Hallo ![]()
Ein sehr interessantes Thema, da hat sich meine Meinung in den letzten Jahren grundlegend geändert. Früher dachte ich ja bei ebay und Internethändlern muss man sehr vorsichtig sein, während man renomierten Auktionshäusern absolut vertrauen kann.
Dass dies ganz und gar nicht so ist sollen ein paar Beispiele die mir aus dem Stehgreif einfallen zeigen (zum besseren Verständnis, mein Sammelgebiet ist Bayern) :
- Kleiner Steckkartenposten bei einem Auktionshaus in Bayern, Ausruf €80. Auf den ca. 8-10 Steckkarten befindet sich im Grunde passable Massenware aus der Kreuzer- bzw. Pfennigzeit. Herausragend ist die auf der ersten Seite befindliche #32 mit Fingerhutstempel, besonders hervorgehoben mit Zettelchen mit Ausrufezeichen und im Grunde allein für den Ausrufpreis massgebend.
Das Problem: der Stempel ist eine (schlechte) Fälschung. Also geh' ich zu einem Mitarbeiter des Auktionshauses und sag' denen das mit ausführlicher Begründung, und der Bitte um Kennzeichnung der Fälschung durch ein Zettelchen. Die Antwort war 'Das machen wir nicht, dafür gibt es ja die Besichtigung damit die Leute die Echtheit selbst überprüfen können'. ![]()
-Nächstes Beispiel, zwei Posten von einem renommierten Süddeutschen Auktionshaus.
Bayern-Brief von München nach Rotterdam frankiert mit#4 und #5, also 15 Kreuzer. Das Franko hätte aber eigentlich 16 Kreuzer betragen, also fehlt wahrtscheinlich eine #3 (1 Kreuzer) auf dem Brief. Nach kurzem betrachten finde ich auch eindeutig die Stelle wo sie mal war, erstens durch die Schrift auf der Vorderseite die an der Stelle wo die Marke war durch den abgefärbten Tintenspiegel verblasst war und zweitens durch den Durchschlag des Mühlradstempels an dieser Stelle. Ich zeige das alles dem Auktionshaus und der Chef ist zwar interessiert daran, trotzdem wird der Brief dann zwei Wochen später ohne Anmerkung teuer versteigert ![]()
Zweites Beispiel des selben Hauses:
Einzelfrankatur #42 auf sauberem Brief, wirklich nicht häufig. Kleines Bild im Katalog und Beschreibung 'Luxus, leuchtend frisch, ausgezeichnete Erhaltung, Ausruf €600.
Die Wirklichkeit: Der Eckzahn fehlt komplett, ein sehr gewichtiger Mangel der auf dem Bild nicht erkennbar war und somit allen Fernbietern unbekannt war. Auch dieser Brief wurde ohne eine Anmerkung ausgerufen...
So könnte ich noch eine ganze Zeit weitermachen, vom gefälschten Attest bei einem mitteldeutschen Auktionshaus bis zur aktuell als 4I ausgerufenen 4II2... ![]()
Viele Grüße
Michael