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  3. Michael D

Beiträge von Michael D

  • Hamburg Vorphilabriefe

    • Michael D
    • 11. Dezember 2009 um 11:18

    Hallo Ulf,

    Tages- und Monatseinsatz sind vertauscht, deshalb ist der Trennstrich auch unten und nicht mittig im Stempel. Das Datum ist aber richtig eingestellt.
    Gehört also auch in die Rubrik Fehler in Datumsstempeln

    Ich hoffe noch immer, dass sich jemand zu der Leitweg- und Stempel-Besonderheit auf diesem Brief äussert ...

    Viele Grüße
    Michael

  • Landbriefträger

    • Michael D
    • 11. Dezember 2009 um 09:04

    Hallo bayern klassisch,

    geschätzt 3 - 4 - 6 - 7 - 9

    Viele Grüße
    Michael

  • Preussen - Russland

    • Michael D
    • 10. Dezember 2009 um 21:45

    Lieber bayern klassisch,

    richtig, in dem Postvertrag von 1851 ist das Reductionsverhältnis mit 6 Sgr. gleich 20 Silberkopeken angegeben.
    In diesem Vertrag gibt es keinen Hinweis auf evtl. weitere Gebühren für einen einfachen Brief. Die Formulierungen sind eindeutig: Das polnische Porto beträgt 3 Sgr. und das Vereinsporto ebenfalls. Die Abrechnung bei Frankobriefen erfolgte in Silbergroschen.

    Fehler oder Wechselkursänderung ? ?(
    Die vorderseitig notierten 22 erschließen sich mir nicht, ebensowenig die rückseitigen 29.

    Viele Grüße
    Michael

  • Preussen - Russland

    • Michael D
    • 10. Dezember 2009 um 19:09

    Liebe Sammlerfreunde,

    um zu beweisen, dass die russische und polnische Korrespondenz nicht nur nach Frankreich lief, heute ein Franko-Brief nach Württemberg.

    Aufgegeben am 12.Mai 1853 in Plonsk (vs. L1 und FRANCO-Stempel) geht es in Polen über Pultusk (13.5., rs. roter K1) und Warschau (14.5., rs. Fingerhutstempel) nach Preußen. Auf der Strecke Breslau-Berlin (15.5., rs. links mittig und vs. R2 AUS RUSSLAND / FRANCO.) des Eisenbahnbureaus IV geht es weiter über Berlin-Leipzig (16.5., rs. links unter dem bayerischen Stempel), Leipzig-Magdeburg (16.5. mit kopfstehendem Tagesdatum, rs. links unten) nach Bayern. Dort über die Strecke Hof-Nürnberg (17.5., rs. links) schließlich ins württembergische Calw (18.5., rs. K2 rechts unten).

    Viele Grüße
    Michael

  • Landbriefträger

    • Michael D
    • 8. Dezember 2009 um 11:29

    Hallo bayern klassisch,

    eigentlich soll man sich ja nur äußern, wenn man wenigstens etwas Ahnung hat ...

    aber ich würfel mal mit:
    6, 7, 8 und 9

    Viele Grüße
    Michael

  • Posthistorie

    • Michael D
    • 6. Dezember 2009 um 20:14

    Hallo kramix,

    vielen Dank für den mal wieder ausgezeichneten Beitrag !
    Da hat man jeden Sonntag was zum Lesen ... :)

    Viele Grüße
    Michael

  • Preussen-Bayern

    • Michael D
    • 6. Dezember 2009 um 14:09

    Lieber bayern klassisch,

    jetzt ist alles klar - Danke.

    Viele Grüße
    Michael

  • Hamburg Vorphilabriefe

    • Michael D
    • 6. Dezember 2009 um 14:05

    Liebe Sammlerfreunde,

    ich habe hier einen Transitbrief mit ungewöhnlichem Leitweg, bei dem ich mir Aufklärung durch Hamburg- bzw. England-Spezialisten erhoffe.

