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Beiträge von solid611

  • Transitland Deutschland

    • solid611
    • 7. März 2009 um 15:03

    Hallo Nils und bayern klassisch,

    der Brief ist ja schon fast vollständig beschrieben. Er kostete, wie bayern klassisch erläutert hat, 8 Sgr davon für Rußland 3 Sgr (Vertrag von 1851) und für Preußen - Frankreich 5 Sgr (Vertrag von 1858). Rußland notierte hierfür "f 8" = Franko 8 Sgr in Schwarz und die gründlichen Preußen dieses ebenfalls nochmal in blau. Preußen und Rußland hatten vereinbart die Taxierung ausschließlich in Silbergroschen vorzunehmen, so dass bei Frankobriefen keine Beträge in Silberkopeken notiert sind. Die 8 Sgr entsprachen 26 Kopeken.

    Einen Kartenschluss Bromberg - Valenciennes gab es nicht.
    1860 war die Strecke St. Petersburg - Eydkuhnen - Bromberg - Berlin durchgängig fertig. Der Streckenstempel Königsberg - Bromberg wurde vom Eisenbahnspeditionsbüro 11, das auf dieser Strecke tätig war, aber weiterverwendet. Der Kartenschluss nach Frankreich ging dann von Berlin über Valenciennes nach Paris (der Eingangsstempel "Prusse 3 Valenciennes 3" ist von Paris für diesen Kartenschluss). Nach dem Eingang beim Speditionsbüro 11 gibt es daher keine preußischen Stempel mehr.

    Viele Grüße
    solid611

  • schöne Belege aus Bremen - Vorphila bis 1945

    • solid611
    • 7. März 2009 um 14:42

    Hallo Harald,

    meinen Glückwunsch zu deinem Neuerwerb. Der Stempel des preußischen PA in Bremen "Vom Auslande Pto. von Bremen" ist für Transitpost aus Oldenburg verwendet worden und nicht häufig, wie du an dem Zuschlag in der Neumann-Auktion sehen kannst.

    Ein großer Teil der beiden Briefe ist ja schon von bayern klassisch fachkundig erläutert. Etwas kann ich noch beitragen:

    Der Vermerk "3" links oben steht für den Franko-/Teilfrankoanteil Varel - Bremen; 3 Grote. Das sind 1 1/4 Sgr, die bei deinem Brief rückseitig in Bremen vom Preußischen PA notiert sind (1 Taler = 30 Sgr = 72 Grote also 1 Sgr = 2 2/5 Grote).

    Für die Taxierung nach Frankreich war der ab 1.1.1848 geltende Vertrag Preußen - Frankreich maßgeblich.

    Für einen Frankobrief waren danach noch 3 Sgr preußischer Transit und 4 Decimes = 3 1/3 Sgr für Frankreich zu zahlen. Insgesamt waren das also 1 1/4 Sgr + 3 Sgr + 3 1/3 Sgr =7 7/12 Sgr also etwa 18,2 Grote. Die 47 auf der Rückseite entspricht damit keiner Taxe in den in Frage kommenden Währungen. Eventuell hat der Absender an diesem Tag mehrere Frankobriefe aufgegeben und dafür insgesamt 47 Grote gezahlt.

    Der Teilfrankobrief aus der Auktion ist bis Bremen mit 3 Grote bezahlt. Ohne die Rückseite zu sehen, kann ich nicht sagen, ob die "2" tatsächlich die Umrechnung in Sgr darstellt. Das wäre zumindest erheblich aufgerundet.
    Von Frankreich ist jedenfalls das Porto ab Bremen mit 15 Decimes taxiert. Die etwas ungwöhnliche französische Portoberechnung in dieser Vertragsperiode hatte ich an anderer Stelle für Hamburg schon mal erläutert. Für Bremen gilt das Gleiche:
    Frankreich zahlte für Briefe aus den Hansestädten 2 France für 30 Gramm Briefe im Paket an Preußen und berechnete für den einfachen Brief 1/4 also 5 Decimes Auslandsporto. Hinzu kam das französische Inlandsporto, hier Valenciennes - Bordeaux 10 Decimes, also 15 Decimes Gesamtporto. Als Portobrief aus Oldenburg wäre er mit 18 Decimes taxiert worden (8 Decimes Auslandsanteil).

