, wie geht es der
Familie? Sigrieds Kinder sind sehr lebhaft. Beson-
ders der Kleine ist ein Ausbund von Lustigkeit.
Die Kinder leißen an Weihnachten keine Traurigkeit
aufkommen. Wir haben seit dem 11./12. eine 2 Zimmer-
Wohnung mit Küche und sind froh allein zu sein.
Die andere Wohnung war nicht heizbar. Der Kleine
hatte sich auch mehrere Male sehr erkältet. Sigried hat
immer noch keine Nachricht von ihrem Mann. Mein
Schwager ist jetzt als Leiter im Ministerium des Innern für LandwirtschaftIrmgard wollte gern zu einer
Freundin nach Hannover.
Dort sind die Verdienstmög-
lichkeiten so gut wie sie
es sich gedacht hatte. Nun
bleibt sie vorläufig noch
hier. Verlebt das Jahres-
ende recht gut und herz-
liche Gruße Dir und
Deinem Mann von uns
allen Deine Tante Mieze. -
Inlandsbrief im Ortverkehr bis 20 g vom 4. Januar 1946 aus Rostock (OPD Schwerin - Sowjetische Besatzungszone). Der Brief wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 8 Reichspfennigen (1 x Mi.-Nr. 11 xa - Ausgabe vom 6. Oktober 1945) frankiert und mit dem Zweikreisstegstempel (3) SEESTADT ROSTOCK 1 / p abgeschlagen.
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Hallo Vichy,
ein dickes Danke an dich für deine stetigen Bemühungen, Texte zu entziffern. Einfach Klasse!
Viele Grüße
Marko
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Inlandspostkarte im Ortverkehr vom 4. Januar 1946 aus Rostock (OPD Schwerin - Sowjetische Besatzungszone). Die Postkarte wurde in Einzelfrankatur mit 6 Reichspfennigen (1 x Mi.-Nr. 9 - Ausgabe vom 16. November 1945) frankiert. Damit ist die Postkarte um einen Reichspfennig überfrankiert. Allerdings gab es zum 4. Januar 1946 in der OPD Schwerin kein Postwertzeichen mit dem man eine Ortspostkarte portorichtig hätte frankieren können. Abgeschlagen wurde die Postkarte mit dem Zweikreisstegstempel SEESTADT ROSTOCK 2 / c.
Der Text lautet wie folgt:
Rostock
4.1.45Liebe Frau Freytag,
Bringen sie mir die
Sachen bei Gelegenheit
mit, es eilt nicht.
Viele Grüße -
Inlandspostkarte im Fernverkehr vom 4. Oktober 1946 aus Herzfeld über Grabow (OPD Schwerin - Sowjetische Besatzungszone) nach Hamburg (RPD Hamburg - Britische Besatzungszone). Die Postkarte wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 6 Reichspfennigen (Ganzsache Mi.-Nr. 6 - Ausgabe vom August 1945) frankiert und mit dem Zweikreisstegstempel GRABOW (MECKL) / c abgeschlagen.
Der Text lautet wie folgt:
Ich gelangte in den Besitz Ih
res Schreibens vom 6.12.45. & teile
Ihnen mit, daß mein Stellungsgesuch
eigentlich an die Fachschaft der Molkerei
Hamburg 36, Holstenwall 4 gerichtet war
& bitte Sie höflichst, mein Bewerbungsschr
schreiben an dieselbe gütigst weiterleiten
zu wollen. Ihre Freundlichkeit, der ich im
voraus meinen herzlichen Dank versichere,
stets erinnernd, zeichne hochachtungsvoll W. Hümpel. -
Ich starte dann mal mit der Nummer 4:
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 9. März 1922 aus Schwerin nach Güstrow. Der Brief wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 2,00 Mark frankiert (1 x Dienstmarke Mi.-Nr. 32)
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Und dann gab es noch das Saargebiet/Saarland
Saargebiet (1920 - 1935)
84. ab 30.01.1920 - 0,20 M
85. ab 06.05.1920 - 0,40 M
86. ab 01.04.1921 - 0,60 M
87. ab 01.05.1921 - 20 Centimes
88. ab 15.01.1922 - 15 Centimes
89. ab 01.01.1923 - 20 Centimes
90. ab 01.08.1923 - 25 Centimes
91. ab 01.08.1925 - 30 Centimes
92. ab 06.05.1926 - 40 Centimes
93. ab 11.08.1926 - 50 Centimes
94. ab 01.04.1930 - 60 CentimesSaarland (1947 - 1956)
95. ab 20.01.1947 - 0,24 RM
96. ab 20.11.1947 - 6 Francs
97. ab 22.09.1948 - 10 Francs
98. ab 12.01.1949 - 15 FrancsNoch spannender wird so eine Sammlung nach meiner Meinung, bezieht man die einzelnen Freimarkenserien mit ein.
