1. Dashboard
  2. zum Forum
    1. Unerledigte Themen
  3. Mitglieder
    1. Letzte Aktivitäten
    2. Benutzer online
    3. Team
    4. Mitgliedersuche
  4. Ratgeber
  5. Hilfe
  • Anmelden oder registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Artikel
  • Forum
  • Seiten
  • Erweiterte Suche
  1. PHILAFORUM.COM Briefmarkenforum
  2. Forum
  3. Briefmarken
  4. Deutschland
  5. Altdeutschland
  6. Braunschweig

Braunschweig

  • carolinus
  • 30. März 2008 um 16:53
  • carolinus
    Gast
    • 30. März 2008 um 16:53
    • #1

    Da mich wieder das Arbeitsfieber gepackt hat, möchte ich einmal beginnen, mit Hilfe mehrerer Informationsquellen, vor allem aber eigener Vergleichsmarken, die Briefmarken Braunschweigs näher vorzustellen.

    Die ersten Briefmarken des Herzogtums Braunschweig erschienen am 1. Januar 1852. Im Laufe von 17 Jahren wurden 20 Marken in 3 verschiedenen Zeichnungen herausgegeben, bevor am 31. Dezember 1867 sämtliche Marken des Herzogtums infolge des Übergangs in den Norddeutschen Postbezirk ihre Gültigkeit verloren. Sie konnten noch im ersten Quartal des Jahres 1868 von den dortigen Postanstalten umgetauscht oder verrechnet werden.

    Die Echtheitsmerkmale der Marken unterscheiden sich nicht in den einzelnen Emissionen, sondern in den Wertstufen. Damit meine ich, dass alle 1 Silb. Gr. Marken – egal, wann sie erschienen sind (1852 Nr. 1 bis hin zu 1864 Nr. 14 ), die gleiche Zeichnung aufweisen. Dasselbe gilt für alle 2 Silb. Gr. - und alle 3 Silb. Gr. Marken. Die einzelnen Wertstufen unterscheiden sich allerdings in der Zeichnung deutlich voneinander.

    Die Marken wurden im Buchdruck hergestellt. Steindruckfälschungen existieren, sind aber recht einfach als solche zu erkennen. Sie weichen in den Echtheitsmerkmalen auch erheblich ab.

    Drei wichtige Echtheitsmerkmale kann man unterscheiden:

    1. Die Anzahl und Anordnung der senkrechten Striche im Markenbild,
    2. Die Zahl und Anordnung der Steine sowie
    3. Die Mähne des Pferdes.

    Noch ein viertes Merkmal: Alle Pferde sind Hengste, i.A. ist das deutlich erkennbar, Stuten sind immer Fälschungen! :D


    Beginnen möchte ich mit den 1 Silbergroschenmarken (MiNrn. 1, 6, 11 und 14)

    Braunschweig 1, 6, 11 und 14

    Der Druck der Nr. 1 ist – besonders in den späten Bogen – unscharf.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/xbra01.jpg]

    Die ersten Auflagen zeigen dagegen noch recht scharfe Zeichnungen und dürften einen geringen Aufpreis rechtfertgen.

    Der Abstand der Marken ist unregelmäßig und die Marken stehen im Bogen oft schief zueinander. Gleichmäßig geschnittene Marken sind relativ selten. Außerdem sind Druckmängel bei diesen ersten drei verausgabten Marken häufig. Das Papier – und das gilt für Braunschweig fast durchgängig – ist von schlechter Qualität.

    Die folgenden Merkmale gelten nur für die 1 Silbergroschenmarken

    Die Marken haben ein Format von 21,5 mm x 20,3 mm. Die Maße varieren allerdings besonders in der Breite etwas (besonders bei der Nr. 1). Die Schrift ist etwas mehr als 1 mm hoch.

    Im Markenbild befinden sich 40 Schraffierungsstriche, der letzte auf der linken Seite liegt an der Einfassungslinie.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/xbra02.jpg]

    Auf dem Weg liegen vier Steine. Der dritte von links ist wesentlich größer und liegt auf dem zweiten auf. Der vierte und letzte lehnt sich an den dritten an. Unter dem großen Stein befindet sich - in der Länge von 2 Schraffierungsstrichen - ein Druckausfall der Bodenlinie (siehe Pfeil in der unterhalb gezeigten Nr. 6).