    Viele Grüße
    solid611

  • Bayern-Schweden

    • solid611
    • 16. Februar 2009 um 21:11

    Hallo bayern klassisch,

    volle Zustimmung.

    Und nochmal zusammengefaßt:

    Schweden bekamm für den einfachen Brief:

    ab 1.1.1848
    8 Sgr incl. Seepostgebühr bzw. dänischem Transit beim Weg über Hamburg

    ab 1.7.1852
    5 Sgr incl. Seepost oder Transit

    ab 1.5.1865
    Frankobriefe 2 3/4 Sgr incl. Seepost/Transit
    Portobriefe 3 1/4 Sgr incl. Seepost/Transit


    Viele Grüße
    solid611

  • Bayern-Schweden

    • solid611
    • 16. Februar 2009 um 20:36

    Hallo bayern klassisch,

    ja, dass ist spannend! Und erhöhen kann man die Spannung noch bei Mehrfachtransiten. :D

    Das mit dem 1852er Vertrag ist völlig korrekt. Erst mit diesem konnte der Vereinsvertrag berücksichtigt werden.

    Was mich bei dem Brief aber wundert ist, dass Schweden der Vereinsvertrag ja völlig egal war und seinen vereinbarten Portoanteil von 8 Sgr berechnet und bekommen hat. Dann hätten Preußen und Bayern insgesamt nur noch 6 Kr. von den 34.

    Viele Grüße
    solid611

  • Bayern-Schweden

    • solid611
    • 15. Februar 2009 um 18:58

    Hallo bayern klassisch,

    danke für deine Erläuterung zu dem poste-restante-Brief.

    Drei sehr schöne Briefe aus deiner Schatzkiste. :) Danke fürs Zeigen.

    Ein paar kleine Anmerkungen habe ich dazu:

    Beim ersten Brief lese ich 38 Kreuzer in der Auslage, nicht 34. Die 34 rechts oben ist mal wieder die schwedische Kartiernummer.

    Der Brief ist nach dem schwedisch-preußischen Postvertag vom 21.August 1847 behandelt und dann eigentlich nach den Postvereinsregeln, so dass keine preußische Transitgebühr zu berechnen war. Wie Bayern dabei auf 38 Kreuzer gekommen ist, ist mir allerdings ein Rätsel.
    Schweden erhielt von Preußen resp. den Vereinsmitgliedern 8 Sgr incl. der Seepostgebühr von 4 Sgr für den einfachen Brief. Dieser Anteil ist auch angeschrieben. Umgerechnet ergeben sich daraus 28 Kreuzer. Bayern hätte dann nach dem DÖPV-Vertrag noch 9 Kreuzer Vereinsporto hinzusetzen sollen. So steht es auch ausdrücklich in den bayrischen Ausführungsbestimmungen zum Vereinsvertrag. Also wären 28 + 9 = 37 Kreuzer Porto zu erheben gewesen. Wenn noch Bestellgeld hinzugekommen wäre hätte man das sicher nicht schon in Hof notiert. Also wird hier der fremde Anteil großzügig mit 29 Kreuzern berechnet worden sein.

    Das Franko für den zweiten Brief betrug in Schweden 1853 nach dem von dir zitierten Vertrag 24 Skilling Banco. 2 1/2 Sgr für Schweden 2 1/2 Sgr Seepost und 3 Sgr für den Postverein/Preußen. Zusammen also 8 Sgr = 24 Skilling Banco. Ab 1858 nach der schwedischen Münzreform waren es 72 Öre.

    Der dritte Brief ist insofern sehr interessant, da hier der Absender den (längeren) Weg über Dänemark vorgegeben hat. Hätte er es nicht getan, wäre der Brief mit der Schiffspost Stockholm - Stettin oder Stralsund - Ystadt befördert worden, die im April 1858 sicher schon in Gang gesetzt waren. Über Dänemark und Hamburg ging es nur, im Winter, wenn die Dampfschiffe nicht fuhren oder eben wenn wie hier der Absender es so bestimmte.
    Teurer wäre er dann nicht gewesen. Vielleicht lag dem Absender die dänische oder taxissche Postkasse am Herzen. :D
    Taxis war aufgrund einer Vereinbahrung mit Preußen vom August 1850 für die Briefpost aus oder über Hamburg nach Bayern zuständig.