    Der Brief wurde am 1.8.1846 in Warschau aufgegeben, lief über Berlin (rs. L2 vom 4.8.) nach Hamburg (rs. K2 des preuss. Stadtpostamts vom 6.8.) und hatte als Ziel London, via Hull (rs. Rahmenstempel von Hull für ship letter vom 8.8. und Londoner Ausgabestempel vom 10.8.).

    Der 1. englisch-preussische Postvertrag trat erst zum 1.1.1847 in Kraft, der Brief musste also bis zur Küste freigemacht werden.
    Die polnische Taxe ist in Bruchstrichform angeschrieben. Die preußische Taxe mit 18 1/2 Sgr. bis Hamburg ist ebenfalls notiert.
    Die englische Gebühr für ship letter von 8 d wurde ebenfalls angeschrieben.

    Der rote T-Stempel im Oval bestätigt eine Verrechnung mit England. Welcher Portoanteil wurde verrechnet ? Der des Stadtpostamts ?

    Normalerweise liefen diese Briefe jetzt per englischem Paketboot (meines Wissens 2x/Woche) direkt nach London. Dieser Brief weist jetzt den preussischen Stempel VIA HULL auf.
    Diese Umleitung habe ich auf Briefen nach London sonst nie gesehen, dies bedeutet schließlich einen großen Umweg und es stellt sich die Frage warum ? Denkbar wäre der Ausfall eines Paketbootes o.ä.

    Dazu gehört wahrscheinlich auch der Stempel des Hamburger Comptoirs SCHIFFS BRIEF-POST HAMBURG . Bei normaler Direktleitung Hamburg-London kenne ich keine Hamburger Stadtpoststempel auf preussisch-englischer Korrespondenz.

    NB: Laut v.d.Linden gehört der Hamburger Schiffs Brief-Post Stempel auf Post, die aus Übersee kommt. Falsch gestempelt oder stimmt die Angabe von v.d.Linden nicht ?

    Kann jemand Licht in dieses Dunkel bringen ?

    Viele Grüße und vielen Dank im voraus
    Michael

  • Preussen-Bayern

    • Michael D
    • 6. Dezember 2009 um 13:07

    Lieber bayern klassisch,

    wir haben uns da mißverstanden bzw. ich habe mich vielleicht unklar ausgedrückt .
    Die 4 Sgr. preussischer Anteil hatte ich auch schon im 1. Beitrag zu diesem Brief beschrieben.
    Da sind wir uns völlig einig. :jaok:

    Meine Frage zielte dahin, aus welcher Notierung / Korrektur / ... auf diesem Brief Du ersiehst, dass zunächst falsch gerechnet wurde ? Also dass zunächst 3 1/2 + 3 1/2 Sgr. = 7 Sgr. berechnet wurde und erst danach korrekt 3 1/2 + 4 Sgr. = 7 1/2 Sgr.

    Nur um diese Kleinigkeit, die ich aber auf dem Brief nicht entdecke, geht es. ?(

    Viele Grüße
    Michael

  • Preussen-Bayern

    • Michael D
    • 6. Dezember 2009 um 11:14

    Lieber bayern klassisch,

    vielen Dank für deine ausführliche Stellungnahme.

    Zitat

    Original von bayern klassisch
    ...
    Dann machte man den Fehler und addierte nur 3 1/2 Sgr. zu den bereits vorhandenen 3 1/2 Sgr., was falsch war, ...

    Woraus entnimmst Du diesen Sachverhalt?

    Viele Grüße
    Michael

  • Interessante Belege aus Magdeburg

    • Michael D
    • 5. Dezember 2009 um 18:33

    Hallo Ulf,

    der Grenzeingangsstempel ALLEMAGNE / CHEMIN DE FER wurde von der ambulanten belgischen Eisenbahnpost in Ostbelgien für die preussisch-belgische Korrespondenz benutzt.
    Der von dir gezeigte Stempeltyp wurde in grün (ab 1851) und schwarz (ab 1853) eingesetzt.