Also, zeigt eure Briefe (Inland) im Fernverkehr bis 20 g!
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Es folgen Berlin (West), die Bundesrepublik Deutschland (BRD), und die Deutsche Demokratische Republik (DDR)
63. Berlin (West) - ab 01.04.1966 - 0,30 DM
64. Berlin (West) - ab 01.07.1972 - 0,40 DM
65. Berlin (West) - ab 01.07.1974 - 0,50 DM
66. Berlin (West) - ab 01.01.1979 - 0,60 DM
67. Berlin (West) - ab 01.07.1982 - 0,80 DM
68. Berlin (West) - ab 01.04.1989 - 1,00 DM
69. BRD - ab 01.04.1966 - 0,30 DM
70. BRD - ab 01.07.1972 - 0,40 DM
71. BRD - ab 01.07.1974 - 0,50 DM
72. BRD - ab 01.01.1979 - 0,60 DM
73. BRD - ab 01.07.1982 - 0,80 DM
74. BRD - ab 01.04.1989 - 1,00 DM
75. BRD - ab 01.09.1997 - 1,10 DM
76. BRD - ab 01.01.2002 - 0,56 €
77. BRD - ab 01.01.2003 - 0,55 €
78. BRD - ab 01.01.2013 - 0,58 €
79. BRD - ab 01.01.2014 - 0,60 €
80. BRD - ab 01.01.2015 - 0,62 €
81. BRD - ab 01.01.2016 - 0,70 €
82. DDR - ab 01.10.1954 - 0,20 M
83. DDR - ab 01.07.1990 - 0,50 DM -
Es folgen die einzelnen alliierten Besatzungszonen, die Sowjetische Besatzungszone unterteilt in Ihre Oberpostdirektionen:
34. Amerikanische Besatzungszone - bis 28.02.1946 - 0,12 RM
35. Amerikanische Besatzungszone - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
36. Britische Besatzungszone - bis 28.02.1946 - 0,12 RM
37. Britische Besatzungszone - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
38. Bizone - ab 01.09.1948 - 0,20 DM
39. Französische Zone - bis 28.02.1946 - 0,12 RM
40. Französische Zone - Baden - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
41. Französische Zone - Rheinland-Pfalz - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
42. Französische Zone - Württemberg-Hohenzollern - 0,24 RM
43. Französische Zone - Baden - ab 04.10.1948 - 0,20 DM
44. Französische Zone - Rheinland-Pfalz - ab 04.10.1948 - 0,20 DM
45. Französische Zone - Württemberg-Hohenzollern - ab 04.10.1948 - 0,20 DM
46. Magistratspost Groß-Berlin - bis 28.02.1946 - 0,12 RM
47. Magistratspost Groß-Berlin - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
48. Sowjetische Besatzungszone - OPD Dresden - bis 28.02.1946 - 0,12 RM
49. Sowjetische Besatzungszone - OPD Dresden - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
50. Sowjetische Besatzungszone - OPD Erfurt - bis 28.02.1946 - 0,12 RM
51. Sowjetische Besatzungszone - OPD Erfurt - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
50. Sowjetische Besatzungszone - OPD Erfurt - bis 28.02.1946 - 0,12 RM
51. Sowjetische Besatzungszone - OPD Erfurt - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
52. Sowjetische Besatzungszone - OPD Leipzig - bis 28.02.1946 - 0,12 RM
53. Sowjetische Besatzungszone - OPD Leipzig - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
54. Sowjetische Besatzungszone - OPD Potsdam - bis 28.02.1946 - 0,12 RM