    Viele Grüße
    solid611

  • Bayern-Schweden

    • solid611
    • 14. Februar 2009 um 18:37

    Hallo liball,

    hab mich nun auch mal mit deinen tollen Briefen aus Schweden beschäftigt.
    Für die ersten beiden ist die Taxe nach meiner Meinung fehlerhaft berechnet.

    Beide liefen in der Vertragsperiode 1852-1865. Nach dem Vertrag bekam Schweden 2 1/2 Sgr. Hinzu kam beim Seeweg mit Eingang in Stralsund oder Stettin ein Seeporto von 2 1/2 Sgr bzw. beim Landweg über Dänemark und dem Eingang in Hamburg der dänische Transitanteil von ebenfalls 2 1/2 Sgr. So dass die Briefe auf beiden Routen mit 5 Sgr belastet im Vereinsgebiet eingingen. Hinzu kam der Vereinsanteil von 2 Sgr für eine Enfernung bis 20 Meilen um die drei möglichen Eingangsorte bzw. von 3 Sgr für das übrige Vereinsgebiet. Bei der Reduktion in Kreuzer muss noch beachtet werden, dass innerhalb des Postvereins die Reduktion 1 Sgr = 3 Kreuzer, für ausländische Anteile jedoch 1 Sgr = 3,5 Kreuzer galt.

    Für einfache Briefe nach Bayern ergibt sich daher:
    Auslandsanteil 5 Sgr x 3,5 = 17,5 also 18 Kreuzer
    Vereinsanteil 9 Kreuzer.
    So dass das Gesamtorto die von dir beschriebenen 27 Kreuzer betrug.

    Beim ersten Brief ist diese Berechnung wohl aufgrund der vorderseitig notierten 2 1/2 (Sgr), was den schwedische oder dänische Anteil darstellt, fehlerhaft vorgenommen worden.

    Der zweite Brief hätte ebenfalls nur 27 Kreuzer kosten sollen, da die Nachsendung im Postverein den Brief eigentlich nicht verteuern sollte. Die Briefe sollten meines Wissens so behandelt werden, als wären sie direkt zum endgültigen Bestimmungsort gesandt worden. Bayern hätte also nur die Differenz zwischen der Taxe nach Berlin 2 Sgr/6 Kreuzer und der nach München 3 Sgr/9 Kreuzer, also 3 Kreuzer zusätzlich erheben sollen. Eventuell gab es in Bayern abweichende Regelungen zur Behandlung reclamierter Briefe, die hier angewendet wurden? Das ist nicht mein Gebiet, aber hier im Forum extrem stark vertreten. :)

    Der dritte Brief ist völlig korrekt taxiert. Nach einer Portosenkung ab 1.10.1865 betrug der Vereinsanteil nach Schweden bei Portobriefen 2 3/4 Sgr, der Seepostanteil/Transitanteil 1 Sgr und der schwedische Anteil 2 1/4 Sgr, das Gesamtporto also 6 Sgr = 54 öre.

    Viele Grüße
    solid611

  • Bayern-Norwegen

    • solid611
    • 10. Februar 2009 um 20:33

    Hallo liball,

    die 60 vorderseitig rechts oben ist keine Taxierung sondern eine schwedische Kartiernummer. Die Skandinavier notierten die Kartiernummern bis Anfang der 1850er immer auf den Briefen. Norwegen und Dänemark immer siegelseitig, Schweden immer vorne rechts oben, bei Umkartierungen auch mehrfach.

    Der Brief kostete aber tatsächlich sogar 64 Skilling Species (SkSp). Die sind siegelseitig notiert mit der Kartiernummer 27____64 SkSp.
    Der bayrisch/preußische Anteil von 7 3/4 (8) Sgr bertug 21 SkSp, Schweden erhielt 23 SkSp und der norwegische Inlandsanteil betrug 20 SkSp.

    Viele Grüße
    solid611

  • Bayern-Norwegen

    • solid611
    • 8. Februar 2009 um 00:04

    Hallo liball,

    deine drei Traumbriefe hab ich schon seit einigen Tagen bewundert, danke fürs Zeigen. Nun hab ich die Zeit gefunden mich etwas näher damit zu beschäftigen.