    Viele Grüße
    Michael

  • Preussen-Bayern

    • Michael D
    • 5. Dezember 2009 um 17:07

    Hallo Nils,

    vielen Dank für die Erläuterung.
    War es Freundlichkeit oder Mißtrauen, dass Bayern die ihm zustehenden Portobeträge selber umrechnete ? ;)

    Den Brief wollte bei Rauhut kürzlich keiner haben - und bevor er zum Altpapier kam, habe ich ihn halt genommen ... :D

    Er zeigt noch eine schöne Kleinigkeit auf: Die preußischen Aufgabestempel wurden bei der Briefpost nur in der Anfangszeit ihrer Einführung (ca. 1826/27) vorderseitig abgeschlagen, später immer rückseitig. Und 1846 ist dafür richtig spät.
    Zugegeben, Ausgabestempel beachten viele Sammler nicht, ich finde zu Unrecht.

    Viele Grüße
    Michael

  • Preussen-Bayern

    • Michael D
    • 5. Dezember 2009 um 12:34

    Hallo miteinander,

    zu dem folgenden Brief habe ich noch Fragen.
    Es handelt sich um einen Portobrief vom 1. April 1846 aus München nach Potsdam.
    Der Brief müsste über Hof gelaufen sein. Für die Strecke München - Hof waren 12 Kr. zu bezahlen. Ich finde aber nur (mit Rötelstift) den reduzierten Wert von 3 1/2 Sgr.
    Schrieben die Bayern ihre Gebühr nicht in der eigenen Währung an ? ?(

    Von Preussen wurden diese 3 1/2 Sgr. nochmal mit roter Tinte notiert, gestrichen und der Gesamtbetrag von 7 1/2 Sgr. angeschrieben (für Briefe bis 3/4 Loth und über 30 Meilen fielen 4 Sgr. an).

    Links neben Potsdam steht mit Tinte etwas wie 12 oder 1/2. Ich würde dies nicht für die Notierung eines Postbeamten halten. Vielleicht die Gewichtsangabe des Absenders?

    Sind diese Deutungen soweit richtig ?
    Hinter der Jahreszahl des Münchener Aufgabestempels steht noch etwas wie VM (?). Eine Angabe von Vor- bzw. Nachmittag ?

    Viele Grüße
    Michael

  • Preussen - Russland

    • Michael D
    • 4. Dezember 2009 um 21:07

    Liebe Sammlerfreunde,

    es folgt ein weiterer Brief aus Polen:
    Portobrief vom 29.7.1852 aus Warschau (vs. K1) über Breslau - Berlin - Aachen - Paris nach Rheims (Frankreich).

    Der Absender des Briefes, ein Händler mit Geschäftsbeziehungen nach Riga und Warschau, stammt aus Brest in Litauen (das heutige Brest-Litowsk in Weißrussland, ab 1795 zu Russland gehörend). Er schrieb den Brief am 26.Juli in Brest (handschriftl. im Briefkopf), an die Post übergeben wurde er aber erst in Warschau.

    Im Kartenschluß ging es dann nach Breslau. Dann über die Strecken Breslau-Berlin (rs. Kursstempel Dk III T rechts oben und vs. Rahmenstempel AUS RUSSLAND), Berlin-Minden (rs. L IV links oben) und Coeln-Verviers (rs. L IV rechts unten) nach Frankreich (vs. K2 PRUSSE 3 VALENCIENNES). Über Paris (rs 2x) schließlich nach Rheims (rs. links mittig).
    Preussen notierte seine 3 Sgr. rückseitig, Frankreich 14 Decimes Gesamttaxe.

    Obwohl der Brief aus Polen kommt, erhielt er den Stempel AUS RUSSLAND. Der entsprechende Stempel AUS POLEN findet sich nur auf Briefen nach Preußen oder in den Postverein. Darüber hinaus laufende Briefe wurden anscheinend immer mit AUS RUSSLAND gestempelt.