55. Sowjetische Besatzungszone - OPD Potsdam - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
56. Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin - bis 28.02.1946 - 0,12 RM
57. Sowjetische Besatzungszone - OPD Schwerin - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
58. Sowjetische Besatzungszone - PD Provinz Sachsen - bis 28.02.1946 - 0,12 RM
59. Sowjetische Besatzungszone - PD Provinz Sachsen - ab 01.03.1946 - 0,24 RM
60. Sowjetische Besatzungszone - ab 24.06.1948 - 0,24 DM
61. Berlin West - ab 25.06.1948 - 0,24 DM
62. Berlin West - ab 01.06.1949 - 0,20 DM -
Einmal eine kleine Übersicht von Deutschland (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) für Briefe (Inland) im Fernverkehr bis 20 g
Den Beginn machen das Deutsche Reich und die Gebiete mit eigener Posthoheit:
1. Ab 01.10.1919 - 0,20 M
2. Ab 06.05.1920 - 0,40 M
3. Ab 01.04.1921 - 0,60 M
4. Ab 01.01.1922 - 2,00 M
5. Ab 01.07.1922 - 3,00 M
6. Ab 01.10.1922 - 6,00 M
7. Ab 15.11.1922 - 12,00 M
8. Ab 15.12.1922 - 25,00 M
9. Ab 15.01.1923 - 50,00 M
10. Ab 01.03.1923 - 100,00 M
11. Ab 01.07.1923 - 300,00 M
12. Ab 01.08.1923 - 1.000,00 M
13. Ab 24.08.1923 - 20.000,00 M
14. Ab 01.09.1923 - 75.000,00 M
15. Ab 20.09.1923 - 250.000,00 M
16. Ab 01.10.1923 - 2.000.000,00 M
17. Ab 10.10.1923 - 5.000.000,00 M
18. Ab 20.10.1923 - 10.000.000,00 M
19. Ab 01.11.1923 - 100.000.000,00 M
20. Ab 05.11.1923 - 1.000.000.000,00 M
23. Ab 12.11.1923 - 10.000.000.000,00 M
24. Ab 20.11.1923 - 20.000.000.000,00 M
25. Ab 26.11.1923 - 80.000.000.000,00 M
26. Ab 01.12.1923 - 100.000.000.000,00 M
27. Ab 01.12.1923 - 0,10 Rentenmark/RM
28. Ab 01.08.1927 - 0,15 RM
29. Ab 15.01.1932 - 0,12 RMFreistaat Bayern
30. Ab 01.10.1919 - 0,20 M
31. Ab 06.05.1920 - 0,40 MRepublik Württemberg
32. Ab 01.07.1919 (Nachbarortverkehr - frankiert) - 0,15 M
33. Ab 01.10.1919 (Sonst. Württ./Fernverkehr - frankiert) - 0,20 MAlso eine spannende Idee. Vielleicht können wir die hier in diesem Thema dokumentieren.
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Ein mutiges Vorhaben!
Wenn ich dir einen Rat geben darf, beschränke dich erst einmal auf Deutschland und vielleicht Österreich. Alleine die Inflationszeit vollständig zu dokumentieren, halte ich für sehr zeitaufwendig und kostspielig. Auch bei "modernen" Belegen der DDR, von Westberlin und der Bundesrepublik sucht man teilweise sehr lange.
Ansonsten drücke ich dir die Daumen. Und wegen der Portostufen würde ich bei den ARGEN nachfragen. Die sollten es wissen.
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Hallo Sammlerfreunde,
ich bin auf der Suche nach Tagespost aus dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Zeitlich von der Vormarkenzeit bis heute. Von der staatlichen Post bis zu den privaten Postanbietern, freigemacht mit Postwertzeichen, Freistemplern oder wie auch immer.