    Die Mähne ist sägezahnartig und hat drei durchgehende Striche. Der Bauch des Pferds hat 7 Bauchstriche.

    Hier als Beispiel eine Nr. 6

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/xbra03.jpg]

    Wenn man sich die Zeichnung dieser Details genau einprägt, ist praktisch jede Fälschung auf den ersten Blick erkennbar.

    Zum Abschluss für heute noch die in gleicher Zeichnung aller 1 Silb. Gr. Marken fehlenden Nrn. 11 und 14A

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/xbra04.jpg]

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/xbra05.jpg]

    Ich beabsichtige, diese Beiträge nach und nach mit den weiteren Marken Braunschweigs auszubauen.

    Viele Grüße,
    carolinus

    11 Mal editiert, zuletzt von carolinus (23. April 2008 um 16:45)

  • carolinus
    Gast
    • 6. April 2008 um 10:52
    • #2

    Weiter geht’s mit den Wasserzeichen

    Die erste Ausgabe (Mi 1 – 3) vom Januar 1852 ist noch ohne Wasserzeichen.

    Ab der zweiten Ausgabe vom April 1853 sind alle Marken mit Wasserzeichen versehen. Dieses zeigt ein Posthorn in einem Linienrechteck.

    Die Wasserzeichen sind häufig leicht anders geformt, da jedes aus Draht einzeln geflochten wurde. Einige Abweichungen sind besonders auffällig (Abb. 1 und 5, 3 und 6) . Die Entfernungen der Einfassungslinien stimmen ebenso nicht überein.
    Einzelne ¼ Marken der Nr. 9 können am Rand sogar ohne Wasserzeichen vorkommen (Tafel 7).

    Quelle: H. Kroetzsch, Handbuch der Postfreimarkenkunde

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%20WZ%2003.jpg]

    Im Allgemeinen zeigt das Mundstück von der Rückseite betrachtet nach rechts. Zwei Beispiele, die Zeichnungen weichen recht deutlich voneinander ab.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%20Wasserzeichen%2001.jpg]

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%20Wasserzeichen%2003.jpg]

    Verkehrt liegende Wasserzeichen sind nicht so selten, werden aber preislich z. T. deutlich höher bewertet.
    Ein Beispiel eines verkehrt liegenden Wz. einer Nr. 6. (6aY).
    Das Mundstück zeigt nach links statt nach rechts.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%20Wasserzeichen%2002%20verkehrt.jpg]

    Einmal editiert, zuletzt von carolinus (16. April 2008 um 15:42)

  • carolinus
    Gast
    • 16. April 2008 um 14:50
    • #3

    Die 2 Silbergroschenmarken (Nrn. 2, 7, 15)

    Das Format dieser Marken beträgt 21,5 mm x 19,5 mm, die Schrift ist 1,5 mm hoch. Abgebildet das Mittelteil einer Nr. 2. Der Druck dieser Marke ist häufig besonders im Mittelteil sehr unscharf, zeigt aber dennoch in den Steinen und in der Mähne des Pferdes das für alle 2-Silbergroschenmarken typische Aussehen.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%2002%20xxxx.jpg]

    Im Markenbild aller 2 Silbergroschenmarken befinden sich 41 Schraffierungsstriche, der erste und der letzte liegen nahe der Einfassungslinie. Die Striche liegen oberhalb des Pferdekopfs näher aneinander, (so dass man dort beim Auszählen auf 42 kommt). Wenn man sich also die mühevolle Aufgabe des Auszählens macht, sollte man an den markierten Stellen zählen und kommt auf 41.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Zuschneiden_3.jpg]

    Auf dem Weg liegen vier Steine. Die linken beiden sind sehr klein. Der dritte Stein ist der größte und waagerecht in der Mitte bis über die Mitte geteilt. Das Aussehen dieses Steins ist sehr auffällig und charakteristisch. Er ist länglich und erinnert an eine von der Seite betrachtete ausgestreckte Hand mit unten angelegtem Daumen (siehe Pfeil in der unten abgebildeten 7).