    Die kleine Besonderheit dieses Briefes ergibt sich aus einem Kusstempel.
    Die verschiedenen Varianten des Grenzeingangsstempels AUS RUSSLAND (übrigens ist der auf diesem Brief gezeigte komplett in Großbuchstaben gehalten) erfahren eine Spezifizierung häufig durch beigesetzte Stempel, die den Leitweg beschreiben - bei Bahnpostkursen i.d.R. Kursstempel.
    In diesem Fall ist dies der Kursstempel Breslau-Berlin.
    Normalerweise sieht man ihn in der Form L IV, wie hier den Stempel der Strecke Berlin-Minden. Die auf diesem Brief zu sehende Form Dk III T ist eine frühe Form, die zu Beginn der 50er Jahre nur noch selten zu finden ist. In Verbindung mit dem Grenzeingangsstempel ist er eine kleine Seltenheit.

    NB: Die Lesart bei diesen Kursstempeln ist folgende: Die römische II bezeichnet die zweite Tagestour auf dieser Strecke, das R steht für Retour (alternativ gab es T für Tour). Das heißt die auf dem Stempel stehende Strecke wurde zurückgefahren, also Breslau nach Berlin. Darunter steht normal das Datum.

    Viele Grüße
    Michael

  • Preussen - Russland

    • Michael D
    • 1. Dezember 2009 um 19:53

    Liebe Sammlerfreunde,

    hier folgt das Gegenstück zum vorigen Beleg.
    Ein Portobrief aus Warschau (Fingerhutstempel vom 30.12.1866) nach Bordeaux.

    Dies ist zwar ein Brief aus Polen, da aber Polen und das Zarenreich in Personalunion regiert wurden, war hier eine scharfe Trennung nicht immer nötig und auch nicht möglich, wie man an zahlreichen Belegen sehen kann.

    Die Phasen der Selbständigkeit der polnischen Post umfassen (in unterschiedlichem Ausmaß) nur die Jahre 1815-1851 und 1858-1866. So war in der zweiten genannten Phase eine volle Selbständigkeit nur in den Jahren 1862-66 gegeben, als es eine Postverwaltung des Königreichs Polen gab, davor war Polen ein Postbezirk der russischen Postverwaltung. Als Folge des niedergeschlagenen polnischen Aufstands (1863) wurde die polnische Post dann ab dem 1.Januar 1867 wieder dem russischen Postministerium als ein Postbezirk unterstellt.

    So ist der Brief vom 30.12. ein Vorletzttagsbrief der selbständigen polnischen Post !

    Rückseitig wurden wieder von Preußen die 3 Sgr. Porto notiert und vorderseitig der Kastenstempel P.38. , diesmal in blau, entsprechend dem preussisch-französischen Vertrag aufgesetzt.
    Von Seiten der französischen Post kamen dann in Paris der Eingangsstempel PRUSSE 3 ERQUELINES sowie der Taxstempel 11 Decimes und rückseitig der Ausgabestempel Bordeaux vom 2.1.67 hinzu.
    Wir haben hier eine Gesamtlaufzeit von 4 Tagen.

    Rückseitig ist von Preussen noch der K2 AUS RUSSLAND über EISENB. POST-BUR. XI / PORTO / 30 12 I / 66 zu sehen.
    Diesen Stempel gibt es in 4 Varianten:
    Var. 1+2: Das Mittelteil PORTO war austauschbar gegen FRANCO
    Var. 3+4: Es gibt ihn auch mit der Inschrift AUS POLEN ... statt AUS RUSSLAND ...

    Dann gibt es noch 2 ähnliche Stempel, siehe den vorher gezeigten Brief. Dort lautet die Inschrift AUS RUSSLAND über BUR. XI EDK.BRG.
    Diesen gibt es ebenfalls mit PORTO- und FRANCO-Mittelteil.
    Also Var. 5+6

    Zur Erklärung des unterschiedlichen Einsatzes habe ich eine Karte des Eisenbahnpostbureaus XI beigefügt. Dieses Postamt war für 2 Hauptstrecken in östlicher Richtung verantwortlich. Einmal die nördliche Route über Königsberg nach Eydtkuhnen. Und einmal die südliche Route über Bromberg und Thorn nach Alexandrowo.