Anbieten kann ich Tagespost (zum Teil von Auktionshäusern und Sammlern) der letzten zehn Jahre.
Vielleicht hat jemand das Gesuchte in seinen Alben?
Viele Grüße
Marko
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Hallo zimbo,
du zeigst einen Brief nach dem Ausland bis 20 g vom 30. November 1946 aus Mühlacker in Württemberg (RPD Stuttgart - Amerikanische Besatzungszone) nach Uster in der Schweiz. Seit dem 1. April 1946 betrug das Porto dafür 0,75 RM. Dieses Entgelt wurde portorichtig durch die Verwendung einer Mischfrankatur (1 x Mi.-Nr. 915, 2 x Mi.-Nr. 921, 1 x Mi.-Nr. 929) entrichtet.
Der Brief durchlief die Zensur der amerikanischen Besatzungstruppen. Davon zeugt der Stempelabschlag links unten und die Verschlussbanderole auf der linken Seite.
Ein schönes Stück. Danke, das du es vorgestellt hat.
Viele Grüße
Marko
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Zitat
Original von zimbo
Ist das ein besonderes Sammelgebiet ?Hallo Zimbo,
die Briefe fallen auch unter das Thema Zensurpost. Übrigens ein sehr spannendes Teilgebiet, da man nicht alle Zensurmaßnahmen sofort erkennt.
Bist du so gut, und stellst deine interessanten Briefe in Themen zu den einzelnen Monaten vor? Diese werde ich dann um meine Belege ergänzen.
Für November 1946 gibt es sogar schon einen:
Viele Grüße
Marko
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Inlandspostkarte im Fernverkehr vom 4. Oktober 1946 aus Bützow (OPD Schwerin - Sowjetische Besatzungszone) nach Berlin (Magistratspost Groß-Berlin). Die Postkarte wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 6 Reichspfennigen (Ganzsache Mi.-Nr. 6 - Ausgabe vom August 1945) frankiert und mit dem Handrollstempel in der Form Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten BÜTZOW / * (MECKLB.) * abgeschlagen.
Der Text lautet wie folgt:
(3) Bützow (MECKL), d 3.1.1946.
Pferdemarkt 1.
Auf Grund Ihrer Anzeige in der
"Volkszeitung" Nr. 129 vom 31.12.45 bitte
ich um Preislisten bzw. Tauschangebote
über Deutschlandmarken. - Was bieten Sie
für: Stadtpost Apolda (3 Werte), Meckl.-
Vorpommern, "Opfer des Faschismus" (3 Werte),
Meckl.-Vorpommern, "Bodenreform" (beide
Farben, je 3Werte)? Ich
habe Interesse für
Berliner Sonderausgaben,
sowie letzte Ausgabe
Deutsches Reich (SA/SS).
Karl Heinz Klaas -
Inlandspostkarte im Fernverkehr als Einschreiben vom 3. Januar 1946 aus Ludwigslust (OPD Schwerin - Sowjetische Besatzungszone) nach Halle (PD Provinz Sachsen - Sowjetische Besatzungszone). Verwendet wurde ein Ganzsache aus der Britischen Besatzungszone (Ganzsache Mi.-Nr. P 673), welche auf der Vorderseite links unten mit dem Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten BAD SEGEBERG / LAND (RPD Kiel) abgeschlagen wurde. Diese Ganzsache besaß auf dem Gebiet der OPD Schwerin keine Gültigkeit. Mangels vorrätiger Postwertzeichen wurde die Ganzsache in Ludwigslust mittels Barfrankatur (roter Stempel "Gebühr bezahlt." und handschriftlich "36" in schwarzer Farbe) freigemacht und mit dem Zweikreisstegstempel LUDWIGSLUST / b abgeschlagen.
Bei der Ankunft in Halle am 7. Januar 1946 wurde rückseitig der Kreisstegstempel mit Gitterbogen oben und unten HALLE abgeschlagen.