    1. Brief Christiania nach Nürnberg vom 20.1.1851
    Dieser Brief ist m.M. nicht auf der Seeroute gelaufen, sondern auf dem Landweg über Schweden. Im Januar wird der Seeweg nicht möglich gewesen sein.
    Der Transitstempel "Helsingör" ist von Dänemark beim Postaustausch mit Schweden und nicht mit Norwegen verwendet worden. Ein Seebrief wäre ohne Durchgangsstempel bis Hamburg befördert und dort dem dänischen Postamt zugeleitet (und von diesem gestempelt) worden. Die Briefe auf der Landroute liefen im geschlossenen Paket von Helsigör durch Dänemark, wurden dem Schwedisch-Norwegischen Postamt zugeleitet und von diesem gestempelt.
    Das Porto von 10 1/2 Sgr bis Hamburg setzt sich aus 2 1/2 Sgr für Norwegen und 8 Sgr für Schweden incl. des dänischen Transits zusammen.

    2. Brief Nürnberg nach Bergen vom 30.6.1851
    Ich denke dieser Brief ist nicht absichtlich teilfrankiert. Das Teilfranko bis Stralsund war für Briefe aus Bayern nicht mehr vorgesehen. Und der ursprüngliche Frankovermerk "frco." deutet darauf hin, dass der Brief ganz bezahlt sein sollte und zwar zum Vereinstarif bis Bergen auf Rügen. Sowohl der Absender als auch der bayrische Postbeamte vermuteten den Empfänger dort, so dass die Frankatur nicht beanstandet wurde. Erst auf Rügen stellte man fest, dass Bergen in Norwegen gemeint war. Beim Austauschamt Stralsund wurde dann improvisiert. Der Stempel "Franco Stralsund" war eigentlich für die Gegenrichtung für die wenigen von Schweden oder Norwegen noch unter Grenzfrankozwang ankommenden Briefe vorgesehen und wurde nur 1851 in Kombination mit dem Stempel "Aus Schweden" verwendet.
    Hier ist er dann zur Verdeutlichung der anzuerkennenden Teilfrankierung abgeschlagen worden.
    Ich denke das ist ein Unikat!

    Beim dritten Brief kann ich die Portoberechnung nicht ganz nachvollziehen. 60 SkSp scheinen mir recht hoch. Wäre es möglich die Rückseite zu zeigen?

    Für die Notierung des Portos in Norwegen gibt es keine allgemeine Praxis. Meist wurde es, wenn mehrere Anteile fremder Posten zusammenzurechnen waren, rückseitig notiert. Wenn einheitliche Portosätze unabhängig vom Leitweg vereinbart waren, findet man es vorderseitig.

    Viele Grüße
    solid611

  • Alte Briefe ohne Marken...

    • solid611
    • 7. Februar 2009 um 23:15

    Hallo Totalo-Flauti,

    eine sehr schönen Brief zeigst du uns. Die Taxierung "4" dürfte in Leipzig erfolgt sein, da es ein vom Empfänger zu bezahlender Portobrief ist und 4 Groschen bedeuten. Welche Vereinbarung dem zugrunde lag kann ich nicht erklären, aber warum es in Lübeck ein bergisches Postamt gab:

    Nach dem Sieg über Preußen bei Jena und Auerstedt am 14.Oktober 1806 besetzte Frankreich nach und nach ganz Nordeutschland. Am 6. November 1806 nach der Schlacht bei Lübeck auch diese Stadt.

    Um den Hauptfeind England vom Kontinent abzuschneiden wurde von Napoleon die sogn. Kontinetalsperre verhängt. Diese sollte nicht nur den englischen Handel sondern auch den Postverkehr unterbinden. Um dieses zu überwachen wurden in den Hansestädten Hamburg, Bremen, Lübeck alle ausländischen (mit einigen zeitweiligen Ausnahmen für das befreundete Dänemark) Posten geschlossen und der Postverkehr der Hansestädte dem Schwager Napoleons Murat als Großherzog von Berg übertragen bis Frankreich die Posten selbst übernahm. Das Ganze gipfelte in der Einverleibung großer Teile Nordeutschlands in das französische Kaiserreich ab 18.12.1810. Lübeck gehörte dann zum 128 Département des Bouches de l’Elbe.