    Der Stempel Var. 5+6 kam nur auf der nördlichen Route zum Einsatz und deshalb nur auf russischer Post.
    Der Stempel mit den Var. 1 - 4 wurde auf der südlichen Route verwendet und ist auf russischen und polnischen Briefen zu finden.
    Wie man bei dem hier gezeigten Brief sieht, erhielten auch polnische Briefe den Stempel AUS RUSSLAND ...
    Der Stempel AUS POLEN ... (Var. 3+4) ist nur 1863 - 65 nachweisbar. Möglicherweise verschwand er mit zunehmender Russifizierung der polnischen Post nach den Aufständen.

    Viele Grüße
    Michael

  • Hamburg Vorphilabriefe

    • Michael D
    • 30. November 2009 um 15:41

    Hallo Rainer,

    der Stempel wurde von der französischen Post für Briefe aus T&T-Gebiet eingesetzt. Verwendungsort war Paris, die Stempelfarbe rot, ab 1827.
    Die Stempel-Nr. bei v.d.Linden ist die 74.

    Viele Grüße
    Michael

  • Hamburg Vorphilabriefe

    • Michael D
    • 30. November 2009 um 11:29

    Hallo rainer,

    es handelt sich um den französischen Grenzeingangsstempel von Givet.
    Nummer und Abbildung kann ich bei Bedarf nachliefern.

    Viele Grüße
    Michael

  • Preußen

    • Michael D
    • 29. November 2009 um 12:38

    Hallo Bernd,

    in Stephans Geschicht der Preussischen Post ist hierzu folgendes zu finden:

    ...
    Mit der Regierung des Fürstenthums Schwarzburg-Rudolfstadt war unterm 27.December 1815 ein Vertrag abgeschlossen worden, nach welchem das im Jahre 1803 zu Frankenhausen von der Sächsischen Postverwaltung mit Genehmigung der Fürstlichen Regierung errichtete Postamt bestehen bleiben, aber an Preußen übergehen sollte, wofür die Preußische Postverwaltung gewisse Portofreiheiten zugestand.
    ...

    Viele Grüße
    Michael

  • Preussen - Russland

    • Michael D
    • 28. November 2009 um 11:05

    Liebe Sammlerfreunde,

    leider konnte ich mit dem vorigen Beleg keinen alten Sachsen aus seiner Deckung locken ... :(

    Ich war noch einen Beleg mit Verrechnungsstempel der 3. Periode aus dem französisch-preussischen Vertrag von 1858 schuldig.
    Dieser folgt hiermit. Es handelt sich um einen doppeltschweren Portobrief aus Moskau vom 26. Oktober 1867 (jul. entspr. 7.11.1867 gregor.).
    Rückseitig sieht man von russischer Seite das Fragment eines schwarzen Porto-Stempels, außerdem einen Aufgabe- und einen Bahnpoststempel.
    Bei Übernahme durch die preussische Post wurde rückseitig der rote K2 AUS RUSSLAND über BÜR XI EDK BRG. / PORTO 9 11 II / 67 abgeschlagen.
    Diese Stempel wurden ab 1863 von dem mobilen Eisenbahnpostbüro XI eingesetzt. Die Abkürzung EDK BRG. steht für die Strecke Eydtkuhnen - Bromberg, deshalb entfallen bei diesem Stempel auch weitere Kursstempel für diese Strecke. Die römische 2 hinter der Monatszahl steht für die 2. Tour auf dieser Strecke.
    NB: Weiteres zu diesen Stempeltypen folgt beim nächsten mal.

    Rückseitig wurde das Vereinsporto von 3 Sgr. notiert und vorderseitig der Kastenstempel P.38. (für die 3.Verrechnungsperiode ab 1866) aufgesetzt - entsprechend der französisch-preussischen Postkonvention von 1858.
    NB: Diese Verrechnungsstempel gibt es auch auf anderen, z.B. schwedischen, Transitbriefen durch Preußen nach Frankreich, natürlich dann mit einer anderen Ziffer. Das P steht für Preußen.