    Die Mähne des Pferdes hat in der Mitte zwei durchgehende Striche. Häufig erscheint sie an dieser Stelle zweigeteilt (siehe Pfeil). Der untere Teil der Mähne ist deutlich breiter als bei den 1-Silbergroschen-Marken.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Zuschneiden.jpg]

    Die Nr. 15 ist bogenförmig durchstochen.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%2015%20A%20(01).jpg]

    Ein Vergleich zu einer Fälschung:

    Hier eine falsche Braunschweig 2.
    Die Abweichungen (z.B. Steine, Mähne u.s.w) sind auf dem ersten Blick erkennbar. Die Schrift weicht auch völlig ab. Man beachte die Breite und Höhe der Buchstaben in "BRAUNSCHWEIG" (Das "U" liegt bei Fälschungen häufig besonders daneben).

    Was ich auch zeigen will:
    Es ist bei Kenntnis der Echtheitsmerkmale einfach, Fälschungen zu erkennen.
    Und das Wasserzeichen fehlt bei Fälschungen eigentlich durchgängig.

    Fälschung Nr. 2

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Zuschneiden_2.jpg]

    4 Mal editiert, zuletzt von carolinus (16. April 2008 um 19:14)

  • carolinus
    Gast
    • 20. April 2008 um 13:43
    • #4

    Braunschweig 9

    Bevor die 3-Silbergroschen-Marken vorgestellt werden, ein Abstecher zur Nr. 9.

    Am 1. März 1857 wurde zur Verwendung auf Briefen im Inlandsverkehr eine Marke in veränderter Zeichnung herausgegeben, die als Ganzes oder in einzelnen Teilen verwendet werden konnte und sowohl für Porto als auch für Bestellgeld Gültigkeit hatte.

    Die Marken haben die Währungsbezeichnung der braunschweigischen Inlandswährung – Gutegroschen.

    Es galt damals im Inlandsverkehr:

    24 Gutegroschen (zu je 12 Gutepfennigen) = 288 Gutepfennige = 1 Thaler

    Braunschweig trat am 5. Dezember 1851 dem Deutsch-Österreichischen Postverein bei. Auf Grund der Vereinsbestimmungen erhielten die Marken für den Auslandsverkehr daher die Wertbezeichnung Silbergroschen.

    Für diese (preußischen) Silbergroschen galt:
    30 Silbergroschen (zu je 12 Pfennigen) = 360 Pfennige = 1 Thaler

    Das Verhältnis zwischen der Inlandswährung Gutegroschen und der Silbergroschenwährung im Postverein betrug also 4 : 5.

    Die 4/4 Marken sind im Bdr. auf braunem Papier mit dem oben gezeigten Wasserzeichen gedruckt und ungezähnt verausgabt worden.
    Die Gesamtmarke zeigt ein Quadrat von 23,5 mm Höhe und 24 mm Breite. Jedes Viertel trägt ein Queroval mit der Wertangabe. Das ganze Markenbild ist von einer dicken Linie eingefasst. Das Wasserzeichen zeigt (wie oben beschrieben normalerweise die Mundöffnung des Posthorns – von der Rückseite betrachtet -nach rechts. Wegen der Markengröße gibt es einzelne Viertel, die ohne Wasserzeichen vorkommen. Die Wasserzeichenabbildungen im 2. Beitrag zeigen in den Abb. 7, 8 und 9 mögliche Stellungen.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Zuschneiden_16.jpg]

    Einige Echtheitsmerkmale habe ich gekennzeichnet.

    In der ersten Marke oben links vor und hinter dem „s“ von „Postmarke“ jeweils ein Punkt.

    In der zweiten Marke oben rechts am unteren Ende des Bogens vom „e“ in „Postmarke“ ein winziger Punkt, die „1“ in „1/4“ ohne Anstrich und der Punkt hinter Gutegr. viel zu weit abstehend.

    In der dritten Marke unten links steht der Punkt in Gutegr. auch etwas weiter ab, das f von Pfennige durchschneidet die Trennlinie.

    In der vierten Marke befindet sich ein Punkt hinter „Postmarke“ Das „g“ von „Pfennige durchschneidet die Trennlinie nicht so weit wie bei den anderen Marken.