    Viele Grüße
    solid611

  • Norwegen-Deutschland ohne Marken

    • solid611
    • 2. Februar 2009 um 22:42

    Ja alles perfekt Nils! :D

    Viele Grüße
    solid611

  • Abarten und Plattenfehler SBZ Mecklenburg

    • solid611
    • 31. Januar 2009 um 17:16

    Novembermann

    Den Plattenfehler XXVI kann ich bestätigen. Dein Belegstück entspricht der Abbildung im Schantl-PF-Katalog MV.

    Aber wie KJ bereits geschrieben hat, wird die Marke leider nicht prüfbar sein. Aber als PF-Beleg ist sie geeignet.

    Viele Grüße
    solid611

  • Bayern-Norwegen

    • solid611
    • 31. Januar 2009 um 17:03

    Hallo Nils,

    nicht ganz.

    Der Brief ging 1859 in den Postverein also keine Unterscheidung zwischen Hamburg, Taxis und Bayern, da alle drei Mitglieder waren.

    Das Porto ist daher zunächst bis zum DÖPV-Eingang mit 6 Sgr berechnet. Dieser Anteil war an Dänemark zu zahlen und teilte sich wie folgt:

    Norwegisches Landporto: 2 2/3 Lübbische Schilling (LSK)
    Seeporto: 2 2/3 LSK
    dänischer Transit: 2 2/3 LSK

    Zusammen 8 LSK = 6 Sgr

    Dazu kam der Postvereinsanteil Hamburg - Nürnberg 3 Sgr oder 9 Kreuzer.

    Hier kann man schön die unterschiedlichen Reduktionen von Sgr in Kreuzer sehen. Das Verhältniss 1 : 3 galt nur im Postverein. Ausländische Anteile waren mit 1 : 3,5 zu reduzieren. Daher 6 Sgr = 21 Kreuzer.

    Viele Grüße
    solid611

  • Transitland Deutschland

    • solid611
    • 31. Januar 2009 um 16:50

    Hallo Nils,

    wieder ein sehr schöner Brief von dir.
    Ganz erklären kann ich ihn nicht, weil mir zu den italienischen Staaten die Kenntnisse und Unterlagen fehlen.
    Aber den dänisch-taxisschen Teil kann ich erläutern:

    Der Brief ist in Kopenhagen eingeschrieben als Teilfrankobrief über Hamburg (dort Taxis übergeben) gelaufen. Der weitere Leitweg bis Sizilien ist anhand der Stempel nicht zu ermitteln. Also muss die Taxe helfen.
    In dieser Zeit war es in Dänemark üblich bei (Teil-)Frankobriefen die Frankobeträge getrennt nach eigenem und fremden Anteil zu notieren, so auch hier.
    Rechts oben ist der dänische Frankoanteil bis Hamburg mit 29 RBS notiert. Links oben ist der ausländische Anteil mit 42 RBS notiert. Der Absender zahlte also 71 RBS. Aber bis wo?

    Nach dem hier gültigen Postvertrag Taxis - Dänemark von 1842 war die Post in alle italienische Staaten bis zu einem bestimmten Taxpunkt zwangsweise zu frankieren. Dabei war es nicht erforderlich, diese Briefe mit franco, franco Grenze oder ähnlichem zu bezeichnen, "indem sich die festgesetzte Vorausbezahlung von selbst versteht".

    Es gab vier Leitwege mit unterschiedlichen Taxen ab Hamburg:

    1. Route durch Österreich - franco österreichische Grenze - 6 HSchC ab Hamburg

    2. Route durch Bayern - franco Grenze - 11 HSchC ab Hamburg

    3. Route über Frankfurt a.M. und durch die Schweiz - franco Grenze - 13 HSchC

    4. Route über Marseille - franco bis zum Landungshafen (z.B. Neapel) - 24 HSchC

    Für rekommandirte Briefe mußten für die ersten drei Routen keine Zusatzgebühren bezahlt werden!

    Da der fremde Anteil hier 42 RBS = 13 HSchC beträgt, ist der Brief also auf der 3. Route über Frankfurt und die Schweiz gelaufen und bis zur sizilianischen Grenze frankiert.

    Wie das verbleibende Porto berechnet wurde, kann ich nicht erläutern.

