@ Germaniafreund
Dieser Stempel Dresden Altstadt 24 r vom 22.2.1922 scheint auch in irgendeiner Form "neu" zu sein."Neu" in dem Sinne, dass er in dem neuerschienen Band 174 der Poststempelgilde (=Band 61 Infla Berlin) "Die Bandstempelmaschinen von Krag und Sylbe" des Autorenteams Kohlhaas und Riese noch nicht gelistet ist. Die erstmalige Erfassung dieser Stempel ist eine unglaubliche Leistung. Gerade bei den Stempeln aus de Inflationszeit, gibt es sicher noch viele Neuentdeckungen. Während anfangs eine relative Standardisierung der Stempel und Bänder bestand, wurde aufgrund Materialmangels während der Inflation offenbar viel hin- und her getauscht. Eine ähnliche Situation dann in der Kriegs- und Nachkriegszeit.
Zu Deinem Stempel vom 22.2.1922: Gelistet ist ein Stempel * 24 r vom 20.8.22 bis 30.06.27 ('Stempelkopf 31'). Dein Stempel ist 24 r ohne Stern, wobei der Unterscheidungsbuchstabe im Segment oberhalb steht. Das ist der Stempelkopf 32. Also entweder ein komplett neuer Stempel, oder ein neues Erstverwendungsdatum.
Dass darf man auf keinen Fall überbewerten. Man muss sich bewusst sein, dass es für diese Stempel keinen Markt gibt. Ich würde diese Stempel alle durch die Bank mit 50 Cent bis 1 Euro bewerten. Eine Erstverwendung einer neuen Stempelkopf / Bandkombination vielleicht bis 5 Euro. Eine Erstverwendung einer Bandstempelmaschine überhaupt (neue Stadt) vielleicht mit 20 Euro. Dies bedeutet, dass in aller Regel die Frankatur auf Brief den Preis bestimmt und nicht der Stempel. Es wird Jahre dauern, bis die Liste vervollständigt ist, und jemand sich die Mühe macht Punktbewertungen vorzuschlagen. Dies mag wohlmöglich auch nie passieren. Es bleibt hier überhaupt abzuwarten, ob sich für die verschiedenen Stempelkopf / Bandkombinationen aller Verwendungsorte mit allen vorkommenden Unterscheidungsbuchstaben überhaupt ein Sammelinteresse bildet. Ich kann mir vorstellen, dass die Anzahl der Sammler, die diese Dinge "auf komplett" sammeln immer sehr gering sein wird. Insbesondere, wenn man dann noch die Werbestempel in Bandform einbezieht, die von dem Buch nicht erfasst werden (was meine einzige grundlegende Kritik wäre).
Ich finde das Buch sehr gut. Es gibt einen ersten Anhalt. Für die Zeit bis zum ersten Weltkrieg glaube ich auch nicht, dass es wesentliche Neuentdeckungen gibt. Danach ging es halt drunter und drüber und ich vermute, dass viele Stepel in den Sammlungen der Heimatsammler besser dokumentiert sind, als derzeit in dem Buch. Diese Informationen werden erst mit der Zeit zusammen kommen.