Der Text lautet wie folgt:
Ludwigslust, Meck, 3.1.46
Lieber Kamerad Zittenbach(?)! Gestern sandte ich Ihnen in 2 R-Briefen
eine Anzahl von deutschen & ausländischen Ganzstücken für den Rundsende-
?? innerhalb der "Hallensia" zu. In den nächsten Tagen folgen
weitere Auswahlen. Hoffentlich finden Sie die nötige Zeit zum Durch-
sehen der Sendungen? ???? Mir fehlen
leider jegliche Anhaltspunkte für die einzelnen Bewertungen? Ich kann
Ihnen somit diese ? Tätigkeit nicht abnehmen. Wenn es Ihnen
zuviel werden Sollte, bitte um Nachricht; dann unterlasse ich weitere
Sendungen oder soll ich sie gleich an ?? schicken? Beste Grüsse -
Inlandspostkarte im Fernverkehr vom 2. Januar 1946 aus Barth (OPD Schwerin - Sowjetische Besatzungszone) nach Köln (RPD Köln - Britische Besatzungszone). Die Postkarte wurde portorichtig in Einzelfrankatur mit 6 Reichspfennigen (1 x Mi.-Nr. 9a - Ausgabe vom 16. November 1945 - Auflage 1.950.000 Stück) frankiert und mit dem Kreisstegstempel mit Bogen oben und unten BARTH / a abgeschlagen.
Der Text lautet wie folgt:
Barth, den 1.1.46. Liebe Frau
Kownatzki! Es freut mich zu ver-
nehmen, daß Sie mit Ihrer Familie wohl-
behalten bei Köln leben. Auch wir haben
glückl. alles überstanden, aber auf d.
Lande Furchtbares durchmachen müssen.
Als es nicht mehr auszuhalten war, zogen
wir hierher. M. Mann wurde hier Rechts-
Anwalt u. hat gut zu tun. Wir wohnen
zwar beengt (2 Räume) aber sehr hübsch
im Pastorhaus (mit + bezeichnet) bei
sehr netten Menschen, von denen uns der
Abschied schwer fallen wird. M. Mann
hat sich nach Hessen gemeldet, Gießen
od. Marburg, in Jochens Nähe. Von ihm
hatten wir vor 1/4 Jahr die 1. Nachr., die
uns aus gr. Besorgnis befreite. Es geht ihm
mit s. j. Frau in Mbg. sehr gut. Mit 30
Lebensm.Päckchen, die bis auf 1 ankamen
hat er unserer Ernährungslage ausgeholfen.
Leider habe ich über m. Mutter u. Schw, die
in Danzig blieben, äuß. beunruhigende Nach-
richt, die ich aber nicht glauben kann. Es mag ein Gerücht
sein wie das über uns, daß wir auf d. Fl. i. d. Weichsel ertranken.
Schreiben Sie doch auch bald einmal. Herzl. Gr. v. uns Ihre Hertha GrunauDer Text dieser Postkarte zeigt anschaulich den traurigen Alltag der unmittelbaren Nachkriegszeit auf dem Gebiet von Mecklenburg und Pommern.
Die Absenderin scheint aus Danzig vor den anrückenden Truppen der Roten Armee nach Westen geflohen zu sein und war in Vorpommern gestrandet. Dabei riss der Kontakt zu ihrer Familie ab. Im Januar 1946 war der Verbleib, bzw. das Überleben eines Teils der Familie immer noch unklar.
Diese Flüchtlinge wurden von der ortsansässigen Bevölkerung nicht sehr willkommen geheißen, musste mit diesen doch das Wenige, was noch vorhanden war, geteilt werden (Wohnraum, Nahrung).
Hinter dem Satz "aber auf d. Lande Furchtbares durchmachen müssen" verstecken sich wahrscheinlich Erlebnisse wie Hunger, Krankheiten, Plünderungen, Arbeitseinsätze, wahllose Verhaftungen und Tötungen sowie Vergewaltigungen. Diese waren im Jahr 1945 Alltag in Mecklenburg und Vorpommern.Aus dieser Umgebung wollte man weg und versprach sich im Westen des Deutschen Reiches und den Westalliierten ein besseres Leben. Was wiederum eine Flucht war.