    Viele Grüße
    solid611

  • 1857: unfrankierter Brief von Breslau nach Paris

    • solid611
    • 21. Januar 2009 um 21:28

    Hallo marroseu,

    für den Laufweg der beiden Briefe brauch ich jetzt ein paar Minuten. Aber du meinst sicher die Zeit bis es so weit ist, auf den ersten oder zweiten Blick das Wesentliche zu erkennen. Das braucht natürlich seine Zeit und die richtigen Hilfsmittel.
    Allein anhand der Stempel kann man bei Transitbriefen bereits einiges nachvollziehen und gute Literatur hilft dabei. Um die exakten Kartenschlüsse und vor allem die Tarife nachzuvollziehen muss man sich dann noch mit den Postverträgen beschäftigen.

    Als Beispiel hier mal den Brief Rostock - Bordeaux:

    Der Aufgabestempel ist "Rostock", also Mecklenburg-Schwerin. Da er in Hamburg vom taxisschen Postamt gestempelt ist, haben wir den Weg Rostock - Hamburg. Dazu muss man wissen, das M-Schwerin in Hamburg ein Postamt hatte und diese Postroute selbst bediente. Also lief er mit der mecklenburger Post nach Hamburg und wurde Taxis übergeben.
    Taxis hatte mit Frankreich 1844 eine Vertrag geschlossen, der eine Kartenschluss von Hamburg nach Paris vorsah, mit dem alle Briefe ab Hamburg nach Paris und darüberhinaus (außer Elsaß und Südfrankreich) befördert wurden.

    Frankreich benutze in dieser Zeit Grenzeingangsstempel, die uns fast alle Informationen liefern:
    "TOUR - T 2 VALENCIENNES 2 (DATUM)"
    Tour - T = Auslandsbrief von der taxisschen Post
    Valenciennes = Grenzpostamt beim Eingang in Frankreich
    Ziffer = Verwendungsort des Stempel
    "2" = hier Paris (Die Ziffern müssen aber immer im Zusammenhang mit dem Grenzeingangsort betrachtet werden, "2" ist nicht immer Paris!)

    Schließlich ist noch der Ankunftstempel von Bordeaux abgeschlagen. Also kann die genaue Laufzeit bestimmt werden.

    Für die "Entschlüsselung" der Taxierung müßte ich ein Buch schreiben. :)

    Viele Grüße
    solid611

  • Hamburg Vorphilabriefe

    • solid611
    • 19. Januar 2009 um 00:21

    Hallo Jørgen,

    der Stempel „Nach Abgang der Post“ ist vom taxisschen Postamt in Hamburg. Er ist seit etwa 1845 verwendet worden. Die Angabe 1865 im Mayer-Margreth bezieht sich nicht auf diesen Stempel, sondern nur auf die Angabe im Satz davor, dass Hamburger Briefmarken mit Taxisstempeln vorkommen.

    Zur Taxierung gilt ähnliches wie ich zu Nils Odessa-Briefen geschrieben habe: „nicht einfach“.
    Frankreich zahlte Taxis für Briefe aus Hamburg von Mitte 1847 – Mitte 1849 1 France 60 Centime (= 16 Decimes) je 30 Gramm Briefgewicht im Paket. Für die Portoberechnung wurde ein Viertel also 4 Decimes für den einfachen bis 7,5 Gramm schweren Brief als Auslandsanteil berechnet. Dazu kam das Inlandsporto von Valenciennes nach Bordeaux von 10 Decimes, zusammen also 14 Decimes Porto.

    Der Vermerk auf der Rückseite müßte 5 70 heißen und 5 Francs 70 Centimes bedeuten. Das kann das zusammengerechnete Porto sein, dass für mehrere Briefe durch den Empfänger an diesem Tag zu zahlen war. Das wurde oft auf dem letzten Brief eines Stapels rückseitig notiert.

    Viele Grüße
    solid611

  • Transitland Deutschland

    • solid611
    • 19. Januar 2009 um 00:12

    Hallo Nils,

    zwei sehr schöne Briefe zeigst du uns.

    Wie erwartet, kommt ein „Ja“. :D
    Du hast das unterschiedliche Gewicht übersehen. Der Brief von 1852 wog 10 Gramm (die „10“ ist links oben etwas schwer zu erkennen). Der Brief von 1853 wog 8 Gramm.