    Da die Marke gebraucht teurer ist, kommen durchaus Stempelfälschungen vor. Auch unprüfbare Stempel sieht man häufig und zählen natürlich dazu.

    Iim Jahr 1866 wurde eine 4/4 Ggr. braun auf weißem Papier mit Wasserzeichen hergestellt aber nicht verausgabt. Im Michel ist sie unter der Nr. I katalogisiert. Die Marke kam wegen der politischen Umwälzungen jener Zeit nicht mehr in Verwendung. Die Merkmale entsprechen denen der Nr. 9.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Zuschneiden_17.jpg]

    2 Mal editiert, zuletzt von carolinus (20. April 2008 um 16:23)

  • carolinus
    Gast
    • 26. April 2008 um 15:25
    • #5

    Die 3 Silbergroschenmarken (Nrn. 3, 8, 12 und 16)

    Das Markenbild ist etwas mehr als 21 mm breit und 19,5 mm hoch, die Schrift 1,3 mm hoch.

    Auch hier zeigt die erste Emission (Nr. 3) besonders im Mittelteil häufig einen schlechten Druck. Als Vergleichsstück dagegen eine besonders sauber gedruckte Marke.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%203%20Silb%2002.jpg]

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%203%20Silb%2003.jpg]

    Das Auszählen der Striche gestaltet sich als ziemlich schwierig, da die Striche unterhalb vom Bauch des Pferdes im rechten Bereich einen weiteren Abstand haben. Zählt man die Striche im markierten Bereich kommt man auf 39. Der Strich am linken Rand hat dabei einen sehr weiten Abstand vom Oval.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%203Silb%20Striche.jpg]

    Bei einigen wenigen Marken erscheint ganz am äußersten linken Rand noch die Andeutung eines 40. Striches.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%203%20Silb%20Strich%2040.jpg]

    Auf dem Weg liegen vier Steine. Der 3. – kleine – Stein dringt dabei in den Erdboden ein. Ganz links erscheint oft noch die Andeutung eines fünften kleinen Steines (Pfeil).

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%203%20Silb%20Steine%204.jpg]

    Die Mähne des Pferdes ist nur im unteren Teil sauber ausgeführt.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%203%20Silb%20Maehne.jpg]

    Häufig sind die Nrn. 12 und 16 ziemlich fett gedruckt. Als Beispiel das Druckbild einer 12.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%2012%20fett.jpg]

    Hier noch eine Nr. 3 und eine 8a.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%203.jpg]

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%208a.jpg]

    Zum Abschluss möchte ich auch hier eine Ganzfälschung zeigen, die Marke weicht in allen genannten Details deutlich ab.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Braunschweig%20falsch.jpg]

    Einmal editiert, zuletzt von carolinus (26. April 2008 um 15:25)

  • carolinus
    Gast
    • 13. Mai 2008 um 11:24
    • #6

    In loser Folge – ohne ein festes Prinzip – möchte ich das Gebiet Herzogtum Braunschweig hier vorstellen.

    Hier ein Exkurs in die Vormarkenzeit und zu den Poststempeln von Wolfenbüttel.

    Wolfenbüttel war die zweitgrößte Stadt im Herzogtum Braunschweig und wurde urkundlich zum ersten Mal im 11. Jhdt. erwähnt. Seit 1432 war die Stadt mehrere Jahrhunderte lang Residenz braunschweigischer Herzöge. Durch die Verlagerung des Wohnsitzes nach Braunschweig durch Herzog Carl I. verlor Wolfenbüttel seine vorherschende Bedeutung. Die Einwohnerzahl sank im 18. Jhdt. von 14000 auf 6000 im Jahr 1770.
    Im Jahr 1846 betrug sie knapp 8600. Heute ist Wolfenbüttel eine Mittelstadt mit etwa 55000 Einwohnern.

    Die ersten Poststempel sind aus dem Jahr 1808.
    Es waren einzeilige Langstempel in drei verschiedenen Formaten. Diese Langstempel wurden bis zum Jahr 1832 benutzt. Der abgebilete L1 ist der größte der möglichen Typen (Format 49 mm x 4 mm).

