nachdem der Artikel von 1906 stammt, können Besetzungsausgaben nicht erwähnt werden. Im übrigen stand nicht mehr drin.
In einem Art. dgl. Zeitung findet man am 31. August 1907 folgenden Text:
"Deutsche Kolonialmarken. Die Sammlerwelt kann nicht eindringlich genug davor gewarnt werden, deutsche Kolonialmarken von "billigen" Händlern oder aus Tauschgelegenheiten im blinden Glauben an deren Echtheit zu erwerben. Denn die Zeichen mehren sich, daß die Fälscher mit Eifer dabei sind, auch dieses Gebiet mit raffinierten Mitteln zu bebauen.
Neben einer Anzahl ziemlich primitiver Fälschungen, die nur ganz naive Sammler irreführen können, lagen einer sehr bekannten "Prüfungsstelle" kürzlich gefälschte Kolonialmarken vor, die geeignet sind, selbst Kenner zu täuschen, und zwar waren es die Wert zu 25 und 50 Pf, der ersten Ausgabe von Deutsch-Südwestafrika und die 5 und 10 Pf.-Marken von Karolinen mit diagonalem Aufdruck; vermutlich existieren hiervon auch noch die anderen Werte. Auch die Marken von Kamerun sollen in derselben raffinierten Weise gefälscht worden sein.
Der erste Eindruck ist täuschend: man glaubt es nicht, daß man es mit Fälschungen zu tun hat. Der Druck des Aufdrucks zeigt deutlich den Eindruck der verwendeten Schrifttypen, was das genaue Messen ausserordentlich erleichtert, meist infolge zu starker Farbenauftragung an den Rändern mit einem starken Farbenbart, der dem Aufdruck ein etwas unreines Bild gibt, was bei den Originalen selten zu beobachten ist. Die Haupterkennungszeichen sind aber auch hier wieder die Maße: Bei den D.-Südwestafrika haben die großen Buchstaben wie D, K die Höhe von fast 2 1/2 mm, wogegen die echten genau 2 1/4 mm messen. Die Breite des Aufdrucks der zweiten Zeile, von S bis a gemessen, beträgt bei den echten genau 22 mm, wogegen die falschen 22 1/2 mm aufweisen!
Bei den Karolinen mißt das K in der Höhe echt genau 3 1/2, falsch 3 5/8 mm, das 1 bei 3/1/4 mm reichlich, falsch 3 1/2 reichlich; das ganze Wort von K bis n in der Breite (von Spitze zu Spitze der querstehenden Fußlinien gemessen) echt 17 1/10, falsch genau 17 1/4 mm.
Bei Beachtung dieser Maße dürfte jder Sammler von diesen Fälschungen gesichert sein. Die uns vorgelegten Exemplare waren teils ungebraucht, teils gebraucht. J. B. J."
(So der Bericht)
(In der heutigen Zeit ist zu bedenken, daß durch die beiden Weltkriege sehr viel Material vernichtet wurde.)