    Die Taxen kann ich auch gleich noch erläutern:
    Die französische Taxierung der Transitbriefe über Preußen nach Frankreich in der Vertragsperiode 1.1.1848 bis 30.6.1853 ist nicht einfach.

    Für Preußen und Russland waren beide Briefe in der ersten Gewichtsstufe (bis ein Loth). Also zahlt Preußen 3 Sgr an Russland. Das interessierte Frankreich aber überhaupt nicht. Es zahlte für Briefe aus Russland nach dem Vertrag von 1847 3 Francs und 80 Centimes je 30 Gramm Briefgewicht im Paket an Preußen.
    Bei der Portoberechnung für den Empfänger ging Frankreich davon aus, dass ein einfacher Brief 7,5 Gramm wiegt und berechnete den Auslandsanteil in Vierteln:
    bis 7,5 Gramm 1 Franc (gerundet von 95 Centimes)
    bis 15 Gramm 2 Francs (nicht etwa 1,90! Man wollte ja verdienen.)
    bis 22,5 Gramm 3 Francs (dto.)
    bis 30 Gramm 3,80 Francs

    Dazu kam dann noch der Inlandsanteil. Aber nicht nach dem Tarif von 1849, sondern nach dem 1847 geltenden Tarif von 1828! Vom Eingangspostamt Valenciennes nach Marseille waren dass 1 Franc 10 Centimes. Für den Inlandsanteil galt die französische Progression. Bei deinen Briefen ergibt sich damit:
    1852
    Auslandsanteil für 10 Gramm zweite Stufe 2 Francs oder 20 Decimes
    Inlandsanteil für 10 Gramm dritte Stufe 2fach 11 x 2 = 22 Decimes
    Zusammen 20 + 22 = 42 Decimes
    1853
    Auslandsanteil für 8 Gramm zweite Stufe 2 Francs oder 20 Decimes
    Inlandsanteil für 8 Gramm zweite Stufe 1,5fach 11 x 1,5 = 16,5 also 17 Decimes
    Zusammen 20 + 17 = 37 Decimes

    Viele Grüße
    solid611

  • 1857: unfrankierter Brief von Breslau nach Paris

    • solid611
    • 19. Januar 2009 um 00:07

    Hallo marroseu,

    wie vermutet lief der Brief nicht über Valencia sondern das französische Austauschamt Valenciennes. Der Französische Grenzstempel "Tour - T 2 Valenciennes 2" wurde in Paris für Post von Taxis verwendet. Der Laufweg war: von Rostock mit der mecklenburgischen Post nach Hamburg, dort Taxis übergeben und im direkten Kartenschluss Hamburg über Valenciennes nach Paris und von dort weiter nach Bordeaux.

    Und er ist etwas Besonderes:
    1. Auslandsbriefe aus Mecklenburg-Schwerin sind keine Massenware. Das gilt auch für Frankreich und an Schröder & Schüler. Hier in M-V wurde und wird von Ausnahmen abgesehen (wozu ich gehöre :)) Bier getrunken. War leider kein 1847-Bordeaux im Keller meiner Großeltern zu finden. :D
    2. Der Leitweg über Hamburg und Taxis ist 1847 sehr selten, weil Preußen der Vertragspartner von Mecklenburg-Schwerin war.
    3. Die französische Taxierung ist fehlerhaft.

    Der Brief sollte nach dem Willen des Absenders bis Hamburg frankiert werden. In Hamburg wurde der Brief aber Taxis übergeben. Damit ergab sich das Problem, dass Frankreich 1847 von Taxis keine teilfrankierten Briefe aus dem taxisschen Postbezirk und den sgn. Nordstaaten (wozu Mecklenburg gehörte) mehr annahm. Der Freivermerk wurde also gestrichen und Mecklenburg erhielt 4 Hamburger Schillinge als Portoanteil von Taxis, die angeschrieben und gestrichen sind.
    Frankreich hätte den Brief nun als Brief aus den Nordstaaten taxieren müssen. Dann hätte Taxis 4 Francs für 30 Gramm Briefgewicht erhalten und der einfache Brief wäre mit einem Auslandsanteil (ein Viertel) von 1 Franc = 10 Decimes taxiert worden. Frankreich hat den Brief aber so behandelt, als wenn er aus dem taxisschen Postgebiet – wozu Hamburg gehörte – kam. Dafür bekam Taxis 2 Francs für 30 Gramm Briefgewicht und es wurden 5 Decimes für den einfachen Brief berechnet. Dazu kam der französische Inlandsanteil von Valenciennes nach Bordeaux 10 Decimes, also insgesamt 5 + 10 = 15 Decimes Porto. Das der (glückliche) Empfänger zahlte und damit 5 Decimes gespart hat.