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Wolfenbuettel%20L1%20gross.jpg]

    Ein zweizeiliger Langstempel wurde nebenher ab 1811 benutzt. Dieser wurde zuletzt auf Briefen von 1847 festgestellt. (Da ich Briefe mit diesem Stempel noch nicht besitze, zeige ich eine Abb. Aus: Henri Bade, 333 Jahre Braunschweigische Post)

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Wolfenbuettel%20L2.jpg]

    Von 1823 bis 1831 ist ein zweizeiliger Rahmenstempel mit Druckdatum verwendet worden.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/-%20Wolfenbuettel%20R2.jpg]

    Ab 1831 (bis 1855) benutzte man einen halbkreisförmigen Bogenstempel, der auf der Sehne ein Zahlendatum mit Trennstrich hat.
    Bis 1849 wurde schwarz – anschließend blau gestempelt.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Wolfenbuettel%20Bogen.jpg]

    Hier ein Postvorschussbrief mit diesem Bogenstempel.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Wolfenbuettel%20Bogen%20PVS.jpg]

    Bei einem Postvorschussbrief konnte der Absender schon bei der Aufgabe des Briefes den Betrag einer Rechnung in Empfang nehmen. Für den Vorschuss des Postbeamten, den dieser aus der Postkasse oder gar aus eigener Tasche verauslagte, bekam er eine Procura Gebühr.
    Postvorschuss und Procuragebühr wurden als Auslage bezeichnet.

    Die Taxierung des Briefes zeigt:

    Postvorschuss: 2 Taler 18 Ggr. = 66 Ggr. + Procura 4 Ggr., 6 Pfg. = Auslage 70 Ggr., 6 Pfg.
    Dazu kamen noch 2 Ggr., 2 Pfg. Porto, also war der einzuziehende Betrag 72 Ggr., 8 Pfg = 3 Taler, 8 Pfg.

    Aber das ist schon wieder ein neues Thema!

    1846 kam der erste Zweikreisstempel mit Zahlendatum und Stundenangabe zum Einsatz. Dieser hatte Antiquabuchstaben (also Serifen) und liegt mit schwarzer Stempelfarbe bis Mai 1851, in roter! Farbe von August 1851 bis 1852 und in schwarzblauer Farbe ab 1854 vor. Der Durchmesser dieses Zweikreisstempels beträgt 28,5 mm.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Wolfenbuettel%20K2%2028,5%201.jpg]

    Der zweite Zweikreisstempel (auch in Antiqua) hat einen Durchmesser von 25 mm und wurde zuerst im Januar 1852 benutzt. Es gibt ihn in schwarzer und später in blauer Stempelfarbe. Hier zwei Abschläge in blau. Einer davon auf einem Postvorschussbrief.

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Wolfenbuettel%20K2%2025%20mm%20blau%201.jpg]

    [Blockierte Grafik: http://www.philadb.com/fckeditor/userfiles/image/carolinus/Bund/Bund%20neu/Wolfenbuettel%20K2%2025%20mm%20blau%202.jpg]

    Ein Jahr vor dem Ende des Herzogtums Braunschweig wurde 1866 noch ein dritter Halbkreisstempel – diesmal in Groteskbuchstaben angeschafft. Die Stempelfarbe in diesen beiden letzten Jahren war stets blau.

    Die Rahmen-, Bogen- und Halbkreisstempel sind sowohl als Aufgabe-, als auch als Ankunfts- und Überleitungsstempel benutzt worden.

    3 Mal editiert, zuletzt von carolinus (14. Juni 2008 um 09:31)

  • carolinus
    Gast
    • 2. Juli 2008 um 19:13
    • #7

    Zur Abwechslung zeige ich heute mal wieder eine Marke.

    Da die 1, 2 und 3 Silbergroschenmarken soweit abgehandelt sind, fehlen noch die „Bruchwerte“. Am 1. Januar 1863 erschien die Nr. 10, die einzige grüne Marke Braunschweigs mit der Wertbezeichnung ½ Silbergroschen (5 Pfennig).