    Die französische Post (vorderseitig bei Eingang K2 PRUSSE 3 ERQUELINES) taxierte den Brief mit 22 Decimes (ebenfalls vs). Rückseitig ist neben dem schwach aufgesetzten Pariser Stempel der Streckenstempel Paris - Bordeaux und der Ausgabestempel vom 12.November zu sehen. Also eine Laufzeit von 5 Tagen für die Strecke Moskau-Bordeaux.

    Da die Entwicklung der Eisenbahn für den russisch-preussischen Postaustausch eine wichtige Rolle spielte, noch einige Erläuterungen hierzu:
    Seit 1838 durfte die Eisenbahn für Postzwecke benutzt werden. Dafür stellte die Post eigene Bahnwagen zur Verfügung. Zu dieser Zeit fand aber noch keine Bearbeitung während der Fahrt statt. An wichtigen Bahnhöfen wurden Speditionsbureaus dafür eingerichtet (später wurden diese in Eisenbahn-Post-Bureaus umbenannt).
    Ab 1849 wurde die Bearbeitung der Poststücke während der Fahrt aufgenommen und Kursstempel eingeführt.
    Die ersten Bahnlinien entstanden vornehmlich von Berlin aus Richtung Westen, betrieben von großen Privatbahn-Aktiengesellschaften. Die ersten waren wohl die Magdeburg-Leipziger, die Magdeburg-Halberstädter, die Rheinische, die Bergisch-Märkische und die Cöln-Mindener Eisenbahngesellschaft.
    Nun war es im Staatsinteresse, auch die Ostprovinzen und Russland anzubinden. Hierbei spielten neben wirtschaftlichen auch militärische Überlegungen eine Rolle, vielleicht sogar die entscheidende. Erste Verhandlungen über den Bau einer Strecke Berlin-Königsberg begannen in den 40er Jahren.
    Die Bedingungen in den östlichen Provinzen waren aber anders als im Westen. Eine deutlich geringere Bevölkerungsdichte und ein hoher Anteil an Landwirtschaft ließen den Bau einer Eisenbahn aus wirtschaftlicher Sicht nicht vielversprechend aussehen.
    So kam es,dass Preußen mit dem Bau der sogenannten Ostbahn seine erste staatliche Bahnlinie erhielt. Mit den Arbeiten begonnen wurde im Juni 1848. In Erinnerung an die jüngsten Unruhen (wir schreiben das Revolutionsjahr 1848 !) wollte man größere Arbeiteransammlungen nicht unbeaufsichtigt lassen und ließ deshalb Militär in der Nähe der Bauarbeiten unterbringen.
    Bei den Arbeiten zu dieser Bahnlinie befand man sich oft auf ehemaligem Seegrund und so fanden die Arbeiter bei den Erdarbeiten regelmäßig Bernstein, was zu jener Zeit zu einem deutlichen Anstieg des Handelsvolumens mit diesem Halbedelstein führte.
    Die offizielle Inbetriebnahme der Strecke Berlin - Bromberg fand am 26. Juli 1851 statt. Diese erste Strecke machte zu dieser Zeit noch den erheblichen Umweg über Stettin, die kürzere Verbindung über Cüstrin folgte erst später (1867). Die Verbindung bis nach Königsberg wurde am 2. August 1853 fertiggestellt.
    Die durchgehende Bahnverbindung nach Russland ließ noch, wie bereits geschildert, einige Jahre auf sich warten.

    Viele Grüße
    Michael

  • Schwergewichte

    • Michael D
    • 27. November 2009 um 10:22

    Hallo Ulf,

    es könnte vielleicht auch der Außensteg der Monatszahlengruppe sein. Der Stempel ist auch etwas nach rechts verkantet abgeschlagen worden.

    Viele Grüße
    Michael

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