    Wenn du deine Transitbriefe nach dem „Zufallsprinzip“ erwirbst, solltest du es mal mit Lottospielen versuchen. :D
    Mit diesem und dem zuerst gezeigten kannst du eine Sammlung fehlerhaft behandelter Transitbriefe aufbauen. Glückwunsch!

    Viele Grüße
    solid611

  • 1857: unfrankierter Brief von Breslau nach Paris

    • solid611
    • 15. Januar 2009 um 19:11

    Hallo marroseu,

    einen schönen Brief mit einigen Besonderheiten zeigst du da.

    Es scheint bisher nicht aufgefallen zu sein, der Brief ist in Paris falsch gestempelt und auch gleich noch falsch taxiert worden.
    Aus Breslau kommend lief er über das preußische Eisenbahnpostamt Nr.10 auf der Strecke Köln - Verviers. Dort wurde er korrekt mit dem Vertragsstempel PR.3R. gestempelt.
    In Paris erhielt er dann jedoch den Eingangsstempel "BELG. 5 VALENCIENNES 5", für Post aus Belgien!
    Als Brief aus Preußen hätte er mit "PRUSSE 3 VALENCIENNES 3" gestempelt werden müssen.
    Taxiert wurde er dann mit 10 Decimes auch als Doppelbrief aus dem 2. Belgischen Rayon (einen dritten gab es 1857 nicht) mit 2 x 5 Decimes. Aus dem 3. Preußischen Rayon hätte er einfach bereits 7 Decimes gekostet.

    Wie gesagt sehr spannend. :)

    Kannst du den Brief aus Rostock nach Bordeaux, den du beschrieben hast, mal zeigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er über Valencia ging. Vielleicht auch über Valenciennes?

    Viele Grüße
    solid611

  • Bahnpost Berlin-Hamburg?

    • solid611
    • 2. Januar 2009 um 15:38

    Hallo Nordlicht,

    der erste Stempel dürfte der Ablöser für den preußischen Dreizeiler sein. Ich hab für die Bahnpost zwar kein Stempelhandbuch, aber da auf der Strecke Hamburg - Berlin nur die preußische Post tätig war, müßte ihr dieser Stempel zuzuordnen sein.

    Der zweite Stempel ist der des dänischen Oberpostamtes. Er ist vom 29.3.1843 bis 18.3.1848 bekannt. Er ist so mit der Abkürzung "K." z.B. im Handbuch von Meyer-Margreth auf Seite 37 abgebildet.
    Die Angabe im Michel-DSK: Doppelkreisstempel mit der Abkürzung "KÖN." von 1844-1847 ist falsch! Diese Abkürzung ist erst bei dem ab 1852 verwendeten Fahrpost-K2 (der im Michel abgebildet ist) benutzt worden.

    Viele Grüße
    solid611

  • Paris Stempel !?

    • solid611
    • 2. Januar 2009 um 15:10

    Hallo Nordlicht,

    beide Stempel sind Streckenstempel der französischen Bahnpost des ambulanten Büros auf der Strecke Paris - Quiévrain. Der Text lautet:

    "PARIS A QUIEVRAIN D 14 JUIL. 55" und "PARIS A QUIEVRAIN (Stern) 15 JUIL. 55"

    Der erste wurde vermutlich bei der Übergabe an das ambulante Büro in Paris und der zweite beim Grenzausgang in Quiévrain abgeschlagen.
    Das ambulante Büro Paris à Quiévrain war ab 1855 das französische Austauschbüro für Post mit Norwegen (und Schweden), die im geschlossenen Transit durch Preußen (und Belgien, Dänemark und oder Schweden) lief.

    Viele Grüße
    solid611

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