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b010nx3pyohi1j58d.jpg]


    Die Zeichnung dieser Marke weicht vielfach etwas ab. Die Marke ist 21 ¼ mm breit und 19 ½ mm hoch.
    Der rechte und der linke Schraffierungsstrich liegen an der Einfassung. Hugo Krötzsch schreibt Ende des 19. Jahrhunderts in seinem "Handbuch der Postfreimarkenkunde" von 42 Strichen, zählt man sie an den markierten Stellen unterhalb des Pferdebauches, sind es aber 43. Damit hat diese Marke in jedem Fall die meisten senkrechten Schraffierungsstriche aller Braunschweigmarken.

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b010esstw9658p9vh.jpg]

    Die Mühe des Auszählens muss man sich aber nicht machen, denn es gibt andere Echtheitsmerkmale.

    Die Anordnung der Steine ist auch für diese Ausgabe charakteristisch und entlarvt (fast) jede Fälschung auf Anhieb. Diese Steine weichen gegenüber den bisher gezeigten Ausgaben allerdings deutlich ab.

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b010jms6e2hmhpzr1.jpg]

    Der zweite Stein von links dringt in den Boden ein, der vierte ist der größte. Im Übrigen geben auch hier die Form der Mähne und die Bauchstriche weitergehende Gewissheit.

    Der erste Blick sollte bei Braunschweig immer den am Boden liegenden Steinen gelten, die meisten Fälschungen sind schon hier erkennbar. Ein sehr wichtiges Merkmal ist auch die Form, Breite und Abstände der einzelnen Buchstaben (B und H sind besonders aufschlussreich).
    Und immer wieder der Hinweis:
    Auch die Buchstaben unterscheiden sich bei den jeweiligen Wertstufen.

    Viel wichtiger an dieser Stelle ist aber der Hinweis auf die Fälschungsgefahr der Stempel. Während die ungebrauchte Marke für ein paar Euro gekauft werden kann, selbst Einheiten sind hier erschwinglich, kosten gebrauchte Marken ein Vielfaches. Die Folgen liegen auf der Hand – zahlreiche Falschstempel sind im Umlauf. Wichtigster Hinweis: Ort und Datum sollten hier wirklich deutlich erkennbar sein – und bei fehlenden Vergleichsstempeln auch nur geprüft.

    Bereits Hugo Krötzsch erwähnt im Handbuch der Postfreimarkenkunde Ende des 19. Jahrhunderts eine mit Bogendurchstich existierende Nr. 10. Im Michel wird diese Marke unter 10 B katalogisiert.
    Zunächst wurde diese Marke als privates Erzeugnis gesehen. Offenbar waren Marken mit diesem Bogendurchstich aber wohl doch amtlich angeordnet, aber nur kurze Zeit in Verwendung. Diese Versuchsdurchstiche kommen bei drei Braunschweiger Marken vor: MiNrn. 10, 11 und 12.

    Wie kam es zu diesen Durchstichen?

    Auf Grund der in den Nachbarländern bereits möglichen Trennung der Marken durch vorhandene Zähnung oder Durchstich wurde dem Drucker der Braunschweiger Marken der Auftrag erteilt, nach geeigneten Möglichkeiten – möglichst besseren als die der Nachbarstaaten - zu forschen.

    Der zunächst erprobte Liniendurchstich zeigte wenig Erfolg. Meist musste bei der Trennung der Stücke mit einem Schnitt der Schere nachgeholfen werden. Schließlich kam ein bogen- oder wellenförmiger Durchstich zur Anwendung, der in der Tat eine Verbesserung zeigte. Aber auch hier zeigten sich schließlich Mängel und die Schere musste – wenn gleich manchmal auch nur an einer Seite - herhalten.

    Über die Seltenheit dieser Versuchsdurchstiche braucht man sicher nicht viel zu schreiben. Sie sind eben sehr selten - und das ist noch untertrieben ;) - und dementsprechend sehr teuer, wenn man sie denn überhaupt mal zu Gesicht bekommt.

    Schließen möchte ich heute mit einem wunderschönen, finanziell sicher unerschwinglichen Brief – vielleicht eine der größten Raritäten Braunschweigs. Der abgebildete Brief zeigt ein waagerechtes Paar eben dieser Nr. 10 B zusammen mit einer Nr. 7 auf einem Brief von Königslutter nach Freiburg in Sachsen.

    [Blockierte Grafik: http://666kb.com/i/b010sgcnowmfhxykd.jpg]

    Bildquelle: ARGE Hannover Braunschweig

    Viele Grüße,
    carolinus

    Einmal editiert, zuletzt von carolinus (2. Juli 2008 um 19:14)

  • philnum
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    649
    • 23. Mai 2009 um 20:02
    • #8

    Um diesen interessanten Thread mal wieder etwas zu beleben und fortzusetzen, möchte ich kurz die unterschiedlichen Durchstich-Arten darstellen, die es bei der 1-Silbergroschen-Ausgabe von 1864 gegeben hat.

    Alle Werte der Freimarken-Ausgabe von 1864 erschienen mit dem bogenförmigen Durchstich 16, d. h. zwischen den Markenreihen erfolgten mittels feiner Messer – auf einer Breite von 2 cm gerechnet 16 gebogene – Einschnitte, um einzelne Marken fortan ohne Schere aus dem Bogen heraustrennen zu können. Im MICHEL-Katalog wird diese Durchstich-Art mit einem A hinter der Katalognummer bezeichnet (z. B. MiNr. 14 A – Abbildung unten links).

    Einzig bei dem 1-Silbergroschen-Wert wurde daneben noch eine andere Durchstich-Art verwandt – der linienförmige Durchstich 12: Hier wurden definitionsgemäß 12 gerade Einschnitte auf einer Breite von 2 cm vorgenommen, was im MICHEL-Katalog mit einem B nach der Katalognummer vermerkt wird (MiNr. 14 B – siehe Abbildung unten rechts). Der linienförmige Durchstich 12 bei MiNr. 14 ist sowohl in ungebrauchter als auch gestempelter Erhaltung seltener und wird dementsprechend deutlich höher bewertet.

    Wie auch die Versuchs-Durchstiche der vorherigen Freimarken-Ausgabe sind die Durchstiche der MiNr. 13 bis 16 generell "recht primitiv, aufgrund des Papiers immer unsauber und ausgefranst. Die Marken konnten selten so aus dem Bogen getrennt werden, dass sie völlig unbeschädigt blieben" (MICHEL Deutschland Spezial-Katalog, Bd. 1, Kap. Altdeutschland [Braunschweig], Notiz nach MiNr. 10 - 12). Aufgrund dessen wurden die Marken von den Postbeamten zum Teil wie gehabt mit der Schere aus dem Bogen geschnitten; die teilweise recht stattlichen Katalogbewertungen gelten daher nur für allseits vollrandige Stücke mit vierseitigem (mangelhaftem) Durchstich – dreiseitiger Durchstich erfordert einen Abschlag von ca. 40 - 50 % (vgl. ebd.).

  • Schnulli
    erfahrenes Mitglied
    Beiträge
    636
    Geschlecht
    Männlich
    • 23. Mai 2009 um 21:25
    • #9

    philnum

    Es wäre schön gewesen, wenn hier zu diesem Thema akutell von Frau Lange geprüfte Marken gezeigt würden.

    So meine ich nämlich, nach dem Foto auf der linken Marke am linken Rand eine Nachzähnung zu erkennen, die mit der ursprünglichen nicht den Vergleich standhält, der rechts zu sehen ist.

    Der Braunschweig Experte Carolinus hat ja leider dieses Forum verlassen und ist jetzt im Stampx-forum aktiv mit dem Braunschweig Thema. Dort gibt es auch zum Thema Durchstich einen Beitrag.

    Kleine Ergänzung: Von Carolinus gibt es einen tollen Beitrag zum Durchstichthema im Stampx-Forum.

    Es grüßt alle Leser der Schnulli

    Einmal editiert, zuletzt von Schnulli (24. Mai 2009 um 09:37)

  • Wolffi 10. August 2026 um 16:19

    Hat das Thema aus dem Forum Altdeutschland nach Braunschweig verschoben.

Registrierung

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!

Benutzerkonto erstellen

Benutzer online in diesem Thema

  • 1 Besucher
  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum
  3. Kontakt

Partnerprogramm / Affiliate Disclaimer

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Mit * markierte Links sind Affiliate-Links (Werbung). Nur auf diese Weise können wir dieses großartige Forum finanzieren, wir bitten um euer Verständnis!

Community-Software: WoltLab Suite™